Steuerratgeber «Republik»

Wie man Hundertausende Franken an Steuern spart

Die Republik badet im Glück. Über eine Million Franken hat sie laut Geschäftsbericht an Spenden eingesammelt. Eine weitere Million hat sie an neuen Darlehen erhalten. Und für die Redaktionsräume im «Roten Haus» an der Langstrasse bezahlt sie weniger als 13‘000 Franken pro Monat.

Die Republik ist aber nicht nur Branchenleader im Geldsammeln, sie weiss auch, wie man Steuern spart. Im Geschäftsbericht werden 10‘098 Franken Steuern angegeben. Grund dafür ist das Betriebliche Ergebnis von – 4,144 Millionen Franken.

In der Erfolgsrechnung tauchen seltsamerweise die Jahresabos nirgends auf. Die «Republik» verbucht ihre Aboeinahmen nämlich als «Kapitaleinlagen (Genossenschaftskapital der Project R Genossenschaft)». Die 5’064’173 Franken Einnahmen fliessen direkt ins Eigenkapital. Hätte die «Republik» diese Aboeinahmen in der Erfolgsrechung bilanziert, hätte sie ein Betriebliches Ergebnis von knapp einer Million Franken gemacht. Der Clou dabei: Kapitalsteuern sind viel geringer als Gewinnsteuern.

Aufgrund ihres Eigenkapitals von 13,5 Millionen Franken und einem Gewinn von etwa 1 Million Franken spart sie mit dem Trick gemäss provisorischer Berechnung  90‘000 Franken an einfachen Staatssteuern, 200‘000 Franken an Staats- und Gemeindesteuern und über 85‘000 Franken an Direkten Bundessteuern.

Die wahren Helden der «Republik» sind nicht ihre Fauteuil-Journalisten, sondern die Typen, die sich dieses Konstrukt ausgedacht haben. Christof Moser, unser Freund und Chefredaktor der «Republik», wollte sich dazu nicht äussern. Zu seiner Verteidigung: Vielleicht hat er die Fragen nicht verstanden.

6 KOMMENTARE
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Die Edelfedern aus dem Rothaus entwickeln sich zu Wegelagerern und Trittbrettfahrer unserer Gesellschaft. Steueroptimierung ist nahe bei Steuerhinterziehung. Verständlich dass Christof Moser nicht Stellung nehmen will. Steuern bezahlen und fürstliche Gehälter für mittelmässige Leistung, beides geht nicht. REPUBLIK peinlich und immer noch gibt es Naive die auf das Bettelgejammer reinfallen.

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    • Laura Pitini
      Laura Pitini says:

      Irgendeinmal bald werden die Gebrüder Meili und all die anderen Verlegerdummies dieses parasitäre Getue nicht mehr billigen. Bei der „TagesWoche“ hat die Beatrice Oeri schlussendlich auch einsehen müssen, dass sie ein totes Pferd reitet.

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    • Beth Sager
      Beth Sager says:

      Ja diese Republikaner würden nie an die Schmerzgrenze gehen. Haben stattdessen gelernt ausgiebig zu jammern, um an neues Geld zu kommen.

      Einmal ist man doch erwachsen, und man sollte dieses Projekt eigenhändig über die Runde bringen. Wird es gar bald einmal ein unfriendly takeover geben von der WOZ?

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Vielleicht müsste die (über)stolze, erhabene „Republik“ vom energiestrotzenden Peter Knechtli lernen. Mit seinem Portal onlinereports.ch ist er erfolgreich unterwegs. Stück für Stück hat er sein Lebenswerk ausgebaut. Der 71-jährige Knechtli jammert nicht, aber macht und tut. Bezüglich seiner Finanzierung steht im Impressum folgendes:

      OnlineReports finanziert sich marktwirtschaftlich über Werbung und den Recherchierfonds. Transparenz: Die „Stiftung für Medienvielfalt“ hat OnlineReports im Dezember 2019 einen einmaligen Unterstützungs-Beitrag für ein Software-Update zugesprochen.

      Solche Macher verdienen meinen ganz grossen Respekt.

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      • Eveline Maier
        Eveline Maier says:

        Wunderbarer Vergleich. Die Basler Informationsplattform von Peter Knechtli ist so quasi die Antithese von der «Republik». Mag sein Portal, auch wenn sein Aufmacher für einen gelernten Schrifsteller etwas chaotisch und völlig überladen ist. Auch Knechtli bekommt seine finanziellen Zuwendungen seiner treuen Gemeinde. Er labert aber nicht unnötig lange herum, sondern setzt um. Die träumerische «Republik» wollte dank üppigem Budget innerhalb einer kurzen Zeit wachsen. Knechtli hingegen hat seinen kleinen Gewinn über viele Jahre hinweg in seinem Produkt investiert. Klar, welche Variante mir symphatischer ist…………

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  2. Alois Fischer
    Alois Fischer says:

    Das Gute und Wahre voraus: «Es ist doch nicht illegal und das machen doch alle …!»
    Ja, und das wars dann schon. Vielleicht sollte man wieder einmal zur Bibel greifen und die Kaste der Pharisäer etwas beleuchten.
    Strenggläubigkeit im Journalismus kann man ganz gut mit Heuchelei und Selbstbeweihräucherung gleichsetzen. Denn, wo kämen wir hin oder her, wenn das alle so handhaben könnten und würden?
    Wahrscheinlich wäre die Anrufung des Notstandsrechtes (inzwischen gerichtlich zumindest für handwerkliche Druckverfahren an Fassaden sanktioniert) auch in einer Republik möglich. Aber auch nötig? gerecht? sauber? oder gar vorbildlich?
    Wenn das die strenggläubigen Sponsoren (pardon: Verleger) wüssten …! Oder zumindest verstehen würden, sozusagen zum privaten Eigengebrauchstrickli?

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