Respekt vor den mutigen Frauen

Geteilte Meinungen auf der ZACKBUM-Redaktion.

Der Protestbrief von 78 Redaktorinnen bei Tamedia hat ZACKBUM-intern zu Diskussionen geführt. Das reine Männertrio hat unterschiedliche Ansichten. Weil bei uns freie Meinungsäusserung gilt, könnte bei unserer Berichterstattung über die jüngsten Quereleien bei Tamedia ein einseitiger Eindruck entstehen. Haha, mögen Vielleser und Vielleserinnen von ZACKBUM.ch denken. ZACKBUM ist nicht gerade bekannt dafür, differenziert zu schreiben. Das gefällt vielen, vielen aber auch nicht.

Eine Stärke von Journalisten sollte sein, sich in andere Menschen und Situationen hineinversetzen zu können. Beispiele: Das Leben im Billiglohnsegment, die Einsamkeit von CEOs, wider dem Schönheitsideal und eben der Alltagssexismus.

Als Männer älterer Bauart ist es nicht immer einfach, sich in andere Welten hineinzuversetzen. Aber einfach zu denken, «so what, ist mir noch nie passiert, kann doch nicht so dramatisch sein», greift zu kurz. Auch Vergleiche mit früher und mit der Frauensituation in anderen Ländern ist heikel, ja zynisch. Den Protestbrief haben immerhin 78 Redaktorinnen unterschrieben, von fast allen Hierarchiestufen und von Redaktionen aus Bülach über Winterthur und Zürich bis Wädenswil, Bern, Langenthal und Thun. Das braucht viel Mut. Denn Chefs vergessen Kritik an der Firma selten. Die Frauen stehen hin mit Namen. In der SRF-Sendung 10 vor 10 vom Montag sprach Salome Müller Klartext, nachher versuchte ihr Chef Arthur Rutishauser zu beschwichtigen. Müllers Auftritt gebührt grossen Respekt.

Beni Frenkel und Lorenz Steinmann finden: Der Protestbrief ist weder weinerlich, noch versehen mit absurden Forderungen. Dass männerdominierte Redaktionen wie jene von Tamedia die Zielgruppen Junge und Frauen genügend abdecken, darf man tatsächlich bezweifeln. Wir sehen es doch bei uns. Am liebsten würden wir täglich über Feuerwehrautos, neue Lokomotiven und Brockenhaus-Trouvaillen schreiben. Darum sind Redaktionen gefragt, welche die Gesellschaft in ihrer Vielfältigkeit abbilden.

Dass sich nun auch Männer von Tamedia zu Wort gemeldet haben, um ihre Solidarität kundzutun, finden wir gut. Das ist aus Sicht von Beni Frenkel und Lorenz Steinmann der einzige Kritikpunkt am Protest: Warum nicht ein Protest von Männern und Frauen? Wir massen uns an, ziemlich anständig durch die Welt zu segeln. So nerven uns sexistische Sprüche ebenso, auch wenn sie nicht an uns gerichtet sind.  Je mehr Menschen einen Protest unterschreiben, umso stärker die Wirkung.

13 KOMMENTARE
  1. Beth Sager
    Beth Sager says:

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass auf diesem Zackbum-Portal bloss einer wirklich virtuos und sensationell gut schreiben kann.

    Sein Name heisst René Zeyer. Er schreibt nicht nur verdammt gut, sondern UNERSCHROCKEN MUTIG UND GUT.

    Mein grosses Kompliment für diese Leistung.

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    • Benno Derungs
      Benno Derungs says:

      Er schreibt nicht nur gut, sondern SENSATIONELL hervorragend.

      Bin überzeugt, dass das Rechercheteam von ZACKBUM schnell ausfindig machen kann, welche angeblich «talentierten, erfahrenen Frauen» aus Frust gekündigt haben.

      Gibt es wirklich keine frustrierten Männer in dieser Hinsicht?

      Die Schlinge zieht sich langsam zu………….Berechnende, boshafte Lügnerinnen sollten keinen Freiraum für üble Behauptungen bekommen.

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  2. Simon Ronner
    Simon Ronner says:

    «Eine Stärke von Journalisten sollte sein, sich in andere Menschen und Situationen hineinversetzen zu können.»

    Sehr richtig! Also nicht nur passiv zuhören und abnicken, sondern auch versuchen, hintergründige Absichten, Widersprüche und Manipulationen zu erkennen. Ist man jedoch schon von Beginn weg voreingenommen und parteiisch, weil das Vorgetragene ja «der Sache» dient, oder man eingeschüchtert ist (junge Frau vs. alter Mann), so macht man als Journalist einen sehr schlechten Job.

    «Es gibt hier was zu Frisuren. Die Frauen im Team wären gefragt.»*

    Wenn eine erwachsene Frau deswegen einen Heulkrampf, eine Lebenskrise, einen Tobsuchtsanfall kriegt, dann braucht sie professionelle Hilfe. Viel eher jedoch hat sie mit ihrer Aktion des Beschuldigens, des Beschämens gezielte Absichten. Öffentlich im Rudel anprangernd, dazu versteckt in der Anonymität: man nennt es Perfidität und Feigheit.

    *Man stelle sich den umgekehrten Fall vor: «Es gibt hier was zu Sportautos. Die Männer im Team wären gefragt.»

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    • Sue Eng
      Sue Eng says:

      Sehr gute Gegenüberstellung mit den Beispielen Frisuren und Sportautos.

      Eine Frau, die sowas beanstandet, hat doch ganz bestimmt ein grosses neurotisches Problem.

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      • Simon Ronner
        Simon Ronner says:

        Mir ist noch eingefallen: Auch im Fall mit den Sportautos würden diese Frauen empört aufschreien. Sie würden beanstanden, damit als nicht kompetent für diese Sache betrachtet zu werden.

        Ich danke Gott dem Allmächtigen, für dass ich nie in einem solch toxischen Umfeld arbeiten musste.

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  3. Peter Loosli
    Peter Loosli says:

    «So nerven uns sexistische Sprüche ebenso»
    Das mag für Herrn Steinemann stimmen, aber Herr Frenkels Laeri-Phantasien sind: sexistisch.

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  4. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Was war denn so mutig am Brief, die Verunglimpfung der Männer? Der Brief ist peinlich. In der MeToo-Debatte stehen noch heute einzelne Frauen hin und beschuldigen Männer mit Namen und Fakten. Beim Brief der 78 wird beschuldigt ohne Namen und wirkliche Fakten! Von Journalistinnen die regelmässig in den TA Media Blättern schreiben sollte mehr Mut erwartet werden können, anstelle von Behauptungen Facts & Figures.

    Der Brief erinnert an ein Wellnessprogramm, sie fordern einen: «einen pulse check durchführt, eine anonymisierte Umfrage mit Freitextantworten zum Arbeitsklima» (anonym scheint den Frauen wichtig), «Wir erwarten, dass bei der Besetzung aller Positionen gezielt nach Frauen gesucht wird (nicht Wettbewerb der Besten sondern «Frauenförderung), «erwarten, dass Frauen und Nachwuchskräfte gezielt
    gefördert werden, … ein modernes, mit genügend personellen und
    finanziellen Ressourcen ausgestattetes Förderprogramm». Der absolute Brüller: «oder abwertenden Online-Kommentaren fordern wir ein standardisiertes Verfahren, das die Betreuung durch psychologische Fachpersonen mit einbezieht». Der TA zensuriert schon heute. Es gibt immer wieder Artikel wo die Journalistinnen einzelne Personen oder Gruppen schlecht schreiben, dürfen die an der Werdstrasse auch Hilfe holen?

    2018 bis 2020 war die nach München abkommandierte Judith Wittwer Chefredaktorin beim TA, seit 2014 in anderen wichtigen Stellen bei TA Media. Die Frauen hatten doch eine weibliche Ansprechperson in einer Führungsposition, was lief da falsch? Auch der langjährige Dr. Chefredaktor von TA und SoZ akzeptiert keine Belästigungen oder Übergriffe, hat er gesagt, der ist doch seit Jahren im Amt, warum nicht bei ihm schon früher auf den Deckel hauen?

    Auch Tage nach Erscheinen des Briefes peinlich. Ein Unternehmen mit 2 Bezahlzeitungen und einer Gratiszeitung ohne Kultur, Respekt und Anstand, aber immer bereit anderen zu sagen was sie zu tun haben. Eine frauenfeindliche, Testosteron gesteuerte Männerriege die Frauen systematisch unterdrücken und beleidigen. Und Frauen die sexuell angemacht, beleidigt, unterdrückt werden, sich nicht wehren können, … oder wollen weil es einfacher ist zum Tag der Frau mit Pauschalierungen Wind zu machen.

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Diese gekränkten Frauen hatten offenbar gar kein Vertrauen zu ihrer Chefredaktorin Judith Wittwer, die bis Juni 2020 beim Tagesanzeiger arbeitete.

      Denke eher, dass sich diese Wortführerinnen (und manipulierten Mitläuferinnen) erhoffen, mit dieser boshaften, oft merkwürdigen Initiative mehr Erfolg zu verbuchen.

      Intransparenz und Unterstellungen, ein wichtiges Instrument für Aufmerksamkeit.

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    • Sam Thaier
      Sam Thaier says:

      Diese Empörungsbewirtschaftungsagenda dieser verlogenen Frauen hat ganz klare Ziele. Ähnlich wie bei der SP, soll insbesondere der Tagesanzeiger feminisiert werden. Qualität völlig unwichtig, weil die Quote Entscheidungsgrundlage ist.

      Ein junger Mann wird sich gut überlegen, sich in der SP zu engagieren, wo er nur zum WASSERTRÄGER für junge Frauen dienen soll und keine eigenen Ambitionen verfolgen darf.

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      • Benno Derungs
        Benno Derungs says:

        Es sind Parallelen da beim Tagesanzeiger, wie bei der SP. Die «Jusofizierung der SP» hat zu einem riesigen Abbau von Kompetenzen geführt.

        Oft nutzlose Maulheldinnen haben die Ideale dieser Partei zerstört. Ein ETH-Ingenieur mit 20-jähriger Erfahrung bekommt allenfalls noch einen hinteren Listenplatz, wenn überhaupt. Eine Betreuerin mit Expertise im Asylwesen wird ganz bestimmt nach Vorne gereicht.

        Wasserträger im Kostüm eines Frauenverstehers zu sein, ist bloss für die wenigsten Männer ein erstrebenswerter Karriereplan.

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  5. Sam Thaier
    Sam Thaier says:

    «Hast du dieses Wochenende gebumst? Man sieht dir an, dass du es liebst zu bumsen».

    Offenbar eines der ganz krassen Beispiele dieser Frauen. Bin sehr erstaunt, dass diese belästigte Frau mit dieser Aussage innegehalten hat.

    Ein Mann, der sowas sagt, müsste umgehend konfrontiert werden. Leider zeigt die Geschichte in den letzten Jahren, dass auch Frauen solche Geschichten sehr gerne fabrizieren. Die Konsequenzen für unschuldige Männer sind gravierend.

    In der anklagewütigen USA gibt es eine Regel, dass insbesondere Männer in Exekutiv-Positionen nie zusammen mit Frauen im Lift fahren. Dieser unausgesprochene «gender war» zeigt, dass diese oft geforderten gemischten Teams mit immensen Fallstricken versehen sind.

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    • Theres Neeser
      Theres Neeser says:

      «Hast du dieses Wochenende gebumst?“. Diese Äusserung stammt von einem protokollierten Vorfall beim Westschweizer Fernsehen. Er hat also nichts zu tun mit der jetzigen Geschichte beim Tagesanzeiger.

      Darius Rochebin war der Starmoderator des Westschweizer Fernsehens. Jetzt wird ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen, die er vehement bestreitet. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung.

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  6. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Denke mal, dass es viel mehr Mut braucht für einen Mann wie René Zeyer, sich gegenüber diesen hysterischen Feministinnen oder Genderwahnsinnigen beim TA und anderswo zu wehren. Seine Gegenposition verdient grossen Respekt schweizweit. Es gibt genug männliche Feiglinge und Heuchler, die ihre wahre Sichtweise unter dem Deckel behalten.

    Aus aktuellem Anlass, nehme man sich wieder einmal diesen folkloristischen Medienfrauenstreik vom 14. Juni 2019 zu Gemüte:

    1232 bewegte Medienfrauen (und einige Männer) machten sich mit ihrem Standardrepertoire stark für «Publizistische Macht», «Lohngleichheit», «Vereinbarkeit von Beruf und Familie», Schutz vor Belästigung» und «Kein Sexismus in der Berichterstattung». Allzu viel stereotyper Blabla im luftleeren Raum.

    Wie erfolgreich diese Organisatorinnen waren, zeigt sich schon einmal alleine am Beispiel dieser Patrizia Laeri. Die sich ständig benachteiligt fühlende Wortführerin, fällt bloss durch gravierende Fehlentscheide und peinliche Erfolglosigkeit auf. Ihre quengelnde Mantra «Frauen in Politik, Wirtschaft und Kultur sichtbarer zu machen» täuscht hinweg, dass keine dieser Frauen je ein eigenständiges, nachhaltiges Projekt im Medienbereich auf die Beine stellen konnten. Wie abgehoben ihre Forderungskatalog ist, zeigt sich im Übrigen auch, dass diese «Frauenquoten» nur für finanziell lukrative Berufe gefordert werden……….Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

    https://www.persoenlich.com/medien/journalisten-sollten-etwas-langer-nachdenken

    https://journalistinnen.ch/wir-machen-mit/

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