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Der bezahlte Tourist

Kriegt Grütter keinen anständigen Lohn?

Viele Männer, aber auch Frauen, fragen sich immer wieder: «Wo ist eigentlich dieser schöne Silvan gelandet? Also dieser Blonde von «Expedition Robinson»?»

Ist er Lifestyle Manager von «Feel your body» geworden? Oder hat er endlich die Stelle als Customer Service Manager Fashion bei «Little secrets – by man» erhalten?

Nein, Silvan Grütter ist seit 2017 Chefredaktor der Coopzeitung. Wie anstrengend ist dieser Job? Sehr anstrengend. Wie viel verdient man als Chefredaktor der Coopzeitung? Wahrscheinlich wenig.

Verständlich also, dass Silvan Grütter vor wenigen Tagen nach Mexiko flog. Grütter, immer Journalist, schrieb einen Reisetext über Mexiko. Das Land liegt gemäss Global Peace Index auf dem 24. Rang der gefährlichsten Länder der Welt, ein Platz vor Iran. Bei den Coronatoten sieht es nicht besser aus. Mexiko hat in Relation zur Einwohnerzahl fast doppelt so viele Coronatote zu beklagen als die Schweiz. Grütters faktenverdrehter Titel: «Mexiko: Ein sicherer Wert»

Gratis-Reise

Die Reise dorthin wurde ihm bezahlt. «Der Autor reiste auf Einladung von Edelweiss nach Mexiko». Das erklärt vielleicht ein bisschen Grütters Überschwang der Freude. Bezahlte Reisen und Alkohol trüben die Sinne. Aber was bedeutet eigentlich «auf Einladung»? Lag in Grütters Briefkasten ein Brief  mit Gutschein der gebeutelten Airline?  Leider nicht. «Herr Grütter», so Edelweiss auf Anfrage,  «hat uns bezüglich dieser Reise angefragt.»

Der ehemalige «Robinson»-Moderator ist auf jeden Fall begeistert. «Was ich in Mexiko sah, war erstaunlich: Hygiene- und Abstandsregeln wie bei uns. Aber in freundlich.» Grütter erlebte in seinem Urlaub die Mexikaner als «Meister der Gelassenheit, der Improvisation und der Selbstverantwortung.» Seinen 2,5 Millionen Lesern schlägt der Chefredaktor deshalb vor,  «ruhig eine Scheibe ab(zu)schneiden.»

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA ist etwas nüchterner. Es schreibt in seinen Reisehinweise für Mexiko: «Frustrationen der mexikanischen Bevölkerung über die von der Regierung verordneten (Corona-)Massnahmen führen vereinzelt zu Unruhen. Die zunehmende Arbeitslosigkeit und Armut hat einen Anstieg von Kriminalität zur Folge.»

Bundesrat gegen Auslandreisen

Das Land der Gelassenheits-Meister stehe aktuell nicht auf der Quarantäneliste, schreibt el jefe Grütter. Was er nicht schreibt: «Der Bundesrat rät, bis auf weiteres auf nicht dringliche Auslandreisen zu verzichten.»

Noch ein Gläschen Tequila, Herr Grütter? «An den Stränden (von Cancún) herrscht keine Maskenpflicht», schreibt der Reisejournalist. Woher stammt denn diese Info? Die Coronazahlen von Cancún steigen. «The Mexicanist» schrieb am 16. November, ein Tag vor Erscheinen der Coopzeitung: «The opening of beaches, hotels, and tourist areas is gradual, with safety protocols, the use of masks, and social distance.» Und auch sonst herrscht nicht nur Sonnenschein in der Touristenstadt. Fast täglich berichten Medien über die dort herrschenden gewalttätigen Demonstrationen.

«Reisen erweitert den Horizont. Auch in Zeiten von Corona.» (R. Grütter). Wir empfehlen dem Reiselustigen die Lektüre der Doppelseite 14/15 in der aktuellen Coopzeitung. Da geht es um einen Gletscher in der Schweiz. Wir finden sicher noch einen Reisesponsor. Herr Grütter, fahren Sie Auto? Gut. Fahren Sie kein Auto? Auch gut. Das Postauto kutschiert Sie ebenfalls zum Gletscher. Und während der Fahrt nicht vergessen: El camino es la meta – Der Weg ist das Ziel.

Silvan Grütter wollte auf die Fragen von ZACKBUM.ch nur off-the-record Stellung nehmen. 

Die heilweisse Welt der Coopzeitung

Hat die Zeitung ein Problem mit Schwarzen?

Silvan Grütter ist im Chefredaktoren-Quartett der Schweiz nicht der Supertrumpf.  Aber in Sachen Auflage schlägt seine Coopzeitung alle anderen Mitspieler. Das Blatt hat nämlich eine gigantische Auflage von über 1,8 Millionen. Die Coopzeitung liegt aber nicht nur überall herum, sie mutiert manchmal auch zu einem Monster. Die Gratiszeitung wiegt mit den zusätzlichen Flatterbeilagen bis zu 600 Gramm.

Ich habe einmal bei der Medienstelle nachgefragt, ob meine Kalkulationen stimmen, dass nur schon die Heftklammern der knapp 100 Millionen Coopzeitungen pro Jahr ein Gewicht von 2 Tonnen ergeben. Die Medienleute antworteten mit:

Die Grössenordnung stimmt.

Entweder lag ich richtig oder die Fritzen waren zu faul, nachzurechnen. Wie auch immer, Silvan Grütter ist ein sympathischer Kerl, der auch schon überall war. Das Beste an der Zeitung sind natürlich die herrlichen Kochrezepte und die fantastischen Ausflugstipps. Mindestens so herrlichfantastisch sind aber die launigen Editorials von Grütter.

Die sind fast immer so erfrischend wie ein Betty Bossi Fairtrade Multifruchtsaft (in fast jeder Coop-Filiale für nur Fr. 3.80 erhältlich). Und gut ist, dass Grütter kein Rechtsradikaler oder Negerhasser ist. Der Chef aller Coop-Redaktoren schreibt zum Beispiel: «Meine Schweiz kennt keine Grenzen und keine Ausländer» (aus dem Editorial 5/2019)

Der lustige Moderator der legendären Realityshow «Expedition Robinson» kennt keine Ausländer? Ist das der Grund, warum er keine Ausländer auf das Cover der Coopzeitung setzt?

183 Chancen, 0 verwirklicht

Seit seinem Einstieg ( 15/2017) sind 183 unvergessliche Ausgaben der Coopzeitung erschienen. Helles Bier schafft es manchmal häufig auf Seite 1. Weisse Männer aber noch mehr (50 mal). Am liebsten hat Grütter aber weisse Frauen (87 mal). Schwarze sind in den 183 Ausgaben hingegen noch nie aufs Cover gehievt worden.

Grütter wollte die Fragen von Zackbum.ch nicht beantworten. Entweder lag ich wieder richtig oder der Herr Grütter war einfach zu faul, in seinem Epos nachzublättern. Würde ihm aber gut anstehen. Als Chefredaktor der grössten Zeitschrift nicht nur weisse fröhliche Schweizer auf Seite 1 abzubilden, sondern auch schwarze glückliche Schweizer.

Mahaharkt-Forschung

Wenn Medienhäuser ihre Kunden analysieren wollen.

Kann man die Unfähigkeit der Medienmanager an einem schöneren Beispiel illustrieren? Kann man eigentlich nicht.

Bezüglich Abfrühstücken des Werbefrankens im Internet durch die grossen Datenkraken Google, Facebokk & Co., da können sie wenigstens noch einwenden, dass das schliesslich weltweit ein Problem sei. Nach der Devise: Wir sind vielleicht bescheuert, aber die anderen auch.

Aber dieser Einwand zieht nicht bei einem anderen Thema, auch nicht ganz unwichtig. Wer liest die Medienprodukte, wo und wie? Das kann heutzutage, unglaublich aber auch, mit drei Methoden stattfinden.

Im Print gegen Bezahlung oder gratis, im Internet gegen Bezahlung oder gratis, über News-Aufbereitungschannels oder direkt.

Wie analysiert man den versprengten Leser?

Zumindest die ersten zwei Möglichkeiten werden in der Schweiz gemessen. Aber doch nicht einfach so, sonst wäre es ja kein Marketing-Tool für Deppen.

Da gibt es mal die Untersuchung «Total Audiance – die intermediale Währungsstudie». Immerhin hat die WEMF auch schon vom Wort crossmedial gehört. Wieso dieser Verein das Ganze aber Währungsstudie nennt, ist wohl ein süsses Geheimnis.

Dann gibt es noch die MACH Basic Studie. Die misst die Reichweiten der Schweizer Medien, allerdings nur auf Print beschränkt. Warum? Darum. Oder einfach, um die Zahlen mit der Vergangenheit vergleichen zu können. Denn die Existenz des Internets wurde von der WEMF längere Zeit ignoriert. Genauer gesagt bis 2015.

Was ist im Printbereich interessant?

Im Print ist für den Laien höchstens interessant, sollte er das nicht wissen, dass seit Jahren die Coopzeitung (2,4 Millionen) vor dem Migros-Magazin (2,2 Millionen) die mit Abstand meistgelesene Zeitung der Schweiz ist; dann kommt Betty Bossi und der Drogistenstern. Erst auf den Plätzen dann Konsumentmagazine wie Ktipp oder Beobachter.

Wir sind uns aber wohl einig, dass die gesamte Leserzahl nicht uninteressant wäre. Daher eben seit 5 Jahren «Total Audiance». Vorher? Gab’s da schon Internet?

Totale Einschaltquote wird vom gleichen Triumvirat angeführt

Also, hier wird sogar noch nach Print und online aufgeschlüsselt, aber die Gesamtzahlen sind signifikant fürs Ranking. Ähnlich wie bei den Printtiteln hält sich auch hier seit Jahren (oder seit gemessen wird) ein Triumvirat auf den vorderen Plätzen. «20 Minuten», «Blick», Tamedia. «20 Minuten» knackt dabei als einziges Medium die 2-Millionen-Schwelle, der «Blick» die «Million».

Danach folgen Tages-Anzeiger und NZZ. Wobei die NZZ mit online kräftig zugelegt hat; der Tagi erreicht 602’000 Leser, die alte Tante 553’000. Die Frage ist, wieso hier Bund/Berner Zeitung separat ausgewiesen werden, obwohl sie auch zum Newsnet gehören.

Aber wie auch immer, das sind mal einigermassen realistische Zahlen. Bei den Magazinen sieht es ganz anders aus, der Beobachter schwingt mit 1,8 Millionen vor der Schweizer Illustrieren (906’000) obenaus. Wieso das, obwohl Coopzeitung und Migros-Magazin schon alleine im Print mehr Leser haben? Man soll nicht grübeln.

Medien haben immer noch im Print die meisten Leser

Schliesslich ist noch interessant, dass die meisten Medien – grosse Ausnahmen inzwischen die NZZ und «Blick» – im Print immer noch mehr Leser haben als online. Das tut auch im Kässeli gut, weil Einnahmen aus Printinseraten grösstenteils bei den Printherausgebern landen.

Aber wo der Werbemarkt deutlich wächst, das ist natürlich im Internet. Während der Werbekuchen längere Zeit gedrittelt war; je eines Print, TV/Radio und online, plus noch DM und Plakate, wird bald einmal online alleine so gross sein wie der ganze Rest zusammen.

Das heisst dann, dass online mehr als 2 Milliarden Franken umgesetzt werden. Also ausgerechnet dort, wo die meisten Medienhäuser schwach auf der Brust sind. Und sozusagen weiterhin am meisten Geld mit Dampfloks verdienen, während die Elektroloks an ihnen vorbeizischen.

Nach den Werbeeinnahmen werden die Handelsplattformen abgetischt

Noch dramatischer wird es dann, wenn die Verlage merken, dass ihre teilweise für teures Geld gekauften Handelsplattformen, Immobilienanzeiger oder Stellenportale zuerst von Google und Facebook weggeräumt werden, bevor die sich zum Endkampf gegen Alibaba rüsten.

Freude herrscht im Mediengeschäft nur noch bei den Besitzerfamilien und auf der Teppichetage. Die einen ruhen sich auf dem Vermögen aus besseren Zeiten aus. Die anderen machen ein ernstes Gesicht und tun wichtig; als ob sie in den letzten 20 Jahren eine einzige zukunftsfähige Entscheidung getroffen hätten. Was man bei diesen Salären eigentlich erwarten könnte.

Wie beginnt man ein Interview? (Teil 1)

Interviews sind die Billy-Regale des Journalismus.

Einfach und schnell zusammengebaut, wenig Fachkenntnisse erforderlich, kein bleibender Wert. Im deutschsprachigen Raum sind 95 Prozent der Interviews darum überflüssig, in der Schweiz sind es sogar 98 Prozent. Die wenigen Interview-Perlen erkennt man an der Einstiegsfrage. Hier scheitern die meisten Journalisten, zum Teil kolossal. Die erste Frage ist deswegen so schwierig, weil der Interviewer eine ganze Menge reinpacken muss: Interesse, Distanziertheit, Vorwissen, Neugierde. Der Leser muss gleich zu Beginn gefesselt werden. Die erste Frage ist so wichtig wie die Anmachfrage in einem Club.

Wir präsentieren hier in loser Folge gute und schlechte Fragen. Bei den schlechten Beispielen wollen wir die Journalisten aber nicht an den Pranger stellen. Wir alle haben ein paar gute, aber leider mehr schlechte Tage. Uns geht es darum, die misslungenen Fragen zu analysieren und daraus zu lernen. Für Beispiele in beiden Richtungen sind wir dankbar: redaktion@zackbum.ch.

Sex auf Deutsch

Quelle: Süddeutsche (14./15./16. August 2020)
Journalistin: Julia Rothhaas
Gesprächspartnerin: Erica Jong (Sex-Autorin)
Info: Das Gespräch wurde telefonisch geführt.

Einstiegsfrage:

Frau Jong, Ihr erster Roman «Angst vorm Fliegen» erschien 1973 und wurde gleich ein riesiger Erfolg. Die Geschichte erzählt von einer jungen Frau, die sich von ihrer Ehe gelangweilt in eine Affäre stürzt. Seit 47 Jahren werden Sie deshalb als «Königin der Erotik» bezeichnet, der von Ihnen geschaffene Begriff des «zipless fuck», auf Deutsch «Spontanfick», wird in jedem Zusammenhang mit Ihnen erwähnt.

Kritik: Welche Pornos sind gut? Doch nur die vorstellbaren. Welche Interviews sind gut? Auch nur die vorstellbaren. «Ihr erster Roman „Angst vorm Fliegen“ erschien 1973 und wurde gleich ein riesiger Erfolg.» – Welcher Mensch stellt aber solche Fragen? Eigentlich stellt Julia Rothhaas gar keine Frage. Sie quetscht Kurzbio, Buchkritik und Etymologie brutal in drei Sätze. Was fehlt, ist eine Frage. Will Rothhass, dass sich die «Königin der Erotik» wegen des Spontanficks schämen soll? Dann raus mit der Sprache: «Frau Jong, schämen Sie sich kein bisschen?» Bei diesem Interview scheppert aber nicht nur die erste Frage. Jong werden zusammenhanglos eigene und fremde Zitate vorgelegt. Es ist ein Jammer. Und es ist nicht nachvollziehbar, warum die  «Süddeutsche» das Gespräch als «grosses Interview» anpreist. Das stimmt weder von der Länge (26 Fragen) noch vom Inhalt.

Auch sonst erfüllt der Text die Formalien nicht. Die Einstiegsfrage wiederholt Infos aus dem Lead («in den Siebzigerjahren mit dem Roman „Angst vorm Fliegen“ (…)“»), die kurioserweise in einer Personenbox zum dritten Mal wiederholt werden («zwei Jahre später ihr erster Roman „Angst vor Fliegen“, der (…)») Der Lead selbst beschreibt eine Szene (zwei Pudel in der Küche), die in einen Fliesstext gehören.  Verständlich,  dass Jong hilflos antwortet: «Ich erfinde nun mal gerne Wörter.»

Lösungsvorschlag: Die ersten beiden Sätze in einen anständigen Vortext ausgliedern und dann gleich mit dem dritten Satz beginnen:

Sie haben das Wort «Spontanfick» geprägt. Stolz?

 

Die Zauberhand

Quelle: Gastro-Journal (16. Juli 2020)
Journalist: Benny Epstein
Gesprächspartner: Marc Bär (Hotelier im Fextal)

Einstiegsfrage:

Marc Bär, wer Ihr Hotel Fex im Engadin betritt, erlebt pure Magie: Wie durch Zauberhand verfliegt der Alltagsstress. Wo liegt das Geheimnis versteckt?

Kritik: Hier handelt es sich um eine schlechte Einstiegsfrage. Das Gastro-Journal ist natürlich eine Verbandszeitschrift und kein journalistisches Medium. Trotzdem gilt auch hier: Die erste Frage muss sitzen, der Leser darf nicht verarscht werden. Journalisten müssen ihre Hose bis zur letzten Fragen anbehalten. Epstein entledigt sich gleich bei der ersten Frage von seiner Unterhose. Hinzu kommt, dass die Frage gar keinen Sinn macht. Wenn etwas mit der magischen Zauberhand angerührt wird, ist es nicht erklärbar. Magie pur. Epstein fragt hoffentlich auch kein Mädchen: «Du hast so einen magischen Busen. Wo liegt das Geheimnis versteckt?»

Lösungsvorschlag:

Marc Bär, wie schaffen es Hoteliers, dass der Alltagsstress gleich beim Check-In verfliegt?

 

Andreas W. Schmid  – der Beste

 

Quelle: Coopzeitung, 14. Juli 2020
Journalist: Andreas W. Schmid
Gesprächspartner: Martin Suter

Martin Suter, Sie werden immer als der grosse Geschichtenerzähler unster den Schweizer Autoren bezeichnet. Ich wünsche mir deshalb für dieses Interview, dass Sie in jede Antwort eine Geschichte einbauen – und falls doch nicht, erinnere ich Sie daran und Sie müssen nachbessern. Einverstanden?

Kritik: Das ist eine schöne erste Frage. Andreas W. Schmid zählt überhaupt zu den besten Interviewer der Schweiz und vergeudet sein Talent in der Coopzeitung. Warum ist diese Frage gut? Nun, Martin Suter hat in der letzten Zeit unzählige Interviews gegeben. Anlass ist der neue Film über ihn. Die Journalisten, die mit ihm reden durften, konnten dabei ihr Glück nicht fassen. Schmid wahrscheinlich auch nicht. Ihm gelingt aber im Gespräch eine richtige Konversation und keine Lobhudelei. Die Einstiegsfrage gibt gleich den Takt an: Ich frage, sie antworten. Und wenn der Gesprächspartner nicht mitmacht, wird er von Schmid ermahnt: «Sie sollten von Ihrer Karriere als Werbetexter erzählen.»

Es gibt einige Journalisten, die seine häufigen Ich-Fragen anmassend finden, ich nicht. Soll er doch. Das Ergebnis ist fast immer ansehnlich. Der Leser erfährt Biografisches, das sonst nirgendwo steht. Schmid erinnert mich deshalb an Roger Schawinski, der in den Interviews auch viel Gesprächsanteil hat. Aber nicht jeder Journalist kann und soll Schmid oder Schawinski. Das ist nur den Fähigen reserviert.

Fortsetzung folgt

(Anmerkung zur LeserInnenbindung: ZACKBUM.ch freut sich über positive wie negative Beispiele, wobei keine Garantie besteht, dass diese auch erwähnt werden)