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Coming soon: DACHelles

Das Warten hat sich gelohnt.

Liebe Leserinnen und liebe Leser

Vor etwa zwei Monaten lief unsere letzte Episode auf Youtube. Unglaubliche 1787 Zuschauerinnen und Zuschauer haben zugeguckt. Und es werden täglich vier bis fünf mehr. Dieser Erfolg bestärkt uns, weiterzumachen und Ihnen spannende Wirtschaftsnews aus nächster Nähe zu liefern. Wir sind auch schon im Gespräch mit namhaften Investoren, die sehnlichst darauf warten, unsere Sendung zu finanzieren.

Wir nehmen natürlich nicht jeden und auch nicht den, der am meisten zahlt. Stichwort wie Woman accountability und Social Awarness Score sind uns wichtig. In meinem sehr erfolgreich abgeschlossenen Wirtschaftsstudium habe ich gelernt: Till the drop you flop. Später beim Fernsehen, wo ich die Beliebteste von allen war, habe ich ausserdem erfahren: The next thing is bigger.

Was wir heute schon verkünden dürfen, sind die Themen der nächsten sechs Episoden Wie Sie wissen, haben wir Sie danach gefragt, was Ihnen am meisten unter den Nägeln brennt. And here we are:

Episode 1: Flexilitility in der Arbeitswelt
Episode 2: Awarenesity in der Arbeitswelt
Episode 3: Prioritriosity in der Arbeitswelt
Episode 4: Socialisility in der Arbeitswelt
Episode 5: Sustanibility in der Arbeitswelt
Episode 6: Accountability in der Arbeitswelt

Nice to know: Mit Ackermann konnten wir einen herausragenden Kleider-Ausstatter gewinnen. Valencio Couture wird uns weiterhin föhnen, Dosenbach stiftet die Stilettos, Coop hat uns eine Kaffeemaschine gesponsert und C-Date übernimmt den Limo-Dienst.

Also, nicht mehr lange schlafen und get ready for Entertainment plus Sustanibility!

Eure Pati

#DACHelles: Aus die Maus?

Macherinnen fragen Zuschauerinnen.

Nach sechs Folgen hat sich die Youtube-Wirtschaftssendung #DACHelles bereits in die kreative Pause verabschiedet. Wann die nächste Staffel kommt, bleibt offen. Die drei Macherinnen fragen bereits verzweifelt: «Was sollen wir recherchieren und aufbereiten?» Das sexy Thema «Altersvorsorge» hat da gewonnen. Früher verstanden Frauen unter dem Begriff Heirat.

Die letzte Folge lief am 13. Januar auf Youtube. Kommt die nächste Staffel morgen, in einem Monat, im Jahr 2056? Man weiss es nicht. Das Publikum in Unwissenheit zu verlassen, ist wohl der brutalste Fehler bei einem Sendeformat.

Dabei müsste #DACHelles eigentlich beweisen, dass es auch eine erste Durststrecke überbrücken kann. Die Zuschauerzahlen gingen nämlich kontinuierlich zurück (Stand 26.01.2021): 6753 (erste Episode), 2809, 2013, 2003, 1648, 1329.

Sämtliche sechs Sendungen waren gemäss meedia.de bereits vor dem  9. Dezember gedreht worden: «Sechs Folgen haben sie bereits produziert, im ehemaligen Studio von CNN Money.» Von Aktualität also keine Spur. Ob der bisherige Sponsor Marc Benioff (salesforce) Lust hat, weiterhin Sendungen für 2000 Zuschauern zu finanzieren, bleibt offen.

Wahrscheinlich muss Patrizia Laeri auch nach einer neuen Moderatorin Ausschau halten. Tijen Onaran sammelt dieser Tage 50 oder 100 Millionen Euro. Und zwar für einen Risikokapitalfonds – «nur für Frauen». Da bleibt nicht viel Musse übrig, über Themen wie «Vielfalt» oder «Konsum» zu plappern. Onaran will mit dem vielen Geld Gründerinnen unterstützen. Sie (und Patrizia Laeri) wissen aus Erfahrung: «Frauen haben es schwerer, an Kapital zu kommen.» Auch hier galt früher die Losung: Heirat.

#DACHelles Bay?

Heute einmal ganz kurz drei Fragen:

1.) Wie nennt man das Kleid, welches Frau Onaran bei der letzten Sendung trug? Ein Kommentator tippte auf die Häftlingsanzüge von Guantànamo Bay. Mir kommt eher The Thing in den Sinn.

2.) Warum hat die Wirtschaftsökofachfrau Laeri ihren Brand #DACHelles nicht schützen lassen? Sind die 500 Franken Gebühren zu viel oder läuft die Sendung nur noch dieses Jahr? Die an sie gerichtete Frage blieb unbeantwortet.

3.) Halten die Frauen genügend Abstand voneinander?

Miese Quote für #DACHelles

Drei Engel für garnichts.

Viermal ist das Frauentrio bereits aufgetreten. Rot hat bisher am meisten Zuschauer angelockt, nämlich 6292 (Stand 4.1.2021). Patrizia Laeri und die anderen zwei Moderatorinnen sprachen zum Thema Konsum. Die 40 Kommentare schwanken zwischen «Das Schlechteste, was ich jemals gesehen habe» und «Es ist historisch».

Eine Woche später kleideten sie sich gelb. Das Zuschauerinteresse sank um 70 Prozent auf 2500 Aufrufe. Und wieder eine Woche (diesmal alle in Blau) fiel die Anzahl Klicks nochmals um 40 Prozent auf knapp 1500.

1500 Zuschauerinnen und Zuschauer in zwei Wochen? Bei so viel Prominenz und Goodwil? Da ist sogar das Video «Wie Man Dickdarm Zu Hause Reinigt» beliebter (3168 Aufrufe in zwei Wochen). Von «DIE BESTEN FRITTIERTEN HÄHNCHENTEILE ZU HAUSE MACHEN» ganz zu schweigen (14’286 Aufrufe in fünf Tagen).

Nach vier Folgen muss man leider feststellen: Die Sendung hat zu wenig Inhalt, Witz und Brisanz. Oder, wie es ein Zuschauer treffend beschrieb: «Was ich hier erhalte, ist Oberflächlichkeit und Rezitieren von 1000 mal Gehörtem.»

Dachschaden?

Ein paar männlich-überflüssige Bemerkungen zu DACHelles.

Eigentlich ist Beni Frenkel unser Sonderkorrespondent für alle Fragen (und Antworten), die mit Leben und Karriere von Patrizia Laeri zu tun haben. Leider sieht es ganz danach aus, als ob sie dem Weg des ehemaligen «Mr. Corona» Daniel* Koch folgen wollte. Obwohl sie entschieden attraktiver ist.

Oder wie sagte schon Napoleon so richtig: Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt. Apropos Schritt; ich bitte um freie Meinungsäusserungen, was nicht nur Fundamentalfeministinnen sagen würden, wenn ein Mann, also ein Schwein, mit diesem Intro eine Wirtschaftssendung angeteasert hätte:

So tackert Laeri in die Sendung.

Genau, pfuibäh würden alle sagen, denen es mit #metoo ernst ist, denen die Reduzierung einer Frau auf High Heels und schöne Beine ein Greuel ist. Nun sieht es aber ganz so aus, als ob Patrizia Laeri darauf steht – und auch ihre beiden Mitmoderatorinnen dazu gebracht hat, High Heels, nur rot oder schwarz ist erlaubt, einen kurzen Rock und einen Business-Hosenanzug anzuziehen.

Aber in Signalrot, bitte. So signalrot wie die Lippen. Nur die Teilnehmerin, die schon rote High Heels trägt, darf dafür einen dezenteren Lippenstift auflegen.

Schluss mit diesen Oberflächlichkeiten 

Aber genug der Äusserlichkeiten, genug des typisch männlichen Blickwinkels. Wobei, ein lustiges Detail sei noch vermerkt.

So sieht der Moderationstisch im Intro-Teaser aus:

CNN Money Switzerland lebt doch weiter?

Und so dann in der ersten Sendung:

Gleicher Tisch, gleiche Frauen, anderer Look.

Da fehlt doch was, da wurde doch was übermalt? Aber was nur? Egal, auch das sind ja Äusserlichkeiten. Vielleicht wollte Laeri zuerst auf ihre tragische Karriere bei CNN Money Schweiz hinweisen, das dann aber doch lieber lassen.

Was Laeri lieber alles gelassen hätte

Gelassen hätte sie vielleicht besser auch, den Namen «DACHelles» aus der Konkursmasse herauszulösen. Das hat nun nichts mit Geschlechterfragen zu tun, denn ein Name ist entweder bescheuert oder nicht. Und der ist bescheuert.

Aber der Inhalt, wie ist es denn nun mit Wirtschaft aus weiblicher Sicht, mit drei Blickwinkeln, für Begriffstutzige erkennbar an den drei Landesflaggen an den drei Tassen vor den drei Damen?

Ich weiss, dafür könnte ich als besonders abschreckendes Beispiel an den Pranger gestellt werden. Aber ich wag’s trotzdem, weil es der Wahrheit entspricht. Ich hatte mir fest vorgenommen, die erste Sendung bis zum Ende durchzustehen. Nein, nicht weil der Tisch durchsichtig ist. Einfach aus Prinzip.

Der Wille war da, aber das Hirn ist schwach

Aber als Laeri nach der Begrüssung ausführte, wie wichtig doch Konsum für die Wirtschaft sei, was männlichen Wirtschaftsexperten bislang entgangen ist, schlief mir bereits der linke Fuss und auch das linke Auge ein. Als sie dann forsch zu ihrer deutschen Kollegin überleitete, und zwar mit der brennend interessanten Frage: Und wie steht’s denn so um die Konsumentenstimmung in Deutschland, da verabschiedete sich auch noch mein rechter Fuss, und das Hirn stellte protestierend den Stoffwechsel ein.

Nur noch aus weiter Ferne hörte ich die Antwort, dass es nicht gut darum bestellt sei, was Laeri dann sogleich unter Ausnützung aller technischen Schikanen eines modernen Studios mit einer entsprechenden Kurve illustrierte.

Theaterkritiker Kerr hat’s bereits auf den Punkt gebracht

Erst lange später erwachte ich aus dem komatösen Zustand, und da war die Sendung leider schon vorbei. Ich weiss nicht warum, aber sie erinnert mich an eine Kurzkritik von Alfred Kerr: «Das Theaterstück dauerte dreieinhalb Stunden. Als wir herauskamen, regnete es. Auch das noch.»

Das kommt mir deswegen in den Sinn, weil mir schon die ersten drei Minuten gefühlt wie dreieinhalb Stunden vorkamen. Und geregnet hat es auch noch.

 

*In der vorherigen Version war der Vorname von Mr. Corona falsch; dank eines aufmerksamen Lesers korrigiert.