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Mutter Courage SRF

Selbst einfachste Fragen bleiben unbeantwortet

William Henry Harrison (1773-1841) war der neunte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er ist der Präsident mit der kürzesten Amtszeit der Geschichte: ein Monat. Marcel Lang ist noch besser: Er hat nach 22 Tagen den Bettel hingeworfen. Lang gelang am 17. Mai 2020 ein Glanzresultat. Der SRF-Angestellte wurde vollamtlicher Gemeindepräsident von Spreitenbach, immerhin die achtgrösste Gemeinde des Kantons Aargau.

Drei Wochen später trat er wieder zurück und hinterliess eine fassungslose Bevölkerung. Warum sich Lang anders überlegte, ist bis heute unklar. Er gab gesundheitliche Gründe an, wollte aber nicht konkret werden.

«Kompetent, verlässlich, sachlich», so pries er sich vor der Wahl an. Er habe beim SRF im Newsoffice, bei der «Tagesschau» und «Rundschau» gearbeitet. Auch hier wieder: Allzu konkret wollte er sich nicht äussern – als Journalist, Bildbearbeiter, Senior Accountant Manager, Utility Supporter Desktop? Es gab übrigens nie ein «Newsoffice», höchstens ein «SRF News». Zu seinen Stärken zählt Lang Gradlinigkeit.

Arbeitet er vielleicht wieder beim SRF? «Ja, Marcel Lang arbeitet aktuell bei SRF.», antwortet eine Praktikantin Kommunikation. Weitere Fragen werden nicht beantwortet. «Marcel Lang möchte sein Anstellungsverhältnis nicht weiter kommentieren. Dies respektiert SRF.», schreibt das Staatsunternehmen.

Der ehemalige Gemeindepräsident kündigt sein politisches Mandat wegen gesundheitlichen Gründen und arbeitet wieder beim SRF. Darf man da ein bisschen kritisch nachfragen? Nein, auch auf wiederholte Anfrage bei Lang und SRF wird gemauert. Nicht einmal auf die Frage, ob er wieder bei der «Rundschau» tätig ist, wird eingegangen.

Dank Hilfe von aussen wird das «Geheimnis» doch noch gelüftet: Marcel Lang arbeitet wieder als Produktionsassistent bei der Rundschau. Wir kommentieren das nicht weiter. Ist unnötig.

Gefunden: Was die Medienstelle respektiert, erscheint im Abspann: Lang, der Produktionsassistent der «Rundschau».

Offene Fragen zum Fall Luzia Tschirky

Stimmt da alles?

Es war einmal im fernen Minsk, da lief Luzia mit zwei Freunden vergnügt durch die Innenstadt von Minsk. Die drei jungen Menschen waren auf dem Weg zu einem belarussischen Café. Sie blinzelten in die Mittagssonne. Am glücklichsten aber war Luzia. Normalerweise arbeitet sie für den Staatssender SRF. Aber heute hatte sie sich den ganzen Tag freigenommen. «Bald trinken wir leckeren Kaffee», freut sie sich und hakt sich bei ihren Freuden ein. Schmunzelnd ignoriert sie die Pfiffe der belarussischen Männer, die ihr hinterhergucken. Vor einer Strasse warten die drei Freunde, bis die dämliche Ampel endlich auf grün schaltet.

In diesem Moment bremst plötzlich ein schwarzer Minibus scharf vor ihnen. Ein Maskierter reisst die Türe auf und wirft das Trio in den Bus. Luzia ist ausser sich und schreit: «Ich bin eine Schweizer Journalistin! Hier, mein Journalistenpass! Lasst mich raus!» Aber njet da. Luzia und ihre beiden Freunde werden unsanft auf eine Polizeistation gebracht. Luzia schreit weiter: «Ich bin Angestellte vom SRF, ich bin Schweizerin, lasst mich raus!»

Luzia schreit so laut, dass sogar der Leiter der Polizeistation wach wird. Er kommt runter. Luzia brüllt ihn an: «Ich bin Schweizerin, ich will zu meinem Botschafter!» Der Leiter guckt sich Luzia an und versucht sie zu beruhigen: «Keine Angst, du kommst raus. Da ist die Türe, arrivederci.»

Endlich, nach drei Stunden Haft ist Luzia draussen und fährt gleich zur Botschaft. Dort wird sie schon von Claude empfangen. Der Botschafter mit Bauch weiss sofort, was man in diesen Fällen tut: Er holt schnell zwei Gläschen und füllt sie mit Vodka auf. Luzia ist wieder happy. Sie tweetet in alle Himmelsrichtungen und berichtet von ihrer Tortur.

So ungefähr soll am Sonntag der Krimi gelaufen sein. Es ist die Story von Luzia Tschirky, in einem Land fern von uns. Als die Nachricht tröpfchenweise an die Schweizer Journalisten gelangte, herrschte glückliche Alarmstimmung: Schweizer Blondine von russischen Horden gefangen und schliesslich freigelassen – was gibt es besseres bei diesem Scheisswetter?

Nun, die Sache ist wie immer etwas komplizierter. Offen bleibt die Frage, ob sie als Reporterin unterwegs war oder als Touristin. Im Interview mit SRF News sagt Tschirky, dass sie am Sonntag «privat in der Stadt unterwegs» gewesen sei. In der Tagesschau-Anmoderation heisst es aber: «Geplant war eine Schaltung und Analyse zu den Ereignissen.»

Sie soll mit zwei Bekannten in den Bus geworfen worden sein, erwähnt Tschirky immer wieder. Wer die waren und wie sie hiessen, verrät sie nicht. In Interview sagt sie: «Ich hoffe, meine Bekannten kommen rasch wieder frei.» Helfen würde definitiv eine Bekanntmachung der Namen. Das würde den Druck auf die Behörden erhöhen. Oder: es handelt sich um polizeibekannte Protestler. In dem Fall wäre Tschirky fahrlässig reingetappt. Ob das immer noch mutig gewesen war, ist eine zweite Frage.

Auch wer sie schliesslich aus der Polizeihaft befreite, ist unklar. In der «Tagesschau» sagt sie: «Auf der Polizeistation sass ich mehrere Stunden. Da kam der Leiter der Polizeistation und rief mir zu: «Du, komm her.» Er sagte mir dann, der Schweizer Botschafter sei jetzt hier, ich könne mit ihm mitkommen.» Auf srf.ch sagt sie: «Irgendwann kam eine Frau vom Migrationsdienst und meinte, mir würde nichts geschehen. Dann durfte ich gehen» Wer hat Tschirky denn nun erlöst? Der Herr Polizeileiter oder die Frau Migrationsdienst?

Die Fragen bleiben ungeklärt «SRF ist sehr froh, dass Luzia Tschirky schnell wieder freigekommen ist. Auf Ihre Fragen gehen SRF und Luzia Tschirky nicht weiter ein.» Wir sind ja auch glücklich, dass Tschirky wieder draussen ist. Beim nächsten Mal sollte sie sich dreimal überlegen, mit wem sie wann und wo einen Kaffee trinken will.

Meinungsmacher Urs Leuthard

Oder: Wenn einem die Ergebnisse nicht passen.

Am 7. März stehen drei eidgenössische Vorlagen an: die Initiative für ein Verhüllungsverbot, das Gesetz über die elektronische Identität und das Freihandelsabkommen mit Indonesien. Jüngste SRG-Umfragen deuten ein Ja bei allen Vorlagen. Am deutlichsten steht es um das Verhüllungsverbot: 56 Prozent Ja, 40 Prozent Nein, 4 Prozent Unentschieden.

Vor allem die 4 Prozent sind interessant. Dass sich ein Monat vor der Abstimmung so wenige Schweizerinnen und Schweizer noch keine Meinung gebildet haben, ist selten.

Urs Leuthard ist Leiter Bundeshausredaktion SRF. Das deutliche Umfrage-Ergebnis zum Verhüllungsverbot ist ihm natürlich aufgefallen. «Einiges deute darauf hin», versucht Leuthard zu beruhigen, dass die Abstimmung doch noch abgelehnt werde.

Er argumentiert, dass sich seit zwei Jahren die Erfolgsformel «jünger, weiblicher, grüner» an den Wahlergebnissen durchgeschlagen habe. Darum: «Das bedeutet auch mehr Nein-Stimmen bei der Burka-Initiative.»

Auf die Frage von Zackbum, ob bei der SRG-Umfrage keine Frauen, Grüne und Junge befragt wurden, antwortete Leuthard: «Wenn Sie die Umfrage genau anschauen, sehen Sie, dass die Jungen und die tendenziell «Grüneren» sehr deutlich gegen die Initiative sind.» Das ist falsch. Die von ihm unter anderem aufgeführte GLP würde (Stand Umfrage) mit 49 Prozent Ja gegen 46 Prozent Nein abstimmen. Hinzu kommt: Bei den Umfrageergebnissen weist die SRG öffentlich keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern auf.

Die Initiative habe auch darum einen schwachen Stand, weil sie von der SVP lanciert worden sei, so Leuthard. Er nennt seine Einschätzung eine «Analyse». Allzu viel Zeit hat der junge Cousin von Doris Leuthard nicht in seine Analyse investiert. Betrachtet man die vergangenen Abstimmungsniederlagen der SVP fällt auf: Die SVP hat dann verloren, wenn sie gegen fast alle anderen Parteien antrat, die sich ebenfalls ins Zeug legten. Beim Verhüllungsverbot will aber keine einzige Partei gegen die SVP ankämpfen. Leuthard zu Zackbum: «Die Ausgangslage ist tatsächlich hier etwas anders als bei vergangenen SVP-Initiativen.»

Insgesamt eine schwache Analyse. Leider nicht selten bei SRF. Die zentrale Frage lautet aber: Warum wird eine SRG-Umfrage von einem SRF-Angestellten überhaupt bewertet? Leuthard: «Ich bewerte nicht die Umfrage, ich versuche die Umfrage-Resultate in einen Kontext einzuordnen.»

Über den Versuch ist er nicht hinausgekommen, der Leiter Bundeshausredaktion SRF. Und wenn er Kontexte so gerne einordnet: Warum nicht gleich alle drei Vorlagen?

Der Stellenabauf von SRF

Ein doppelter Wappler. 

Der Eskimo kennt 40 verschiedene Wörter für Schnee. Unter anderem: Matsch, Pflotsch, Rutsch. Wer Kinder aufzieht, weiss: Es gibt 40 verschiedene Formen von Kinderweinen. 39 davon darf man guten Gewisses überhören.

Das gilt auch für die Tränen von SRF. Wegen fehlenden Werbeeinnahmen und «Transformationsprozess» müsse jetzt sogar der Staatssender sparen, hiess es im Herbst 2020. Es war vor allem ein politisches Weinen.

Vorgestern informierte der Sender, wie der geplante Stellenabbau vorankommt: «Stellenabbau bei SRF: Umsetzung der ersten Etappe».

Minus 84, plus 148

84 Stellen werden abgebaut, das ist die traurige Nachricht. Ist also auch das SRF in der Wirklichkeit angekommen? Nein, natürlich nicht. «Gleichzeitig ist auch der Bedarf an neuen Mitarbeitenden in einigen Bereichen – beispielsweise in der Technologie – höher als angenommen. Dadurch erhöht sich der Stellenaufbau auf 110 Vollzeitstellen, geplant war ein Aufbau von 89 Vollzeitstellen.»

SRF entlässt also 84 Stellen und baut 110 Vollzeitstellen aus. Zackbum wollte von SRF wissen, wie viele Voll-und Teilzeitstellen diese 110 bedeuten. «Diese Frage», so die Pressestelle, «lässt sich noch nicht beantworten, da die Stellen im Verlaufe der kommenden Monate besetzt werden.»

Gemäss Personalstatistik von SRF entspricht in Leutschenbach eine Vollzeitstelle etwa 1,35 Stellen. Im Klartext: Im ersten Stellenabbau der SRF werden unter dem Strich 64 Stellen zusätzlich geschaffen.

Im Herbst soll es übrigens zum zweiten Stellenabbau kommen. Für Lacher ist also gesorgt.

SRF lügt Journalisten an

Ein Comedy-Kanal von SRF verschickt unter falschem Namen Medienmaterial an Redaktionen, das erstunken und erlogen ist. Mit einer Entschuldigung tut sich SRF schwer.

Irgendwie war die Geschichte so dreist und fies, dass sie von Medienschaffenden nicht gross aufgenommen wurde. Persoenlich.com brachte eine Kurzmeldung, ebenso Blick. Sonst blieb es eher ruhig. Eigentlich erstaunlich. Denn SRF hat Journalisten schamlos angelogen und die entstandenen Geschichten ausgenutzt, um mehr Klicks auf dem SRF-Portal zu generieren.

Der Poetry Slammer Fitim Lutfiu fragte nochmals nach auf den Redaktionen

Am Anfang stand ein E-Mail mit Fotos und ein zusätzlicher Telefonanruf an verschiedene Redaktionen. Tele Züri, Blick, Tages-Anzeiger. Die Lokalinfo* mit verschiedenen Quartierzeitungen in Zürich. Ein Leser habe einen Wolf gesehen am Üetliberg. Weil am Tag zuvor in Niederweningen fünf Schafe gerissen wurden, war die Sichtung nicht 100 Prozent abwegig. So recherchierten TeleZüri und auch die Lokalinfo. Albion Ademi, der Spaziergänger, der den Wolf gesehen haben wollte, erzählte die Geschichte durchaus glaubhaft. Grün Stadt Zürich sagte auf Anfrage, man gehe eher von einem Hund aus. Später deckte der Blick auf: Alles gelogen. Der Wolf war ausgestopft. Die vermeintliche Sichtung hatte nichts zu tun mit den toten Schafen in Niederweningen. Es war ein Scherz der Comedy-Abteilung von SRF. Journalisten aufs Glatteis führen? Sich als Gebührensender lustig machen über Journalistenkollegen? In Zeiten von Fake-News ist das nur mässig lustig.

Das Hin und Her bei den den Antworten

Auf Anfrage versuchte sich SRF herauszureden. Die Medienstelle beantwortete den folgenden Fragenkatalog pauschal.

  1. Warum log SRF Medienschaffende bewusst an?
  2. Warum erfolgte nicht wenigstens von sich aus eine Richtigstellung, resp. Entschuldigung?
  3. Welches sind die Konsequenzen für die beiden SRF-Angestellten Julian Graf (28) und Ramin Yousofzai (28)?
  4. Was kostete die Miete des ausgestopften Wolfs und das Engagement des Schauspielers «Albion Ademi»?
  5. SRF bediente sich eines negativen Klischées über Ausländer. Schlechtes Deutsch, nicht ganz dicht. Was soll daran lustig sein?
  6. Könnten wir bitte noch eine offizielle Entschuldigung haben von SRF, die wir publizieren können?

Immerhin. Irgendwann rief Manuel Thalmann, Bereichsleiter Jugend, SRF, an und entschldigte sich mündlich. Später folgte eine Antwort der SRF-Medienstelle, als O-Ton Manuel Thalmann zugeordnet: «Bei «Zwei am Morge» handelt es sich um einen Comedy-Kanal. Da gehört es dazu, Charaktere überzeichnet darzustellen und Akteure auf die Schippe zu nehmen. Zudem wurde im Video klar aufgezeigt, weshalb dieser Weg gewählt wurde. Leider haben wir es versäumt, die Aktion bei allen von uns angegangenen Medien aufzulösen. Dafür entschuldigen wir uns. Das «Zwei am Morge»-Team hatte keinerlei Absicht, jemanden zu verletzen oder blosszustellen.»

Die weiteren Fragen wurden nicht beantwortet. Erst auf nochmalige Anfrage dann diese Antworten:

Gerne verweise ich Sie auf unser bereits genanntes Statement, das die Fragen 1, 2 und 6 bestens beantwortet:

Welches sind die Konsequenzen für die beiden SRF-Angestellten Julian Graf (28) und Ramin Yousofzai (28)? Wie bereits im Statement genannt, handelt es sich bei «Zwei am Morge» um einen Comedy-Kanal, bei dem es dazugehört, Akteure auf die Schippe zu nehmen. Selbstverständlich wird die Aktion folglich keine Konsequenzen haben für Julian Graf und Ramin Yousofzai.

Was kostete die Miete des ausgestopften Wolfs und das Engagement des Schauspielers «Albion Ademi»? Der Wolf hat 100 Schweizer Franken Miete gekostet und die Gage des Poetry Slammers Fitim Lutfiu belief sich auf 300 Schweizer Franken.

SRF bediente sich eines negativen Klischées über Ausländer. Schlechtes Deutsch, nicht ganz dicht. Was soll daran lustig sein? Wie bereits im Statement genannt, handelt es sich bei «Zwei am Morge» um einen Comedy-Kanal, bei dem es dazugehört, Charaktere überzeichnet darzustellen. Es liegt zudem in der Natur der Sache, dass nicht jedes Comedy-Element den Geschmack aller trifft.

Aufs Glatteis geführt

Was bleibt? SRF baut nicht nur seine Online-Berichterstattung aus. SRF führt auch redliche Redaktionen aufs Glatteis. Gerade Tele Züri macht im Lokalen einen guten Job, ebenso wie Schweiz aktuell von SRF. Letztere aber mit einem zehnmal höheren Budget.  Hoffentlich bleibt die Wolfgeschichte also ein Einzelfall.

*Packungsbeilage: Der Autor arbeitet zu 90% bei der Lokalinfo und hat die Fake News von SRF hautnah miterlebt.

 

Stinkt zum Himmel

Parteilichkeit? Na und, sagt sich da das Schweizer Farbfernsehen.

Seit der Wald dann doch nicht gestorben ist, suchen Grünbewegte verzweifelt nach anderen Themen. Klimaschutz ist gut, aber doch etwas allgemein und abstrakt. Scheint ausserdem eine Eintagsfliege zu sein, nicht nur wegen Corona sind die «Fridays for Future» eingeschlafen. Schade aber auch, war die genialste Begründung für Schulschwänzen aller Zeiten.

Also, was gibt es denn noch? Sozusagen näherliegend, zum Anfassen, zum Bebildern, und nicht mit abbrechenden Eisbergen in der Arktis. Grübel, kopfkratz. Heureka, gefunden. Nicht nur die Kühe furzen uns zu Tode, nein, schlimmer noch: die Fäkalien der Tiere, auch als Gülle bekannt, verseuchen unser Trinkwasser, verpesten unsere Umwelt. Verdammte Schweinerei. Ja, genau, vor allem Schweine sind gemeint.

Aber das ist noch nichts gegen die Pestizide. Ja, diese chemischen, künstlichen Schädlings- und Unkrautvernichtungsmittel. Dagegen sind gleich zwei Initiativen eingereicht worden, über die Mitte nächsten Jahres abgestimmt wird. Gut, ist noch ein Weilchen hin. Aber man kann ja mal in die Startlöcher gehen.

Schöne Kampagne zur Stimmungsmache

Wie die «SonntagsZeitung» diesen Sonntag schön aufzeigt, legt sich SRF schon mal in die Kurve. Als hätte das Schweizer Fernsehen bei Kampagnenmeistern gelernt, setzt es gleich zum Doppelschlag an. Zunächst zeigt sich der «Kassensturz» erschüttert. Diese Bauern wollen uns alles vermiesen. So fand man durch Laboruntersuchungen «wahre Cocktails mit bis zu neun verschiedenen oder gar verbotenen Pestiziden» in unserem Wein.

Schluck. Ist man gleich tot oder kriegt man nur ein Magengeschwür bei eifrigem Genuss unserer Schweizer Weine? Nun, zunächst: bei Bioweinen ist das nicht so. Da streichelt der Weinbauer noch jede Traube von Hand. Während, das lief im Hintergrund im «Kassensturz», von einem Helikopter aus gesprüht und flächendeckend eingenebelt wurde. Dass dieser Helikopter aber Mittel wie Kupfer, Algen und Milch verteilte, die auch im Bioanbau zugelassen sind, na und, es geht hier um die Symbolkraft.

Wenn schon, dann richtig draufhauen

Was braucht’s noch? Genau, natürlich den Fachmann. Da hört sich «ETH-Biochemiker» schon mal gut an. Nun kann auch der an der Tatsache nicht verbeirudern, dass die gemessenen Quantitäten von Pestiziden allesamt unter den Grenzwerten liegen, unbedenklich sind. Aber für solche Fälle hat der Experte natürlich auch das passende Wort im Gepäck: Es sei dennoch «problematisch».

Vielleicht würde seinem Ansehen als streng wissenschaftlicher ETH-Biochemiker etwas schaden, wenn der Zuschauer erfahren würde, dass er ein Interessenvertreter des Biolandbaus ist, der an der ETH studierte, merkt die SoZ spitz und genüsslich an.

Einmal draufhauen ist gut, zweimal ist besser.

Anwaltschaftlicher Journalismus?

Also darf auch «Netz Natur» liebenswürdige Biobauern gegen lärmende Traktoren und fliegende Helis ins Feld führen. Die SoZ macht da einen seltenen, aber lobenswerten Ausflug in Ironie: In der Heidi-Schweiz der Biobauern «krabbeln die Käfer, kriechen die Raupen, flattern die Schmetterlinge».

Da wird uns ganz nostalgisch und warm ums Herz. Das erkaltet aber schnell wieder, wenn man die Stellungnahme von SRF hört, wieso denn in den ganzen 45 Minuten weder ein Vertreter noch die harsch kritisierten konventionellen Bauernbetrieb zu Wort kamen: «Einzelne Beiträge müssen nicht zwingend ausgewogen sein, und» – jetzt kommt’s –

anwaltschaftlicher Journalismus sei Bestandteil der Programmautonomie von SRF,

sagt der SRF-Sprecher.

Anwaltlich, autonom, oder einfach: Wir machen, was wir wollen?

Die «Publizistischen Leitlinien» unseres Gebührenfernsehens umfassen immerhin 58 Seiten. Aber den Begriff «anwaltschaftlicher Journalismus» habe ich darin nicht gefunden. Hingegen, wenn wir eine Etage höher gehen, steht in der Bundesverfassung als Programmauftrag:

«Sie (die Sendungen) stellen die Ereignisse sachgerecht dar und bringen die Vielfalt der Ansichten angemessen zum Ausdruck.»

Damit ist selbstverständlich nicht gemeint, zahn- und kritiklos zu sein (obwohl das SRF gegenüber hohen Staatsvertretern meistens ist). Es ist auch nicht gemeint, dass auf jede Aussage einer Seite ein Kommentar der anderen Seite kommen muss. Aber was nicht geht: Zwei Sendungen lang werden die Biobauern gestreichelt und die konventionelle Landwirtschaft geprügelt. Vielleicht sogar zu Recht, keine Ahnung, ich bin kein Bauer. Aber dabei der anderen Seite null Sendezeit einzuräumen, das ist nassforsch.

Und das mit anwaltschaftlichem Journalismus zu begründen, würde voraussetzen, dass unser Staatsfernsehen nicht nur mächtig, sondern allmächtig wäre und genau wüsste, welche Positionen man anwaltlich zu vertreten habe. So wie damals die Sache des Waldes, der durch sauren Regen und andere Schweinereien schon bald verschwunden sein wird. Was er aber bisher unterliess.

Drei Meldungen, eine Geschichte

Peter Wanner schreibt einen Brief, Jean-Martin Büttner muss gehen. SRF baut ab und um.

Er ist wohl das, was man ein Urgestein nennt. Noch länger als Rainer Stadler bei der NZZ harrte Jean-Martin Büttner beim Tagi, bei T, bei TX, bei Tamedia aus. 37 Jahre verbrachte er dort, sein ganzes Berufsleben.

Er ist Jahrgang 1959, fing 1983, nach Abschluss seines Studiums, beim Tagi an. Das heisst, dass er ein paar Jahre zu früh gefeuert wurde, um problemlos ins Rentnerdasein zu rutschen. Aber solche Kleinigkeiten spielen heutzutage keine Rolle mehr.

Wanner hat einen Brief mit Beilage geschrieben

Wie persoenlich.com exklusiv vermeldet, hat Hausherr Wanner allen Journalisten bei CH Media einen Brief geschrieben. Weihnachtsgrüsse, schwierige Bedingungen, «schätzen Ihren Einsatz sehr», Blabla.

Da dem Schreiben kein Zehnernötli beilag, obwohl sich ja auch dieser Verlag das traditionelle Weihnachtsessen sparen kann (der Zunft geschuldet mehr ein Weihnachtstrinken; welche fabulöse Alkoholrechnungen enthemmte Journalisten verursachen können, sagenhaft), schauten sich die Betroffenen eine Beilage genauer an.

«Leitlinien für den Lokaljournalismus», so der Titel des E-Mail-Anhangs. Interessant. Wird hier erklärt, wieso die Leitlinie daraus besteht, Aussenstationen zuzuklappen, Lokaljournalisten rauszuschmeissen oder zu Regional-, wenn nicht Kantonaljournalisten zu machen?

Leitlinien im luftleeren Fantasieraum

Das ist zwar die bittere Realität, aber davon will sich ein publizistischer Ausschuss doch nicht seine Illusionen nehmen lassen. Der Lokaljournalist müsse «den Stallgeruch spüren», vor allem «nahe dran bleiben», nicht zuletzt: «Man muss ihn mögen, damit er an Informationen herankommt.» So stellt sich das ein Club von überwiegend älteren Herren vor, die noch nie oder seit Jahrzehnten nicht mehr so etwas wie Lokaljournalismus gemacht haben.

Schliesslich sitzt der «Kommunikationsberater» Peter Hartmeier* dem «Publizistischen Ausschuss» von CH Media vor, unterstützt von Koryphäen wie Esther Girsberger oder Peter Wanner himself. Natürlich darf auch die publizistische Leiter nach unten nicht fehlen, Pascal Hollenstein.

Man ahnt es, da kann ja nichts Gutes herauskommen. Nachdem man das den älteren Herren erklärt hat, sind sie nun überzeugt: «Mobile first». Irgendwie. Denn dank des Internets wisse man jetzt, «welche Titel und Artikel besonders gut klicken.» Da hat’s auch beim publizistischen Ausschuss (nomen est omen) spät, aber immerhin klick gemacht. Denn wenn man schon beim digitalen «Change» ganz vorne dabei ist, weiss man auch: «Der moderne Journalist ist ein Video-Journalist.» Denn auch das klickt ungemein.

Neuigkeiten von der Fernbedienung

Wunderbar, man hat sich sagen lassen, dass man nicht mehr nur mit der Fernbedienung, sondern auch mit – wie heisst das Zeugs schon wieder – Streamen bewegte Bilder anschauen kann. Multichannel, you know, Text ist so was von gestern, heute ist Bild und Ton und Text und Illu und Link, und Blog, und Social Media, und, und, und.

Wie macht das der moderne Journalist? Na, piece of cake, wie da der Digital Native sagt: «Mit Video‐ und Audio‐Schnipseln und Fotos bastelt der Journalist eine multimediale Story.» Manchmal gelingen selbst Pfeifen Sätze, die jeden weiteren Kommentar erübrigen. Ausser, dass noch nicht klar ist, ob das der Video-Journalist mit eigenen Mitteln und Selbststudium basteln soll oder nicht.

Bei SRF gibt es keine Bastelstunde

Entschieden weiter mit Video- und Audioschnipseln und überhaupt im Netz ist SRF. Als die Direktorin Nathalie Wappler im Livestream (nimm das, publizistischer Ausschuss) ihre Untergebenen darüber informierte, dass es ihr wirklich ernst ist mit dem digitalen Umbau, meinte man gigabyte-mässig immer noch Unglauben und «lassen uns doch nicht die Festtage völlig versauen» zu spüren.

Denn Wappler kündigte konkret an, dass im Januar die ersten 66 Vollstellen gekündigt werden. Sozialplan vorhanden. Insgesamt verabschiedet sich SRF in den nächsten zwei Jahren von 211 Stellenbesitzern. Das ist bei rund 3000 Angestellten nicht mal 10 Prozent, aber dennoch ist das üppig bezahlte Personal erschüttert, gerüttelt, gerührt und angefasst.

Gleichzeitig aber werden in einem ersten Akt 89 neue Stellen geschaffen. Was bedeutet, dass offenbar viele des Bastelns von Videos und Audios mächtige Mitarbeiter nicht in der Lage sind, ins Modern-Digitale umzusteigen. Eine Zeitenwende wie damals, als man den letzten Printjournalisten ihre Schreibmaschine wegnehmen musste und sie darauf aufmerksam machen, dass faxen nicht mehr die beste Übertragungsmethode ist.

Drei Meldungen, drei Erkenntnisse, eine Frage

Was sagen uns diese drei Ereignisse? Sie verschaffen drei Erkenntnisse. Texte von Büttner wären garantiert nicht besser geworden, wenn er sie mit Video- und Audioschnipseln verunstaltet hätte. Schlichtweg schon deshalb, weil ein guter Schreiber kaum auch ein guter Fotograf, Radio-Reporter oder gar VJ ist.

Was CH Media hier als Blick in die Zukunft vergeigt, ist das typische Resultat eines abgehobenen Altherrenvereins, der selbst vom Millionengrab watson.ch nicht gelernt hat, dass Internet nicht einfach Flimmern statt Drucken bedeutet. Und dass ein Lokaljournalist mit Kamera normalerweise schlechter ist als ohne. Insofern es ihn überhaupt noch gibt.

SRF hingegen, gebadet in genügend Zwangsabgaben, kann es sich leisten, bei der digitalen Transformation Nägel mit Köpfen zu machen. Zuerst ein wohlüberlegter Plan, dann die Strategie zur Umsetzung, dann die personellen Konsequenzen. Muss auch nicht unbedingt funktionieren. Aber im Vergleich zu Tamedia oder CH Media liegen Welten dazwischen.

Zwei Grosskonzerne ohne Konzept, ausser nach Staatshilfe zu krähen. Und ein mehr oder minder Staats-TV, dass verblüffenderweise nicht der Letzte im Umzug ist, wenn es um Paradigmenwechsel geht, sondern den Umzug anführt. Wie absurd ist das denn?

 

*Da sieht man, wie schnell ich abschalte, wenn sein Name erscheint. So heisst er richtig, nicht Hartmann. Schon wieder. Ich schreibe hundert Mal an die Wandtafel: Ich muss meinen Namens-Check verbessern. Aber immerhin, Dürrenmatt habe ich im ersten Anlauf richtig geschrieben.

 

Das «Päckli» von Gilles Marchand und Nathalie Wappler

Die SRG schweigt Sexismusdebatte im eigenen Magazin tot.

«link» heisst das Mitarbeiter- und Mitgliedermagazin von der SRG Deutschschweiz. Der Namen ist wohl abgeleitet vom englischen «link» für Verknüpfung. Oder «Das Glied einer Kette». In der aktuellen Dezemberausgabe ist das «Glied» – um diese zugegebenermassen mittel originelle Brücke zu schlagen – aber in keinerlei Hinsicht ein Thema. Obwohl die SRG-Führung wegen dem Star-Moderator Darius Rochebin vom Westschweizer Fernsehen (RTS) und seinen im Raum stehenden sexuellen Übergriffen arg unter Druck steht. Was viele SRG-Mitarbeitende beschäftigt, wird totgeschwiegen. Doch der Reihe nach.

«Keine Kenntnis gehabt»

Rochebin soll seine berufliche Stellung und sein Ansehen ausgenutzt haben, um zu Sex zu kommen. Ein weiterer Kadermitarbeiter sei ebenfalls übergriffig geworden, und «alle hätten davon gewusst». Darum forderten 550 Mitarbeitende von RTS, immerhin gut ein Drittel der ganzen Belegschaft, in einer Petition die Absetzung der beiden Kaderleute und eine externe Untersuchung. Und was hat das mit der SRG zu tun? Der heutige SRG-Generaldirektor Gilles Marchand war von 2001 bis 2017 RTS-Direktor. Gegenüber watson.ch sagte die SRG-Medienstelle, Marchand habe von den falschen Facebook-Profilen Rochebins, nicht jedoch den Vorwürfen der sexuellen Belästigung Kenntnis gehabt. Sein Nachfolger als RTS-Direktor habe im Herbst 2017 «Massnahmen gegen Rochebin bezüglich der Einhaltung der Berufsregeln» ergriffen, über die Marchand informiert worden sei. Nun fordern kritische SRG-Angestellte und Mediengewerkschaften gar den Rücktritt von Marchand.

Ladina Heimgartner als Nachfolgerin?

Felix E. Müller gab kürzlich in der NZZaS noch einen drauf und brachte Ladina Heimgartner als Nachfolgerin ins Spiel. Sie ist seit gut einem Jahr bei Ringier, vorher arbeitet sie lange bei der SRG. Sie hat einige Vorteile gegenüber Marchand. Sie ist eine Frau, sie ist in der rätoromanischen Schweiz aufgewachsen. Und sie ist erst 40-jährig. Das ideale Alter, um den angestrebten «Transformationsprozess» der SRG auch durchzuziehen. Sprich, mehr digital, weniger Gewicht auf linear ausgestrahlte Sendungen.

«Lassen Sie mich das erklären»

Aber was hat das nun mit dem SRG-Heftli zu tun? Viel und nichts. Denn das Thema Rochebin-Sex-Marchand ist auch in Leutschenbach allgegenwärtig. Viele Mitarbeitende sind sauer, wie die SRG und demzufolge auch SRF das Problem angehen. Man bekommt den Eindruck, wie wenn die Chefs einander decken wollten. Aussitzen lautet die Devise. Dass in den nächsten Wochen Kündigungen anstehen, spielt dem Kader sicher in die Karten. Wer will schon aufmucken, wenn seine Stelle in Gefahr ist? In diese Strategie des Schweigens und Aussitzens passt nun eben die neuste Ausgabe von «link». Kein Wort über das Rochebin-Thema. Kein Wort. Dafür schreibt SRF-Direktorin in salbungsvollen Worten viel und doch wenig Konkretes über das «Transformationsprojekt SRF 2024». «Lasen Sie mich das Prinzip der Transformation am Beispiel der Volksmusik erklären», schreibt die Chefin etwa. Gestelzter geht fast nicht. Und das in einem Mitarbeiterheft, einem internen Produkt von und für Mitarbeitende. Theoretisch. Immerhin erfährt der Laie nebenbei, dass bei SRF heute weniger als 10 Prozent «unserer Mittel ins Onlineangebot fliessen, in einem Jahr sollen es etwa 20 Prozent sein.» Der Verlegerverband wird sich freuen.

Wie eine Programmzeitschrift

Was bleibt sonst vom «link»? Das Heft wirkt wie eine Programmzeitschrift. Der Text «Play Suisse» könnte auch im «Tele» stehen. Ebenso wie die Rubrik «Neu im Programm». Dafür kommen porträtierte Mitarbeiter eher zu kurz. Das Heft wirkt ziemlich unpersönlich, ja fernab von der Basis. Da ist das von zackbum.ch auch schon kritisierte Ringier-Blatt Domo noch um einiges menschlicher. Doch hier wie dort zeigt sich, dass die Chefs das letzte Wort haben. Darum ist im «link» kein Wort zum Thema Sexismus und Darius Rochebin zu finden.

In einer ersten Version wurde «link» als Mitarbeitermagazin bezeichnet. Das stimmt nicht ganz. Es richtet sich neben den Mitarbeiteiterinnen und Mitarbeitern auch an die Mitglieder der SRG. Die Auflage beträgt gut 16000 Exemplare.

SRF begeistert Komapatienten

Zuerst aber drei Kopfnüsse für den Staatssender

Menschenjunges, für einmal zeigt sich SRF fast übermutig! Über die Weihnachtstage verführt der Sender sein Publikum mit Filmen aus dem allseits beliebten Giftschrank. Die ZACKBUM-Filmredaktion ist sich einig: Mit diesem Programm wird Netflix in den Senkel gestellt: «Sissi» (23.12.), «Der kleine Lord», «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Römisch-katholische Christmette» (alle 24.12.), «Patti Basler Talk» (25.12.), «Unser Garten Eden – Geschichten aus dem Schrebergarten» (29.12.) usw.

Die meisten dieser Knüller laufen nicht auf Netflix, wahrscheinlich nie. Kinohits aus der jüngsten Vergangenheit werden nicht aufgeführt. Ist auch nicht nötig. Die «Silvestershow mit Jörg Pilawa und Francine Jordi» schlägt Hollywood 5:1. Warnung an alle Autofahrer: Am Samstagabend (2.1.2021) werden die Strassen wie leergefegt sein. Denn es läuft «Samschtig-Jass: das grosse Jass-Finale 2020». Wie geil wird das denn?

Der ewige Konkurrent ORF bringt wieder einmal das falsche Programm über die Weihnachtstage. Hier die langweiligen Filme: «Creed – Rocky’s Legacy» (25. Dezember), der Cyber-Thriller «Blackhat» (27. Dezember), «Jurassic World» (1. Januar), «The Walk» (3. Januar), «Daddy’s Home» (4. Januar) und «Sicario» (7. Januar).

Und: «Lange erwartet», so die Österreicher, komme am 26. Dezember «Honig im Kopf». «Lange erwartet» –  ein schöner Begriff. Kennt man in Leutschenbach wohl kaum.