Endlich: ZACKBUM werden die Leviten gelesen

Eine neue Rubrik, die regelmässig gefüllt werden wird: auf Einladung machen Kenner und Könner eine Blattkritik.

Den Reigen eröffnet Micha Zbinden, Chefredaktor von nau.ch.

Hier lächelt er noch, aber nachdem ZACKBUM seine Kritik gelesen hat …

ZACKBUM liefert, was es verspricht: täglich eine Schweizer Medienshow. Mit dem Zweihänder haut das neue Portal ungewohnt schweizerisch dazwischen, nennt die Journis beim Namen. Ich lese seit Beginn leidenschaftlich mit – und atme jeweils auf, wenn ich selbst nicht öfters erwähnt werde. Es gilt: Wenn der eigene Name auftaucht, ist Deckung gefragt.

Nun bin ich angefragt worden, eine ZACKBUM-Sitekritik zu machen. Höchste Zeit, den drei giftigen Männern gehörig die Leviten zu lesen.

 

Sexismus gegen Patrizia Laeri

Zum Wochenstart nimmt Zackbum genüsslich die Youtube-Sendung DACHelles auseinander. Moderatorin Patrizia Laeri selbst schreibt den LeserInnen einen – fiktiven – Brief.  Das könnte spannend werden! Ist es auch. Gerade mal 1787 Zuschauerinnen hätten bei der letzte Episode zugeguckt. Und jede Woche werden es fünf (!) ZuschauerInnen mehr. So gemein, dass ich schmunzeln muss. Bald vergeht mir aber das Lachen, denn in der Folge geht der Schuss nach hinten los. Es geht um Föhnfrisuren, Stilettos und Limo-Dienst. Was soll dieser Sexismus? Ein No-Go. Was hat euch Patrizia Laeri bloss angetan? Dabei könnt ihr ja nicht mal ihren Namen richtig schreiben (bei den Tags steht Laerin).

 

Recherchen mit anonymen Quellen

Zum Tamedia-Brief. «Täter, Opfer, Gegangene oder noch Leidende seien nur anonym im schlechtesten ‘Republik’-Stil vorgekommen», schreibt Zackbum. Und kritisiert damit wie so oft die Republik. Baut die Republik, das selbsternannte Qualitätsmedium Nummer 1, wirklich ganze Recherchen auf anonymen Zitaten auf? Leider ja. Wir von Nau.ch können ein Liedchen davon singen… Das bestätigt mir auch eine Zackbum-Quelle, die nicht genannt werden will (Name der Redaktion bekannt).

 

Töchter von Patrons haben gute Chancen

Das Thema Frauenquote scheint es den Zackbum-Männern angetan zu haben. Zuletzt wurde der Frauenanteil in den Chefredaktionen analysiert (der war leider ernüchternd), am Mittwoch werden nun die Verlags-Geschäftsleitungen unter die Lupe genommen. Eine gute Wahl, das interessiert in der Medien-Branche. Ich bleibe dran, lese den Artikel sogar zu Ende. Die Recherche zeigt: Die Patrons in den Familienbetrieben (Somedia/AZ Medien) haben ihre Töchter ganz oben installiert. Ein Gedanke schwirrt mir durch den Kopf: Wie gross ist eigentlich die Frauenquote bei Zackbum?

 

Nicht bekannt für differenzierte Schreibe

Heute bleibt mir das Gipfeli im Hals stecken. Der Protestbrief von 78 Redaktorinnen bei Tamedia habe ZACKBUM-intern zu Diskussionen geführt. Das Männertrio habe unterschiedliche Ansichten. Das irritiert mich! Denn bisher hat das Triumvirat gemeinsam am Abzug des Maschinengewehrs hantiert. Jedenfalls gefühlt. Weiter steht: «ZACKBUM ist nicht gerade bekannt dafür, differenziert zu schreiben.» Wie ehrlich! Schön, wenn man sich in diesem harten Business selbst auf die Schippe nehmen kann.

 

5 KOMMENTARE
  1. Beth Sager
    Beth Sager says:

    Das Wort «differenziert» ist leider zu einer Worthülse verkommen.

    ZACKBUM (insbesondere René Zeyer) schreibt stattdessen «fadengerade». Ist mir sympathisch so, weil gerade die Schweizer Medien brauchen einen Störsender, um dieser Lethargie Einhalt zu gebieten.

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    • Tim Meier
      Tim Meier says:

      «Differenziert» ist, wenn die Sexismus-Keule ausgepackt wird. Fehlt noch der Sowieso-Leugner, eine Prise «vegan», nicht zu vergessen: Gender-Sprech.
      Glücklich ist, wer noch Freunde aus dem Agrarsektor hat. Die nennen die Dinge beim Namen, authentisch, schnörkellos und direkt.

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    • Martin Schwizer
      Martin Schwizer says:

      Sehe ich genau gleich. Die verlogen verdrehten Schwurbelgeschichten zum Beispiel, die immer mehr reiner Hirnwäsche gleichkommen – ja ich rede von der Coronaverbrichterstattung – ist mit normal funzenden Synapsen nicht mehr zu verstehen.

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