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Miese Quote für #DACHelles

Drei Engel für garnichts.

Viermal ist das Frauentrio bereits aufgetreten. Rot hat bisher am meisten Zuschauer angelockt, nämlich 6292 (Stand 4.1.2021). Patrizia Laeri und die anderen zwei Moderatorinnen sprachen zum Thema Konsum. Die 40 Kommentare schwanken zwischen «Das Schlechteste, was ich jemals gesehen habe» und «Es ist historisch».

Eine Woche später kleideten sie sich gelb. Das Zuschauerinteresse sank um 70 Prozent auf 2500 Aufrufe. Und wieder eine Woche (diesmal alle in Blau) fiel die Anzahl Klicks nochmals um 40 Prozent auf knapp 1500.

1500 Zuschauerinnen und Zuschauer in zwei Wochen? Bei so viel Prominenz und Goodwil? Da ist sogar das Video «Wie Man Dickdarm Zu Hause Reinigt» beliebter (3168 Aufrufe in zwei Wochen). Von «DIE BESTEN FRITTIERTEN HÄHNCHENTEILE ZU HAUSE MACHEN» ganz zu schweigen (14’286 Aufrufe in fünf Tagen).

Nach vier Folgen muss man leider feststellen: Die Sendung hat zu wenig Inhalt, Witz und Brisanz. Oder, wie es ein Zuschauer treffend beschrieb: «Was ich hier erhalte, ist Oberflächlichkeit und Rezitieren von 1000 mal Gehörtem.»

Dachschaden?

Ein paar männlich-überflüssige Bemerkungen zu DACHelles.

Eigentlich ist Beni Frenkel unser Sonderkorrespondent für alle Fragen (und Antworten), die mit Leben und Karriere von Patrizia Laeri zu tun haben. Leider sieht es ganz danach aus, als ob sie dem Weg des ehemaligen «Mr. Corona» Daniel* Koch folgen wollte. Obwohl sie entschieden attraktiver ist.

Oder wie sagte schon Napoleon so richtig: Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt. Apropos Schritt; ich bitte um freie Meinungsäusserungen, was nicht nur Fundamentalfeministinnen sagen würden, wenn ein Mann, also ein Schwein, mit diesem Intro eine Wirtschaftssendung angeteasert hätte:

So tackert Laeri in die Sendung.

Genau, pfuibäh würden alle sagen, denen es mit #metoo ernst ist, denen die Reduzierung einer Frau auf High Heels und schöne Beine ein Greuel ist. Nun sieht es aber ganz so aus, als ob Patrizia Laeri darauf steht – und auch ihre beiden Mitmoderatorinnen dazu gebracht hat, High Heels, nur rot oder schwarz ist erlaubt, einen kurzen Rock und einen Business-Hosenanzug anzuziehen.

Aber in Signalrot, bitte. So signalrot wie die Lippen. Nur die Teilnehmerin, die schon rote High Heels trägt, darf dafür einen dezenteren Lippenstift auflegen.

Schluss mit diesen Oberflächlichkeiten 

Aber genug der Äusserlichkeiten, genug des typisch männlichen Blickwinkels. Wobei, ein lustiges Detail sei noch vermerkt.

So sieht der Moderationstisch im Intro-Teaser aus:

CNN Money Switzerland lebt doch weiter?

Und so dann in der ersten Sendung:

Gleicher Tisch, gleiche Frauen, anderer Look.

Da fehlt doch was, da wurde doch was übermalt? Aber was nur? Egal, auch das sind ja Äusserlichkeiten. Vielleicht wollte Laeri zuerst auf ihre tragische Karriere bei CNN Money Schweiz hinweisen, das dann aber doch lieber lassen.

Was Laeri lieber alles gelassen hätte

Gelassen hätte sie vielleicht besser auch, den Namen «DACHelles» aus der Konkursmasse herauszulösen. Das hat nun nichts mit Geschlechterfragen zu tun, denn ein Name ist entweder bescheuert oder nicht. Und der ist bescheuert.

Aber der Inhalt, wie ist es denn nun mit Wirtschaft aus weiblicher Sicht, mit drei Blickwinkeln, für Begriffstutzige erkennbar an den drei Landesflaggen an den drei Tassen vor den drei Damen?

Ich weiss, dafür könnte ich als besonders abschreckendes Beispiel an den Pranger gestellt werden. Aber ich wag’s trotzdem, weil es der Wahrheit entspricht. Ich hatte mir fest vorgenommen, die erste Sendung bis zum Ende durchzustehen. Nein, nicht weil der Tisch durchsichtig ist. Einfach aus Prinzip.

Der Wille war da, aber das Hirn ist schwach

Aber als Laeri nach der Begrüssung ausführte, wie wichtig doch Konsum für die Wirtschaft sei, was männlichen Wirtschaftsexperten bislang entgangen ist, schlief mir bereits der linke Fuss und auch das linke Auge ein. Als sie dann forsch zu ihrer deutschen Kollegin überleitete, und zwar mit der brennend interessanten Frage: Und wie steht’s denn so um die Konsumentenstimmung in Deutschland, da verabschiedete sich auch noch mein rechter Fuss, und das Hirn stellte protestierend den Stoffwechsel ein.

Nur noch aus weiter Ferne hörte ich die Antwort, dass es nicht gut darum bestellt sei, was Laeri dann sogleich unter Ausnützung aller technischen Schikanen eines modernen Studios mit einer entsprechenden Kurve illustrierte.

Theaterkritiker Kerr hat’s bereits auf den Punkt gebracht

Erst lange später erwachte ich aus dem komatösen Zustand, und da war die Sendung leider schon vorbei. Ich weiss nicht warum, aber sie erinnert mich an eine Kurzkritik von Alfred Kerr: «Das Theaterstück dauerte dreieinhalb Stunden. Als wir herauskamen, regnete es. Auch das noch.»

Das kommt mir deswegen in den Sinn, weil mir schon die ersten drei Minuten gefühlt wie dreieinhalb Stunden vorkamen. Und geregnet hat es auch noch.

 

*In der vorherigen Version war der Vorname von Mr. Corona falsch; dank eines aufmerksamen Lesers korrigiert.