Leistungsabfrage

Salome Müller, bald Ex-Tamedia, und Aleksandra Hiltmann: was leisten die eigentlich?

Die beiden haben sich etwas geleistet. Einen gelungenen Versuch, mit bislang völlig unbelegten Behauptungen den Ruf ihres Arbeitgebers zu bekleckern. Unerträgliche Zustände, triefend vor Sexismus, Frauendiskriminierung, demotivierend, gravierend, in die Flucht treibend.

So ihr vernichtendes Fazit in einem Protestschreiben, das sie pünktlich zum Tag der Frau vor drei Monaten auf die Rampe schoben und durch Jolanda Spiess-Hegglin in die Öffentlichkeit schieben liessen. Ohne dass das alle Unterzeichnerinnen gewusst oder gar gebilligt hätten.

Tamedia eierte (Pardon) eine Weile rum, um dann markig zu verkünden, dass nun das Bestreben sei, auf allen Hierarchiestufen 40 Prozent Frauenanteil zu etablieren. Seither wird gemunkelt, dass sich im Geheimen Männerverteidigungsgruppen bilden, die konspirativ ihren Überlebenskampf vorbereiten.

Weil man von den beiden Rädelsführerinnen nach ihrem Auftritt bei «10 vor 10» nicht mehr viel hörte: was tun die eigentlich sonst so? Stehen doch bei Tamedia, diesem Schweinebackenkonzern, auf der Gehaltsliste und verdienen ziemlich gut, sowie sicher und mit Fringe Benefits sowie generösen Fortbildungsmöglichkeiten.

Leistung in einem Mondzyklus gemessen

Also, neben motzen, fordern und leiden, wie sieht denn die Leistungsbilanz aus? Nehmen wir einen Mondzyklus, moderner formuliert: den Ausstoss in den letzten 30 Tagen. Wir schicken voraus, dass beide Journalistinnen den Verlag zusammen so rund 20’000 Franken gekostet haben dürften. Lohn, Lohnnebenleistungen, Sozialversicherungen, Arbeitsplatz plus Infrastruktur.

Wir nehmen auch hin, dass ZACKBUM hier mal wieder typisch männliches Leistungsbewusstsein, Konkurrenzdenken, Längenvergleich usw. an den Tag legt; also all das, was sensible Frauen so hassen. Zu Recht, kann man bei diesen beiden Grossschriftstellerinnen nur sagen. Ganz knapp die Nase vorn hat in diesem Zeitraum – Aleksandra Hiltmann. Sie hat einen Output von ganzen zehn Wortmeldungen. Grob unterteilt in 3 Kommentare und 7 Artikel, worunter auch Interviews fallen.

Also jeden dritten Tag durfte man etwas von Hiltmann lesen. Wir hier bei ZACKBUM.ch halten es umgekehrt; jeden Tag drei Stücke. Dafür unbezahlt. Aber eben, blödes Machogetue. Ausserdem kommt es doch auf den Inhalt, nicht die Menge an. Nun ja, eine einfühlsame Kolumne über ihren «Impfarm», ein Stück über die Unsichtbarkeit von Menstruationsblut in der Öffentlichkeit, das setzt natürlich ein Niveau, zu dem wir hier nichtmal hinaufblicken können. Oder hinab? Egal, Output 10.

Im Schlafwagen durch den Journalismus

Salome Müller bringt es in der gleichen Periode, also in einem Monat, Pardon, auf ganze 8 Stück. 1 Kommentar, 5 Artikel und zweimal ist sie als Mitautorin erwähnt. Also alle vier Tage wurde die Welt besser, weil sich Müller zu ihr äusserte. Ist ja auch nicht nix. Aber auch nicht viel mehr.

Kassensturz: 1111 Franken liess sich Tamedia jedes Werk der beiden Damen kosten. Ein teurer Spass, eigentlich, viel Spass hat’s auch nicht gemacht. Nicht mal den Autorinnen, denn sie mussten ja ihr Werk weiterhin unter frauenunwürdigen Zuständen verrichten, demotiviert, belästigt, ohne Anstand behandelt.

Aber immerhin, Müller hat sich – völlig freiwillig – für die Freiheit entschieden, den Ausbruch, den Aufbruch. Zukünftig müssen sich die triebhaften Machomänner von Tamedia ein anderes Objekt ihrer unsauberen und unanständigen Gedanken suchen. Denn Müller wird demnächst eine Lücke hinterlassen, die sie nicht nur vollständig und unmerklich ersetzt. Sondern es geht jetzt schon ein Aufatmen durch die Reihen. Der Männer, selbstverständlich. Aber auch der Leser, die nicht mehr länger mit Gendersternchen und ähnlichem Unsinn belästigt werden.

13 KOMMENTARE
  1. Victor Brunner.
    Victor Brunner. says:

    Das Urteil über Salome Müller*in ist etwas böse. Immerhin schafft sie es, eingebettet zwischen Kollegen, substantielles zu Gemeinschaftsartikel beizutragen. Das gibt doch Hoffnung, wenn sie gut betreut wird kann sie liefern. Es muss ja nicht zwingend ihre Redaktionskollegin CB aus dem Zigerschlitz sein, die hat ihren Ruf versemmelt, da wäre ihre Unterstützung kontraproduktiv.

    Mit der Rucksackreisenden Aleksandra Hiltmann müssen sich die LeserInnen noch lange abmühen, wie Hiltmann sich mit dem Schreiben müht. Beispiel, zeitlich etwas her, ihr Kommentar zum Internationalen Frauentag, sie schreibt u.a: «Frauen sollen nicht mühsam sein. Frauen sollen lächeln. Bei der Arbeit generell, im Meeting, bei dem ihnen nicht zugehört wird, bei überfälligen Lohnverhandlungen, auf Fotos, in Zeitungsberichten, zu Hause. Alles andere wäre – mühsam».

    Sie sieht Frauen immer noch als dumme, willige Menschen und merkt nicht wie verachtend sie über Frauen schreibt. Da bemüht sie ein Buch von Iris von Roten, 1958 geschrieben, bemüht Zita Küng mit Zitaten, Katherine Heigl, Margarete Stokowski, Eva Schulz, auch eine Umfrage der «annbelle». Alles Frauen aus ihrer Blase, gleichgeschaltet. Kein Hinweis dass es auch intelligente, selbstbewusste Frauen gibt jeden Alters gibt. Ihr Glück, mit dem «Chefredaktoren»-Duo, das gleich einfältig ist, die lassen solchen Schrott zu, meinen es sei Meinungsvielfalt, dabei ist es Meinungseinfalt!

    Hiltmann kann nicht anders, lebt in der Vergangenheit, hat nicht mitbekommen dass junge wie alte Frauen anders sind. Verachtung ist in der DNA von Hiltmann, sie verachtet RollkofferbenützerInnen, sie verachtet Frauen, sie verachtet Männer, die Permanentunterdrücker. Sich selbst sieht sie als göttlich und erhaben. Typischer Fall von paranoider Selbstüberschätzung!

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    • Laura Pitini
      Laura Pitini says:

      Wer täglich die Presse analysiert auf der Suche von deplatzierten Wortkonstruktionen und sexistischen Berichterstattungen, müsste doch auch den Warnfinger erheben.

      Gerade für Frauen scheint es mir lebenswichtig zu sein, mit exzessivem Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit vorsichtiger umgehen zu können.

      Diese Frau spricht immer von ihren «gaps». Diese bedeutsame «gap» hat diese Überwachungsfachfrau in ihrem Eifer völlig vergessen.

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      • Eveline Maier
        Eveline Maier says:

        Richtig bemerkt. Schon seit Jahrhunderten gibt es Kampagnen gegen den „Teufel“ Alkohol. Doch hochprozentige Flüssigkeiten sind offenbar ein schwerer Gegner. Bis heute hinterlässt die Trunksucht ihre Spuren der Verwüstung in Körpern und Gesellschaften.

        Frau Jolanda darf diese Erkenntnisse nicht verschämt ausblenden in ihren 7 thinking gaps.

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        • Gerold Ott
          Gerold Ott says:

          Musste schmunzeln über ihre «7 thinking gaps», die uns Frau Spiess offenbart

          Frau Martullo nannte diese damals «7 thinking steps»

          Entdecke glücklicherweise in meinem Körper keine Verwüstung, trotz massvollem Konsum von Qittenschnaps.

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  2. Gabriel Müller
    Gabriel Müller says:

    Interessant fände ich, auch einmal die qualitative und quantitative Leistung des «Wirtschaftsteam Tamedia» zu beleuchten. Von einem mit viel Unwissenheit geschriebenen Artikel überwältigt, musste ich mich vom Curriculum Vitae der Autorin überzeugen. Ihre grösste Leistung (kommt laut Google-Algorithmus an erster Stelle) scheint eine einfache Mitteilung zu sein, dass Tamedia nun «drei neue Redaktorinnen im Wirtschaftsteam» hat. Ob Tamedia vor lauter Anvisieren des 40 % Frauenanteils den Qualitätsanteil vernachlässigt, bleibt offen.

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    • Beth Sager
      Beth Sager says:

      Der Wirtschaftsteil im Tagesanzeiger wird immer mehr ausgedünnt. Offenbar will man nicht der Kannibalisierung Vorschub leisten mit dem hauseigenen Fachblatt „Finanz und Wirtschaft“. Eine wirklich freche Massnahme, die aber ins Auge geht.

      Der informiert sein wollende TA-Leser soll offenbar gezwungen werden, für monatlich CHF 56.- ( gedruckte Ausgabe + digitale Nutzung), die FuW zu lesen. Schöne Zeiten……..

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  3. Laura Pitini
    Laura Pitini says:

    Hinweis: Würde umgehend die Rechte für ZACKBUM schützen lassen. Unilever, Nestlé und Emmi sind immer auf der Suche nach originellen Namen.

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    • Eveline Maier
      Eveline Maier says:

      Auch die oft etwas fantasielose Migros lässt sich gerne von lustvollen Namen inspirieren.

      Besser also gewappnet sein, damit nicht plötzlich ein ZACKBUM-Müesli im Regal steht.

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  4. Sam Thaier
    Sam Thaier says:

    Bin überrascht, dass die Aleksandra Hiltmann derart produktiv-unproduktiv ist. Hoffentlich hat sie ihren «Toaster of choice» mittlerweilen gefunden, dank Hilfe der gutmeinenden Leserschaft von Zackbum? Erwarte einen follow up.

    Das gigantische Impressum des Tagesanzeigers scheint mir eine gewaltige Mogelpackung zu sein. Ein Bluff, der überquellende Dynamik suggeriert…….Womöglich arbeiten die meisten Fachkräfte mehrheitlich im hauseigenen Archiv?

    Michèle Binswanger hat gestern wieder einmal geschrieben. Für einmal gar einen Mann/Frau auf Podium gehoben als «Kopf des Tages». Genaues weiss man nicht bei diesem Phantom, weil der Kopf eine Guy-Fawkes-Maske trug……….Frau Binswanger schreibt momentan nicht viel, weil sie wohl an den letzten juristischen Kniffs ihres Buches feilt, welches wohl bald offshore publiziert werden darf. Die ganze Schweiz wartet doch mit grossem Interesse auf dieses Buch, damit wir endlich das turbulente Leben dieser tief gefallenen Zuger Kantonsrätin richtig einordnen können.

    Die Annabellisierung™ des Tagesanzeigers wird mit vielen dornenreichen Fallstricken versehen sein. Denke, die 40% Marke für weibliche Fachkräfte könnte erreicht werden, wenn man Frauen auf der TA-Redaktion ein sofortiges Kündigungsverbot auferlegt. Die Raumpflegerinnen müssen dazu hin doppelt gezählt werden, weil sie tägliche wertvolle Arbeit leisten. Auch nicht-Akademikerinnen muss man Referenz erweisen in der zählweise.

    Mit kosmetischen Tricks lässt sich diese Zielsetzung bestimmt umsetzen.

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Bestimmt richtig mit der liebevollen Hommage an Raumpflegerinnen. Auch der akademische Tagesanzeiger soll diese gebührend ehren; auch zahltagmässig. Apropos 40%-Frauenanteil: Bei der Migros gibts ja auch gelegentlich eine Verdoppelung der Cumulus-Punkte. Der Vorschlag von Sam Thaier scheint mir prüfenswert zu sein.

      Frau Salome Mü. bringt es auf klägliche 8 Artikel im Monat. Eine Raumpflegerin muss jeden Tag ran; und ihr Ergebnis sieht man nachher aus Erfahrung. Diese verdienen Respekt, auch im Portemonnaie und in der 40%-Statistik.

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    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Sie ist extrem produktiv. Sie bewertet sogar die Kommentare zu ihren Artikeln. Positive Kommentare liebt sie, negative nicht so. So ist halt eine Frau der Blase!

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