Hilfe! Mein Papagei onaniert VII

Hier sammeln wir bescheuerte, nachplappernde und ewig die gleiche Leier wiederholende Duftmarken aus Schweizer Medien. Subjektiv, aber völlig unparteiisch. Heute in Bildern, was Worte nicht fassen können.

 

Wenn die Regenrinne übervoll ist …

… dann ergiesst sie sich durchs Regenrohr in den «Blick». Das sieht dann so aus:

Ganze zwei der härtesten Rechercheure wurden darauf angesetzt. Nur der «Blick» schenkt seinen Lesern dieses Füllhorn voller Lebenshilfe. Nie mehr vor verschlossenen Türen stehen.

Wir sind schockiert. Entrüstet. Sittlich empört. Aber wo soll da das Problem liegen? Denn: «Mein Freund (39) und ich stehen darauf, wenn ich vor ihm mit anderen Männern schlafe.» Das nennt man doch einvernehmlichen Sex, oder nicht? «Mein Problem ist, dass mein Freund das oft möchte. Ich möchte das schon auch, aber nur ab und zu.» Gut, das ist dann natürlich ein Problem. Es gibt zumindest dem Satz «Ich könnt` schon wieder» eine neue Bedeutung.

Eine doppelt genähte Anzeige macht den Kunden und die Leser froh.

Auch CH Media, hier in Form des St. Galler «Tagblatt», widmet sich immer aufmerksamer Unglücksfällen und Verbrechen. Zum richtigen Boulevard fehlen nur noch leichtbekleidete Frauen.

Die Neutralität verbietet es nau.ch, darauf einzugehen, ob die gefundenen Antworten auch tatsächlich aufschlussreich sind, oder nur rhetorische Erfindungen.

Für diese Meldung brauchte es immerhin eine vielköpfige Redaktion bei «blue news». Plus einen Experten. Aber, so sind Experten halt, ja nicht festlegen. «Morgen dürfte es regnen. Aber natürlich nur unter der Voraussetzung, dass nicht die Sonne scheint.» Aber «schleichendes Auseinanderleben» ist wenigstens viel besser als galoppierend, rennend, fliegend. Oder nicht?

 

3 KOMMENTARE
  1. .Victor Brunner
    .Victor Brunner says:

    Im Magazin sucht Nina Kunz Aufmerksamkeit. Wenn auf eine Kolumne 93 positive Rückmeldungen kommen und eine negative ist sie verunsichert und hat in ihrer günstigen Genossenschaftswohnung Schlafstörungen. Daher schreibt sie in der Kolumne «Negativity Bias» am Schluss: «Bitte schreiben sie mir keine kritischen Mails auf diesen Text. Sonst kann ich wieder nicht schlafen». Also bitte nur loben, auch wenn es der grösste und langweiligste Stuss ist, sonst kann Nesthäcken Nina nicht schlafen. Glücklicherweisse bubbelt es bei Nina nur alle 14 Tage!

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    • Simon Ronner
      Simon Ronner says:

      Diese Nina Kunz hat soeben ein, laut Verlag Kein & Aber, «Erzählendes Sachbuch» veröffentlicht:

      «Ein Buch über Leistungsdruck, Workism, Weltschmerz, Tattoos, glühende Smartphones, schmelzende Polkappen und das Patriarchat.»

      Wow! Als Kolumnistin für den «Tamedia»-Konzern hat sie bei diesen Themen bestimmt wahnsinnig viel Spannendes und Intelligentes zu erzählen.

      Ach ja, der Titel des Buches: «Ich denk, ich denk zu viel». Liest man gelegentlich ihre Kolumne, man würde nicht drauf kommen.

      Antworten

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