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MAZ Runner: Die Auserwählten im Labyrinth

Das MAZ arbeitet an Unterrichtsmaterialien für Privatgymnasien. Geldgeber? Unbekannt.

Ich habe zwei Verwandte. Eine kann ausser Ivrith: nichts. Also unterrichtet sie an der Migros-Klubschule Ivrith für Anfänger. Die andere kann noch weniger, aber hat mehrere Kinder. Also passt sie auf andere Kinder auf. Gegen Bezahlung, natürlich.

Was aber machen Journalisten, die keinen Job, keine Lust oder keine Nerven mehr haben? Sie gehen ins MAZ, der sogenannten „Schweizer Journalistenschule“ in Luzern. Die Liste der Dozierenden ist länger als der Flaum von König Drosselbart, länger als die Streichliste von Nathalie Wappler und länger als die längste Praline der Welt, nämlich:  295 Dozentinnen und Dozenten.

Diese 295 müssen irgendwie ernährt werden. Nur die wenigsten taugen etwas als Strassenmusikantinnen und Strassenmusikanten. Wie soll das also funktionieren, in Zeiten von Corona? Nun, zum Glück gibt es viele Projekte, die ein bisschen Geld abwerfen. Zum Beispiel die Initiative «Publizistische Medienkompetenz in Ausbildung und Schule».

Finanzierung noch nicht abgeschlossen

Das MAZ durfte da an Unterrichtsmaterialien mitarbeiten, die ab September an vorwiegend christlichen Privatschulen verteilt werden: Freie Evangelische Schule, Freie Katholische Schule Zürich, Freies Gymnasium Zürich u.a. «Das Programm beinhaltet», so MAZ-Stiftungsratspräsident Res Strehle, «eine Medienwoche mit Erstellung eines journalistischen Beitrags, die Aufbereitung von aktuellen Unterrichtsmaterialien sowie die Weiterbildung von Lehrpersonen und Schülern.»

Das Recherchemagazin «Republik» hätte unter anderem seine Mitwirkung versprochen. Jesus, Maria! Das grössere Problem ist aber die Finanzierung. Sind die Lehrmaterialien denn bereits fertig erstellt? «Nein», schreibt Strehle auf Anfrage, «unser Finanzierungsgesuch für die Aufbereitung aktueller Unterrichtsmaterialien ist bei einer Stiftung hängig.» Welche Stiftung, denn? Vielleicht die Ave-Maria-Republik-Stiftung mit Pfarrer Dünnschiss im Vorstand?

Strehle reicht den Kelch weiter an Herrn Dr. Lucht, vom Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög), das ebenfalls mit an Bord ist.  Man sei zwecks Aktualisierung des Unterrichtsmaterials mit mehreren «Drittmittelgebern/Stiftungen» in Kontakt. «Haben Sie bitte Verständnis», so Lucht, dass man sich erst dann äussern wolle, wenn konkrete Ergebnisse vorlägen.

Wir haben für alles Verständnis. Sind ja nicht unsere Kinder, die gepiesackt werden.