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«Grösste Bewunderung für Euren Output»

Roger Schawinski zieht in seinem Doppelpunkt ein positives Fazit nach sechs Monaten ZACKBUM.

«Eigenlob stinkt überhaupt nicht. Ausserdem lobe ich mich nicht selbst. Aber uns bei ZACKBUM», schrieb René Zeyer vor zwei Monaten auf ZACKBUM.ch.

Heute auf Radio 1 gab’s auch Lob. Und zwar recht üppig. Und erst noch aus dem Mund von Roger Schawinski. Dies im Rahmen seiner legendären Doppelpunkt-Sendung auf Radio 1. «ZACKBUM ist erfrischend, ich habe grösste Bewunderung für Euren Output, die Texte sind meist brillant geschrieben, ZACKBUM ist eine Bereicherung für die Schweizer Medien, ich wünsche Euch Durchhaltewillen». Das ist natürlich ein Best-of aus dem 55-minütigen Talk zwischen Roger Schawinski und ZACKBUM-Mitbegründer René Zeyer. Aber immerhin.

«René, wer bist Du?»

«Ich bin etwas Spezielles, ich bin ein freier Meinungsäusserer – wie sonst nur Roger Schawinski und Jean Ziegler», beschreibt sich René Zeyer auf Schawinskis berühmt-berüchtigter Einstiegsfrage. Und schon kommt Schawinskis Nachhaken: Er, Zeyer, werde als arrogant und durchtrieben wahrgenommen. «Eher Neid», kontert Zeyer. Er sei nicht aggressiv, dafür lernfähig.

Die DDR, Cuba und die Lehman Brothers

Im ersten Gesprächsteil lernt man Zeyers Herkunft und Wirken kennen. Etwa, warum sein Vater in die DDR auswanderte. Wieso Zeyer zehn Jahre auf Cuba lebte. Weshalb gewisse Jobs von René Zeyer plötzlich weg waren. Und dass Zeyer für die Schweizer Finanzopfer der ehemaligen Investmentbank Lehman Brothers 150 Millionen mehr Schadenersatz von der CS herausholte.

In die Pfanne hauen als Medizin 

Etwa nach einer halben Stunde dann wird ZACKBUM zum Hauptthema: «Deine Medizin ist, jeden Tag jemanden in die Pfanne zu hauen», stichelt  Schawinski. Für Zeyer ist klar: «Es braucht mehr Chili in der Einheitssauce der Medien». Das folgende Gesprächspingpong ist – zumindest für Medieninteressierte – höchst vergnüglich.

Hier die Höhepunkte, ganz subjektiv aus ZACKBUM-Sicht

Bei der Namensfindung spielte tatsächlich der Alkohol eine Rolle. Mitbegründer Beni Frenkel knallte sein Glas auf den Tisch und sagte: «Zackbum».

Roger Schawinski findet’s erstaunlich, wie produktiv ZACKBUM ist, «produktiver als die Republik, immer gut, oft brillant geschrieben».

«ZACKBUM agiert rein aus Spass an der Freude», so Zeyer, was Schawinski nicht glauben will. «Wer finanziert Euch?» Die Republik habe wie eine Sekte viele Anhänger, Markus Somm mit seiner neuen Plattform «Nebelspalter» 70 Leute, die je 100’000 Franken einschiessen. Zeyer: «Das Hosting von ZACKBUM kostet 150 Franken im Jahr, das Grundlayout der Website kostete 3000 Franken. Ich leistete die Arbeit für den Aufbau, meine beiden Kollegen zahlten».

«Ihr arbeitet offensichtlich Tag und Nacht», urteilt Schawinski. «Das kann doch nicht aufgehen». «Kann es schon», so Zeyer. Man überlege sich nun  eine Vereinsgründung. Grund: Es gebe nicht wenige Leser, die gerne etwas bezahlen möchten für die ZACKBUM-Inhalte. Man spürt durch den Lautsprecher das Staunen von Roger Schawinski. Aber auch den Respekt.

Treffend, das von Roger Schawinski zusammengefasste Geschäftsmodell von ZACKBUM.

«So kann Euch kein Idiot auf den Redaktionen zensurieren»

Und was waren die für René Zeyer erfolgreichsten ZACKBUM-Stories der vergangenen sechs Monate? Jetzt aber reinhören.

Als Bonus 1: 

René Zeyer bei Roger Schawinski im SRF (2013). Prädikat: wertvoll.

Als Bonus 2:

Und noch eine Archivperle von Roger Schawinski: Inoffiziell feiert er aktuell das gut 40-jährige Bestehen seiner Doppelpunkt-Sendung. Darum hier ein Sendeausschnitt von einer der ersten Doppelpunktsendungen von Roger Schawinski, damals natürlich Radio 24. Er nahm am 2.8.1981 den Vereinsvorstand von Free Radio Switzerland (FRCH) in die Zange. Prädikat: besonders wertvoll. 

 

Zeyer bei Schawinski

Nichts für Leute mit IQ < ((25*25)-(12*26))/pi

«Sie beschimpfen Leute schon fast berufsmässig», «Hören Sie doch auf, Sie sind PR-Mann gewesen und nachher Buchautor. Man konnte Ihre Meinung mieten.», «Sie stellen sich als letzte unabhängige Instanz vor. Das ist nicht glaubwürdig.»

Vor sechseinhalb Jahren duellierten sie sich zum letzten Mal: Dr.Roger Schawinski und Dr. René Zeyer. In der Sendung «Schawinski» ging es um die Finanzkrise, Kuba und die Nationalbank.

Diesen Sonntag, 31. Januar, findet auf Radio 1 um 11 Uhr (und in der Wiederholung um 18 Uhr) ein zweites Treffen der beiden Männer statt. Wer die beiden Herren kennt, weiss, dass es nicht um Austauschen von Kuchenrezepten geht. Also, Popcorn kaufen und am Sonntag frühzeitig aus dem Bett!

Es ist nie an der Zeit für persönliche Rachefeldzüge

Und schon gibt’s Zoff bei ZACKBUM.CH.  Jenny Furer kritisiert René Zeyer ganz schön hart.

Als Zackbum gestartet ist, habe ich mich gefreut. Ehrlich und aufrichtig. Ein Online-Medium, hinter dem keine Geldgeber stecken und das unverblümt die Schweizer Medienbranche ins Fadenkreuz nimmt. So etwas braucht die Schweiz. Schliesslich sollen Verlegerinnen und Verleger sowie Journalistinnen und Journalisten nicht schalten und walten, wie sie wollen.

Als meinungsbildende und demokratierelevante Institutionen gehören sie konstruktiver Kritik ausgesetzt. Wo wir beim Punkt wären. Konstruktiv bedeutet eben nicht, dass persönliche Empfindungen und Sympathien die Basis bilden, um zu Frontalangriffen auszuholen. Womit wir bei unserem Autor René Zeyer sind.

René Zeyer ist zweifelsohne ein begnadeter Schreiberling mit langjähriger Erfahrung in der Medienbranche. Seine Talente lässt er aber missen, wenn er alleine bis Anfang September zehn Mal gegen Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik bei «CH Media», ausholt oder wieder einmal im Stil einer persönlichen Abrechnung gegen Andreas Tobler von Tamedia oder Simone Meier von «Watson» wettert. Oder die «Weltwoche», in der er selber schreibt, unkritisch bejubelt.

Es geht in keinster Weise darum, dass Zeyer sich nicht das Recht herausnehmen darf und soll, seine Ansichten zu verbreiten. Meinungen beleben die Debatte. Aber wie heisst es so schön: der Ton macht die Musik. Und in Zeyers Fall eben auch die richtige Dosis.

Wer so häufig auf die gleichen Zielscheiben schiesst, verliert seine Glaubwürdigkeit. Durchaus berechtigte Kritik kann so schnell einmal dem Gefühl weichen, es handle sich um einen persönlichen Rachefeldzug alleine aufgrund nicht vorhandener Sympathien.

Kritik an Journalistinnen und Journalisten verliert so an Glaubwürdigkeit. Sie wird nicht mehr als wichtiges Instrument zur Überwachung der vierten Gewalt angesehen, sondern als Streiterei und Stichelei unter der schreibenden Zunft.

Glaubwürdig ist, wer konstruktiv austeilt – und zwar dort, wo ausgeteilt werden muss und dann, wenn ein Schlag in die Magengrube des Kontrahenten angezeigt ist. Es ist nur fair, um bei der Metapher des Boxkampfes zu bleiben, wenn nicht nur und durchgehend auf den gleichen Gegner eingehämmert wird. Das verstösst nicht nur gegen die Regeln, sondern disqualifiziert den Austeilenden beim Publikum selbst. Er ist es dann, der als unkontrollierbarer Aggressor wahrgenommen wird.

Ein konstruktiver Kritiker darf durchaus seine politische Gesinnung zum Ausdruck bringen, muss es aber nicht und vor allem nicht permanent. Wer nämlich letzteres tut, läuft Gefahr, jegliche Kritik auf Basis politischer Sympathien vorzunehmen. Das raubt dem berechtigten Anliegen seine Legitimation.

Natürlich könnte man mir vorwerfen, dass es auch von mir unfair ist, mit meiner Kritik auf René Zeyer zu spielen. Doch das Versprechen von ZACKBUM.ch ist es schliesslich, «hart auszuteilen und problemlos einzustecken». Dass dieser Text auf dieser Plattform erscheinen darf, beweist immerhin: Die Macher rund um Zeyer haben auch Nehmerqualitäten.

Jenny Furer schreibt unregelmässig für ZACKBUM.CH. Die 25-Jährige arbeitet seit März 2020 als Reporterin beim News-Team von «Bluewin». Sie ist als Berichterstatterin an den Zürcher Gerichten, am Bundesstrafgericht, am Bundesgerichten, sowie an den Gerichten Luzern, Bern, Thurgau und St. Gallen akkreditiert. Vor Bluewin arbeitete sie unter anderem bei «20 Minuten» und den Zürcher Oberländer Medien.

Packungsbeilage: Die ZACKBUM-Redaktion hat diesen Meinungstext eine Weinflasche lang diskutiert. Und im Sinne von «Wer austeilt, muss auch einstecken»,  einstimmig freigegeben. René Zeyer zeigt damit eine seiner weiteren Stärken – nämlich Gelassenheit. Trotzdem und nach Richtlinie 3.8 des Journalistenkodex (Anhörung bei schweren Vorwürfen) hier die (verkürzte) Stellungname des Kritisierten. René Zeyer legt Wert darauf, dass er Hollenstein bisher lediglich 7 mal erwähnt habe. «Jeweils begründet durch ein klar argumentiertes Fehlverhalten».  Und dass an der Abrechnung mit Andreas Tobler etwas persönlich sein soll, stellt Zeyer ebenfalls in Frage. «Stimmt ein einziger meiner Vorwürfe nicht? Hatte er keine Gelegenheit, etwas darauf zu erwidern?», so Zeyer. Und wenn Simone Meier schreibe, Hitler hätte die Juden gecancelt? Das ist für Zeyer definitiv keine persönliche Abrechnung, sie aufs schärfste dafür zu kritisieren.  Und schliesslich «Weltwoche» unkritisch bejubelt. «Das ist reiner Schwachsinn, in meiner dreiteiligen Serie über die Berichterstatttung zum Skandal an der Herzklinik Zürich habe ich Christoph Mörgeli (und mit ihm die WeWo) kräftig abgewatscht. Und wenn das Blatt in diesen Zeiten einen 12-seitigen Kulturteil unter fachkundiger Leitung aus dem Boden stampft, dann verdient das höchstes Lob.»  Ende der Durchsage.