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Das «Republik»-Desaster, Akt 3

124’000 Buchstaben, aber kein einziges nettes Wort über Globegarden.

 

3. Akt: Die «Republik» bleibt beratungsresistent

( Sie finden hier den 1. Akt und hier den 2. Akt)

Letzte Frage an die Autoren der Schmierenkampagne: In Ihren Antworten vor einem Jahr legten Sie Wert auf die Feststellung, dass Sie sich bei Ihren Recherchen «und Konfrontationen mit schweren Vorwürfen an die berufsethischen Standards halten» würden. Wie vereinbaren Sie mit diesen Standards, dass sie bislang von diesem Gerichtsurteil Ihre Leser nicht informierten? «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.»

«Über etwas nicht zu berichten, bedeutet nicht, berufsethische Standards zu vernachlässigen.»

Leider will sich auch die Geschäftsleitung von Globegarden nicht äussern, aber einfach das Urteil wirken lassen.

Da erhebt sich die Frage, ob es auch auf die «Republik» wirkt. Die alle Unterstellungen der «Republik» widerlegende Untersuchung der Anwaltskanzlei hat die Plattform wenigstens noch versuchsweise kritisiert und somit auch ihren Lesern zur Kenntnis gebracht. Bei diesem vernichtenden Urteil wird’s schon schwieriger. Einem Verwaltungsgericht zu sagen, dass es ein Fehlurteil gefällt hat und völlig daneben liegt, das trauen sich wohl nicht mal die arroganten Schreiber dort.

Eine Anschuldigung nach der anderen verschwindet im Nichts

Das Urteil wird laut Aussage der Gemeinde nicht weitergezogen, ist also rechtsgültig. Machen wir hier Kassensturz. Die «Republik» hat sagenhafte 124’000 Anschläge auf dieses Thema verschwendet. Und es dabei geschafft, kein einziges positives Wort über Globegarden zu schreiben. Die «Republik» hat mit ihrer Kampagne, wie es sich für Schmierenjournalismus gehört, ungebrochen weitergemacht, obwohl eine Anschuldigung nach der anderen im anonymen Nichts verschwand, wo sie auch hergekommen war.

Alles, was die «Republik» – mit Floskeln so eingehüllt, dass es juristisch nicht so leicht anzugreifen ist – an Anschuldigungen erhoben hat, die belegbar sein müssten, also Fälschung von Arbeitsplänen, Anzahl Betreuer oder betreute Kinder, usw., dafür hat die Zeitschrift keinerlei Belege, Beweise, Dokumente. Nur die ewigen «Aussagen von voneinander unabhängigen» Irgendwas.

Es ist also ein weitgehend bis vollständig auf Aussagen anonymer Quellen basierender Skandalbericht, bei dem die (wenigen) Tatsachenbehauptungen keiner Überprüfung standhalten, behauptete Belege zuerst aus Recherchegründen, dann wegen des «Redaktionsgeheimnisses» nicht vorgelegt werden können. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die «Republik», wie im Fall des völlig zusammengebrochenen Riesenskandals an der ETH, null Einsicht zeigt. Ausser, sie wird mit rechtlichen Massnahmen dazu gezwungen.

Dann klagt doch, wenn’s euch nicht passt

Geradezu widerlich wird’s, wenn ein Pfarrer, der in dem ersten grossen Reportagestück der «Republik» in die Pfanne gehauen wurde – nach der Devise: der sieht das sowieso nicht –, darum bittet, dass wenigstens das Foto seines inzwischen verstorbenen Kindes aus der Reportage entfernt wird. Weil es dort als angeblicher Anhänger von Verschwörungstheorien lächerlich gemacht wurde, aber darauf reagiert die «Republik» – einfach überhaupt nicht.

Auch nicht auf Anfragen von ZACKBUM.ch, nach der Devise: Die haben doch nicht das Geld, um uns mit Hilfe eines Anwalts in die Knie zu zwingen, also ignorieren wir solche Sachen gar nicht erst. Was das allerdings mit dem allerorten beschworenen Respekt vor Menschen, Humanismus, Eintreten für Blabla zu tun haben soll, das können sich wohl nur die «Republik»-Macher schönreden und zusammenlügen.

Was ist schon bei der «Republik» üblich

Es erhebt sich allerdings eine weitere Frage, die leider auch nicht beantwortet wird. Gleich zwei in diese haltlose Schmiere verwickelte «Republik»-Kräfte stehen auf der Liste der preiswürdigen Journalisten, die vom «Schweizer Journalist» ausgezeichnet wurden. Da hätten wir Olivia Kühni, Wirtschaftsjournalistin des Jahres. Und Ronja Beck, Newcomerin des Jahres.

Eigentlich ist es in solchen Fällen üblich, dass Journalisten ihre Auszeichnung zurückgeben oder ablehnen, wenn mit ihrer Beteiligung ein solcher Vollflop, ein Desaster, eine unbelegte Rufschädigung aufgrund anonymer Aussagen ehemaliger Mitarbeiter, entstanden ist.

Aber was ist schon üblich bei der «Republik». Vielleicht mal bei Globegarden anklopfen, vertraulich oder sogar öffentlich um Entschuldigung bitten? Nicht nur kleine Korrigenda einrücken, sondern mit einem Zehntel der Anschläge dies und das richtigstellen? Das wäre anständig. Deshalb ist es nicht passiert. Und wird auch nicht passieren.

 

Schluss (aber Fortsetzung wird leider folgen).