Skandal: Sommaruga trägt oben ohne!

Von wegen Vorbild

Umfragen haben gezeigt: 80 Prozent der Schweizer Frauen finden Bundesrat Alain Berset (SP) erotisch, 90 Prozent der Schweizer Männer finden Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) vor allem nervig: «Es ist 5 vor 12», «Es ist wieder kurz vor 12», «Jetzt muss ein Ruck durch unser Land gehen».

Trotzdem, ich hoffe nicht, dass Harald Schmidt über Sommaruga sagen würde: «Die berührt man nur, wenn nichts anderes zur Auswahl steht.» So etwas darf man nur über das «Reisemagazin der SBB CFF FFS» sagen, also das «via». Das Langweilblättchen nimmt der Reisende nur dann zur Hand, wenn der Akku leer ist oder die «20 Minuten»-Ausgabe Fett- und Kaffeeflecken hat.

In der aktuellen Ausgabe gibt’s ein Interview mit der gestrengen Bundespräsidentin. Fragen und Antworten sehen so aus, als wären sie dreimal hin- und hergeschickt worden. Zum Beispiel:

Als Umwelt- und Verkehrsministerin sind Sie auch ein Vorbild. Sie sind quasi gezwungen, Zug zu fahren.

Was für eine dämliche Aussage. Frau Sommaruga wird zu gar nichts gezwungen, auch nicht quasi. Sie fährt genüsslich Auto, und zwar einen Mini Cooper (Jahrgang 2018).

So hätte Sommaruga antworten können. Hat sie natürlich nicht. Sie sei eine überzeugte Zugfahrerin, antwortet sie. Kann man eigentlich auch nicht überzeugte Zugfahrerin sein?

Christian Dorer, übernehmen Sie!

Ebenfalls eine wichtige Frage: Im Interview sieht man Sommaruga in der 1. Klasse Zug fahren. Wer möchte, lechzt nach ihren sinnlichen Lippen. Der aufmerksame Leser aber juckt auf: Die Frau trägt im Zug keine Maske! Keine Maske? Und das in der «November/Dezember»-Nummer. Machen wir doch zur Abwechslung ein bisschen Christian Dorer: «IST SO EINE PERSON NOCH EIN VORBILD??? Die ganze Schweiz läuft mit diesen Mundgeruch-Schalen herum, aber unsere Magistratin nicht? Blick fordert eine schonungslose Antwort ein!!»

Die Leiterin Kommunikation UVEK schreibt nach der Anfrage gleich zurück: «Bundespräsidentin Sommaruga trägt im öffentlichen Verkehr seit Monaten eine Maske.» Aber warum nicht in diesem erquicklichen Interview? Das Foto sei alt, es stamme vom Januar 2020. Das bestätigt auch die Via-Redaktion: «Die Bundespräsidentin hat momentan wenig Zeit für Shootings.»

Wir erfahren so, dass das Interview am 8. September aufgezeichnet wurde. Das Foto ist also 10 Monate, das Interview 2 Monate alt. Das ist ziemlich 3. Klasse. Zum Glück ist der 8. September der Internationale Tag der Vergebung. Darum verzeihen wir gleich beiden: der lahmen Redaktion und der überzeugten Zugfahrerin. Beim nächsten Mal aber empfehlen wir einen redaktionellen Hinweis: «Text und Foto haben nichts miteinander zu tun.»

2 Kommentare
  1. Hans von Atzigen
    Hans von Atzigen sagte:

    Was soll die Aufregung?
    Das ist doch längst üblich Text und Bild zusammengebastelt.
    Dem sagte man vormals Rossteuscherei.
    Wenn das reale Bild bei Bedarf zu wenig dramatisch ist
    DANN wird eben ein dramatischeres gesucht.
    ZB.in Coronazeiten wird da auch gerne mal mit
    Kriegsschlacht-Massengräbern ,,aufgewertet» usw.

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  2. Alois Fischer
    Alois Fischer sagte:

    Sowas wird doch medienläufig als Symbolbild bezeichnet, oder?
    Passt aber haargenau zur Verwendung schräger Metaphern und abgeroschener Phrasen, die beratungsresistente DIY-Kommunikationstalente so unmöglich wie unsicher überall superstreuen – vor allem aber dann, wenn sie eigentlich «keine Zeit» haben.

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