Beiträge

Oh Epidemiologin, was sollen wir tun?

Was dem einen Organ sein WHO-Gesandter ist, ist dem anderen die Epidemiologin.

Was CH Media kann, kann der andere Teil des Duopols schon lange. Von Aarau aus befragte man einen völlig unbekannten WHO-Sondergesandten, der eigentlich wegen Körperverletzung angeklagt werden müsste. So schmerzhaft waren seine Allgemeinplätze.

Also suchte Tamedia, muss heute so sein, ein weibliches Gegenstück. Dafür gibt es glücklicherweise Emma Hodcroft. Bekannt aus Funk und Fernsehen, kann man da nur sagen. Wo eine Kamera oder ein Mikrophon ist, da ist gerne auch Hodcroft. Denn sie muss noch etwas aufholen; seit November am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Uni Bern als Postdoktorandin angestellt, hat sie es mit scharfer Konkurrenz zu tun.

Dort arbeitet nämlich auch Christian Althaus, der Corona-Twitter-Star, Mitglied der Wissenschafts-Eingreiftruppe und ganz vorne dabei, wenn es um kurzfristig gültige, aber möglichst plakative Meinungen zur Pandemie geht.

Die Konkurrenz ist hart

Sie holt jedoch auf; diesmal mit einem grossen, langen, um nicht zu sagen langfädigen, langweiligen Interview in Tamedia. Geführt hat es der Corona-Spezialist, Pardon, der Bundeshausredaktor von Tamedia. Der sitzt nämlich auch in Bern, das spart dann ungemein Spesen. Und Corona kann doch nicht nur der Bundesrat, sondern jeder.

Allerdings muss man gleich am Anfang gewisse Qualitätsunterschiede feststellen. Während es CH Media immerhin gelang, dem Interviewpartner ein bedrohliches Titel-Quote zu entringen, schafft es Tamedia nur zu: «Wir haben kein klares Bild über die Fallzahlen». Das darf man als freundliche Aufforderung verstehen, sich den ganzen Rest nicht anzutun.

Ich bin diesem Ratschlag nicht gefolgt. Daher bin ich zurzeit im Besitz folgender Erkenntnisse: «Die aktuelle Abnahme der Fallzahlen kann zum Teil auch darauf zurückzuführen sein, dass weniger getestet wird.» Kann zum Teil, sicher ist’s aber nicht. Aber als Laie würde man sich ja nie trauen, einfach zu sagen: Weniger Tests, weniger positive Ergebnisse, schnarch.

90 Prozent des Interviews haben in vier Wörtern Platz

Weitere Perlen der Wissenschaft: «Die Zahl der Patienten in den Spitälern stagniert auf hohem Niveau oder steigt teilweise noch an.» Letzteres widerspricht nun eindeutig dem Geheul der Task Force oder anderen Unken; laut denen sind die Spitäler ja längst übervoll.

Ich fasse nun 90 Prozent des weiteren Interviews zusammen: «Wir müssen mehr testen.» Weil wir mehr testen müssen. Weil sonst das Bild unklar bleibt. Deshalb müssen wir mehr testen. Sorry, man kommt schwer aus dieser Rille wieder raus.

Am Schluss noch eine Erkenntnis des Bundeshausredaktors

Ganz am Schluss wagt sich der Bundeshausredaktor noch mit einer eigenen Erkenntnis aus der knienden Haltung, die er während des ganze Interviews eingenommen hatte, denn er hat sich schlau gemacht: R liege in der Schweiz wieder bei 0,7. Diese Reproduktionszahl steht dafür, wie viele weitere Personen ein Infizierter ansteckt.

Liegt sie unter 1, das weiss auch ein Politredaktor, dann geht die Infektionsrate zurück. Was ja gut ist und eigentlich dazu führen müsste, vielleicht mal die Milliardenschäden, die der Teillockdown anrichtet, zu beenden. Oder nicht? Oder nicht, sagt Hodcroft: «Wir müssen in der jetzigen Situation sehr vorsichtig sein bei der Interpretation des R-Werts.» Denn, unglaublich, was Epidemiologen alles rausfinden, «es gibt grosse regionale Unterschiede».

Das wurde in der Frage auch nicht bestritten. Zudem sollte es doch vielleicht auch eine schweizerische Politik geben, die auf schweizweiten Zahlen beruht. Aber statt den aufrechten Gang mit kritischen Nachfragen zu lernen, geht der Bundehausredaktor wieder auf die Knie, darf die Wissenschaftlerin noch mit einem kräftigen «einerseits, andererseits» schliessen:

«In einer so verflochtenen Region wie den beiden Basel sollten wohl gleiche Massnahmen gelten. Aber regional differenzierte Massnahmen sind durchaus möglich.» Nichts ist unmöglich. Aber das war mal ein Werbespruch von Toyota.

Nichts ist unmöglich – im Journalismus

Inzwischen gilt das leider vor allem für den Journalismus. Gibt es denn keinen Lichtblick? Doch, einen kleinen. Lange, lange nach NZZaS, nach ZACKBUM.ch, sogar nach persoenlich.com hat auch Tamedia gemerkt, dass eine bedeutende Journalistin, die auch mal im Hause war, gestorben ist. Zwar ist es am 22. November etwas verwegen, im Lead zu schreiben: «Jetzt ist die 96-jährige Zürcherin gestorben.» Das tat Charlotte Peters bereits am 3. November.

Aber bei Tamedia klemmte wohl die Schublade, in der die Nachrufe verstaut sind. Oder, sie war abgeschlossen, und der Schüsselträger bereits entlassen.

 

 

 

 

 

Die Angst vor der Leere

Trump ist am Abklingen, Corona muss bewirtschaftet werden.

«Corona bringt Walliser Bestatter an ihre Grenzen», erschrickt der «Blick». Damit nicht genug: «In Genf stehen die Ambulanzen im Dauereinsatz».

Mehr als praktischer Ratgeber sieht sich «20 Minuten»: «Hilft amerikanisches Anstehen gegen Chaos am Skilift?» Apropos, «Trump kündigt grosse Klagen an», tickert der «Tages-Anzeiger», aber nur mehr mässig an diesem Thema interessiert.

Keine Fertigsaucen wegen Corona

Viel wichtiger ist ihm das Schicksal der «Corona-Kontrolleure», deren ordnende Tätigkeit in einer Reportage in Basel hautnah verfolgt wurde. Besonders am Herzen liegt dem Tagi auch das leibliche Wohl seiner Leser. Deshalb serviert er ihnen ein Interview mit dem «Gault Millau»-Chef: «Wegen Corona plötzlich Fertigsaucen servieren, das geht nicht», dekretiert Urs Heller. Nun, solange überhaupt noch Saucen gereicht werden können …

Wie meist etwas über der Sache steht die NZZ: «Die Experten drängen auf einen landesweiten Teil-Lockdown – streiten sich aber über den Zeitpunkt.» Ob diese Forderung erfüllt wird oder nicht, das erwarten alle Restaurantbesitzer und ihre Köche – mit oder ohne Fertigsauce – mit Bangen.

Der Corona-Test im Medienarchiv ergibt: An diesem Montag hat es das Wort Corona schon am Morgen auf über 1000 Treffer gebracht. Dagegen stinkt Trump mit mageren 274 gewaltig ab.

Auf der Welt ist eigentlich nicht viel los

Sonst ist wie üblich eigentlich wenig los auf der Welt. Ein Bürgerkrieg in Äthiopien, aber das ist ja in dieser Weltgegend völlig normal. Ach, und China verkündet die grösste Freihandelszone der Welt; natürlich ohne Europa oder die USA. Aber was ist das schon gegen die News von CH Media: «Wir kämpfen ums Überleben. Aarau Taxifahrer können nicht auf Unterstützung des Bundes rechnen.»

Eher unentschieden sind daher die grossen Medienhäuser mit ihren unzähligen Kopfblättern, ob sie wie immer drakonische Massnahmen im Kampf gegen die Pandemie unterstützen sollen – oder Erbarmen mit am Rande des Bankrotts stehenden Firmen haben. Für den Aargau, Stammlande von CH Media, ist das natürlich das Schicksal von Knecht Reisen.

Die «Nummer eins im Schweizer Fernreisengeschäft» beschäftigte mal an diversen Standorten über 300 Mitarbeiter. Da bekanntlich die Umsatzeinbrüche in der Reisebranche zwischen 75 und 90 Prozent liegen, muss natürlich auch der Firmeninhaber Thomas Knecht ums Überleben seines Reiseveranstalters kämpfen.

Massenentlassung oder scheibchenweise?

Was bleibt ihm anderes übrig, als Mitarbeiter zu entlassen; ein Reiseveranstalter besteht ja nur aus Büros, Computern und Mitarbeitern. Nun wird ihm aber von den selben Medien vorgeworfen, denen der nächste Lockdown nicht schnell genug und drakonisch genug sein kann, dass er mit scheibchenweisen Entlassungen eine sogenannte Massenentlassung vermeiden wolle.

Das wäre natürlich furchtbar, denn wenn in einem KMU mehr als 10 Mitarbeiter innerhalb eines Monats entlassen werden, dann ist das eine Masse. Und dann? Da muss das Unternehmen ein paar Formvorschriften mehr beachten. Also Meldung ans Arbeitsamt, Konsultation der Angestellten, Bekanntgabe der Anzahl der Entlassenen und des Zeitpunkts. Und, aber einer gewissen Grösse des Unternehmens, ein Sozialplan.

Dagegen soll laut «SonntagsZeitung» Knecht verstossen haben, indem er die Entlassungen auf die einzelnen Unternehmen seiner Holding verteilte. Was zwar völlig legal wäre, abgesehen davon, dass ihm wohl nichts anderes übrigbleibt, aber meckern am Verhalten eines Firmenbosses kommt ja immer gut.

Was gibt’s denn sonst für Themen?

Aber es gibt Lichtblicke, falls dann auch das Thema Corona so ausgelutscht ist, dass es wirklich keinen mehr interessiert. Wegbereitend ist wie immer die NZZ. Sie erfreut den Leser neben all diesen schlechten Nachrichten mit der Würdigung eines historischen Jahrestags. Ohne das geht es auch hier nicht.

Denn vor genau 80 Jahren verurteilte ein Schweizer Gericht zwei Personen zu lebenslänglich Gefängnis. Unerhört, aber das Besondere ist: Sie waren im Juni 1940 vom Deutschen Reich in die Schweiz geschickt worden, um hier Militärflugzeuge zu sabotieren. Aber die Operation «Adler» flog auf. Die Flugzeuge blieben intakt – wobei auch half, dass sie fast nie in Kampfhandlungen verwickelt wurden, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Für die Mobiliar ist Corona kein Thema


Das Mobiliar-Kundenheft schafft das Kunststück, nicht auf die Coronakrise einzugehen.

Kundenzeitschriften sind ein spezielles Segment. Die Redaktion besteht meistens aus einer firmeninternen Gruppe und das letzte Wort hat der CEO. Das kürzlich erschienene «Mobirama» der Mobiliarversicherung (Herbstausgabe 2020) ist darum bemerkenswert, weil Corona praktisch kein Thema ist. Die Titelgeschichte: «Verliebt ins Traumhaus». Im Editorial geht’s um den geplanten Führungswechsel in der Chefetage. Eine Reportage befasst sich mit dem Bau von Wanderwegen «mit Unterstützung der Mobiliar». Die Lektüre ist wie eine Zeitreise in die guten, alten Zeiten vor Corona.

Maskenverbot auf Fotos?

Maskenpflicht scheint bei den Fotosessions nicht zu gelten. Keine einzige der 19 abgebildeten Personen im Heft trägt eines dieser Dinger. Auf der zweitletzten Seite des 16-seitigen Heftes dann der Titel «Wir versichern sogar Ihre Katze». Und weiter: «Wir sind auch bei einem Auslandaufenthalt für Sie da». 11 Versicherungsbeispiele sind aufgeführt. Es fehlt typischerweise Corona. Das hat durchaus Gründe.

Epidemieversicherung gekündigt

Denn gemäss Artikeln in der NZZ am Sonntag und in der Handelszeitung hat die Mobiliar ihren Kunden die Epidemie-Versicherung gekündigt. «Die bisherige Epidemie-Versicherung wird durch eine neue Hygiene-Versicherung abgelöst», heisst es in einem Schreiben, das die Mobiliar-Kunden vor kurzem zugeschickt bekamen. Weiter im Text: «Eine Fortsetzung des bestehenden Vertrags ist nicht möglich. Falls Sie auf die Anpassung Ihres Vertrags verzichten, wird die Mobiliar von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen.»

Zuerst Lob, dann Haue

Kein Wunder, steht kein Wort über das Corona-Thema im «Mobirama». Zwar holte sich die Mobiliar laut der Handels-Zeitung viel Lob in der ersten Corona-Krise. Anders als die meisten Konkurrenten «verstrickte sie sich nach dem behördlich angeordneten Lockdown nicht in Wortklauberei, wonach eine Pandemie keine Epidemie sei». Doch jetzt ist es für Firmen unmöglich, sich gegen einen drohenden zweiten Lockdown zu versichern.

Warum sonst noch fehlt Corona im «Mobirama»? Kundenzeitschriften wie diejenige der Mobiliar haben eine extrem lange Vorlaufzeit. Dazu tragen die komplizierten, hierarchischen internen Abläufe bei. Die Inhalte sind inszeniert und werden oft überteuert von PR-Agenturen beigesteuert. Im Gegensatz zu journalistischen Beitragen dauern die Prozesse gefühlt ewig. Dazu kommen Übersetzungen und juristische Abklärungen. Kein Wunder, hat die Mobiliar entschieden, Corona aussen vor zu lassen.

Immerhin eine Ehrenrettung für die Mobiliar gibt’s: Corona kam in einem Artikel am Rande vor. In einem Portrait über die Unihockeyanerin Chiara Gredig. Corona setzte der Unihockeymeisterschaft laut dem Bericht «ein abruptes Ende». Kein Grund für die Mobiliar, nicht darüber zu berichten. Denn die Mobiliar «engagiert sich für den Hallensport».

Expertokratie in den Medien

Experten warnen, drängeln und fordern. Journalisten ebenso.

Die Medien transportieren zu ihrem Lieblingsthema aktuell eine ganze Ladung von professoralem Geschimpfe.

«Sinnloses Zuwarten», sagt Christian Althaus zum Entscheid des Bundesrats, mit drakonischen Massnahmen noch bis nächsten Mittwoch zuzuwarten. Althaus ist Mitglied der Scientific Covid-19 Taskforce, direkt dem Bundesrat unterstellt.

Was Althaus nicht sagt: Er prognostizierte am Anfang der Epidemie bis zu 100’000 Tote in der Schweiz.«Could this situation have been prevented», twittert ein ehemaliges Taskforce-Mitglied in der Schweizer Umgangssprache Englisch. Matthias Egger verweist dabei im Gestus der beleidigten Leberwurst auf frühere «recommendations». Nach der Devise: nicht auf uns gehört, selber schuld.

Der Berner Epidemiologe ist «frustiert», weil man auf ihn nicht gehört habe. Dass er erschöpft nach wenigen Monaten das Handtuch als Chef dieser Taskforce warf, das sagt er nicht.

Fachidioten finden ungefiltert Eingang in die Qualitätsmedien

Althaus, der es wohl immer noch nicht verwunden hat, den Zweikampf um den am häufigsten auftretenden Wissenschaftler gegen Marcel Salathé verloren zu haben, legt noch einen drauf. Da will doch tatsächlich Bundesrätin Keller-Sutter wissen, welche Kosten die einzelnen Lockdown-Varianten verursachen würden. «Ähm, hätte der Bundesrat nicht sechs Monate Zeit, um diese Rechnungen anzustellen», fragt Althaus spitz.

All dieses Gewäffel findet ungefiltert Eingang in die heiligen Hallen der Qualitätsmedien, also von Tamedia und CH Media. Fachidioten ohne die geringste Ahnung von Ökonomie haben den Nerv, weiter strenge Massnahmen gegen Wirtschaft und Gesellschaft zu fordern. Was sie stattdessen in den vergangenen sechs Monaten alles hätten tun sollen, aber nicht wollten oder konnten, geht dabei auf keine Kuhhaut. Geht da noch einer? Aber immer.

Wenn ein Chefredaktor die Regierung in den Senkel stellt

Schliesslich möchte der neue Co-Chefredaktor des «Tages-Anzeiger» mittels eines Kommentars (hinter Bezahlschranke) der Zürcher Regierung mal so richtig den Marsch blasen, diesen Pfeifen.

Mario Stäuble tritt fulminant den Beweis dafür an, dass ein bösartiger Spruch über Journalisten weiterhin gültig ist: zu allem eine Meinung, von nichts eine Ahnung. «Zürich macht viel zu wenig, viel zu spät», poltert er schon im Titel. «Fatales Signal», die Zürcher Regierung nehme «ihre Führungsrolle nicht wahr», «nicht im Stande», «andere Kantone machen vor, was zu tun wäre».

Am Schluss steigert er sich zum Crescendo und entlarvt noch den wahren Grund für die Lahmarschigkeit der Kantonsregierung: «Sollte die Zürcher Regierung aus Rücksicht auf die Wirtschaft darauf verzichten, das zu tun, was für die Spitäler, die besonders gefährdeten Menschen und für uns alle nötig ist, dann irrt er.»

Geballte Fachkompetenz, getragen von Verantwortungsethik

Wer sich fragt, wen er mit dem «er» meint: Habt Nachsicht, seit es faktisch kein Korrektorat mehr gibt … Stäuble meint damit leider nicht sich selbst, sondern die Regierung. Denn es sei doch völlig klar, «dass die ökonomischen Schäden dann am geringsten sind, wenn die Politik früh, entschieden, klar und für alle nachvollziehbar die Corona-Bremse zieht».

Wir sind beeindruckt von so viel geballter Fachkompetenz. Hier spricht ein Epidemiologe, ein Ökonom und auch ein Ethiker. Allerdings kein Verantwortungsethiker, denn für sein dummes Gequatsche und seine untauglichen Forderungen muss Stäuble im Gegensatz zur Kantonsregierung keinerlei Verantwortung übernehmen.

Aber nachdem er sie nach Strich und Faden niedergemacht hat, was soll denn nun mit dieser Ansammlung von verantwortungslosen Zauderern geschehen? Kollektiver Rücktritt? Öffentliche Entschuldigung an Stäuble? Wird er da Gnade vor Recht ergehen lassen, bekommen sie vielleicht wenigstens eine zweite Chance?

Zürcher «Tages-Anzeiger» fordert: Bern muss übernehmen

Nein, da ist der ehemalige Jus-Student gnadenlos: «Die Kantonsregierung ist nicht fähig, in Eigenregie den Anstieg der Infektionen zu brechen. Bern muss übernehmen.» Hier betritt der Naseweiss mutig absolutes Neuland. Es dürfte das erste Mal sein, dass eine Führungskraft des «Tages-Anzeiger» fordert, dass die Bundesregierung zu Bern gefälligst die Vormundschaft über den Kanton Zürich übernehmen soll.

Ob mit oder ohne Waffengewalt, dass lässt Stäuble offen. Um mit seinen Massstäben zu messen: Wie lange sich Stäuble so noch zuoberst bei der Schrumpf-Redaktion des Tagi halten kann, ist die naheliegende Frage. Die Prognose sei gewagt: weniger lang als die Zürcher Kantonsregierung föderalistisch so weiterregiert, wie sie es für richtig hält.

Die grosse Chance für Stäuble könnte allerdings darin bestehen, dass man ihn weder als Chefredaktor noch als Kommentator wirklich ernst nimmt, und daher seine Einsparung nicht als dringlich auf die Agenda gesetzt wird. Denn wen kümmert’s schon, was er kommentiert, kritisiert oder fordert. Da zuckt sogar das Virus gleichgültig mit den Schultern.

 

 

 

Coronöse Medienvielfalt

Einfalt statt Differenzierung. Eintopf statt Menü.

Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Der Leser ist fassungslos. Kann aber nicht genug kriegen. Ein kurzes Kaleidoskop der Themenbreite der fünf wichtigsten Newsschleudern des Landes.

Zunächst «20 Minuten»

Vorausgesetzt, diese Hitparaden sind tatsächlich gemessen am Leserverhalten, kann man feststellen, dass es mal wieder für den Schweizer nur ein Thema gibt. Ganz knapp schaffen es andere, unwichtige Ereignisse wie die US-Präsidentschaftswahlen noch auf die hinteren Plätze.

Die Hitparade der NZZ

Ansonsten herrscht das klickgetriebene Prinzip: Gib dem Leser, was der Leser will. Nun ist dieses von jedem Verlagsmanager runtergebetete Kalkül so kurzsichtig wie das meiste, was Verlagsmanager so sagen.

Theorie und Praxis

In der Theorie hört es sich toll an: Angebot richtet sich nach Nachfrage, kann man an der Klickzahl messen, also zielt man mit dem Angebot voll in die Nachfrage. Mehr Klicks, mehr Attention, mehr Werbeeinnahmen. Super Sache.

Überhaupt nicht. Fangen wir mal bei den Ratten an, ohne Leser auch nur im entferntesten damit vergleichen zu wollen. Ratten haben ein Belohnungs- oder Lustzentrum im Gehirn. Das ist so eine Art Schaltkreis, der mit Neurotransmittern wie Dopamin funktioniert. Umgangssprachlich deshalb auch als Glückshormon bekannt.

Menschen im Allgemeinen und Leser im Speziellen haben das auch. Nun hat man an Ratten getestet, was passiert, wenn man dieses Belohnungszentrum elektrisch stimuliert. Dafür hat man der Versuchsratte die freie Wahl zwischen zwei Hebeln gelassen. Betätigt sie den einen, gibt’s Futter satt. Betätigt sie den anderen, gibt’s Stimulierung.

«Blick online»

Natürlich verhungert die Ratte lieber, als auf den Futterhebel zu drücken. Was will uns dieses Beispiel sagen? Ganz einfach: Wenn jemand Griessbrei mag, kann man ihm mit Griessbrei eine Freude machen. Die dann irgendwann in Ekel umschlägt, wenn man immerzu und immer wieder Griessbrei anbietet.

Das gleiche Prinzip gilt auch bei den unter Marketing-Leuten so beliebten Meinungsumfragen unter Kunden: Was für Erwartungen haben Sie an unser Produkt? Was würden Sie sich wünschen? In Wirklichkeit zwei völlig bescheuerte Fragen. Die Erwartung ist schlichtweg, dass es seinen Dienst tut, und das zu einem verträglichen Preis. Und Wünsche? Woher soll das der Kunde denn wissen? Aus Hilflosigkeit meint er meistens: na ja, das gleiche Produkt, nur irgendwie besser, dafür billiger.

CH Media

Zurück zu den Lesern als Zielgruppe. Die waten schon seit Tagen in ganzen Seen von Griessbrei, dazu regnet es Griessbrei, sie werden von Werbung zugeschüttet, auf der steht: Noch mehr Griessbrei! Hier gibt es schmackhaften Griessbrei. Nach dem Griessbrei ist vor dem Griessbrei.

Also kann es durchaus sein, dass die Stimulierung des Lustzentrums irgendwann in Unlust umschlägt, in Überdruss, ja in Ekel. Man spricht da auch von Überfütterung. Nun ist es in der jüngeren Mediengeschichte einmalig, dass dermassen monothematisch nur ein Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit abgehandelt wird.

Tamedia

Selbst bei der Finanzkrise von 2008, als immerhin das weltweite Geldsystem knapp vor der Kernschmelze stand, waren die Massenmedien nicht dermassen extrem auf dieses einzige Thema fixiert. Wobei Fixierung nur die eine Seite der Medaille ist.

Fixierung und verwechselbare Ähnlichkeit

Denn neben Fixierung ist auch eine Gleichförmigkeit in der Berichterstattung vorhanden, die vorher nur von kommunistischen Parteizeitungen erreicht wurde. Die Corona-Massnahmen der Regierungen sind zweifellos nötig, Kritik daran ist falsch, wer die Kernzahlen, mit denen all die Massnahmen begründet werden, hinterfragt, ist ein Corona-Leugner.

Wer gar wagt, darauf hinzuweisen, dass schon jetzt unvorstellbare wirtschaftliche Schäden angerichtet wurden, die von einem drohenden zweiten Lockdown noch dramatisch verstärkt würden, ist ein Unmensch, der Finanzielles über den Wert eines Menschenlebens setzt.

Dummheit oder Absicht oder beides?

Und wer – wie der Autor – sich langsam fragt, ob dümmliche Faktenchecks, das ewige Nachbeten und Wiederholen von gleichen Kernbotschaften, von völlig unerheblichen Zahlen nur Ausdruck des elenden Zustands der Massenmedien ist – oder vielleicht auch Absicht dahintersteht, der ist natürlich ein Verschwörungstheoretiker. Und meint sicherlich, das Virus sei von Bill Gates erfunden worden, der es zusammen mit anderen Superreichen allen einpflanzt, um die Weltherrschaft zu erobern.

Tschäksches? Faktencheck!

Hier zeigen Qualitätsmedien, was sie können. Nämlich nicht viel.

Was früher stattfand, bevor ein Artikel das Licht der Welt erblickte, wird im Elends- und Sparjournalismus zu einer eigenen Gattung hochgestemmt: der Faktencheck.

«Faktencheck der Aussagen der Budget-Gegner», trompetet die «Berner Zeitung». Einen «Faktencheck zu den US-Wahlen» bietet SDA an. «Trumps 7 Argumente gegen die Briefwahl im Faktencheck», freut sich «watson» über ein neues Listical. Die NZZ online unterzieht «drei Aussagen zur Zürcher Wohnpolitik» einem Faktencheck.

Wir checken die Corona-Sterblichkeit

Da darf natürlich der Corona-Faktencheck nicht fehlen. Tamedias Newsnet nimmt sich einer brisanten Frage an: «Beträgt die Corona-Sterblichkeit tatsächlich nur 0,27 Prozent?» Auf diese Zahl ist der renommierte Statistiker und Epidemiologe John Ioannidis gekommen. Dahinter steht die nicht weniger renommierte Stanford-Universität, deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ergebnisse in ihr Bulletin aufgenommen und damit höhere Weihen erteilt.

Es handelt sich um eine sogenannte Metastudie, in der Ioannidis weltweit Statistiken kompiliert und ausgewertet hat. Nach Altersgruppen unterteilt beträgt die sogenannte Infection Fatality Rate (IFR), also die Sterberate bei infizierten Unter-70-Jährigen lediglich 0,05 Prozent. Die WHO selbst ging bislang von einer IFR von insgesamt 0,6 Prozent aus.

Das würde ausgedeutscht bedeuten, dass von 2’000 Infizierten unter 70 lediglich einer stirbt. Nun könnte der faktengecheckte Leser sagen, dass es schön ist, dass man das nun weiss, aber: na und? Damit würde der Leser allerdings zeigen, dass er den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden hat.

Sterberate von 0,05 oder von 5 Prozent?

Schliesslich rüstet sich auch die Schweiz für den nächsten Lockdown, mit dem viele KMU, aber auch Airlines und die gesamte Reisebranche endgültig in den Bankrott getrieben werden. Nach der Devise: Wenn nach dem ersten Lockdown noch was steht, dann putzen wir das auch noch weg.

Wenn aber das COVID-19-Virus eine Sterblichkeit verursacht, die im Rahmen einer völlig normalen Grippewelle liegt und die Schweiz auch nicht jedes Jahr die Trottoirs deswegen hochklappt, wieso dann diesmal? Zum Beispiel deswegen, weil das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das auch acht Monate nach dem Ausbruch der Pandemie nicht in der Lage ist, aktuelle und vollständige Zahlen über die Auswirkungen des Virus zu liefern, bei einer Zahl ganz sicher ist: 5 Prozent. «Die Sterblichkeit beim neuen Coronavirus in der Schweiz liegt aktuell bei 5 Prozent», schreibt das BAG, und dann muss das ja stimmen.

Wenn das aber stimmt, dann lägen die WHO mit 0,6 Prozent oder die Stanford-Uni mit 0,27 Prozent um eine Zehnerpotenz daneben. Das ist eine Differenz, um es an einem anderen Beispiel zu illustrieren, wie wenn die Zahl der Arbeitslosen bei 5 Prozent oder bei 0,5 Prozent läge. Oder bei 0,05. Dramatischer Unterschied.

Woher kommen die Unterschiede?

Ein solcher Unterschied lässt sich nicht mit verschiedenen Messmethoden oder wissenschaftlichem Blabla erklären. Der Unterschied ist aber entscheidend, denn wenn es eine dermassen hohe Sterblichkeit im Vergleich zu einer normalen Grippe gibt, dann sind energische Schutzmassnahmen verständlich.

Ist aber die IFR tatsächlich so niedrig wie bei einer Grippewelle, wobei wie immer Menschen über 70 Jahre signifikant stärker betroffen sind, weil im Alter Vorerkrankungen und ein  allgemein geschwächtes Immunsystem dem Virus sein schädliches Tun leichter machen, dann drängt sich eine ebenfalls lebenswichtige Frage auf.

Was steht dann dafür, dass bereits mit dem ersten Lockdown ein wirtschaftlicher Schaden von rund 100 Milliarden Franken angerichtet wurde? Und was genau ist der Grund, die gleiche Abrissbirne nochmals über der Schweiz zu schwenken? Denn einer von den Dreien muss sich gewaltig irren. Ioannidis von Stanford, die WHO – oder das BAG.

Was kümmert’s die Faktenchecker von Tamedia

Nun, da wird die geballte Fachkompetenz des Newsnet sicher Abhilfe schaffen, die Dinge klarstellen. Könnte man meinen. Ist aber nicht so. Der «Faktencheck» zitiert andere Wissenschaftler, die überraschungsfrei die Resultate dieser Studie kritisieren; die Zahlen seien zu tief. Einer dieser Kritiker kam bei eigenen Untersuchungen auf eine IFR von – 0,7 Prozent.

Die US-Gesundheitsbehörde errechnet 0,65 Prozent Sterblichkeit bei Infizierten, das Londoner Imperial College, das schon mit gewaltigen Prognosen von Hunderttausenden von Toten falsch lag, berechnet 0,66 Prozent.

Also kommt der «Faktencheck» zum Ergebnis: «Der Schluss liegt nahe, dass John Ioannidis und sein Team die Corona-Sterblichkeit zu tief bewerten.» Der Grossteil der IFR-Studien sei auf einen Wert von über 0,5 gekommen.

Amtlich: Die Sterblichkeit liegt nicht bei 5 Prozent

Das mag ja durchaus so sein, nur: Wieso kümmert sich der «Faktencheck» nicht um die unsere Corona-Politik bestimmende Zahl, nämlich die des BAG? Könnte es sein, dass Tamedia, nach einer kurzen Phase der etwas kritischeren Berichterstattung, wieder in einem obrigkeitshörigen Bückling erstarrt, Durchgreifen und drakonische Massnahmen fordert, diese irrlichternde Zahl des BAG lieber nicht erwähnen möchte?

Denn ob die Sterblichkeit bei 0,27 oder bei 0,6 oder bei 0,7 liegt: Es ist wissenschaftlich amtlich, dass sie ganz bestimmt nicht bei 5 liegt. Nun ist aber diese hohe Sterblichkeit, zusammen mit der völlig unerheblichen Zahl der täglichen Neuinfektionen, die Entscheidungsgrundlage für einen möglichen zweiten Lockdown in der Schweiz.

Fazit: Tamedia kann auch keinen Faktencheck. Weder vor noch während der Publikation eines Artikels. Diese Karrikatur eines Faktenchecks noch hinter einer Bezahlschranke zu verstauen, das zeugt wirklich von Dreistigkeit.

«Situation wie eine Woche vor dem Lockdown»

Redaktionen sollten filtern und einordnen. Aber womit?

Eine der wichtigsten Aufgaben jeder Redaktion, ja eigentlich ihre Existenzberechtigung besteht darin, Geschehnisse, Berichte, Standpunkte zunächst einmal auf die Folterbank der Analyse zu legen.

Stimmt diese News überhaupt, wer hat sie bestätigt, was ist die Quelle? Könnte es sein, dass der Verbreiter dieser News von Eigeninteressen gelenkt ist? Kann man eine Studie der Erdölindustrie einfach übernehmen, die zum überraschenden Ergebnis kommt, dass Ölheizungen sehr umweltfreundlich sind?

Die entscheidende Aufgabe einer Redaktion ist also, um dem Konsumenten schmackhaft zu machen, dass der bitte schön Geld für eine Leistung ausgeben sollte, die kunterbunte, komplizierte und nicht unbedingt durchschaubare Welt verständlicher zu machen.

Der Fachmann für alles ist von allem überfordert

Einordnen, gewichten, analysieren, Zusammenhänge herstellen, filtern. So sollte es sein, so ist es längst nicht mehr. Mangels Ressourcen. Mangels Kompetenz. Mangels Fachkenntnissen.

Die heutigen Journalisten sind keineswegs blöder als ihre Vorgänger in besseren Zeiten. Aber wer pro Tag mindestens zwei bis drei Online-Meldungen und dann schon auch noch ein Stück für die Printausgabe raushauen muss, hat schlichtweg keine Möglichkeit, sich einer Meldung vertieft anzunehmen.

Insbesondere, wenn ein vorgefertigter Text der letzten Schweizer Nachrichtenagentur, Keystone SDA, reinflattert. Insbesondere, wenn darin ein Experte, eine Koryphäe zitiert wird. Und da die meisten Zeitungen mit ihren Zentralredaktionen die gleichen Probleme haben, irrlichtert dann der gleiche SDA-Artikel höchstens mit einem leicht abweichenden Titel versehen, durch alle Medien.

Hat die Schweiz schon wieder die Kontrolle verloren?

Die Wahrheit ist konkret, also nehmen wir die Berichterstattung über den «Epidemiologen Althaus». Offenbar ein Fachmann, und wenn der behauptet, die Schweiz habe «die Kontrolle» über die Panedemie verloren, wenn der «auf rasche Massnahmen» drängt, dann ist aber ordentlich Feuer im Dach.

Die «SonntagsZeitung» (Artikel hinter Bezahlschranke) gibt ihm in einem Interview eine grosse Plattform, um unwidersprochen seine Unkenrufe auszustossen. Es gehe mal wieder um jeden Tag, es müsse gehandelt werden, dringlich, es sei unverständlich, dass die Verantwortlichen das nicht einsähen, warnt Christan Althaus.

Wenn das ein Mitglied der Task Force des Bundesrats sagt, dann sollten wir alle wohl vorsorglich schon mal unser Testament machen, nicht wahr? Nein, das wäre verfrüht.

Das knackige Titel-Quote ist die halbe Miete

Der Journalist ist heutzutage stolz auf sich, wenn er ein knackiges Quote aus einem Wissenschaftler herausgequetscht hat. «Situation wie im Frühjahr eine Woche vor Lockdown», ist das knackig oder was? Das sieht auch SDA so und macht flugs eine Meldung draus, die flugs durch den herbstlich schütteren Blätterwald rauscht.

Wieso sollen auch die beiden Interviewer, der Recherchier-King Oliver Zihlmann und der Bern-Korrespondent Denis von Burg, Erinnerungen an den damaligen Lockdown haben. Ist doch längst Geschichte, vergessen, Schwamm drüber.

Und weil sie keine Ahnung haben, erinnern sie sich nicht daran, dass damals der gleiche Christian Althaus die Öffentlichkeit damit erschreckte, dass es bis zu 100’000 Tote geben könnte, es müsse dringlich gehandelt werden.

Der gleiche Wissenschaftler lag schonmal knackig daneben

Seine damalige «wissenschaftliche» Prognose stützte sich auf Erkenntnisse des Imperial College zu London. Genauer des damals dort tätigen Wissenschaftler Neil Ferguson. Der ging von «bestenfalls» 250’000 Toten in England, 100’000 Toten in Schweden aus. Und Schweden ist bekanntlich mit der Schweiz vergleichbar.

Ferguson seinerseits hatte schon 2002 mehr als 50’000 Tote in England wegen des damals grassierenden Rinderwahnsinns vorausgesagt. Es waren dann weniger als 200. Ferguson wurde schliesslich als Berater der britischen Regierung gefeuert. In seinem Prognosemodell, das «dazu beitrug, Grossbritannien und andere Länder zu drakonischen Lockdowns zu bewegen», entdeckten Fachleute später eine Schwachstelle, die «als der verheerendste Softwarefehler aller Zeiten in die Geschichte eingehen könnte, was die wirtschaftlichen Kosten und die Zahl der verlorenen Leben betrifft».

Ein Fall für «Mister Corona» Daniel Koch

Es erübrigt sich wohl, darauf hinzuweisen, dass in der Schweiz bislang etwas mehr als 1800 Tote wegen Corona zu beklagen sind. Und ein dermassen irrlichternder Wissenschaftler, der sich auf einen anderen irrlichternden Wissenschaftler abstützte, wobei beide zu Prognosen kamen, die dramatisch von der Realität abwichen, hofft nun auf die Vergesslichkeit der Journaille, und spielt sich wieder als der grosse Warner auf.

Das ist ihm unbenommen, Aufmerksamkeit zu erzielen ist ja erlaubt. Aber vielleicht hätten die beiden Tamedia-Koryphäen vor dem Interview sich von «Mr. Corona», Daniel Koch, etwas briefen lassen sollen. Der nimmt zwar stolze 350 Franken für die Beratungsstunde, aber dann hätten die beiden vielleicht wenigstens eine einzige intelligente oder kritische Frage stellen können.