Keystone-SDA auf Verbrecherjagd

Erste Plagiate entdeckt.

Wer behauptet, Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA würden lediglich Medienmitteilungen abschreiben, liegt falsch. Gestern reiste ein Journalist extra nach Wohlen, um Teilnehmer einer Demonstration zu zählen.

Der Arme kam auf 1500 Personen und zitierte sich stolz: «Laut einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Keystone-SDA versammelten sich in Wohlnen (sic!) rund 1500 Personen zum Protestmarsch.»

Die NZZ nahm diese Kuriosität auf und erwähnte die Rechenleistung des SDA-Mitarbeiters. Selber ging sie von «mehreren Hundert Personen» aus, die Veranstalter übrigens von 2000.

Die Minimeldung hat 54 Wörter. Trotzdem ging Keystone-SDA an die Decke. Über ihr Ventil Inside SDA/ATS wettert sie über die NZZ: «Noch schöner, wenn Ihr eure Chefs dazu bringt, dafür auch zu bezahlen.»

Die NZZ verzichtet nämlich seit Anfang Jahr auf die Texte der Agentur.  Der Tweet zeigt aber, wie blank die Nerven liegen. Mit Argusaugen werden die Texte der Ex-Kunden durchleuchtet: Klaut jemand von uns Texte?

Kann man machen. Ob das zu neuen Verträgen führt? Fraglich. Im Umkehrschluss dürfte dann auch die Agentur keine Nachrichten der NZZ mehr vermelden, wie erst kürzlich geschehen. Was Keystone-SDA aber langsam verinnerlichen müsste: Die Zeit für Häme ist vorbei. 2021 sollte das Jahr der Demut werden – und das der Rechtschreibung. Denn auch der tapfere Kopfzähler ist nicht sattelfest in der Orthografie: «Wohlnen» und «bewiligt» lassen grüssen.

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