Beiträge

Der «Republik»-Reinfall

Anonyme Verleumdungen versus seriöse Aufarbeitung. Globegarden liefert ein Musterbeispiel.

Ältere Leser erinnern sich: Im Rahmen seiner Notfall-Bettelaktion veröffentlichte die «Republik» kurz vor Weihnachten 2019 unter dem Titel eines Thrillers von Grisham – «Die Firma» – einen aufrüttelnden Skandalbericht über unerträgliche Zustände beim grössten Schweizer Kita-Betreiber. Betreuung, Essen, Einhaltung von Vorschriften, Aufsicht, Qualifikation der Mitarbeiter, Löhne, alles läge im Argen.

Allerdings: Wie bei der «Republik» üblich, stützte sie sich dabei mit einer einzigen Ausnahme auf anonyme Aussagen von ehemaligen Mitarbeitern. Über deren Motivation erfuhr man nichts; auf einen Augenschein verzichtete die «Republik», ebenso auf das Einholen von Meinungen aktueller Mitarbeiter.

Betteln, mit Entleibung drohen, seinen Existenzzweck durch das Verbellen unglaublicher Zustände beim Kita-Betreiber Globegarden beweisen. Tolles Timing, das sorgt immer für Aufmerksamkeit, Schlagzeilen. Behörden kündigen verschreckt Untersuchungen an, Politiker fordern dies und das, sind entrüstet. Schliesslich geht es hier um unsere Kleinsten, die – wohl aus reiner Geldgier – verantwortungslos Gefahren ausgesetzt, mies gefüttert und von viel zu wenig und überfordertem Personal mehr schlecht als recht betreut werden.

Dichtung, Erfindung, unbeweisbare Behauptungen

Ziemlich genau ein Jahr danach haben wir bereits in einer vierteiligen Recherche zwischen Dichtung, Erfindung, unbeweisbarer Behauptung und realen Fakten unterschieden. Resultat: Auch hier und nicht zum ersten Mal hat die «Republik» auf anonymen Behauptungen ehemaliger Mitarbeiter («anonymisierter», wie sie zu sagen beliebt) basierende, gravierende Anschuldigungen erhoben. Müsste man denen Glauben schenken, wären alle Eltern gut beraten, ihre Kleinkinder sofort aus den Klauen des grössten Kita-Betreibers der Schweiz zu retten.

Nur: muss man nicht. Es ist nichts gegen die Verwendung von Whistleblowern oder von Zeugenaussagen einzuwenden, bei denen der Absender – aus welchen Gründen auch immer – nicht mit seinem Namen dahinterstehen will. Da aber sowohl dem Journalisten wie dem Leser weder dessen Motive – noch der Wahrheitsgehalt der Behauptungen – erschliessbar sind, ist dabei höchste Vorsicht geboten.

Insbesondere, wenn möglicherweise nicht freiwillig gegangene Ex-Mitarbeiter Szenen und Ereignisse schildern, bei denen nur sie angeblich Zeuge waren und die nicht verifizierbar sind, weil jegliche weiteren Angaben fehlen. Eine Behauptung wie «ein Kind fiel vom Wickeltisch, die Eltern wurden nicht informiert, das lag an der Überforderung des Betreuers durch viel zu wenig Fachkräfte» – wie kann die untersucht werden, auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft?

Externes Audit, staatliche Kontrollen, Gerichtsurteil

Nichtsdestotrotz hat Globegarden ein externes Audit durch die Kanzlei Niederer Kraft Frey (NKF) durchführen lassen. Resultat: kein einziger der Vorwürfe konnte erhärtet werden. Wer nun sagt: kein Wunder, wer zahlt, befiehlt, täuscht sich. Eine Kanzlei wie NKF hat durchaus einen Ruf zu verlieren, was beim Nachweis eines Gefälligkeitsgutachtens passieren würde.

Zudem wurde durch die Aufsichtsbehörde der Stadt Zürich von Februar bis Juni 2020 eine Schwerpunktprüfung aller 26 Globegarden-Kitas in der Stadt durchgeführt. Resultat: null Belege für die Vorwürfe. Auch für ihre kühne Behauptung «Neue Recherchen deuten darauf hin, dass die grösste Kita-Kette der Schweiz die Aufsicht mit manipulierten Dokumenten täuscht», bleibt die «Republik» bis heute jeden Beweis schuldig. Auf unsere Nachfrage, ob das Magazin – wie auch schon beim damaligen Interview mit dem Sozialvorstand angekündigt, entsprechende Belege vorgelegt habe, gab es ein knappes: «Laufende Recherchen, Redaktionsgeheimnis.» Es darf gelacht werden.

Keinesfalls als Kampagne darf gesehen werden, dass die «Republik» dann nochmal zwei Scheite nachlegte: «Die grösste Schweizer Kita-Betreiberin setzt prekäre Arbeits­bedingungen durch und täuscht die Aufsicht.» Belege, Beweise, Indizien, dadurch ausgelöste Verfahren? Null, nichts, nada. Man darf doch wohl noch behaupten, dass irgendwas auf irgendwas «hindeutet». Muss ja nicht so sein. Es darf nochmal gelacht werden.

Ein in jedes Detail gehender Faktencheck durch Globegarden

Im Februar 2021 hat Globegarden nun nochmals die wesentlichen, insgesamt 20 Vorwürfe, die die «Republik» erhoben hatte, einem Faktencheck unterzogen. Er ist auf der Webseite von Globegarden einsehbar.

Mit akribischer Genauigkeit widerlegt Globegarden von «Arbeitsbedingungen», «Unfälle beim Wickeln», «Ernährung», «Täuschung der Behörden» bis zu «Mangelndes Fachpersonal» die Vorwürfe, die die «Republik» erhoben hatte.

Nun ist es leider so, dass die «Republik» ihre damalige Bettelaktion mit Erfolg abschliessen konnte; nicht zuletzt wegen des Aufsehens, das dieser angebliche Skandal erregte. Es ist leider auch so, dass Globegarden auf straf- und zivilrechtliche Schritte verzichtete. Es ist letztlich so, dass sich kaum mehr jemand an die damalige Verleumdung erinnert, also nimmt auch kaum jemand die detaillierte Widerlegung aller anonymen Denunziationen zur Kenntnis.

Aber es gäbe ja noch so etwas wie Anstand, Medienethik und andere hochwohllöbliche Prinzipien, denen sich die «Republik» verschrieben hat. Aber das ist reines Maulheldentum. Jedes Mal, wenn ein mit anonymen Behauptungen aufgepumpter Skandal zu dem Nichts zusammenschrumpft, der er von vornherein war, wehrt sich die «Republik» mit Händen und Füssen gegen eine Richtigstellung und muss sogar gerichtlich dazu gezwungen werden.

Banaler Anstand wäre es, sich wenigstens für offensichtliche Fehler zu entschuldigen.

Stattdessen gibt es höchstens ein Herumeiern, Haarspaltereien, Rechthabereien. Statt das überfällige Eingeständnis: auch der Globegarden-Skandal ist in Wirklichkeit ein «Republik»-Reinfall. Lausig recherchiert, zurechtgebogen, basierend auf mehr als dubiosen Behauptungen sich feige hinter Anonymität versteckender Denunzianten.

Was sagt die «Republik» im Licht des Faktenchecks?

Natürlich hatte die «Republik» hier Gelegenheit zur Stellungnahme. Überraschungsfrei fällt sie völlig verstockt aus. Wird es nun endlich eine Richtigstellung geben? «Nein.» Warum nicht?

«Es liegen keine Fehler vor, die wir nicht bereits am Ende des Textes richtiggestellt haben.

Sie erinnern sich: Wir hatten in einer früheren Version geschrieben, dass der Vater von Christina Mair und Caroline Staehelin bei der Credit Suisse gearbeitet habe. Diese Information hat sich im Nachhinein als falsch heraus­gestellt. Er ist nicht Banker, sondern Arzt.» Das ist alles? Es darf zum dritten Mal, aber lassen wir das.

Zweifelt die «Republik» wenigstens etwas an dieser Methode, auf anonymen Anschuldigungen aufbauend eine Kampagne zu fahren? «Wir haben weder einen Skandal aufgeblasen, noch fahren wir Kampagnen. Wir haben in drei Artikeln wiedergegeben, was uns knapp drei Dutzend frühere und aktuelle Angestellte erzählt haben.» Interessante Zahl, dass auch «aktuelle Angestellte» dabei waren, wäre neu.

Haare spalten statt Realität zur Kenntnis nehmen

Wie haarspalterisch sich die «Republik» gegen Tatsachen wehrt, zeigte sie auch fast genau ein Jahr nach ihrer Kampagne. Andere Medien hatten darüber berichtet, dass das Zürcher Verwaltungsgericht ein Urteil zugunsten Globegarden fällte. In der ursprünglichen Darstellung der «Republik» hörte sich das so an:

«Nicht immer hatte Globegarden im Rechtsstreit mit Gemeinden Erfolg. Vor allem dann nicht, wenn die Sozialbehörde feststellt, dass die Firma den Betreuungs­schlüssel nicht einhält und Personal beschäftigt, das nicht die nötige Ausbildung hat. So wie im Fall Thalwil. Dort marschiert Globegarden mit mehreren Anwälten auf und zieht Verfügungen der Gemeinde vor das Horgener Bezirksgericht.

Die Globegarden-Krippe ist gleich bei mehreren Kontrollen der Krippen­aufsicht hängen geblieben.»

Klarer Eindruck beim Leser: Aha, Anzahl Betreuer nicht eingehalten, unqualifiziertes Personal beschäftigt, aber dann in gleich mehreren Kontrollen ertappt worden. Statt Einsicht zu zeigen, «marschiert» die Kita mit «mehreren Anwälten auf». Typisch.

Darstellung und Wirklichkeit – getrennt durch Abgründe

Aber leider war das nur ein polemisch aufgepumpter Zwischenstand: Die meisten Verfügungen der Gemeinde wurden vom Verwaltungsgericht im November letzten Jahres aufgehoben. Nicht zuletzt, weil das Sozialamt sich auf eine unqualifizierte und tatsachenwidrige Behauptungen enthaltende «Kontrolle» gestützt hatte. Zudem wurden der Gemeindekasse die Gerichtskosten und eine Entschädigung von 8000 Franken an Globegarden aufgebrummt.

Blöd gelaufen, aber was macht die «Republik» draus? «Foulspiel im journalistischen Wettbewerb». Und zieht den «Wettbewerbern» eins über:

«Die Recherche der Republik war weder «falsch», noch widerlegte das Verwaltungs­gericht die Ergebnisse unserer Arbeit.

Der Streit zwischen Thalwil und Globegarden war ein Detail in der Recherche.»

Nun, es war wenigstens ein «Detail», das nachgeprüft werden konnte. Und immerhin vom Obergericht als unhaltbare, falsche und parteiische Vorwürfe gegen Globegarden disqualifiziert wurde.

Fehler passieren immer und überall. Bei Globegarden genauso wie bei einer seriösen Recherche. Dann gibt es auch noch Interpretationsspielräume. Aber die akribische Widerlegung aller Vorwürfe, das ist schon eine Klatsche, die sogar beim Zuschauen weh tut. In der Gesinnungsblase von verantwortungslosen Journalisten und ausschliesslich ihre Vorurteile bestätigt sehen wollenden «Verlegern» hat jedoch Realität und Wirklichkeit nichts verloren.

Ebenso wenig wie eine freiwillige Richtigstellung aus Anstand.

 

 

Republik verkauft Eiffelturm

Wie verkauft man an Deppen?

Wer stänkern will, sollte sich ans Erfolgsrezept von gutem Käse halten: Der Artikel darf nicht zu alt sein und sollte würzig geschrieben werden. Im Dezember 2020 aber produzierten die «Republik» und «Heidi News» alten Haferkäse. Die Gemeinschaftsarbeit hiess «Tamedia Papers». In den unendlich langen Artikeln duellieren sich die Binse mit dem Schnarch.

Natürlich, an Tamedia gibt es viel zu kritisieren. Aber nicht, dass der Verlag keine Ahnung vom Geschäft hat. Vor 20 Jahren ging die Tamedia AG an die Börse und schrieb seither nur Gewinne.

Seit ein paar Tagen kann man die «Tamedia Papers» auch als Buch kaufen. Darf man sagen, wer das Buch kauft, ist ein Esel? Geschenkt, wir machen das jetzt einfach. Warum sollte man 22 Franken ausgeben, wenn der ganze Inhalt frei verfügbar ist? Würde das Tamedia auch so machen? Bitte, «Republik», fragt doch mal bei Herrn Supino nach, dem Verwaltungsratspräsident der TX Group.

«Heidi News» gab auf Anfrage an, dass auch die «Republik» am Erlös beteiligt sei. Das Buch, beziehungsweise Heft, enthält 124 Seiten.

Neue Chefredaktoren gesucht

Gleich bei zwei Branchenmagazinen braucht’s neue Chefs.

Der Schweizer Journalist muss künftig ohne CR David Sieber auskommen und auch beim Gewerkschaftsheft Edito ist Nina Fargahi nicht mehr dabei. Während Sieber schon seit einigen «SJ»-Ausgaben angezählt wirkte, kam die Kündigung von Fargahi doch eher überraschend.  Gegenüber dem Onlineportal persoenlich.com sagte sie: «Nach über drei Jahren ist die Zeit für mich gekommen, Neues zu wagen.» Sie jubiliert ähnlich wie ein Fussballtrainer, der ein besseres Angebot bekommen hat. Als Grund des Wechsels gibt sie an: «CH Media hat eine grossartige Publizistik und ich freue mich auf die Berichterstattung aus Bundesbern sowie auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen.» Das tönt nicht unbedingt nach einer unabhängig-versierten Medienkritikerin. Aber die Abstecher ins Metier der Medienkritik ist nun ja vorderhand auch Geschichte. Damit zur grossen Frage, wer die Nachfolge antritt. Beide Verlage wollen in Kürze informieren.

Zeit für ein wenig Werweissen

Kronfavorit für den Schweizer Journalisten ist ohne Zweifel Dennis Bühler.  Der talentierte und kritische Schreiber ist zwar erst 34-Jährig. Er hat aber einen eindrucksvollen Werdegang hinter sich. Taktisch klug hat er regelmässig die Stelle gewechselt und kennt sich somit hervorragend in der Medienwelt aus. Seit 2018 berichtet er für das unabhängige Magazin Republik aus Bundesbern. Wie bei Nina Fargahi wäre nun ein Karrieresprung angezeigt. Positiv für die Ausgewogenheit des Schweizer Journalisten wäre zudem, dass Dennis Bühler seit April 2016 Mitglied der 1. Kammer des Schweizer Presserats ist.

In die engere Auswahl kommt – und ja, warum nicht – Nina Fargahi. Sie hat nämlich nur einen befristeten Vertrag bis Ende Jahr bei CH Media. Nach der Männerdominanz beim Schweizer Journalisten wäre sie eine durchaus starke Antwort. Denn vor David Sieber war Kurt W. Zimmermann am Ruder, er folgte auf Markus Wiegand, der das Blatt 2005 fulminant in bisher unerreichte Höhen führte. Weitere herumgereichte Namen: Rafaela Roth (33), die bei der NZZaS ein wenig zu versauern scheint, sowie Adrienne Fiechter, welche dem online angestaubten Branchenblatt neuen Schub verleihen könnte.

Bleibt die Frage, was mit dem Edito, dem Gewerkschaftsheft, geschehen soll. Man muss es offen sagen: In der heutigen Form hat das Magazin keine Zukunft. Die Papierausgabe hinkt enorm hinter dem aktuellen Geschehen hintennach. Die Recherchetexte wiederum riechen zu stark nach gewerkschaftlichen Gefälligkeiten. Das ist darum stossend, weil die Journalistengewerkschaften keinen Stich haben, wenn es ums Eingemachte geht. Siehe die Fusion von CH Media, siehe das Trauerspiel bei Tamedia. Dass ZACKBUM das Edito übernimmt und es vom Gewerkschaftsmief befreit, ist übrigens nicht mehr als ein Gerücht. Und diese werden nicht kommentiert, wie die Pressestelle von ZACKBUM zu sagen pflegt.

Frage an die ZACKBUM-Leserschaft: Wer ist für Dennis Bühler? Wer für …. ? Und was soll mit dem Edito geschehen?

 

 

 

 

Bezahlschranke beim «Tagi», «WoZ» gratis

So unterschiedlich gehen Verlage mit der Corona-Krise um.

Ein Blick heute auf die App des Tagesanzeigers zeigt: Mindestens vier Fünftel der angebotenen Artikel kann man nur mit einem Abo lesen. Damit zieht die Tamedia weiter die Schraube an, um nicht noch mehr Geld zu verlieren. Doch der Leser ist verwöhnt. Dann liest er die Inhalte halt nicht mehr. Ein Abo? Sicher nicht. Tamedia hat viele seiner Inhalte jahrelang gratis aufs Netz gestellt. Der treue Abonnent fühlte sich geprellt, der Nichtabonnent sah sich als ganz normaler Zeitungsleser. Die Gratiskultur hat Tamedia zusätzlich gefördert mit dem Pendlerblatt 20 Minuten. Die Geldkuh mit Gratisinhalten für alle sorgte jahrelang für eine Quersubventionierung der Bezahlzeitung «Tages-Anzeiger». Doch seit der Reorganisation vor einem Jahr ist diese Finanzspritze weggebrochen. Seither und unter dem Holdingnamen TX Group müssen die weitgehend eigenständigen Firmen TX Markets (Rubriken, Warenmärkte), Goldbach (Werbevermittlung), 20 Minuten (Pendlermedien) und Tamedia (Bezahlmedien) für sich selber schauen und aufkommen. Das ehemalige Flaggschiff Tamedia ist da am stärksten betroffen. Da nützt auch die Unterstützung wegen Kurzarbeit wenig. Die Abozahlen rasseln in den Keller. Sparen auf den Redaktionen, Zusammenlegen und Übernehmen von der «Süddeutschen» ist angesagt.

Das nennt sich Leserbindung bei Tamedia: Freigeschaltet ist lediglich der Trumpverriss. 

Weil die Abonnenten das natürlich mitbekommen, dreht sich die Sterbespirale weiter. Dass da gefühlt kein einziger Corona-Artikel frei zugänglich ist, passt zum Hü-und-Hot-Konzept von Tamedia.

Völlig anders hingegen agiert die Wochenzeitung WoZ. Die genossenschaftlich organisierte Zeitung wird am 1. Oktober 40 Jahre alt. Die Abozahlen liegen um die 18‘000, Tendenz steigend. Existenzängste scheinen der WoZ-Redaktion fremd zu sein. Darum lässt man in der aktuellen Megakrise auch Nicht-Abonnenten am Kuchen teilhaben. «Alle Texte für alle – Konsequent solidarisch» so ein Inserat in der aktuellen WoZ. «Auch im zweiten Lockdown sind alle unsere Inhalte auf www.woz.ch und in der WOZ-App kostenlos zu lesen.»

Und was macht unsere Lieblingspostille, die Republik, in Coronazeiten? Man hält eisern an der Bezahlschranke fest. Was ihr gutes Recht ist. Immerhin kann man gratis den Covid-19-Uhr-Newsletter«Brauchbares zur Pandemie – immer wenn es dunkel wird» lesen. Im ersten Lockdown wurde er gut 37000 mal abonniert. Ob die zum Teil ellenlangen Texte auch gelesen wurden, ist eine andere Frage.

Schreibstau bei den «Republik»-Stars?

Wir haben – gendermässig weitgehend korrekt – den Output von Anja Conzett und Constantin Seibt im Verlauf des Jahres 2020 angeschaut. Meist lang, dafür nicht oft.

Wie sagte schon Helmut Kohl so unsterblich richtig: Am Schluss kommt es darauf an, was hinten rauskommt. Damit meinte er, grosses Buha, Erklärung von Prinzipien, Absichten, edlen Zielen wie die Rettung der Demokratie, das ist ja Pipifax. Was wird geliefert, das ist entscheidend. Oder wie der Jasser so weise sagt: «ufm Tisch müends verrecke».

Also legen wir mal auf den Tisch, was die beiden Schreibstars vom 1. Januar bis 31. Dezember 2020 geleistet haben. Geschlechtlich gleichberechtigt haben wir alle Artikel gezählt, dabei zwischen Allein-Autorenschaft und Gemeinschaftswerk unterschieden. Zudem haben wir vermerkt, wenn das gleiche Thema mehrfach abgearbeitet wurde. Beteiligungen an den sogenannten «Kurzbriefings», die aber manchmal länger sind als ein Wochenausstoss hier, wurden nicht berücksichtigt.

Ebenso wenig die Menge der Buchstaben. Dass da Quantität nicht der Qualität förderlich ist, wurde ja schon mehrfach festgestellt. Zunächst kann man auch lobend erwähnen, dass beide «Republik»-Mitarbeiter in keinen der Flop-Skandale verwickelt waren. Nicht in die «Globe Garden»-Kiste, nicht in die mit Gegendarstellungen erledigte ETH-Story und auch nicht in die SNB-Frauenmobbing-Fanatsie.

Wir entschuldigen uns bei «Republik»-Lesern, dass dieser Artikel mit 6400 Anschlägen nur ein Drittel so lang wie ein «Kurzbriefing» ist.

Damit sind wir aber leider mit dem Lobenswerten schon durch. Lassen wir etwas sprechen, womit die «Republik» bis heute Mühe hat: Zahlen.

Wir legen die Zahlen auf den Tisch

Ladies first, gentlemen later: Anja Conzett hat im vergangenen Jahr bei 13 Artikeln als Autorin gezeichnet. Darunter so anspruchsvolle Porträts wie über Doris Fiala oder die Besitzerin des Modeladens «Thema Selection». Ganze drei Mal widmete sich Conzett dem Bündner Justizskandal.

Vier dieser Artikel bastelte sie mit einem oder mehreren Co-Autoren. Dann ist noch zu erwähnen, dass der «Basel-Report» als Teil eins und zwei erschien, was nur einmal gezählt wurde. Sieht man es von den Themen her, so widmete sich Conzett im ganzen Jahr ganzen fünf.

13 Stück bei der Schreiberin, und wie viele beim Schreiber?

Wie steht es bei der Edelfeder, dem Grund für viele, die «Republik» zu verlegen, also schlichtweg einen Haufen Geld zu zahlen, wie sieht’s bei Constantin Seibt aus? Keine Ahnung, ob das sowohl bei ihr wie bei ihm mit 13 Monatslöhnen zu tun hat: 13 Artikel hat er auf seinem Zähler. 5 davon mit einem oder mehreren Co-Autoren. Bei den verbleibenden 8 widmete er sich viermal Trump, schrieb dazu einen Nachruf und eine Buchrezension.

Also kommt man bei Seibt auf drei Themen im eigenen Ausstoss, dabei unvermeidlich der Brexit und der Vaterschaftsurlaub. Wer da verblüfft fragt: Ist das alles für jeweils schätzungsweise rund 120’000 im Jahr brutto? Aber nein, im Fall von Seibt müssen unbedingt seine 15 ADHS-Kolumnen gewürdigt werden. Nachdem er schon im «Piloten» der Öffentlichkeit gestand, dass er erst im fortgeschrittenen Alter mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert wurde.

Geistig deutlich überqualifiziert?

Das ist natürlich strange, denn normalerweise wird das bereits im jugendlichen Alter festgestellt. Wie auch immer, andere hätten sich vielleicht in diese Krankheit verloren. Denn Symptome, Typen, Schweregrade, Ursachen und Therapiemöglichkeiten sind fast unendlich grosse Themengebiete.

Aber eine Edelfeder macht das daraus, was ein guter Schreiber aus allem machen muss: eine Kolumne. In bereits 15 Folgen, und ein Ende ist nicht absehbar. Vielleicht sollte Seibt mal darüber nachdenken, was von mittelschweren Fällen gesagt wird: «Unter Umständen ergreifen sie einen Beruf, für den sie geistig deutlich überqualifiziert sind.»

Deutlich überqualifiziert, das ist das Stichwort für ZACKBUM.ch

Geistig überqualifiziert, das ist die geeignete Überleitung zu ZACKBUM.ch. Wir wollen hier in keinen Nahkampf über die Inhalte, das Gewicht und die geistige Tiefe der Beiträge eintreten. Höchstens, dass häufig von der Anzahl Buchstaben her unser Wochenausstoss nicht länger ist als ein Tagesausstoss der «Republik». Der dadurch aber keinesfalls besser wird.

Aber zurück zu den Zahlen. Unser glückliches, kleines Dreier-Dreamteam hat seit dem Start von ZACKBUM.ch bis gestern genau 562 Artikel veröffentlicht. Plus einen Videocast. Das macht in genau 202 Tagen, wir arbeiten übrigens 7 Tage die Woche, pro Tag 2,8 Artikel. Wie Roger Schawinski schon richtig bemerkte: Das ist ungefähr gleich viel wie von der «Republik». Nur sind es dort 50 Nasen und der Spass kostet über 6 Millionen im Jahr. Bei uns sind’s drei, und es kostet den Leser nix.

Pro Monat ist das ein Gesamtoutput von 85. Oder pro Nase und Monat 28. Also so viel in einem Zwölftel der Zeit, die Conzett und Seibt zusammen für 26 Artikel brauchen, wenn man seine Kolumnen nicht mitzählt.

Tut man das, hat jeder von uns in einem Monat so viel Produktion wie Seibt in einem ganzen Jahr. Ach, und Gegendarstellungen, berechtigte Kritik am Faktischen unserer Artikel hatten wir bislang null. Wenn man von unserer Schwäche absieht, Namen und Geschlecht von vorkommenden Personen nicht immer korrekt niederzuschreiben.

Kann man überhaupt vergleichen?

Ach, und wir wenden dann auch noch einige Zeit dafür auf, dass wir trotz der Gratisarbeit hier die Miete und die Heizung zahlen können. Kann man wie bei Corona so oder so rechnen, jeweils herauszupfen, was Wasser auf die eigene Mühle ist?

Was ist schon eine hingeschmetterte Kolumne, Polemik oder Analyse bei ZACKBUM.ch gegen eine – nun ja – hingeschmetterte Kolumne, Polemik oder Analyse bei der «Republik»? Was ist schon ein Nachruf auf Roman Brodmann zum 100. gegen einen Nachruf auf die Bildchefin Brigitte Meyer?

Sind bei der «Republik» die einzelnen Beiträge zu lang, aber tiefschürfend recherchiert und gedacht und von x Instanzen durchgesehen? Während bei uns die einzelnen Beiträge (meistens) knackig kurz sind, durchaus auch tiefschürfend recherchiert und gedacht und nur nach dem Vier-Augen-Prinzip durchgesehen?

Wir rechnen in aller Bescheidenheit unser Monatsgehalt durch, wenn wir bei der «Republik» wären

Kann man so sehen. Aber: Sind Conzett und Seibt, zum Beispiel, mit ihrem Output wirklich (ohne Spesen) 240’000 Franken im Jahr wert? Oder wären wir, bei gleichem Output im Monat, für ein Monatseinkommen von 240’000 prädestiniert? Oder räumen wir selbstkritisch ein: Wir sind zehnmal schlechter, unwichtiger, unfähiger, uninteressanter, langweiliger als die beiden «Republik»-Stars. Dann wären wir aber immer noch pro Nase 24’000 pro Monat wert.

Wir finden, das ist der Moment, in dem die «Republik» aus Solidarität und zur Abwechslung mal nicht für sich selbst, sondern für uns betteln gehen könnte.

«Republik»: Ein Kessel Buntes

Was alles in der Autorenzeile der Plattform für gute Lebensratschläge Platz findet …

Das nenne ich mal eine Bandbreite. In der «Republik» tut sich Daniel Ryser mit Raimond Lüppken zusammen. Um gemeinsam einen offensichtlich psychisch Versehrten, der keine Person des öffentlichen Interesses ist, mit voller Namensnennung in die Pfanne zu hauen. Denn der hat ein paar wirre Schreiben verfasst, in denen er unter anderem die sofortige Verhaftung des Bundesrats fordert.

Aber er ist nicht unbegütert und zudem mit seinen zwei Brüdern Mitbegründer einer erfolgreichen Restaurantkette. In der Abwägung, ob man diesen Menschen nicht vor sich selber schützen muss und der Gier, mal wieder zitiert zu werden, entschied sich die immer klamme Plattform für das Unanständige. Was sie natürlich anderswo lautstark beklagt.

Mit allen Fingern auf andere zeigen

Auch zusammen mit Lüppken, einem «Rechtsextremismusexperten», geht Ryser auf die beiden grossen Buchhandlungen in der Schweiz los. Orell Füssli, Ex Libris. Der Rechercheweg ist klar: der deutsche Grossbuchhändler Hugendubel hält 49 Prozent an Orell Füssli. Und diese Schweinebacken verkaufen doch tatsächlich das wirre Manifest des Massenmörders Anders Breivik, der aus gestört-rassistischen Motiven 77 Menschen ermordete.

Das führte zu einem Boykottaufruf gegen Hugendubel und auch Presseartikeln darüber, das führte die beiden Spürnasen zur Recherche, ob Orell Füssli das Werk in der Schweiz etwa auch verkauft. Und siehe da: Treffer. Verschreckt nimmt OF nach Anfrage der «Republik» das Werk aus dem Sortiment. Mit der laut «Republik» lahmen Entschuldigung, dass man bei 11 Millionen Büchern im Angebot nicht jedes einzelne auf den Prüfstand legen könne.

Treffer, versenkt. Dass OF seinen Sachbuchverlag einstampft, über viele Jahrzehnte die Adresse für Schweizer Themen im Non-Fiction-Bereich, das ist dem Kulturzentrum «Republik» hingegen keine Zeile wert.

Im Recherchierrausch schauen die beiden Investigativjournalisten noch bei Ex Libris rein. Und siehe da: zweiter Treffer. Aber nicht versenkt: Ex Libris zieht ihren Zorn auf sich, weil auch dieser Buchhändler darauf hinweist, dass er nicht jedes einzelne Buch in seinem Millionensortiment bewerten könne.

Ex libris hält sich ans Gesetz, das geht nicht, findet die «Republik»

Deshalb halte man sich ans Gesetz; Bücher, die gerichtlich verboten sind oder auf dem Index der deutschen Prüfstelle stehen, werden nicht verkauft. Alle anderen schon. Das ist natürlich die völlig richtige Haltung. Aber das sehen die Autoren anders; sie plädieren stattdessen für Selbstjustiz und Willkür. Wenn sich schon private Plattformen wie Facebook oder Twitter zum Zensor aufschwingen und missliebige Teilnehmer sperren – was rechtsstaatlich sehr beunruhigend ist –, dann sollten das Buchhändler doch auch tun.

Da gäbe es vielleicht für den «Rechtsextremismusexperten» und den Reporter ein neues Aufgabengebiet: Buchzensor. Kleine Nachhilfe zum Einarbeiten: der «Index librorum prohibitorum». Dieser Index der kirchlichen Inquisition war der letzte Versuch, am Rechtsstaat vorbei Bücher und Autoren aufzulisten, die ein wahrer Christ nicht lesen darf. Leider wurde diese fromme Übung 1965 abgebrochen. Aber ich kann auf Wunsch mit einer der letzten Ausgaben leihweise dienen.

Alleine damit zeigt die «Republik» ein doch sehr fragwürdiges Verhältnis zum Rechtsstaat. Nicht der entscheidet, was erlaubt und was verboten ist, sondern jeder wildgewordene Journalist darf den Daumen senken. Nebenbei warten wir auf die Lancierung einer Initiative, dass der Satz in der Bundesverfassung, «eine Zensur findet nicht statt», gestrichen werden soll.

Denn, horribile dictu, um weiter zu lateinern, selbst «Mein Kampf» ist im Buchhandel erhältlich. Experte und Reporter, übernehmen Sie!

Wo Jutta Ditfurth ist, kann Raimond Lüppken nicht sein

Damit aber sind der Absonderlichkeiten in der «Republik» kein Ende. Denn unter dem geklauten Titel «Eyes wide shut» langweilt die Plattform mit der inzwischen 7. Folge einer Serie über Verschwörungsglauben. Es steht zu befürchten, dass sie nicht kürzer als die unendliche Geschichte über das Haus «Tages-Anzeiger» wird.

Aktuell widmet sich die Allzweckwaffe Daniel Ryser der für die «Republik» durchaus heiklen Frage, wie denn Esoterik und faschistisches Denken, rechter Verschwörungsglauben zusammenhänge. Diesmal allerdings nicht zusammen mit Lüppken, sondern mit einer anderen Fachkraft.

Das ist insofern bemerkenswert, als die Autoren des mit 16’000 Anschlägen eher schlanken Artikels in ihren Recherchen auf Jutta Ditfurth stossen. Für jüngere Leser: die engagierte Sozialwissenschaftlerin gehörte zu den Gründern der «Grünen» in Deutschland und war von 1984 bis 1988 eine der drei Bundesvorsitzenden der Partei. 1990 setzte dann die Degeneration der «Grünen» mit der «realpolitischen  Wende» ein, und Ditfurth verliess mit einigen anderen unter Protest die Partei.

Sie ist bis heute munter und radikal unterwegs; so schaffte sie es vor ein paar Jahren, in einer Diskussionsrunde bei «Maischberger» einen CDU-Politiker dazu zu bringen, unter Protest seine Beteiligung abzubrechen. Als Maischberger sie aufforderte, aus Gründen der Ausgewogenheit nun auch zu gehen, blieb Ditfurth einfach sitzen. Also an der linken, feministischen, um nicht zu sagen linksextremen Haltung von Ditfurth kann kein Zweifel bestehen.

Ditfurth kennt sich bei diesem Thema aus

Zudem hat sie sich in mehreren Büchern mit den Verbindungen von Anthroposophen, Esoterikern und Umweltschützern, sowie Grünen, beschäftigt. Daher weiss sie: «Diese Leute, viele von ihnen Impfgegner, stören sich ganz offensichtlich nicht an den Nazis, die da mitlaufen», wie sie der «Republik» sagt.

In diesem Zusammenhang ist das Fehlen von Lüppken hochinteressant. Denn vor etwas mehr als einem Jahr twittere Ditfurth diese Warnung:

Ditfurth und Lüppken haben sich gar nicht lieb.

Das hätte möglicherweise ihre Gesprächsbereitschaft etwas gefährdet, wäre dieser Lüppken als Mitautor hier aufgetaucht. Leider antwortet weder er noch die hochwohllöbliche Chefredaktion der «Republik» auf mehrfache Anfragen. Soweit geht dann die Transparenz des «transparentesten Medienunternehmens» (Selbstlob) auch nicht. Dabei haben wir den Dritten im Bunde, Dario Veréb, noch gar nicht erwähnt. Auch er spannt ab und an mit Lüppken zusammen, um beispielsweise die Leser von «audiatur» mit dem gleichen Thema zu beschallen: «Corona-Proteste: Neuer Anzug für rechte Narrative?»

Leider wollte auch Jutta Ditfurth nicht auf die Frage antworten, was genau sie damals zu dieser Warnung motiviert hat. Aber, ums positiv zu sehen: Ditfurth, Lüppken, noch ein paar andere, wäre das nicht mal eine eigene Recherche in dieser Reihe wert? Oder macht das Organ der moralischen Urteilsfähigkeit davor die Augen weit zu?

Wie hältst du es mit gekauften Geschichten, Republik?

Wie das Magazin zu seinen Storys kommt.

Meine Urgrossmutter war «Schmatteshändlerin». Sie ging im Zürcher Oberland von Tür zu Tür und versuchte, den Bäuerinnen «Schmattes» (jiddisch für Stoffresten) zu verkaufen. Reich wurde sie nicht, aber es half die Kriegsjahre hindurch.

In den letzten Tagen erlebten die Schweizer Redaktionen etwas ähnliches: Ein freier Journalist tingelte von Redaktion zu Redaktion und versuchte, eine Geschichte zu verkaufen. Ihr Inhalt: Ein ziemlich unbekannter, dafür verwirrter und ehemaliger Gastronom, wollte den Gesamtbundesrat wegen dessen Corona-Management verhaften lassen. «Wir befehlen Ihnen», schreibt er in einem Brief an den Korps­kommandanten, «die sieben Bundesräte in Schweizer Gefängnisse einzusperren.» Der Journalist heisst Raimond Lüppken.

Die Redaktionen haben die Geschichte natürlich abgelehnt. Auch aus ethischen Gründen. Warum eine weitaus unbekannte Person an den Pranger stellen? Wie  ZACKBUM erfuhr, soll Lüppken ausserdem Geld für die Geschichte verlangt haben. Und zwar ziemlich viel. Wer je bei einer Schweizer Tageszeitung gearbeitet hat, weiss: Für eine Geschichte wird kein Geld bezahlt. Es wird höchstens eine Aufwandspauschale überwiesen. Das hat wenig mit moralischen Grundsätzen zu tun. Die Schweizer Presselandschaft ist – im Unterschied zur deutschen – zu unbedeutend für das Geschachere.

«Ihre Informationen ist falsch»

Der nächste Schritt war dann für den aus Berlin stammenden Lüppken die «Republik», unsere knallharte Recherche-Fabrik. Die Geschichte wurde natürlich genommen. Wie viel Geld geflossen ist, wollen Christof Moser (Chefredaktor) und Daniel Ryser (Mitbeteiligter) nicht bekannt geben. Und wie halten sie es generell mit gekauften Geschichten? Ryser schrieb auf Anfrage lediglich: «Ihre Informationen ist (sic!) falsch.»

Eine Leserreaktion der wie immer sehr mitmenschlichen «Republik»-Gemeinde.

Auch nicht beantwortet bleibt die Frage, warum der mit Klarnamen vorgestellte Gastronom im Leserforum aufs Übelste beschimpft werden darf und dabei justiziable Ausdrücke fallen (s.o.): «psychisch kranker Mensch, der von rechtsextremen Hirngespinsten verfolgt wird.»

Es ist leider ein weiterer Fall, wo die «Republik» bei Anfragen auf Tauchstation geht. Wenn es aber darum geht, sich im hellsten Licht zu präsentieren, ist das Magazin das Gegenteil von wortkarg:

Wir sind das transparenteste Medienunternehmen (das wir kennen). Wir legen alles offen: unsere Finanzen, Besitzverhältnisse, Arbeitsweisen, Fehler, Löhne – weil wir überzeugt sind, dass es wichtig ist zu zeigen, unter welchen Bedingungen Journalismus hergestellt wird.

ZACKBUM versuchte natürlich auch vom hierzulande unbekannten Raimond Lüppken eine Stellungnahme zu erhalten. Anfragen via «Republik»-Redaktion und Facebook liess er unbeantwortet. Die «Republik» preist ihren Informanten als «Rechtsextremismusexperten, der seit Jahren zu völkischer Esoterik, Verschwörungsideologien und Reichsbürgern recherchiert.»

 

 

Ex-Press XIX

Blasen aus dem Mediensumpf.

Werfen wir zunächst einen Blick auf ein gutes Stück Qualitätsjournalismus aus dem Hause Tamedia:

Interessen der deutschen Sprache in Untergewichtung.

Da muss man wie beim Schneeräumen geordnet vorgehen, um die Fehlersammlung vollständig wegzuräumen.

Fangen wir mit dem Einfachen an: Saudi-Arabien schreibt man so. Macht nix, ist ja auch irgend so ein Morgenland, und Pilatus ist im Fall richtig geschrieben.

Das gilt dann aber nicht für «Heraushaltung». Man ahnt zwar, was damit gemeint ist, aber leider existiert das Wort nicht. Obwohl es eine Lieblingsmarotte des Beamtendeutschs ist, alles, was nicht schnell genug davonläuft, zu substantivieren.

War’s das? Nein, bei so vielen Buchstaben kann man doch auch inhaltliche Fehler nicht vermeiden: «Welche Interessen sind höher zu gewichten …, oder Arbeitsplätze und der Technologiestandort Schweiz?» Da möchte man gerne wissen, welche Interessen denn Arbeitsplätze artikulieren, vom Technologiestandort ganz zu schweigen. Und durch die gewählte Form des Satzes kann der Hersteller vermeiden, die entscheidende Auskunft zu geben: wer gewichtet denn diese Interessen? Das Bundesverwaltungsgericht? Der Autor? Wir?

Man muss schon sagen: So wenig Wörter, so viele Fehler. Da weiss man doch wieder, wieso sich Geldausgeben für eine Zeitung lohnt.

Ein Wirtschaftschef im roten Bereich

Die Rechtschreibung hat hingegen Peter Burkhardt (oder der Korrektor der SonntagsZeitung, wenn es ihn noch gibt) im Griff. Der Wirtschaftschef des Hauses Tamedia ist normalerweise ein konzilianter Mensch, eher auf Ausgleich statt Konflikt bedacht.

Aber tiefe Wasser schlagen hohe Wellen, wenn sie mal aufgewühlt sind. So verwandelt Burkhardt das Editorial der aktuellen SoZ, den Leitartikel, in einen Leidartikel. In eine Schimpfkanonade ungekannten Ausmasses. Den ersten Pflock schlägt er bereits im Titel ein: «Die Schweiz – ein Opfer rechtsbürgerlicher Ideologie».

Solche Töne ist man sonst von der WoZ gewohnt. Auch in der Fortsetzung wirft Burkhardt nicht mit Schneebällen, sondern setzt seinen revolutionären Durchmarsch fort, es wird scharf geschossen. Mit einer klassischen Nummer. Zuerst lobt er Finanzminister Ueli Maurer. Der habe «vieles richtig gemacht», die Staatsfinanzen in Ordnung gehalten, bravo. Nur: «vor der Corona-Krise.»

Seither gilt: «Jetzt, in der Not, macht Maurer vieles falsch.» Warum? Weil Burkhardt etwas hat, was Maurer fehlt: «der Blick fürs grosse Ganze.» Was übersieht Maurer da? Bei der Bekämpfung der Pandemie brauche es «scharfe Massnahmen», weiss Pandemiologe B. Plus «grosszügige, rasche Geldspritzen», ergänzt der Wirtschaftskenner.

Denn, so die glasklare Logik, zunächst können wir uns das leisten. Geringe Staatsverschuldung, Negativzinsen, eine Pleitewelle «wegen unterlassener Hilfeleistung» sei dann im Fall noch schlimmer.

Nach Anlauf im Volldampf-Modus

Soweit aufgewärmter, kalter Kaffee von vorgestern. Aber bis hierher hat Burkhardt nur seine Betriebstemperatur erreicht und den Druck im Kessel erhöht. Nun lässt er aber richtig Dampf ab: «Die Schweiz ist in Geiselhaft rechtsbürgerlicher Ideologien.» Ausgerechnet die «Wirtschaftsparteien» FDP und SVP «gefährden damit die Wirtschaft». Das führt Burkhardt dann zu Volldampf am Schluss: «Wer behauptet, unser Land könne sich konsequente Massnahmen nicht leisten, setzt nicht nur den Wohlstand aufs Spiel – sondern nimmt letztlich Tote in Kauf.»

Aber hallo, FDP und SVP gehen über Leichen? Rechtsbürgerliche Ideologie will die Wirtschaft abwürgen, nimmt auch tote Eidgenossen hin? FDP und SVP als Totengräber des Kapitalismus? Wahnsinn. Wir sind allerdings verwirrt. Lautete der Vorwurf bislang nicht, dass wirtschaftsfreundliche Parteien Geld und Wirtschaft höher gewichten als Leben und Gesundheit?

Fehlt Maurer wirklich der Blick fürs grosse Ganze, wenn er – als einziger Bundesrat – darauf hinweist, dass hier Entscheidungen übers Knie gebrochen werden, die Auswirkungen für die nächsten 15 Jahre haben?

Money for free – jetzt auch von Wirtschaftschefs gefordert

Ist Burkhardt in seinem Zorn wirklich entfallen, dass Schuldenmachen, vor allem für Staaten, tatsächlich kinderleicht ist, dass aber konsumiertes Geld einfach weg ist, keine Wertschöpfung schafft, einfach Ersatz ist für vorher betriebene Produktion? Meint Wirtschaftschef Burkhardt wirklich, man könne eine Schraubenfabrik ins Koma versetzen, die Belegschaft nach Hause schicken, all das mit Hilfsgeld zuschütten, und das sei problemlos und zukunftsträchtig?

Money for free, das ist der uralte, feuchte Traum der Etatisten, der Gläubiger eines allmächtigen Staats mit tiefen Taschen. Das ist diese «kann sich doch die reiche Schweiz leisten»-Haltung. Dass so etwas von SP-Genossen propagiert wird, deren einziger Kontakt zur Wertschöpfung, zur Wirtschaft darin besteht, vom warmgefurzten Funktionärssessel aus gute Ratschläge zu erteilen, ist zumindest logisch.

Aber der Wirtschaftschef eines der beiden Duopolmedien der Schweiz? Fehlt nur noch, dass er eine Sondersolidaritätsabgabe von den Reichen fordert, denn die haben’s ja. Er hingegen hat wirklich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

 

Jedem sein eigener «Experte»

Was die «Weltwoche» mit ihren irgendwo ausgegrabenen «Experten» kann, die noch ein nettes Wort zu Trump sagen, kann der SoBli erst recht. Nachdem nun wirklich von allen alles über den Abgang Trumps gesagt wurde, es bis zum nächsten Höhepunkt, der Amtseinführung, noch etwas hin ist, was tun?

Glücklicherweise sind die USA gross genug, dass man immer einen Spezialisten für alles findet. SoBli proudly presents: Eric Ward. DEN Extremismus-Experten, den verdienstvollen Mitarbeiter einer Bürgerrechts-NGO. Mehr Informationen über ihn zu finden, ist etwas schwierig, er hat im Internet nur wenige Spuren hinterlassen. Aber was soll’s, der richtige Gesprächspartner für die Frage, wie’s denn mit Trumps Partei weitergehen soll. Ward als alter Hase weiss natürlich, dass es bei solchen Interviews vor allem um ein titelfähiges Quote geht, und das liefert er: «Der Bürgerkrieg in der Republikanischen Partei hat begonnen». Um das zu merken, muss man allerdings Extremismus-Experte sein.

 

Noch ein Experte für alles und noch viel mehr

Ein anderer Experte für eigentlich alles und noch mehr kommt trotz fortgeschrittenem Alter in geradezu jugendliche Lockerheit und wagt den Kolumnen-Titel: «Huaweia». Dann drischt Frank A. Meyer mit ungestümer Energie auf den chinesischen IT-Konzern Huawei ein. Wunderbar, muss mal gesagt sein. Kleines Problem: Er stützt sich dabei auf eine weitere Grossreportage der «Republik». Mal wieder 41’000 Buchstaben brauchte die Plattform, um im Verbund mit anderen grosse Schweinereien eines grossen Konzerns aufzudecken.

Leicht unverständliche Illustration: Screenshot «Republik».

Auch wunderbar. Nur: bislang ist die «Republik» mit solchen «Enthüllungen» regelmässig auf die Schnauze gefallen. Mit ihren Vorwürfen gegen die ETH Zürich, mit ihren Verleumdungen gegen den Kita-Betreiber Globegarden als jüngste Beispiele. Das liegt meistens daran, dass die «Republik» konsequent mit anonymen (oder «anonymisierten», wie sie zu sagen pflegt) Informanten arbeitet. Deren Motivation, der Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen sind für Redaktion und Leser nicht erkennbar. Da es sich fast immer um ehemalige Mitarbeiter handelt, muss ein weiteres Fragezeichen hinter ihre Wahrheitsliebe gesetzt werden.

Deshalb hat auch bei Globegarden eine externe und umfangreiche Untersuchung ergeben, dass kein einziger der Vorwürfe, die die «Republik» erhoben hatte, verifiziert werden konnte. Keiner, null, nada. Dass hingegen einige Vorwürfe nicht überprüft werden konnten, weil ausser der anonymen Aussage keine weiteren Angaben vorhanden waren.

Von wem möchte man gerne abgehört werden?

Das ist im Fall Huawei natürlich etwas anders. Ein Riesenkonzern aus China mit undurchsichtiger Besitzerstruktur, ihm wird Staatsnähe und mögliche Spionage oder Aushorchung im Dienst des chinesischen Regimes nachgesagt.

Die Betonung liegt auf nachgesagt; belastbare Beweise fehlen bis heute. In erster Linie schimpfen die USA über Huawei und verbieten ihm, als Mitbewerber bei IT-Projekten aufzutreten. Verständlich, denn Huawei ist vor allem bei 5G seinen Mitbewerbern meilenweit voraus. Er bietet die Infrastruktur stabiler, besser und billiger an als die US-Konzerne.

Für den Nutzer kann man es sicher so sehen: Ob seine Kommunikation von der NSA oder von China abgehört wird – oder von beiden –, kann ihm eigentlich egal sein.

Nun verwendet die «Republik» auch hier wieder ihr vermeintlich bewährtes Prinzip. Es gibt als Zeugen für das Innenleben von Huawei Joe, Sam und Ana. Richtig, die heissen nicht so, wollen auch nicht erkannt werden. Aber dienen als Kronzeugen der Kritik an Huawei. Plus «einen ehemaligen Mitarbeiter von Huawei treffen wir in London».

Das soll à la «Spiegel» Weltläufigkeit ausdrücken, Detailtreue: «Die kanadischen Beamten stecken Mengs Huawei-Telefon, ihr iPhone, ein roségoldenes iPad und ein rosafarbenes Macbook in Sicherheits­taschen, die jeden Versuch, sie aus der Ferne zu löschen, unmöglich machen.»

So beschreibt die «Republik» die Verhaftung der Finanzchefin von Huawei, der Tochter des inzwischen milliardenschweren Firmengründers in Kanada. Im Gegensatz zu Relotius beim «Spiegel» räumt die «Republik» immerhin ein, das von «Wired» abgeschrieben zu haben. Dann muss es ja stimmen.

 

Garniert mit dem üblichen «Republik»-Gedöns

Garniert werden diese anonymen Beschuldigungen mit dem üblichen «Republik»-Gemüse. Anschuldigungen, Dementis, Vorwürfe, von Huawei bestritten. Aber das gibt natürlich den Geräuschteppich für die These: Huawei ist ein ganz übler Ausbeuter. Ein wunderbares Beispiel: Dem «Recherche-Netzwerk» ist eine Excel-Tabelle in die Hände gefallen, in der die Arbeitszeiten von europäischen Mitarbeitern eingetragen sind. Könne man nicht meckern, räumt die «Republik» ein, auf dem Papier sehe alles ordentlich und gesetzeskonform aus.

Wer ahnt das Aber? Natürlich, anonyme Ex-Mitarbeiter behaupten, in Wirklichkeit werden die Arbeitszeiten nicht eingehalten, besonders, wenn ein Grossprojekt vor dem Abschluss stünde. Dann würden sogar, unglaublich, zusätzliche Kräfte aus China eingeflogen. Das kann vielleicht der Grund dafür sein, dass Huawei im Vergleich zu seinen Mitbewerbern als ausnehmend pünktlich gilt. Wer schon einmal mit gröberen IT-Arbeiten zu tun hatte, weiss, was das wert ist.

Leider ist die «Republik» wie Antifalten-Creme

Nebenbei: Militärischer Jargon in einer Firma, die von einem Militär gegründet wurde, die eine oder andere Schweinerei gegenüber fast 200’000 Mitarbeitern: unbestritten, üblich; mit drei anonymen Zeugen und viel Geraune nicht im Ansatz als systemisch bewiesen.

Es ist Meyer zu gönnen, dass seine Lektüre der «Republik» verjüngend auf ihn wirkt. Nur: auf den Wahrheitsgehalt von deren Storys sollte er sich nicht verlassen.

 

 

Was Pietro Supino antworten könnte

Die 12-teilige Republik-Serie über Pietro Supino musste ohne seine Antworten auskommen. Wir helfen nach.

«Tamedia Papers – eine Familie, Geld, Macht und Medien» heisst die Serie epischer Länge auf republik.ch (übersetzt) und auf heidi.news (en français). Die 12 Folgen wurden vor Weihnachten publiziert.

Immer wieder ist dort die Rede davon, dass «Tamedia-Verleger Pietro Supino» die ihm gestellten Fragen nicht beantworten wollte.

Bemerkenswert ist, dass Pietro Supino im Einstieg zur Artikelserie als «Tamedia-Verleger» bezeichnet wird. Dabei ist er Verwaltungsratspräsident TX Group mit den Unternehmenseinheiten Ventures, TX Markets, Goldbach, Tamedia und 20 Minuten. Alles selbstständige Firmenteile der TX Group. Wollte Supino den ellenlangen Fragenkatalog nicht beantworten, nur weil schon seine Funktion unrichtig bezeichnet wurde? Republik.ch und heidi.news argumentieren so: «Im August stimmte dieser einem Interview zu. Dann bat er darum, die Fragen im Voraus zu erhalten – diesem Wunsch sind wir nachgekommen. Schliesslich teilte er mit, er wolle zuerst die Veröffentlichung der Serie abwarten. Wir publizieren deshalb hier alle offenen Fragen».

Für ZACKBUM.ch ist klar: Die 32 Fragen wirken wie zufällig aneinander gereiht. Stringenz sieht anders aus. Zudem sind nicht wenige Fragen sehr suggestiver Natur. Das war wohl mit ein Grund, warum Pietro Supino bisher nicht antwortete. Oder er wollte sich einfach die langen Texte nicht antun, auch wenn sie in 12 Megabrocken aufgeteilt waren.

Keine Lust, keine Zeit? ZACKBUM bietet seine Hilfe an. Und hat- Achtung Satire – mögliche Antworten vorbereitet.

Persönliche Fragen:

  1. Herr Supino, Ihr Konzern hatte vor Ihnen nur vier Verlagschefs. Das ist bemerkenswert. Welcher Ihrer vier Vorgänger hat Sie am stärksten beeinflusst?

Ich möchte niemandem auf die Füsse treten. Aber hätte mich auch nur einer meiner Vorgänger beeinflusst, wären wir jetzt pleite.

  1. Stimmt es, dass Ihre erste wichtige Mission als Mitglied des Verwaltungsrates darin bestand, Tamedia im Oktober 2000 durch den Börsengang zu steuern?

Ja. Und weil viele Mitarbeitende Aktien zeichneten, war der finanzielle Flop verkraftbar.

Welche Rolle spielte der Berner Verleger Charles von Graffenried in Ihrem beruflichen und persönlichen Werdegang?

Er war für mich eine Art Vaterfigur. Da bin ich ähnlich gewickelt wie Roger Köppel.

  1. Gibt es eine Vorbildfigur in den Medien oder im Journalismus, der Sie Bewunderung entgegen­bringen und von der Sie sich inspirieren lassen?

Tatsächlich hatte ich früher Vorbilder. Aber wenn man zuoberst steht, muss man sich jeden Tag von innen heraus inspirieren lassen.

  1. Was hat Sie während Ihrer Ausbildung an der Columbia Journalism School geprägt?

Mit Disziplin kommt der Erfolg.

  1. Sie wurden von den Mitgliedern Ihrer Familie, die durch einen Aktionärsbindungsvertrag gebunden ist, zum Präsidenten des Verwaltungsrates bestimmt. Ist dies eher eine Ehre oder eine Bürde? Und warum?

Würde bringt Bürde. Aber dank meinem Erfolg muss ich an den Verwandtentreffen nun nicht mehr am Cousinen-Tisch sitzen.

  1. Ein Medien- und E-Commerce-Konzern im Mehrheitsbesitz einer Familie – passt dieses Modell noch in die heutige Zeit?

Absolut. Nur Stämme werden überleben.

  1. Die Mitglieder Ihrer Familie wollen Dividenden, die Redaktionen würden gern in Inhalte investieren. Hat jemand von beiden recht, und wie schlichten Sie diesen Konflikt?

Nur mit schwarzen Zahlen lässt sich verhandeln. Inhalte bringen kein Geld.

  1. Sie gehören dem Verwaltungsrat von Gruppo Editoriale in Prato (Italien) an. Ist dies für Sie ein Mandat mit einer gewissen emotionalen Komponente, das sich mit Ihrer in Italien verbrachten Kindheit verbindet? Oder ist es eher ein Vorzeichen dafür, dass die Zukunft von Tamedia stärker europäisch geprägt sein wird?

Sie haben richtig kombiniert. Hervorragende Frage. Es ist tatsächlich beides.

  1. Nach der Übernahme der Publigroupe 2014 wurde Ihnen intern der Beiname «Smiling Knife» verliehen. Erkennen Sie sich darin wieder?

Kosenamen, auch negative, zeugen immer von einer besonderen Wertschätzung.

  1. Ihre Vergütung als Präsident des Verwaltungsrates beträgt seit mehreren Jahren 1,6 Millionen Franken. Laut der Ethos-Stiftung ist dies das Vierfache der Vergütung, die Leiter grössenmässig vergleichbarer Unternehmen wie Valora, Metall Zug oder Vetropack erhalten, die an der Schweizer Börse notiert sind. Wie begründen Sie diese Vergütung?

Wenn Sie die miesen Zahlen etwa von Valora anschauen, ist meine Vergütung mehr als gerechtfertigt. Oft schwingt bei solchen Diskussionen schlichtweg der Neid mit.

  1. In Ihrer beruflichen Laufbahn (vor 2007) waren Sie an der Gründung von Offshore-Unternehmen und Treuhandgesellschaften beteiligt. Sie haben über dieses Thema auch eine Doktorarbeit verfasst. Das Tamedia-Investigativ­Team hat an gross angelegten Operationen mit dem Konsortium ICIJ mitgewirkt, die diese Offshore-Konstruktionen anprangern. Wie ist es Ihnen gelungen, beides miteinander zu vereinbaren?

Bei uns sind Verlag und Redaktion strikte getrennt. Darauf bin ich sehr stolz. Daher habe ich keinerlei Probleme damit. Solange man mich dabei rauslässt.

  1. Warum stehen Sie der direkten Presseförderung inzwischen wohlwollend gegenüber, nachdem Sie lange den Standpunkt vertraten, diese sei nicht erforderlich?

Die wirtschaftlichen Zeiten haben sich geändert. Vor 12 Monaten war Corona noch eines jener ungeniessbaren Biere, mehr nicht.

  1. Warum stehen Sie der Förderung elektronischer Medien so ablehnend gegenüber?

Wer schiesst schon der Konkurrenz Geld in den Rachen? 

  1. Welche Bedeutung messen die Mitglieder der fünften Generation Ihrer Familie den Medien im Rahmen der TX-Group-Geschäfts-Tätigkeit zu?

Also diese sperrige Frage musste ich zweimal lesen. Schlussendlich geht’s um eine gewisse Rendite. Wir leben nicht von Luft und Liebe. Aber fragen Sie doch bei den anderen Mitgliedern der fünften Generation direkt nach.

Fragen zur TX Group

  1. Auch die Vergütung, die den Mitgliedern der Geschäftsleitung bezahlt wird, liegt über der Vergütung in grössenmässig vergleichbaren und an der Schweizer Börse notierten Unternehmen. Warum?

Nur so bekommen wir die besten Leute, wie schon der ehemalige SBB-Chef Andreas Meyer zu sagen pflegte.

  1. Im März 2013 setzte Tamedia seinen Redaktionen ein Gewinnziel von 15 Prozent pro Titel. Warum legt man ein solches Ziel fest und hält daran fest – wohl wissend, dass mehrere Titel dieses Ziel niemals werden erreichen können? Gilt dieses Gewinnziel noch? Wenn nicht – wann wurde es fallen gelassen und welches Gewinnziel gilt für die Titel gegenwärtig?

Nur hohe Ziele motivieren die Angestellten, dahingehend ihren vollsten Einsatz zu leisten. Die Ziele gelten nach wie vor, wobei 20Minuten wegen anhaltendem Erfolg nun ein machbares Ziel von 20% hat. Ich bin überzeugt, dass Gaudenz Looser und sein Team das mit Brillanz erreicht, ja sogar übertrifft.

  1. Mehrere Führungskräfte oder ehemalige Führungskräfte sagen, die Konzernkosten, die den Titeln von Tamedia/TX Group von den zentralen Diensten von Tamedia/TX Group in Rechnung gestellt werden – und insbesondere die IT- und Mietkosten – seien intransparent und überhöht. Wie werden diese Kosten berechnet?

Sie müssen verstehen, dass solche Internas nicht an die Öffentlichkeit gehören. Nur soviel: Von intransparent und überhöht kann keine Rede sein. Zudem ist es jeder Unternehmenseinheit freigestellt, bessere externe Offerten einzuholen.

  1. Mehrere Führungskräfte oder ehemalige Führungskräfte sagen, der Konzern habe die Kosten für die Feier zum 125-Jahr-Jubiläum des Unternehmens den Medientiteln entsprechend ihrem jeweiligen Personalbestand in Rechnung gestellt, und diese Kosten hätten sich auf bis zu mehrere Zehntausend Franken pro Redaktion belaufen. Ist das zutreffend?

Es ist eher befremdend, solche Diskussionen zu führen. Sehen Sie, einmal wird die Intransparenz kritisiert, dann wieder die Transparenz. Früher wurde die ganze Belegschaft auf eine Mittelmeerkreuzfahrt eingeladen. Da gab es auch Diskussionen. Und bezahlt hat immer der Konzern, wie auch immer intern verrechnet wurde.

  1. Trifft die Behauptung der erwähnten Führungskräfte oder ehemaligen Führungskräfte zu, dass der Konzern – vollkommen rechtmässig – die liquiden Mittel aus seinen Titeln abgezogen hat, um insbesondere die Investitionen des Konzerns in andere Geschäfts­bereiche zu finanzieren?

Sie schreiben schon in der Frage «vollkommen rechtmässig». Also erübrigt sich eine Antwort.

  1. Mehrere Quellen sprechen von der Existenz einer Strategiedebatte im Verwaltungsrat. Müssen die Kleinanzeigen, die sich zu den Online-Plattformen verlagert haben, wie in der Vergangenheit auch künftig weiterhin die Presse finanzieren? Die Quellen geben weiter an, die Diskussion sei dahingehend entschieden, dass die Marktplätze nicht die Presse finanzieren und die Titel ihre eigenen Rezepte entwickeln müssen, um ihren Fortbestand zu sichern. Können Sie bestätigen, dass diese Debatte stattfand und in der beschriebenen Weise entschieden wurde? Und welche Einstellung hatten Sie persönlich zu diesem Thema?

Erster Teil der Frage: Ja. Und ich persönlich? Ich dachte, dieser Fragenkatalog sei weiter oben. Nun gut. Meine Meinung tut nichts zur Sache. Entschieden wurde einstimmig.

  1. Sehen Sie sich als Architekt der Diversifizierungsstrategie des Konzerns, die darauf abzielt, die Tätigkeit der TX Group über den Medien­bereich hinaus auszuweiten – insbesondere durch die Akquisition von Marktplätzen?

Architekt gefällt mir. Sehr schöne Frage. Ja.

  1. Glauben Sie angesichts der Diversifizierung der TX Group und ihrer profitabelsten Aktivitäten, dass der Konzern ein Medienkonzern bleiben wird?

Absolut. Medien ist ein breiter Begriff. Oder würden Sie bei Ringier von etwas anderem sprechen?

  1. Tamedia wurden mehrere Unternehmensübernahmen respektive Management-Buy-outs angeboten – insbesondere für «Le Matin», «Bilan» und «Finanz und Wirtschaft». Diese wurden systematisch abgelehnt, obwohl die betreffenden Titel in Schwierigkeiten steckten. Warum haben Sie diese Buy-outs abgelehnt? Können Sie Beispiele für Investitionen nennen, die konkret zugunsten der genannten Titel getätigt wurden?

Wir setzen stets alles daran, dass unsere Titel florieren. Bei Anfragen für Management-Buy-outs werde ich oft stutzig. Warum wollen die Chefs nun selbstständig weitermachen? Was lief denn bisher falsch? Oft müssen diese sogenannten Chefs dann gehen.

  1. Wird die TX Group im Jahr 2030 noch Print-Zeitungen herausgeben?

Selbstverständlich. Mir schwebt eine Art Cicero vor. Herrlicher Gedanke!

  1. Warum ist «20 Minuten» nicht Teil des Unternehmens Tamedia?

Jeder soll für sich seines Glückes Schmid sein.

  1. Im Jahr 2018 beschleunigte Tamedia den Konkurs von Publicitas, indem Tamedia als erster (und wichtigster) Kunde die Geschäfts­beziehungen zu Publicitas aufkündigte. Im Geschäftsbericht 2018 schreibt CEO Christoph Tonini: «Im Ergebnis enthalten ist unter anderem auch eine Wertberichtigung auf Forderungen in der Höhe von 6,0 Millionen Franken infolge des Konkurses von Publicitas.» Die Verluste bei anderen Verlagshäusern waren mitunter sehr erheblich und im Verhältnis höher als die von Tamedia erlittenen Verluste. Manche dieser Verlagshäuser behaupten, es wäre möglich gewesen, branchenintern eine gemeinsame Lösung zu finden. Haben Sie in Ihrer Eigenschaft als Präsident des Verbands Schweizer Medien alles versucht, eine gemeinsame Lösung zu finden, um die Verluste der anderen Publicitas-Kunden zu minimieren?

Ein sehr sperrige Frage. Nun ja. Das eine hat mit dem anderen nun wirklich nichts zu tun. Als Verbandspräsident habe ich selbstverständlich alles im Rahmen der Möglichkeiten unternommen.

  1. Eine weitere Frage zu Publicitas: Am 11. Mai 2018 sagte Konzernsprecher Christoph Zimmer gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, Tamedia habe zwei Jahre vor dem Konkurs (22. Juli 2016) eine Vereinbarung zur Forderungsabtretung mit Publicitas geschlossen. Dies erkläre den Umstand, dass Tamedia seine Verluste im Vorhinein habe minimieren und gleichzeitig bei der Befriedigung aus der Konkursmasse von einer differenzierten Behandlung profitieren können, die vorteilhafter gewesen sei als die Behandlung der anderen Verlags­häuser. Aus den Unterlagen, die wir einsehen konnten, geht allerdings hervor, dass in dem genannten Vertrag von 2016 die Klausel über die Forderungs­abtretung nicht enthalten war. Diese Klausel soll erst am 16. Januar 2018 in Anhang 6 des zwischen Tamedia und Publicitas abgeschlossenen Rahmen­vertrags hinzugefügt worden sein. Können Sie die Aussagen, die Zimmer gegenüber der SDA getätigt hat, bestätigen?

Absolut. Nächste Frage.

Fragen zum Arbeitskampf bei «Le matin»

  1. Am Abend des 4. Juli 2018 trafen Sie am Rande des Montreux Jazz Festival mit Nuria Gorrite, der Präsidentin des Waadtländer Staatsrats, zusammen. Dieses Zusammentreffen veranlasste Sie, sich grundsätzlich mit einer Vermittlung zwischen der damals im Streik befindlichen Belegschaft von «Le Matin» und der Unternehmensleitung von Tamedia bereit zu erklären. In einem von Serge Reymond unterzeichneten Schreiben schlug Tamedia in der Folge diese Vermittlung aus, ohne sich beim Staatsrat zu bedanken. Der Staatsrat ging so weit, zu behaupten, Tamedia habe die Behörden benutzt, um dem Streik ein Ende zu bereiten. Wie bewerten Sie im Rückblick Tamedias Haltung in diesem Vorgang? Gibt es etwas, das Sie bedauern?

Leider kann ich mich an besagtes Treffen im Detail nicht erinnern. Ich bin mir aber sicher, dass ich keinerlei Versprechungen abgegeben habe. Das ist ein Prinzip, das ich eisern pflege. Und ich fahre gut damit.

  1. Trifft es zu, dass Pierre Ruetschi, der damalige Chefredaktor der «Tribune de Genève», von Tamedia entlassen wurde, weil er sich weigerte, die Namen der Streikenden in seiner Redaktion zu nennen?

Nein.

  1. Der Rechtsstreit zwischen der Redaktion von «Le Matin» und Tamedia dauerte fast zwei Jahre und endete mit einem Entscheid des Schiedsgerichts, der den entlassenen Beschäftigten vorteilhaftere als die von Ihnen angebotenen Bedingungen zusprach. Welche Lehren ziehen Sie daraus mit Blick auf etwaige zukünftige Massenentlassungen?

Kennen Sie den Vergleich mit der Wurst? Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Und: scheibchenweise wird sie auch kleiner.

  1. Steht das Ausscheiden von Serge Reymond bei Tamedia in Zusammenhang mit seinem Umgang mit dem Arbeitskampf bei «Le Matin»?

In keiner Weise. Er war den Anforderungen des elektronischen Transformationsprozesses schlicht nicht mehr gewachsen. Erlauben Sie mir noch ein Feedback zu Ihrer Recherche rund um die TX Group. Bitte kürzen Sie das Ganze auf eine erträgliche Länge zusammen. Dann bin ich durchaus bereit, es zu lesen. Und eine Frage noch: Da ich nun geantwortet habe, schreiben Sie Ihren Text neu?

Das «Republik»-Desaster, Akt 3

124’000 Buchstaben, aber kein einziges nettes Wort über Globegarden.

 

3. Akt: Die «Republik» bleibt beratungsresistent

( Sie finden hier den 1. Akt und hier den 2. Akt)

Letzte Frage an die Autoren der Schmierenkampagne: In Ihren Antworten vor einem Jahr legten Sie Wert auf die Feststellung, dass Sie sich bei Ihren Recherchen «und Konfrontationen mit schweren Vorwürfen an die berufsethischen Standards halten» würden. Wie vereinbaren Sie mit diesen Standards, dass sie bislang von diesem Gerichtsurteil Ihre Leser nicht informierten? «Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.»

«Über etwas nicht zu berichten, bedeutet nicht, berufsethische Standards zu vernachlässigen.»

Leider will sich auch die Geschäftsleitung von Globegarden nicht äussern, aber einfach das Urteil wirken lassen.

Da erhebt sich die Frage, ob es auch auf die «Republik» wirkt. Die alle Unterstellungen der «Republik» widerlegende Untersuchung der Anwaltskanzlei hat die Plattform wenigstens noch versuchsweise kritisiert und somit auch ihren Lesern zur Kenntnis gebracht. Bei diesem vernichtenden Urteil wird’s schon schwieriger. Einem Verwaltungsgericht zu sagen, dass es ein Fehlurteil gefällt hat und völlig daneben liegt, das trauen sich wohl nicht mal die arroganten Schreiber dort.

Eine Anschuldigung nach der anderen verschwindet im Nichts

Das Urteil wird laut Aussage der Gemeinde nicht weitergezogen, ist also rechtsgültig. Machen wir hier Kassensturz. Die «Republik» hat sagenhafte 124’000 Anschläge auf dieses Thema verschwendet. Und es dabei geschafft, kein einziges positives Wort über Globegarden zu schreiben. Die «Republik» hat mit ihrer Kampagne, wie es sich für Schmierenjournalismus gehört, ungebrochen weitergemacht, obwohl eine Anschuldigung nach der anderen im anonymen Nichts verschwand, wo sie auch hergekommen war.

Alles, was die «Republik» – mit Floskeln so eingehüllt, dass es juristisch nicht so leicht anzugreifen ist – an Anschuldigungen erhoben hat, die belegbar sein müssten, also Fälschung von Arbeitsplänen, Anzahl Betreuer oder betreute Kinder, usw., dafür hat die Zeitschrift keinerlei Belege, Beweise, Dokumente. Nur die ewigen «Aussagen von voneinander unabhängigen» Irgendwas.

Es ist also ein weitgehend bis vollständig auf Aussagen anonymer Quellen basierender Skandalbericht, bei dem die (wenigen) Tatsachenbehauptungen keiner Überprüfung standhalten, behauptete Belege zuerst aus Recherchegründen, dann wegen des «Redaktionsgeheimnisses» nicht vorgelegt werden können. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die «Republik», wie im Fall des völlig zusammengebrochenen Riesenskandals an der ETH, null Einsicht zeigt. Ausser, sie wird mit rechtlichen Massnahmen dazu gezwungen.

Dann klagt doch, wenn’s euch nicht passt

Geradezu widerlich wird’s, wenn ein Pfarrer, der in dem ersten grossen Reportagestück der «Republik» in die Pfanne gehauen wurde – nach der Devise: der sieht das sowieso nicht –, darum bittet, dass wenigstens das Foto seines inzwischen verstorbenen Kindes aus der Reportage entfernt wird. Weil es dort als angeblicher Anhänger von Verschwörungstheorien lächerlich gemacht wurde, aber darauf reagiert die «Republik» – einfach überhaupt nicht.

Auch nicht auf Anfragen von ZACKBUM.ch, nach der Devise: Die haben doch nicht das Geld, um uns mit Hilfe eines Anwalts in die Knie zu zwingen, also ignorieren wir solche Sachen gar nicht erst. Was das allerdings mit dem allerorten beschworenen Respekt vor Menschen, Humanismus, Eintreten für Blabla zu tun haben soll, das können sich wohl nur die «Republik»-Macher schönreden und zusammenlügen.

Was ist schon bei der «Republik» üblich

Es erhebt sich allerdings eine weitere Frage, die leider auch nicht beantwortet wird. Gleich zwei in diese haltlose Schmiere verwickelte «Republik»-Kräfte stehen auf der Liste der preiswürdigen Journalisten, die vom «Schweizer Journalist» ausgezeichnet wurden. Da hätten wir Olivia Kühni, Wirtschaftsjournalistin des Jahres. Und Ronja Beck, Newcomerin des Jahres.

Eigentlich ist es in solchen Fällen üblich, dass Journalisten ihre Auszeichnung zurückgeben oder ablehnen, wenn mit ihrer Beteiligung ein solcher Vollflop, ein Desaster, eine unbelegte Rufschädigung aufgrund anonymer Aussagen ehemaliger Mitarbeiter, entstanden ist.

Aber was ist schon üblich bei der «Republik». Vielleicht mal bei Globegarden anklopfen, vertraulich oder sogar öffentlich um Entschuldigung bitten? Nicht nur kleine Korrigenda einrücken, sondern mit einem Zehntel der Anschläge dies und das richtigstellen? Das wäre anständig. Deshalb ist es nicht passiert. Und wird auch nicht passieren.

 

Schluss (aber Fortsetzung wird leider folgen).