Ex-Press XVII

Blasen aus dem Mediensumpf.

Neue Regeln, gleiches Spiel. Wir nehmen uns diesmal eine Auswahl der Schlagzeilen der wichtigsten Medien der Schweiz vor. Da es um Einschaltquote geht, kommen natürlich auch swisscom-News, pardon, blue news oder nau vor.

Zunächst die in München und Zürich erscheinende Süddeutsche

Beginnen wir doch mit unserem Lieblings-Qualitätsmedium, der «Süddeutschen Zeitung». Die erscheint doch in München? Das stimmt, aber sie erscheint inzwischen auch in Zürich.

Das merkt man neben vielem anderen an dem Bericht «So dreist ging die Bande um Jan Marsalek vor». Der Wirecard-Skandal ist in Deutschland immer noch eine grosse Nummer, deshalb hat die SZ hier ihr ganzes Recherchierteam aufgeboten. Was das den Leser im Schweizer Tamedia-Imperium interessiert, ist allerdings schleierhaft.

Ausserdem gibt es immer noch die beiden Überthemen. Bei einem gibt es eine gute Nachricht: «Althaus tritt von Taskforce zurück.» Wunderbar, endlich gibt der Twitter-King der Coronalogen auf, allerdings nicht ohne sich mit einem letzten arroganten Spruch zu verabschieden: «Die Politik muss endlich lernen, der Wissenschaft auf Augenhöhe zu begegnen.» Das mag ja sein, aber wieso soll sich die Politik zu Althaus hinunterbeugen?

Die Ergänzung des Geldonkels: die Impftante

Neben dem Geldonkel beschäftigt Tamedia neu auch eine Impftante. Die beantwortet Leserfragen von Impfskeptikern. Das ist wunderbar. Was allerdings die Kollegen von Claire-Anne Siegrist davon halten, dass sie als «renommierteste Schweizer Forscherin zum Thema» hochgelobt wird?

Und das zweite Überthema? Nachdem alle Chefs von Tamedia und alle deutschen Besserwisser der SZ ihren Senf absondern durften, ist jetzt auch Zita Affentranger dran. Als altgediente Kraft darf sie aus der sicher wohlbeheizten Home-Office-Stube auch noch eine «Analyse» beisteuern. «Warum wir trotzdem stärker sind». Wir? Na, die westlichen Demokratien und Affentranger, über die die «Autokraten jetzt lachen», vor allem über «das Chaos in den USA». Dazu haben sie aber «keinen Grund», donnert ihnen die stärkere Redaktorin entgegen. Da bleibt dann sicher Putin und Xi das Lachen im Hals stecken.

 

Im Überblicks-Modus  über den Tag hinaus

Natürlich kann auch die NZZ die beiden Überthemen nicht ignorieren. Also informiert sie über «die Zulassung des Modena-Impfstoffs auch in der Schweiz» und welche Probleme dennoch bleiben. Sie überlegt sich, ob die lebenslängliche Sperrung des Twitter-Accounts des US-Präsidenten nur zu bejubeln sei oder nicht auch «ein noch nie dagewesener Eingriff in die politische Debatte». Daran werden die Vertreter der freien Meinungsäusserung, aber bitte nur Meinungen, die uns genehm sind, zu knabbern haben.

In dem Teil, wo die NZZ einwandfrei alleine dasteht, bei «Nachrichten vertieft», erteilt sie dem alten Politprofi Wolfgang Schäuble das Wort. Denn der Präsident des Deutschen Bundestags ist ein mit allen Wassern gewaschener Fuchs. Und wie sagte der Chefredaktor der NZZ mal maliziös: Wir bauen unsere Redaktion und Berichterstattung über Deutschland aus, Tamedia baut ihre Zusammenarbeit mit der SZ aus.

Aber auch die Rückkehr der Cleveland Browns in die NFL ist für die NZZ ein Anlass für tiefgründige Betrachtungen. Der 80. von Joan Baez ist ihr ein Ständchen wert, ein anderer Jahrestag ein Essay von Graf Kielmannsegg, ob es denn eine Alternative zur Gründung des deutschen Nationalstaats vor 150 Jahren ausgerechnet in Versailles gegeben hätte.

Eine andere Liga halt.

 

Nun zu Masse statt Klasse

Da hätten wir als meistbesuchte Plattform in der Schweiz, die «blue news», die sich immer noch hinter «bluewin news» verstecken. Die wollen es am Samstag eher krachen lassen. Ihr «Corona Ticker», Schönschreib für «wir hauen einfach Agenturmeldungen raus», vermeldet den Abgang von Althaus und die Überlegungen, die Wirte in der Schweiz doch vom Selbstmord abzuhalten. Dazu «Indonesien // Indonesien»: «Flugzeug mit 62 Menschen verschwunden». Unglücksfälle und Verbrechen ziehen halt immer.

Da bleiben dann noch drei Plätze für Aufmacher: «Randale in Zürich», «Adelboden wegen Corona ohne Zuschauer» und «Beizen proben den Aufstand». News sozusagen ins Blaue geplaudert.

Nau.ch setzt hingegen ganz auf Sport. Adelboden, im «Matchcenter» Ergebnisse der Zweiten Bundesliga, und oben rechts noch ein Aufreger: «SVP will Alain Berset das Corona-Dossier entziehen». Dabei hat Fredi Heer nicht so eine attraktive Glatze wie Berset, und diese Augenbrauen plus die scharf geschnittenen Anzüge mitsamt schmalem Schlips, also das kriegt die SVP einfach nicht hin.

Inklusive «20 Minuten» haben die Leser aller drei Plattformen immerhin die willkommene Gnade, dass sie nicht vom Redaktionsvolontär mit seiner Meinung zu den Ereignissen in den USA belästigt werden. Auch «20 Minuten» setzt auf einen gesunden Mix aus «Corona Ticker», Flugzeugabsturz, Adelboden und, bedauerlich, gibt einer weiteren «Epidemiologin» Gelegenheit, den Warnfinger zu erheben: «Es gibt keinen Grund zum Aufatmen».

Mit vereister Scheibe Bub zweimal überfahren

Bei einem Virus, das die Atemwege und die Lungen befällt, nicht ohne unfreiwillige Komik. Aber die «renommierteste» Wissenschaftlerin war halt schon vergeben. Ein echtes Klick-Monster ist natürlich der erschütternde Artikel: «Bub (2) von Lenker mit vereisten Scheiben zwei Mal überfahren». Muss man sich mal vorstellen, kann man aber nicht: Dieser Unmensch nahm die vereisten Scheiben aus seinem Auto und überfuhr damit einen Bub. Auch noch zweimal.

Wollen wir durch den Mund atmen und einen Blick auf «watson» werfen? Nun gut, die Berichterstatterpflicht. Nachdem hier alle Listicals ausgeschossen sind, auch keinem mehr ein weiterer Kommentar einfällt (das ist wunderbar), lässt man einen Journalisten aus der vermeintlichen Oberliga ran. Ein «Zeit online» Kommentator darf zuoberst bei «watson» das Wort ergreifen und es so lange nicht mehr loslassen, bis auch der letzte Leser abgeschaltet hat, weil keine lustigen Fotos oder Videos kommen, nur eine Buchstabenflut.

Allerdings ist es «watson» wohl entgangen, dass die Mitarbeit bei der «Zeit» nicht automatisch bedeutet, dass der IQ des Schreibers überdurchschnittlich ausgebildet ist. Ganz im Gegenteil, hier hat das Zentralorgan der lustigen Listen schwer in die, na ja, in die Verschwörungstheoretikerkiste gegriffen. Denn der «Zeit»-Mann behauptet doch tatsächlich: «Der Mob, der das Kapitol angriff, ist Teil einer globalen Bewegung, die ihn überleben wird, in den USA wie hier

Da gibt es in der Schweiz nur zwei Alternativen: Die Armee postiert sich mit allem, was sie hat, vor und um das Bundeshaus. Oder aber, wir lachen kurz laut und vergessen diesen Unsinn.

 

Der «Blick» schielt

 

Hatte immer alles im Blick: Marty Feldman.

 

Fast so gut wie Marty Feldman selig. Denn der «Blick» blickt gleichzeitig auf Corona, «Althaus verlässt Corona-Taskforce», BAG-Chefin bittet um «Geduld für die Impfaktion», «Corona-Expertin aus dem Weissen Haus sorgt für Falschmeldung» und «Run auf Impfung». Da sieht man es mal wieder; während in der Schweiz Corona-Experten ausschliesslich für korrekte Angaben sorgen, kann aus dem Weissen Haus ja nichts Gutes mehr kommen.

Apropos, «Diese Capitol-Stürmer winseln nun um Gnade», gibt sich der «Blick» auf den zweiten Blick gnadenlos, «Trump umgeht Twitter-Sperre», «Trump-Fanatiker pöbeln Top-Republikaner an» und erschütternde Bilder: «Hier kämpft ein Polizist mit letzter Kraft gegen den Trump-Mob». Wir hoffen und beten alle, dass er wieder zu Kräften kommt.

Dass der «Blick» allerdings bei Tragödien besser titeln kann als die Konkurrenz, beweist er bei der gleichen Meldung: «Mann (53) überrollt Bub (2) zwei Mal». Warum das passiert ist, versucht der «Blick» nicht auch noch in den Titel zu quetschen, sondern benützt die Oberzeile dafür: «Drama wegen vereister Autoscheibe». So macht man das, meine Damen und Herren von der Konkurrenz.

Schliesslich kann auch der «Blick» jöh, und er braucht nicht mal ein Listical dafür: «Polizei rettet jungen Luchswaisen am Strassenrand».

 

CH Media erschreckt mit einer leeren Handy-Falle

Nachdem wir einmal geschnieft und tief durchgeatmet haben, nun noch CH Media, die andere Hälfte des Kopfblättersalats. Auch hier ist der schimpfliche Abgang von Althaus eine grosse Meldung, aber auch die Forderung, der SVP, dass Berset das Corona-Dossier abgeben soll. Exklusiv weiss aber CH Media: «Bundesräte ärgern sich über Auftritte der Covid-Taskforce». Kleiner Tipp: Wer dieses Gremium von publizitätsgeilen und verantwortungslosen Wissenschaftlern einberufen hat, kann es auch wieder auflösen.

Auch hier fehlt die renommierteste Impf-Spezialistin der Schweiz, denn: «Nur die Hälfte des Aargauer Spitalpersonals will sich gegen Corona impfen lassen». Glänzt denn die auf den Samstag verschobene ehemalige Sonntagszeitung des Konzerns wenigstens mit einem Hammer, einem Primeur, einem Exklusivbericht?

Aber ja. Es geht nichts über einen Artikel aus persönlicher Betroffenheit. Am besten mit einem reisserischen Titel. Bitte sehr: «Wie unser Autor beim Bezahlen mit dem Handy in die Falle tappte». Himmels willen, was ist denn dem armen Raffael Schuppisser passiert? Wurde sein Konto von der Russen-Mafia leergeräumt? Haben die Chinesen einen Trojaner auf sein Handy gespielt? Muss er jetzt monatelang, jahrelang Rechnungen von Pornoshops abstottern? Wurden ihm die ersten fünf Buchstaben seines Nachnamens geklaut?

Wer hat’s erfunden? Das Handy als Portemonnaie

Der Artikel ist dann ziemlich lang, womit er doch deutlich an atemloser Spannung verliert. Besonders, als Schuppisser stolz darauf hinweist, dass er schon 2011 einen Artikel geschrieben habe: «Das Handy wird zum Portemonnaie». Ein Hellseher, Wahnsinn. Aber will er nun Abbitte leisten, das Handy wird zur Falle? Ja nicht zum Bezahlen benutzen?

Hm, nachdem ich mich, was tut man nicht alles für sein Publikum, bis zum Schluss durchgekämpft hatte, singt Schuppisser dort nochmals das Loblied auf das Bezahlen mit dem Handy. Sicher, kontaktlos, problemlos. Aber wo ist denn nun die Falle?

Etwa in der Schlusspointe?

«Der dampfende Kaffee stand schon auf der Bar, da zeigte das Handy einen schwarzen Bildschirm. Kein Akku.»

Der Hammer, ein Brüller, so eine Pointe muss ins Pflichtprogramm am MAZ aufgenommen werden. Nur: Wo ist da eine Falle? Der Autor war einfach zu blöd, sein Handy aufzuladen oder das Ladekabel dabei zu haben. Ah, doch, nach scharfem Nachdenken sieht man die Falle: Er trinkt zwar einen Kaffee, aber der stand auf «der Bar»!

Da wurde der Autor offensichtlich in eine illegale Falle gelockt, denn welche Bar hat denn noch offen? Gut, das war dann keine Falle, sondern ein Intelligenztest für die Leser.

Ich gestehe: Ich hätte ihn fast nicht bestanden.

Schweizer Journalist: Sieber geht

Ein weiteres Opfer der Corona-Krise. Das Bedauern hält sich in Grenzen.

«2020 haben wir auf einen Schlag einen Drittel unseres Anzeigenumsatzes verloren.» So begründet der Herausgeber die Notwendigkeit, dass sich der «Schweizer Journalist» neu aufstellen müsse.

Das bedeutet, dass eine Zusammenarbeit der drei Redaktionen der deutschen, österreichischen und Schweizer Ausgabe nun institutionalisiert wird. 48 Seiten seien nun «ein gemeinsamer Kern», dazu kämen jeweils 36 Seiten «nationale Themen». Damit bleibe man bei alle zwei Monate mit der Werkstatt zusammen bei «mindestens 100 Seiten Brancheninformationen für Journalistinnen und Journalisten».

Dann wird es etwas fantasievoll in der Pressemitteilung. Chefredaktor David Sieber habe in seiner Amtszeit «die Auflage deutlich gesteigert und neue Leserschichten erschlossen». Sagen wir mal so: bei dieser Auflagenhöhe ist auch schon ein Neuabonnent spürbar.

Dass Sieber gleichzeitig den «Schweizer Journalist» als kritische Stimme der Medienbeobachtung hat verstummen lassen, stattdessen den Ruf der jährlichen Preisverleihung des Journalisten des Jahres herunterwirtschaftete und statt nach Verdienst nach Geschlecht ausgezeichnet wurde, was soll’s. Nach knapp zwei Jahren «beendet er deshalb sein Mandat».

Weshalb genau? Wegen zu grossem Erfolg? Wie freiwillig dieser Abgang erfolgte, darauf gibt die Schlussbemerkung Aufschluss. Der SJ werde auch in Zukunft eine «eigene Redaktionsleitung haben. Über die Besetzung wird in den nächsten Wochen entschieden.»

Jetzt bewerben!

Anmeldeschluss 15. Januar für den Zürcher Journalistenpreis – warum die Zackbumler keine Chance haben.

Zackbum-Kollege Beni Frenkel hat nochmals alles gegeben. Ein Interview mit Hannes Britschgi hat er geführt. Und sogar einen Primeur rausgeknallt. «Britschgi macht weiter! Er bleibt Chef der Ringier-Journalistenschule bis 2024.» Unerwähnt im Artikel: Britschgi ist Jurypräsident des Zürcher Journalistenpreises. Doch trotz Schleimspur kommt Beni Frenkel wohl nicht in die Kränze bei der Preisverleihung 2021. Seine Brötchen verdient er bei einem Gratisblatt, wie auch der Schreibende. Das sind keine guten Karten für den Sieg. Doch da wäre noch Zackbum-Kollege René Zeyer. Er hat eine viel eindrucksvollere Vita vorzuweisen. Und er ist investigativ. Er schreibt fast jede Woche etwas Kritisches über Hansi Voigt. Viel Tamtam machen, viel Geld akquirieren und dann weiterziehen. Watson und jetzt Bajour, Millionengräber, die nur dank Quersubventionierung oder Mäzenatentum funktionieren. Doch Voigt ist bestens vernetzt. So sitzt er in der sechsköpfigen Jury des Zürcher Journalistenpreises. Voigt 1, Zeyer 0.

Aber seien wir ehrlich. Ich bin doch nur neidisch, weil ich noch nie etwas gewonnen habe. Nicht einmal den Ovosprint in der Kinder-Skischule.

Der Termin zum Arbeiteneinreichen läuft am 15. Januar ab. Aus der Ausschreibung: Es gibt nur schlechten und guten Journalismusbis hin zu herausragenden Arbeiten. Diese sucht und prämiert der Zürcher Journalistenpreis. 

Infos: https://www.zh-journalistenpreis.ch

 

Du Duden, du, du Dudin

Verstehen Sie Spass? Der Duden knickt ein. Ein Lehrer ist nicht mehr auch eine Lehrerin.

Die Feminisierenden haben eine Pyrrhus-Sieg eingefahren. Also eine Siegin. Die Lage ist ernst. Ein schönes Beispiel dafür, dass man jeden Unsinn nur lange und oft genug wiederholen muss, dann wirkt er.

Bild des Grauens: die Duda, Dudin, Dud/in, DudIn, Dud-In, Dud_in, das Duden, das Dudix, Duden*, Du*den?

Die Online-Redaktion des Dudens hat entschieden, rund 12’000 Personenbezeichnungen zu gendern, wie das moderndeutsch heisst. Für Frauende: Begriffe wie Mieter, Politiker, Zuschauer usw. werden nicht mehr, wie bis anhin, als geschlechtsneutral definiert.

Was schlichtweg bedeutet, dass aus sprachhistorischen Gründen und im Sinne der einfachen Lesbarkeit Lexeme eine generische Bedeutung haben. Hä? Da viele weibliche Formen sowieso von männlichen abgeleitet wurden (ja, genau wie Eva aus der Rippe des Adam), haben viele Wörter neben der männlichen auch eine geschlechtsneutrale Bedeutung. Als Gattungsbegriff. Der Affe ist auch eine Äffin, die Maus ist auch ein Mäuserich.

Also ist ein Arzt auch eine Ärztin, ein Doktor phil I in meinem Fall männlich, aber eine Frau ist nicht Doktorin phil I. Bislang.

Das Genus, nicht wirklich mit Geschlecht zu übersetzen, wurde zum billigen Schlachtfeld, neben der Herrensprache wurde nun auch entdeckt, dass ein maskuliner Genus Frauen unterdrückt, zumindest ausschliesst, da sie nun die Hälfte der Menschheit ausmachen, kann das ja nicht so weitergehen.

Der deutsche Feminismus ist männlich, aber weltweit führend

Leider ist hier der deutsche Feminismus, also besser die deutsche Feminisma, weltweit führend. Weder in Sprachen, die auch zwei oder drei Genera kennen, erst recht nicht in Sprachen, die das nicht kennen, wird ein solch erbitterter Kampf um die Lufthoheit über eine angeblich nicht-diskriminierende Verwendung des Genus geführt wie auf Deutsch.

Allerdings, das ist keine männliche Gemeinheit (das Substantiv ist schliesslich feminin): alle solche Versuche schaffen mehr Probleme, als sie Lösungen anbieten. Wer den Lehrer mit der Lehrerin ergänzen möchte, müsste konsequent auch von Lehrern und Lehrerinnen sprechen.

Wer das tut, schliesst aber alle Menschen aus, die sich als non-binär verstehen, also weder als weiblich, noch als männlich. Das wird zurzeit verzweifelt und mit m/w/d wie divers gefasst, denn die Geschlechter vermehren sich wie die Karnickel, während die Sprache und die Bedürfnisanstalten dieser Entwicklung hinterherhinken.

Probleme lösen, um neue Probleme zu schaffen

Damit hören aber die Probleme nicht auf. Wie steht es dann mit dem von der Freund abgeleiteten Freundeskreis? Sind das nur Männerbünde? Oder das Adjektiv oder Adverb freundlich, drückt das nur männliche Freundlichkeit aus, obwohl die weiblich ist?

Glücklicherweise regen sich nicht nur männliche Sprachwissenschaftler auf, sondern auch weibliche Sprachwissenschaftlerinnen. Die allerdings genauso Sprachwissenschaftler sein können; wenn die Betonung auf ihr Geschlecht gelegt werden soll, hilft das Adjektiv weiblich ungemein. Die Linguistin Ewa Trutkowski versucht schon seit Längerem, gegen diesen Unsinn anzukämpfen.

Sie führt dazu noch das hübsche Beispiel Katze an. Darunter versteht auch niemand im ersten Anlauf nur weibliche Katzen. Sondern generisch neutral Hauskatzen. Erst dann kommt die Assoziation weibliche Katze.

Assoziationstests als Waffe im Genderkampf

Genau mit diesen sogenannten Assoziationstests arbeiten die Befürworterinnen, aber auch Befürworter dieser Fehlinterpretation des Genus. Bei männlichen Gattungsbegriffen würde die Mehrheit der befragten Personen an männliche Individuen denken. Das vernachlässigt aber, dass die Sprache kontextual ist. Also ein Lehrer kann auch ohne weiteres eine Lehrerin sein, je nach Zusammenhang der Verwendung.

Auch Kampffeminisierende sind sich des Problems bewusst, dass die Einführung von Doppelbezeichnungen natürlich alle anderen weiterhin diskriminiert, sogar noch stärker als vorher. Denn wenn Lehrer geschlechtsneutral ist, dann kann sich alles Non-Binäre damit auch angesprochen fühlen. Bei Lehrer, Lehrerin nicht.

Diesem selbstgeschaffenen neuen Problem soll mit weiteren Absurditäten Abhilfe geschaffen werden. Also dem Gender-Sternchen, dem Schrägstrich, dem Binnen-I und weiterem Unfug. Das Problem, dass diese Idiotie nicht mündlich verwendet werden kann, soll durch eine kurze Pause oder gar einen Klicklaut kenntlich gemacht werden.

Beliebt: der Missbrauch des Partizips Präsens

Eine Untergruppe (die, also rein weibliche Mitgliederinnen) propagiert den Missbrauch des Partizip Präsens. Auch der hat sich leider schon da und dort durchgesetzt. Die Mitarbeitenden, die Studierenden, die Regierenden. Unbeschadet davon, dass der bestimmte Artikel im maskulin Plural ein die ist.

Aber statt der Mitarbeiter ermögliche das eben der Mitarbeitende, genau wie die Mitarbeitende. Auch dafür wird eine einsichtige und verständliche Regel gebrochen. Auf Deutsch bezeichnet das Partizip Präsens eine aktuelle, ohne zeitliche Begrenzung ausgeübte Tätigkeit oder Eigenschaft. Wenn also der, ebenfalls die Studierende gerade nicht studiert, dann ist er/sie vielleicht eine Schlafende, Trinkende, Häkelnde, Flirtende, aber keine Studierende.

Es ist wirklich zu hoffen, dass dieser Unfug, der lediglich alte Vorurteile über den weiblichen IQ – nicht nur von Blondinen – fördert, so schnell wieder verschwindet, wie er aufgetaucht ist.

Dania Schiftan: Verwirrung um Doktortitel

Kurzes Vorspiel zum Doktor.

Wenn Journalisten eine Frage zu Orgasmus, Selbstbefriedigung und dergleichen haben, wenden sie sich in der Schweiz am besten an Dania Schiftan. Die Sextherapeutin wurde in Schweizer Medien 2020 mindestens 18 mal befragt. Sie hat damit einen grösseren Output als so manche Republik-Angestellten.

Auf nau.ch widmete sie sich vor ein paar Wochen einigen Mythen. Zum Beispiel Mythos 3: «Frauen kommen nur nach langem Vorspiel». Ein falscher Mythos. Laut Umfrage würden Frauen nur 20 Minuten benötigen, um zu kommen. Das geht ja noch.

Dania Schiftan ist «Dr. phil. in Clinical Sexology (USA)». Auf Infosperber wurde vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass sie in den Medien unter anderem als «Dr. phil.» auftrat. Der Artikel wirbelte viel Staub auf führte zu langem Schriftwechsel mit dem bekannten Medienanwalt Andreas Meili.

Dania Schiftan: kein Dr. phil.

Hauptsächlich ging es im Artikel darum: Schiftan erhielt nie einen «Dr. phil.». Was sie bekam, war ein sogenannter «Doctor of Philosophy in Clinical Sexology» der «American Academy of Clinical Sexology». An dieser Universität im sonnigen Florida dauert der Doktortitel nur 60 Semesterstunden. Swissuniversities, die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen, schrieb auf Anfrage von Infosperber: «Die American Academy of Clinical Sexology ist in den USA nicht akkreditiert.»

Ein richtiger Doktortitel benötigt ein längeres Vorspiel. Für die Promotion und die Doktorarbeit benötigt man in der Schweiz leider nicht 60 Semesterstunden, sondern mindestens drei Jahre.

Weil die Sexuni in Florida nicht mit Cambridge vergleichbar ist, muss Schiftan als «Dr. phil. in Clinical Sexology (USA)» auftreten. Ein sperriger Titel, der aber nötig ist. Patientinnen und Leserinnen müssen bei einem so heiklen Thema genau wissen, welchen akademischen Hintergrund eine Sextante oder Sexonkel aufweisen.

Juristische Schritte

Seit dem Erscheinen des Artikels trat Schiftan in zwei nachgewiesenen Fällen wieder als «Dr. phil» auf. Und zwar auf vitagate.ch und auf bildung-schweiz.ch. Auf beiden Links wurde der falsche Doktortitel mittlerweile behoben, nachdem ZACKBUM.ch Schiftan darauf aufmerksam machte.

Auf Anfrage von Zackbum informiert uns Schiftan, dass sie sich «juristische Schritte» gegen uns vorbehält. Inhaltlich gab sie zur Antwort, dass die publizierte Titelbezeichnung nicht von ihr stamme, sondern vom Textverfasser. Sie habe schon im September um eine Änderung ersucht. Sie sei dem aber nochmals nachgegangen.

Ihre Assistentin schreibt uns:

«Da sie oft in den Medien zitiert wird und ihr Name auch sonst oft verwendet wird, würde es den Rahmen sprengen, alle Nennungen zu überblicken und jedes Mal zu intervenieren, wenn ein Journalist oder sonstiger Verfasser diese Bezeichnung abkürzt, falsch schreibt oder die Titelbezeichnung gleich ganz weg lässt. Wenn es ihr zur Kenntnis gelangt, dass ihr Titel unkorrekt wiedergegeben wird, interveniert sie stets.»

Weil für uns Sex so spannend ist, interessierten wir uns ausserdem für die Doktorarbeit von Schiftan. Sie trägt den Titel: «Sexual Behavior in German Speaking Switzerland». Das wollten die Amis vermutlich schon immer von uns wissen. Während ihrer Zeit an der Uni in Bern schrieb Schiftan übrigens an der «Studie zum Sexualverhalten der deutschsprachigen Schweizer». Schiftan schickte uns ihre Doktorarbeit nicht zu, trotz entsprechender Bitte.

Katastrophen-Sacha reitet wieder

Der Tausendsacha hat auch ein Talent, seinem Spitznamen in eigener Sache gerecht zu werden.

In der Sphäre der Spin Doctors oder Krisenkommunikationsberater sucht sich jeder so seine Nische. Die meisten gehen ihrem Geschäft möglichst lautlos nach, diskret im Hintergrund.

Es gibt zwei Ausnahmen; Sacha Wigdorovits ist die zweite. Er ist als Mann fürs Grobe berüchtigt, der auch nicht davor zurückschreckt, Figuren wie Carl Hirschmann seine Dienste anzubieten und an dessen Seite im TV aufzutreten.

Auch Urs Schwarzenbach hat den Fehler gemacht, Wigdorovits als Berater zu halten. Um sich dann mit seiner Bemerkung, dass er nicht liquide sei, sondern ein armer AHV-Rentner, letzte Sympathiepunkte zu verspielen. Also Schwarzenbach, nicht Wigdorovits, dessen Punktekonto ist unterirdisch.

So sehen Verlierer aus: Wigdorovits und Schwarzenbach beim Verlassen des Bezirksgerichts Zürich.

Schon vor sechs Jahren eine Höchstleistung erbracht

Seine bisherige Höchstleistung erbrachte er im Fall eines Badener Stadtammanns, der gerne Fotografien seines Gemächts aus seinen Amtsräumen verschickte. Der war nun auch bekannt als Unterstützer der palästinensischen Sache, und der Name Wigdorovits wurde 2014 herumgereicht, dass er der Drahtzieher hinter diesem Skandal sei.

Von einem «no comment» arbeitete sich Wigdorovits zu einem Dementi, er kenne die in die Affäre involvierte Frau «nur so gut wie alle anderen, die in den letzten Tagen Zeitungen gelesen und Fernsehen geschaut haben», über ein Dementi und der Androhung juristischer Schritte, wenn behauptet würde, er habe für die Dame Pressekontakte hergestellt, zum scheibchenweisen Einräumen des jeweiligen Gegenteils durch.

Die Richtigkeit des Gegenteils 

Sein vorletztes Wort war dann, dass er seit dem 28. April 2014 nicht mehr mit ihr in Kontakt gestanden sei. Als ihm auch das anhand von Facebook-Chatprotokollen als Lüge nachgewiesen wurde, flüchtete er sich in ein schmallippiges «das war nicht richtig». Und setzte obendrauf, dass er nur habe vermeiden wollen, dass der Stadt­ammann durch das Konstruieren einer «jüdischen Verschwörung» von der Täter- in die Opferrolle schlüpfen könne. «Katastrophen»-Sacha trägt also seinen Übernamen völlig zu Recht, er ist auch und in eigener Sache eine Katastrophe.

Wigdorovits kann sich auch im Alter nicht ändern. Wir recherchieren gerade an einer Story über eine angebliche Sex-Expertin, die sich unter anderem mit falschen Doktortiteln anpreisen lässt. Nun gehört es bei uns zu den Selbstverständlichkeiten, dass die kritisierte Person Gelegenheit zur Stellungnahme erhält.

Da haben wir schon die verschiedensten Reaktionen erlebt. Von eisigem Schweigen über «kein Kommentar» bis zu ausführlichen Auskünften oder der Drohung mit dem Anwalt. Aber Katastrophen-Sacha hat sich eine neue Variante ausgedacht. Er haut einen von uns an, er bräuchte mal die private Handy-Nummer des anderen Redaktors. Ohne Angaben von Gründen.

Auch im Alter nicht klüger geworden

Das Anliegen wird übermittelt, der andere Redaktor, der diese Story recherchiert, nimmt an, dass Wigdorovits irgend etwas von ihm wolle, und schickt natürlich seine Handy-Nummer. Das bringt ihm dann sozusagen postwendend einen Anruf ein. Aber nicht etwa von Wigdorovits. Nein, sondern vom erregten Gatten der möglichen Titelschwindlerin.

Der jammert, wann man endlich mal seine Frau in Ruhe lasse, ob er denn einen Anwalt losjagen müsse, das reiche jetzt aber, und man könne dann auch anders. Das hatte man allerdings schon mal probiert.

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde die Titelsucht der Beraterin «in allen Fragen rund um das Thema Sex» thematisiert. Die sich wahlweise mit einem «Dr. phil», gar einem «Dr. med.» oder «Dr. phil. Clinical Sexology» schmückt. Alles Missverständnisse, alles halb so wild, wurde damals abgewiegelt.

Dazu ein Medienanwalt, der auch schon Gemächt-Geri vertrat, in Bewegung gesetzt. Der waltete seines Amtes – und rechtfertigte seine üppigen Honorarnoten –, indem er «Richtigstellungen» verlangte, besser noch gleich die Löschung: «Aus diesen und den bereits bekannten Gründen ersuche ich Sie deshalb zur Vermeidung einer rechtlichen Auseinandersetzung hiermit letztmals, den Artikel auf Ihrer Webseite definitiv zu löschen. Ich erwarte Ihre Bestätigung dazu bis heute Abend 18.00 Uhr. Die kurze Frist ist angemessen, da Sie bereits im Detail über den stritten Sachverhalt Bescheid wissen.»

Nicht in eigener Sache, sondern im Auftrag

Das hatte aber, ausser auf dem Bankkonto des Anwalts, keine Wirkung, denn selbstverständlich waren die Tatsachen unbestreitbar und keinesfalls strittig. Also dachte man diesmal offensichtlich, man setze nun Wigdorovits in Bewegung. Der bewegte sich allerdings zu langsam, also besorgte sich der Gatte der Titelsüchtigen die Handy-Nummer auf anderem Weg.

Während Katastrophen-Sacha aber für seine Nachforschung keinen Grund nannte, wird der aus seiner Stellungnahme hier klar: «Beni hat mir seine Nummer heute Abend per msil gegeben, und ich habe sie niemsndem weitergegeben, weil ich mit ihm zuerst reden will, ob dies OK ist.» So die Original-Rechtschreibung des Kommunikationsspezialisten.

Womit er ja implizit eingesteht, dass er nicht in eigener Sache, sondern im Auftrag handelt. Zusammengefasst haben nun die gesammelten Bemühungen, über dieser Affäre die Erde festzuklopfen, das Gegenteil bewirkt. Statt einem Artikel gibt es sogar zwei. So macht man das als Katastrophen-Kommunikator, chapeau.

Man könnte ihn auch als Wiedergänger von Rumpelstilzchen bezeichnen, denn seit sein kleiner Untergriff enttarnt ist, mopst er gegenüber unserem Redaktor nach: «Jetzt cool mal down und lass dich nicht von deinem durchgeknallten pubertären Buddy R. Zeyer mit irgendwelchen abstrusen Verschwörungstheorien anstecken», schreibt er dem Besitzer der Handynummer. Ich bin gerührt, als pubertär hat mich schon lange keiner mehr bezeichnet.

 

 

Alle SDA-Meldungen auf Bluewin.ch

Sogar die Tagesprogramme sind einsehbar

Wie die Medienwoche kürzlich berichtete, will die Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Schweizerische Mediendatenbank SMD nicht mehr mit ihren Nachrichten beliefern. Damit wolle die Agentur verhindern, dass Verlage, die nicht mehr länger bei SDA Kunden sind, via SMD weiterhin auf die aktuellen Meldungen zugreifen können.

Die Retourkutsche der Nachrichtenagentur ist zu kurz gedacht. Wer unbedingt will, greift ganz einfach auf Bluewin.ch zurück. Das Newsportal der Swisscom tischt sämtliche SDA-Meldungen auf. Gratis für alle. Und sogar die Ankündigungen der Regionaldienste sind frei zugänglich.

Letzteres stellte für Keystone-SDA schon immer ein besonderes Ärgernis dar, da sie auch den Nichtkunden das Tagesprogramm aufzeigte, zum Beispiel den Termin einer Gerichtsverkündung. Mehrere Bitten bei bluewin.ch sollen im Sande verlaufen sein. Zu kompliziert, soll es geheissen haben.

Aus drei mach zwei

Bald ein Monopol: Die Südostschweiz und das Bündner Tagblatt unterscheiden sich nur noch minim.

Seit Anfang 2020 muss man die Unterschiede zwischen den beiden Bündner Tageszeitungen «Südostschweiz» und «Bündner Tagblatt» (BT) fast suchen. Bis 2018 hatten sie noch zwei eigenständige Redaktionen und sorgten so für einen gewissen Konkurrenzkampf in Graubünden. Was in Bern mit dem Bund und der Berner Zeitung noch bevorsteht, ist in Graubünden also schon Realität.

Blocher half finanziell

In finanzielle Schwierigkeiten kam das BT schon in den 1980er Jahren. Dann griff dem Blatt Christoph Blocher unter die Arme, mischte sich aber redaktionell nicht spürbar ein. 1996 dann wurde das BT in die heutige Somedia integriert, blieb aber redaktionell weiterhin unabhängig. Im Januar 2018 gab die Herausgeberin Somedia bekannt, die Redaktionen der Südostschweiz und des Bündner Tagblatts zusammenlegen zu wollen. Der Plan wurde erst im Mai 2018 umgesetzt, nachdem sich vorher Magdalena- Martullo-Blocher als Vertreterin des Mehrheitsbesitzers der Verlagsrechte dagegen gewehrt hatte. Am 1. Mai 2018 kam dann das erste Tagblatt heraus, das sich lediglich noch auf den ersten drei Seiten unterschied. Jetzt wurde die Angleichung noch grösser. ZACKBUM hat nachgefragt.

Silvio Lebrument, Mitglied der Unternehmensleitung Somedia und Geschäftsführer Medien, gibt schriftlich Auskunft.

Silvio Lebrument, wie es scheint, hat aufs neue Jahr eine Angleichung stattgefunden zwischen der Bündner Zeitung/ Südostschweiz und dem Bündner Tagblatt. Was hat sich geändert?

Die eigenproduzierten Seiten wurden von drei auf zwei reduziert. Die Wochenendausgaben wurden angeglichen.

Hat die Anpassung personelle Konsequenzen, inhouse und zum Beispiel bei den Kolumnisten?

Bei der Redaktion wurde per Ende 2020 der langjährige BT-Redaktor Norbert Waser pensioniert. Zwei Redaktoren arbeiten neu für die Bündner Zeitung und das Bündner Tagblatt.

Ab 2018 drei unterschiedliche Seiten. 2021 zwei unterschiediche Seiten. Wann folgt der Tag mit nur noch einer unterschiedlichen Titelseite, wann kommt die Fusion?

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben Folgen auch für uns.

Die Werbeausfälle betrugen im Jahr 2020 rund 25 Prozent.

Wenn jedoch die künftige wirtschaftliche Basis gegeben sein wird, gibt es keinen Grund für weitere Schritte. Eine Fusion ist aber kein Thema.

Bleibt Pesche Lebrument Chefredaktor des Bündner Tagblatts und wenn ja, allenfalls in Teilzeit?

Pesche Lebrument bleibt weiterhin Chefredaktor und Teammitglied.

Als Abonnent kann man schon am Vorabend auf die Ausgabe des nächsten Tages zugreifen. Eine spannende Innovation. Wie sind die Reaktionen darauf?

Die Abendausgaben Tageszeitungen der Somedia wurden in der ersten Jahreshälfte 2019 bei allen Tageszeitungen der Somedia eingeführt. Das Angebot ist bei den E-Paper-Abonnentinnen und Abonnenten sehr beliebt und wird dementsprechend gut genutzt. Das ist kein Wunder, können die praktisch vollständigen Zeitungen bereits am Vorabend im gewohnten Layout gelesen werden.

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Die Somedia ist ein klassischer Familienbetrieb, der 1856 gegründet wurde. Er steht aktuell unter der Ägide von Hanspeter Lebrument (79). In leitender Funktion sind die Kinder Susanne, Silvio und als „Enfant terrible“ auch Pesche tätig. Der Verlag gibt 21 Zeitungen und Zeitschriften heraus. Zum mittelgrossen Konzern mit 650 Mitarbeitenden gehören auch eine Radio- und eine TV-Station. Der Hauptsitz ist in Chur.

 

Kurze Geschichte der Fake News

Seitdem es so etwas wie Öffentlichkeit gibt, gibt es Manipulation.

Während Demagogie eine Methode ist, ist das Durchsetzen einer bestimmten Begrifflichkeit die manipulative Antwort auf eine umzudeutende Realität.

Herausragend in dieser dunklen Kunst sind die Deutschen. Die «Dolchstosslegende» war ein frühes, finster-cleveres Beispiel. Sie bestand in der Behauptung, dass die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg im Felde ungeschlagen geblieben sei. Aber von republikanischen Politikern verraten wurde, eben den Dolch in den Rücken gestochen bekam.

Damit waren die damaligen Kriegsverbrecher Hindenburg und Ludendorff aus der Schusslinie, die wackelige Weimarer Republik stand von Anfang an unter dem Generalverdacht, sie habe zuerst die tapfer kämpfende Armee, dann  im «Schand-Frieden» von Versailles ganz Deutschland verraten.

Perfektionierung in der Hitlerei

Zur Perfektion wurde das während der Hitlerei weiterentwickelt. Der «Röhmputsch» als Lügenbezeichnung für die Liquidierung der Führungsspitze der SA. Die «Kristallnacht» als schönfärberische Beschreibung der ersten Pogrome nach der Machtergreifung der Nazis. Das «Volk ohne Raum», der «Endsieg», der «Volksschädling», dem Erfindungsreichtum waren kaum Grenzen gesetzt.

Es gibt andere Fake News, die sogar die Jahrhunderte überdauern. So die angebliche Verschwörung der «Weisen von Zion» als Beweis dafür, dass die Juden die ganze Welt beherrschen möchten. Die Fälschung einer Urkunde, die die sogenannte Konstantinische Schenkung beweisen sollte.

Auch das angebliche Auftauchen der Hitler-Tagebücher, die Fake News über eine nordvietnamesische Provokation, der Einstieg in den fatalen Vietnamkrieg. Auch in kleineren Zusammenhängen ist eine richtig platzierte Fake News wirkungsvoll. Der Gegenkandidat soll ein uneheliches Kind, ein Alkoholproblem, viele Schulden haben? Das Gerücht ist schnell in die Welt gesetzt, es wieder in die Flasche zurückzukriegen, fast unmöglich.

Fake News müssen gehegt und gepflegt werden, damit sie wachsen

Da eine Fake News ja nicht aus der Wirklichkeit herauswächst und gedeiht, muss sie vor allem am Anfang richtig behandelt, bewässert, gedüngt und beschützt werden. Dafür bietet der aktuell wütende US-Präsident ein gutes Anschauungsmaterial. Er ist eher einfach gestrickt, daher kann man seine Gedankengänge problemlos nachvollziehen.

Er sah sich mit der Realität konfrontiert, dass es immer mehr so aussah, als ob er die Wiederwahl verloren hatte. Da gab es zwei Möglichkeiten, banal: Er akzeptiert die Niederlage oder er akzeptiert sie nicht. Wenn er sie nicht akzeptiert, braucht er eine Begründung dafür. Die darf aber auch nicht zu realitätsfern sein, ganz wichtig bei Fake News.

Also zum Beispiel zu behaupten, Aliens hätten die Wahlen manipuliert, China oder Russland habe sich in die Wahlcomputer gehackt und die Ergebnisse gefälscht, das wäre nicht gut gekommen. Denn Trump weiss auch: Wenn man sich auf eine Fake News geeinigt hat, gibt es nur eins: durchmarschieren damit. Wiederholen, wiederholen, wiederholen. Und dann nochmal wiederholen.

Nach dem Verbreiten müssen Fake News gestützt werden

Also setzte er in die Welt: Ihm wurde der Sieg durch massive Wahlfälschung gestohlen. Nicht nur ihm, sondern allen seinen Wählern. Denn eigentlich war es ein Erdrutschsieg für ihn, den aber seine Gegner nicht wahrhaben wollen.

Auch der zweite Schritt bei Fake News ist sehr wichtig. Wie sie untermauern, «beweisen», Kritik daran niederbügeln? Auch das ist nicht sehr schwer. Von Beweisen faseln, die man demnächst auf den Tisch legen werde. Das Anzetteln von unzähligen Prozessen auf Staaten- und Bundesebene, mit denen die gefälschten Wahlresultate annulliert werden sollen. Am besten die nötigen Stimmen auf Trump überschrieben werden, was beim komplizierten Wahlmännersystem in den USA gewaltige Verschiebungen auslösen könnte.

Dabei darf man sich ja nicht von Rückschlägen oder Niederlagen beeindrucken lassen. Alle, restlos alle Anzeigen abgeschmettert? Selbst republikanische Gouverneure oder Wahlleiter verwahren sich dagegen, dass an ihren Resultaten irgend etwas faul ist? Na und. Der Könner geht auf bad news gar nicht ein, sondern wiederholt gebetsmühlenartig sein Mantra: Wahlen manipuliert, Sieg gestohlen, Nachfolger eine Pfeife.

Nach vielen Wiederholungen kann man nachlegen

So nach der tausendsten Wiederholung, die ist schnell erreicht, kann man noch etwas nachlegen: «Wie ich von Anfang an sagte», «wie immer mehr Bürger sagen», «wie inzwischen alle wissen». Kleine Ausschmückungen sind jetzt auch willkommen: «Ich habe schon vor den Wahlen gesagt, dass ich gewinne. Nur ein grossangelegter Betrug könnte mir den Sieg rauben. Und seht ihr, genau das ist eingetroffen.»

Eines der vielen Probleme solcher Fake News ist: So wie manche einsitzende und abgeurteilte Mörder sich solange einreden, dass sie unschuldig sind, dass sie damit jeden Lügendetektortest bestehen, glaubt der Hersteller von Fake News irgendwann auch selbst an sie. Trump ist entweder ein ausgekochter Zyniker, aber dafür ist er nicht clever genug, oder er hat schon längst begonnen, seine eigene Fake News zu glauben. Mit ihm Hunderttausende, Millionen von US-Staatsbürgern, eine inzwischen abbröckelnde Mehrheit der republikanischen Abgeordneten in Senat und Repräsentantenhaus.

Glaubt da jemand ernsthaft, dass Trump diese Kampagne nicht fortsetzen wird? Glaubt jemand ernsthaft, dass er nach der Amtseinsetzung seines Nachfolgers damit aufhören wird? «Dream on», wie da der Ami sagt.

Ex-Press XVI

Blasen aus dem Mediensumpf

Wir beginnen mit einer guten Nachricht: In dieser Ausgabe gibt es kein Wort über Corona. Ausser ein positives: Immerhin haben wir es diesem Virus zu verdanken, dass Donald Trump nicht wiedergewählt wurde.

Oder, wie er es bis heute sieht: ihm sein Erdrutschsieg mit Betrug und Schummelei gestohlen wurde. Deshalb hat er als erster – und hoffentlich letzter – US-Präsident seine Anhänger aufgefordert, zum Capitol zu marschieren und dort Stärke zu zeigen.

Wie verarbeitet das nun die Schweizer Presse? Nützt sie die bekannte Bedächtigkeit, Neutralität, das Abwägen, werden die selbsternannten Qualitätsmedien ihrem Anspruch gerecht, für Mehrwert mehr verlangen zu dürfen?

Das Zentralorgan der professionellen Berichterstattung

Fangen wir beim Zentralorgan für differenzierte Berichterstattung an. Der «Blick» verfügt über einen Hobby-Korrespondenten in den USA. Der 25-Jährige MAZ-Absolvent beobachtet messerscharf die politischen Ereignisse in den USA. Vom seinem Wohnsitz San Diego aus, im Süden Kaliforniens. Da ist Washington 3656 km entfernt, oder fast 5 Flugstunden.

Ausser, der «Blick» spendiert seinem Korrespondenten ein Ticket. Aber den Sturm aufs Capitol hat Nicola Imfeld, «USA-Korrespondent der Blick-Gruppe» in seinem sicheren Wohnzimmer seiner WG erlebt. Da hat er – wie alle anderen im 6647 km von Washington entfernten Zürich – die Ereignisse in der Glotze verfolgt.

Aber, diesen Vorteil hat man in Zürich natürlich nicht, er kann sofort eine erste Reaktion aus den USA anbieten; die seines «total unpolitischen Mitbewohners». Das ersparte ihm eine erste Strassenumfrage, und die Reaktion ist bedeutungsschwanger: Denn der «legte seine Arbeit im Homeoffice nieder. Für Stunden! Ungläubig sass er vor dem TV-Bildschirm im Wohnzimmer. «Warum habt ihr uns zur Weltmacht werden lassen?», fragte er und stellte gleich fest:

«Wir verdienen es nicht!»

Ein erstes, erschütterndes Zeugnis aus San Diego. Weltexklusiv! Lässt sich das noch toppen? Schwierig, aber Imfeld macht’s möglich: «Es war ein trauriger Tag. Ich habe neben meinem Mitbewohner auf der Couch eine Träne verdrückt. Er hat sich geschämt.»

Einordnung und Analyse? Was ist das

Bevor wir auch zum Taschentuch greifen, was hat der USA-Korrespondent des immerhin grössten Medienhauses der Schweiz an Analyse und Einordnung zu bieten? Leider nicht viel, ausser einem guten Ratschlag für die Republikaner: «Die Partei muss eine starke Alternative bieten, die die berechtigten Sorgen ihrer Wähler ernst nimmt. Aber keine Frau oder keinen Mann, die Amerika in eine Diktatur verwandelt.»

Hoffentlich hören die Amis auf die Schweizer Stimme der Vernunft, wenn auch syntaktisch nicht ganz sattelfest, aus dem fernen San Diego.

 

Der trumpelnde Tages-Anzeiger

Sicherlich auf ganz anderem intellektuellen Niveau wird sich doch die Analyse und Einordnung des Tamedia-Konzerns bewegen, der mit seinen Blättern immerhin die halbe Deutschschweiz beschallt.

Nun ja, da hat Tamedia gleich zwei Probleme. Die intellektuelle Schwerarbeit nimmt ihm bekanntlich das Korrespondentennetz der «Süddeutschen Zeitung» ab, der man nun wirklich nicht vorwerfen kann, dass sie jemals unparteiisch über Trump berichtet habe. Im Gegenteil, schon unzählige Male sah die SZ die US-Demokratie in Gefahr. Was immer besonders lustig ist, wenn das eine Zeitung aus einem Land sagt, dem die USA vor 75 Jahren die Demokratie aufzwingen mussten – gegen den erbitterten Widerstand der Deutschen.

Das ist ja kein Schweizer Problem. Das zweite von Tamedia ist aber, dass der Konzern faktisch kaum mehr eigene Auslandberichterstattung hat, aber immer noch einen Auslandchef. Der musste natürlich seinem Oberchefredaktor Arthur Rutishauser kommentarmässig den Vortritt lassen, aber endlich durfte dann Christof Münger auch.

Nun ist das Thema leider auch auf seiner Flughöhe ziemlich durch, erledigt, zu Tode kommentiert. Ausser, jemandem fiele etwas Neues ein. Dafür ist Münger aber nicht zu haben. Er hält sich ans Bewährte. Vom Titel «Brandstifter Trump und seine Biedermänner» (Achtung, Bildungsalarm, Anspielung auf Max Frisch), über den «Tag der Schande» und natürlich zum Schlussakkord in D-Moll:

«Es geht ums grosse Ganze, um Demokratie oder Diktatur.»

(Artikel hinter Bezahlschranke.)

Schon wieder, kann man da nur gelangweilt weiterblättern. Schon wieder rausgeschmissenes Geld für News und Meinungen, die man sich gratis bei CNN und vom Nachbarn holen kann.

 

Die «Weltwoche» in Verteidigungsmodus

Interessanter ist natürlich, wie sich das Hauptquartier der Schweizer Trump-Versteher, durchaus auch Trump-Lobhudler, Trump-Bewunderer, sogar Fans des vollirren und vielfach gescheiterten Steve Bannon, auf den Rückzug begibt. Der darin seinem ehemaligen Chef nicht unähnlich ist. Sowohl Roger Köppel wie der Trump-Groupie Urs Gehriger, bekannt für copy/paste-Journalismus, müssen online das Weite suchen, weil die jüngsten Ereignisse ihres gefallenen Lieblings mal wieder nach Redaktionsschluss stattfanden.

Beide probieren es mit dem eingesprungenen Doppelaxel. Man erhebt sich in die Luft, dreht und wendet sich, gibt Trump die Schuld am Wahldebakel in Georgia und weist nun streng darauf hin, dass er hier eine rechtsstaatliche Grenze überschritten habe. Aber ein Doppelaxel besteht aus zwei Drehungen, also muss natürlich der Objektivität halber auch darauf hingewiesen werden, dass diese Spaltung der US-Gesellschaft von Brandstiftern hüben und drüben verursacht worden sei. Und dass es selbstverständlich Wahlbetrug und Manipulationen gab, einfach nicht so arg, wie Trump behauptet.

Ob die beiden nach diesem Sprung auch sicher wieder landen – oder ob sie auf dem Eis ihrer vorherigen Rhetorik kräftig auf die Schnauze fallen, das wird sich noch weisen.

 

Telegene CH Media

Wenn einem schon die meisten Privat-TV-Sender der Schweiz gehören, sollte man das doch auch ausnützen. Also lässt CH Media im hauseigenen «Talk täglich» ihren Auslandchef Samuel Schumacher gegen das Einmann-Orchester Roger Köppel antreten. Das dürfte den zweiten real existierenden Auslandredaktor der zwei Dutzend Kopfblätter im CH Media-Reich recht ins Schwitzen gebracht haben. Aber Schumacher schlug sich tapfer, während Köppel doch den Eindruck erweckte, dass er noch am Üben ist, wie er sich aus dieser selbstverschuldeten Peinlichkeit wieder herauswinden will.

Netterweise stellt CH Media ein «Best of» zur Verfügung, länger möchte man das auch nicht aushalten müssen. Was bietet dieses Haus der publizistischen Qualität sonst? Wenig, sehr wenig.

In letzter Verzweiflung staubt es den beinahe 85-jährigen Erich Gysling ab und widmet ihm als «US-Experten» sogar eine Sondersendung, deren Erkenntnisgewinn schon im Titelzitat aufblitzt: «Die Trump-Bewegung wird auch unter Biden weitergehen.»

Zudem ist die Bezeichnung US-Experte eigentlich eine Beleidigung für Gysling. Er ist schlichtweg Experte für alles, was ausserhalb der Schweiz stattfindet. Die arabische Welt, Afrika, China, Asien, USA, Amerika, wo es einen Experten braucht, da ist Gysling. Seit Peter Scholl-Latour tot ist, hat er diese Position auch unangefochten als Einziger.

 

Was nichts kostet, ist nichts wert?

Da ist in der Schweiz die interessante Antwort: jein. Nachdem «watson» im ersten Schock die USA schon wieder am Rande des Abgrunds sah, hat es sich wieder gefangen und kehrt zu den Listicals zurück. Im Falle von Trump und USA zu «Hier gibt’s 27 lustige Tierbilder». Oh, Pardon, verrutscht, ich meine natürlich «30 Bilder und Videos, die «Trumps Amerika» auf den Punkt bringen»:

Wer mir erklären kann, was daran lustig ist, gewinnt ein Gratis-Abo von ZACKBUM.ch.

Der hoffnungsvolle Jungredaktor, der diesen Schrott zusammengestellt hat, zählte offenbar auf überwältigende Reaktionen und weist vorsichtshalber darauf hin, dass allenfalls Tweets zunächst in der Queue steckenbleiben könnten. Da hat er sich vergblich Sorgen gemacht, Tweets 8 Stunden nach Veröffentlichung: null.

Von 0 auf 20

Von dieser Nullnummer nun zu «20Minuten». Man hat es wohl noch nie als so segensreich empfunden, dass sich das Blatt konsequent jeden Kommentars enthält. So hat Chefredaktor Looser, nicht zuletzt in unserer Preisverleihung für Journalisten des Jahres dekoriert, im Gegensatz zu ziemlich allen Kollegen auf der Welt und in der Schweiz darauf verzichtet, seine Leser davon in Kenntnis zu setzen, dass auch er sehr indigniert ist über diesen US-Präsidenten, das Schlimmste befürchtet, aber das Beste hofft.

Bravo.

 

Die gute, alte NZZ

Wurde die alte Tante auch durchgeschüttelt, sieht sie die USA am Abgrund oder über genügend Selbstheilungskräfte verfügend? Verurteilt sie, schämt sie sich wenigstens? Distanziert sie sich, wagt auch sie schräge Vergleiche zwischen dem Sturm aufs Capitol und der Besetzung des Bundesplatzes, die gerade einem FDP-Mann den (wohl erwarteten) Shitstorm bringen?

Auch auf die Gefahr hin, als deren ehemaliger Korrespondent der Parteilichkeit bezichtigt zu werden: Nö, sie versucht das, was alle anderen in der Schweiz nicht mal im Ansatz liefern: eine differenzierte Berichterstattung mit Manpower:

Keine einfachen Beschreibungen: Das ist NZZ at its best.

Aber eben, was ist das schon gegen die Feuerkraft der selbsternannten Bezahl- und Qualitätsmedien, die ja nicht nur einfach das schreiben, von dem sie hoffen, dass es bei ihrem Publikum am besten ankommt. Sondern auch, sich damit noch mehr Staatsbatzeli zu erschreiben.