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Weil kein anderer sich traut

Eine inkompetente Redaktorin von Tamedia haut eine Mutter in die Pfanne und glaubt nur der Version des Vaters*.

Sie will anhand eines unzureichend anonymisierten Falles ihre These belegen*, dass immer häufiger Frauen in Kampfscheidungen gemeinsame Kinder so manipulieren, dass sie den weiteren Kontakt mit dem Vater ablehnen.

Das könnte durchaus ein Thema sein. Aber Claudia Blumer verwendet das wohl ungeeignetste Beispiel dafür. Missachtet dabei so ziemlich alle journalistischen Prinzipien.

Bis hierhin ist es das Versagen einer Redaktorin. Die im Artikel nicht angehörte Mutter verlangte Richtigstellung von 14 falschen Tatsachenbehauptungen und untermauert das jeweils mit Gerichtsurteilen, offiziellen Gesprächsprotokollen, Gutachten, usw.

Tamedia lehnt die Publikation ab. Der angerufene Ombudsmann bedauert, sieht aber kein Fehlverhalten seitens Tamedia*. Die gleiche Auffassung vertritt auch Oberchefredaktor Arthur Rutishauser, Res Strehle, Pietro Supino und einige andere, die mit zunehmender Verzweiflung darum gebeten werden, der Mutter wenigstens Gegenrecht zu bieten. Sie reagieren nicht oder abschlägig.

Die mutige Schaffhauser AZ veröffentlichte kurz nach dem Erscheinen des Verleumdungsartikels* bei Tamedia eine Demontage der Behauptungen. Wobei alle Beteiligten Gelegenheit zur Stellungnahme erhielten.

Keine Reaktion von Tamedia*. Wer nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um sich in solchen Fällen Gehör zu schaffen, verzweifelt.

Rainer Stadler, der langjährige Medienbeobachter der NZZ, schrieb über diesen Fall:

«Kurz und schlecht: Das war keine Sternstunde der Tamedia, auf keiner Stufe.»

Stadler wurde in die Wüste geschickt, die Medienseite bei der NZZ existiert nicht mehr. Die beiden Platzhirsche CH Media und Tamedia wollen sich nicht gegenseitig anpinkeln. Solche Fälle sind aufwendig und zeitintensiv, wenn man eine Reportage nicht so hinschludern will wie Blumer. Die übrigen Medienbeobachter in der Deutschschweiz sind entmannt, feige und/oder zum Skelett eingespart.

Also bleibt nur noch ZACKBUM.

Deshalb berichten wir in einer mehrteiligen Serie ab heute über diesen unglaublichen Medienfall. Mit zwei Unterschieden zum Tamedia-Journalismus.

Bei uns hatten alle Beteiligte Gelegenheit zur Stellungnahme.

Wir schreiben nur, was belegt werden kann. Wenn wir ganz selten eine Schlussfolgerung ziehen, weisen wir sie deutlich so aus.

Die Story ist nicht kurz. Aber erschreckend genug, dass sie gelesen werden sollte.

Darum bittet ZACKBUM.

 

*Siehe dazu die Punkte 7 bis 11 des Schreibens von Tamedia.