Tamedia wird weiblicher!

Wenn das Salome Müller noch erleben darf! Das Ende von Sexismus, Diskriminierung und unerträglichem Arbeitsklima.

Schwatzhaft, wie Frauen nun mal sind, konnte es nicht lange ein süsses Geheimnis bleiben. Jetzt greift die Führungsriege durch. Schluss mit sexueller Belästigung. Stattdessen wird endlich ernst gemacht mit Diversity und Frauenförderung.

Keine Frau im ganzen, grossen Tamedia-Imperium muss mehr heimlich «Woman is the nigger of the world» von John Lennon (und Yoko Ono natürlich) hören. Toller Song, übrigens.

Marco Boselli, Co-Geschäftsführer von Tamedia, bestätigte gegenüber persoenlich.com, dass die Würfel gefallen sind, mit ihnen die männlichen Bastionen. Ob er selbst auch an eine Geschlechtsumwandlung denkt, liess er aber offen.

40 Prozent. Frauen. Überall.

Auf jeden Fall verkündete er die Ergebnisse der von Co-Chefredaktorin Priska Amstutz geleiteten internen Arbeitsgruppe. Genau, die Bestseller-Autorin Amstutz, die wie kaum ein Chefredaktor vor ihr Inhalt und Umgangsformen geprägt hat. Oder so. Auf jeder Hierarchiestufe soll es zukünftig einen Frauenanteil von mindestens 40 Prozent haben. Das soll mit einer jährlichen Steigerung um 5 Prozent mehr Frauenanteil geschafft werden.

Sicherlich nehmen die meisten frauenbewegten Männer (und divers und überhaupt) diese Absicht zustimmend zur Kenntnis. Es gibt sogar einen fixen Fahrplan, will persoenlich.com wissen:

«Für Mai 2022 heisst das, basierend auf der heutigen Anzahl von Mitarbeitenden, den Frauenanteil um vierzehn Mitarbeiterinnen, eine Teamleiterin, sechs Kaderfrauen sowie zwei Obere Kadermitarbeiterinnen zu erhöhen, wie aus der Präsentation vom Mittwoch hervorgeht

Das stellen wir uns grossartig vor, endlich die negative Dialektik, die Negation der Negation, nun beim Tagi. Sicherlich bringen die Tamedia-Männer dieses kleine Opfer, dass nun sie diskriminiert werden. Nur deswegen, weil sie Männer sind. So im Stil: «Lieber Marco Boselli, auch wir sind überzeugt, dass sie als Co-Geschäftsführer auch in Zukunft gute Dienste leisten würden. Leider, da sie mit Vornamen nicht Mara heissen, müssen wir dennoch auf Ihre Dienste verzichten, um Platz für eine Quotenfrau zu schaffen.»

Was man vielleicht auch nicht vergessen sollte: mit natürlichen Fluktuationen ist das nicht zu schaffen, liebe Tagi-Männer …

Durchdachter Ersatz eines untauglichen Systems

Wunderbar, endlich wird ein unerträgliches System durch ein anders-unerträgliches ersetzt. Ob nun Salome Müller ihre Kündigung rückgängig macht? Ob Aleksandra Hiltmann ihren Output steigert? Ob Michèle Binswanger wieder in die Gruppe «selber monden, gemeinsam monden» aufgenommen wird? Ob die 78 Unterzeichnerinnen des Protestschreibens nun ihr Schweigegelöbnis brechen und Fragen beantworten? Man weiss noch nichts Genaues, denn diese Ankündigung war wohl eher eine Sturzgeburt, wenn dieser Kalauer gestattet ist.

Kehren vielleicht auch alle Mitarbeiterinnen zurück, die wegen diesen unerträglichen Arbeitsbedingungen gekündigt haben? Jetzt, wo Stellen endlich nicht mehr nach Befähigung, sondern nach dem Besitz einer Vagina vergeben werden. Wenn das gelingen sollte, dürfte Tamedia dem Untergang einen guten Schritt nähergekommen sein.

Dass die Besetzung vor allem von Kaderstellen nach Geschlecht –auch mittels Männerbünden, Seilschaften – jahrelang, jahrzehntelang in den Familienbetrieben, die unsere so grossartigen Bannerträger der Vierten Gewalt halt sind, zum Vorteil von Männern stattfand – das wird jetzt ersetzt durch umgekehrte Diskriminierung, ebenfalls ohne besondere Berücksichtigung der Kompetenz.

Das wollen wir bei Tamedia nie mehr sehen.

Und was wird aus Blumer?

Eine Frage bleibt noch zu beantworten, bevor dann alles gut wird: was geschieht nun mit Claudia Blumer? Mitunterzeichnerin, Bannerträgerin, obwohl selbst gar nicht betroffen? Sie war von Oberchefredaktor Arthur Rutishauser mit der Untersuchung der Vorwürfe beauftragt worden. Als es dem Organisationsgenie einfiel, dass es vielleicht etwas merkwürdig wäre, wenn eine Protestunterzeichnerin die ausschliesslich anonym erhobenen Vorwürfe überprüfen würde, wurde Blumer zur Ansprechperson degradiert. Den Posten ist sie nun auch los, da sie zu «20 Minuten» wechselt.

Aber sie kommentiert noch fleissig, jüngst die Forderung nach Bezahlung der Hausarbeit. «Keine Lösung», donnert Blumer, «Hausarbeitslohn oder Grundeinkommen, beides wird in absehbarer Zeit nicht realisiert.» Kann ihr bei dem Lebensabschnittsgefährten auch völlig egal sein.

Statt ihrer lässt Tamedia nun aus Deutschland «die Expertin Christine Lüders» kommen. Wer? Na, DIE Lüders, «unter anderem Leiterin der deutschen Bundes-Antidiskriminierungsstelle.» In dieser Funktion machte sie was? Also bitte, sie setzte Zeichen, forderte «wir müssen uns der Homophobie entgegenstellen, egal aus welcher Richtung sie kommt.» Wir können uns knapp zurückhalten, dieses schiefe Bild tiefer auszumalen.

Seit Lüders pensioniert wurde, ist sie gerne im Einsatz für Diversität und gegen Sexismus. Als in Deutschland letzten Sommer die Werbebranche dran war, holte sich die Agentur Scholz & Friends – im Feuer wegen Sexismus und Diskriminierung – als «Fachexpertin» – Christine Lüders. Zudem habe man «Listening Sessions» mit allen Mitarbeitenden und eigene «Round Tables» nur für Frauen durchgeführt, schliesslich einen Aktionsplan entwickelt und umgesetzt.

Wir fordern eine Beauftragte für DEI bei Tamedia

Wunderbar, seither ist es an der Geschlechterfront ruhig bei Scholz & Friends. Das wünscht sich natürlich auch Tamedia. Hier hat man den Aktionsplan sogar schon verabschiedet, nun soll Lüders die konkreten Vorwürfe abklären. Da alle anonym erhoben wurden, nicht einmal bekannt ist, wie alt sie sind, dürfte das Lüders einige Zeit in Lohn und Brot halten. Bis sie das Ergebnis verkündet, interessiert das keinen mehr.

Vielleicht noch ein kleiner Tip; als clevere Agentur hat sich Scholz & Friends damals gleich eine neue Position einfallen lassen: die Beauftragte für «Diversity, Equity und Inclusion», kurz DEI. Dieser Titel passt wie angegossen auf Priska Amstutz.

 

 

 

30 KOMMENTARE
  1. Martin Pauli
    Martin Pauli says:

    Falls die weiblichen Journalist*innen tatsächlich für die gleiche Arbeit(szeit) schlechter bezahlt werden sollten, kann mir dann bitte jemand erklären, weshalb Supino/Ruthishauser nicht einfach nur noch Frauen einstellt?

    Target muss doch 100% Frauenanteil sein beim TA. Kündigungen werden strikte nur noch durch Frauen ersetzt. Wäre eine interessante Feldstudie wert.

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  2. Peer Carlson
    Peer Carlson says:

    Die Belästigungs-Expertin Christine Lüders wird bei der Umsetzung von ECHTER DIVERSITY eine immense Herausforderung haben bei Tamedia. Halb­bat­ziges akzeptiert der strenge TX Group – Wächterrat nicht.

    Eine Frauenquote von 40% ist eine machbare Idee, auch wenn mangels kompetenter Fachfrauen schwierig umzusetzen. Zu einer durchdachten DIVERSITY gehört auch ein Quote von 25% für über 50. Eine wichtige Kategorie, die immer vergessen wird im DIVERSITY-Programm sind die Fachkräfte mit Handicap. Sehe 25% für Frauen und Männer vor, mit einer körperlichen Bewegungseinschränkung oder sonstiger Beeinträchtigung. 10 % müssen vorbehalten sein für Lernende oder Volontäre (unsere Zukunft!).

    Als Verantwortlicher im Bauamt einer Gemeinde, stände ich vor dem Dilemma diese Tamedia-Vorgaben richtig umzusetzen. Was würde ich denn machen, wenn sich bloss eine Frau für die Müllabfuhr finden liesse? Müsste ich somit 12 Mann entlassen, damit ich die 40% Quote erfüllen würde?

    Möchte aufzeigen, dass DIVERSITY keine blosse Worthülse sein darf. Diesen Begriff soll man gefälligst mit Inhalt füllen Herr Supino.

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  3. Ben Amsler
    Ben Amsler says:

    Als Mädchen hat man ihnen gesagt, sie seien eine Prinzessin. Als Erwachsene, im Yoga, sagt man ihnen nun, sie seien eine Göttin. Dummerweise scheint dies das männliche Umfeld einfach nicht begreifen zu wollen.
    In linken Hotspots der USA bezeichnen sich inzwischen Frauen, welche einen (in ihrem Ermessen) unpassenden Spruch vernommen haben, als ’survivors‘ – sie hätten eine sexuelle Attacke überlebt.

    Dieser unangemessen kindische Gender-Kriegszustand in diesem Verlag ist besorgniserregend. Prophezeihung: Die offenbar etwas gar neurotischen, unbelastbaren Tamedia-Frauen werden den ganzen Laden noch zum Zerfall bringen.

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    • Simon Ronner
      Simon Ronner says:

      Einerseits ehrt es mich, dass neben Hans Keller direkt hier unter diesem Beitrag nun auch Ben Amsler frühere Kommentare von mir copy/paste hier verwenden. Andererseits, werte Herren: Wenn Sie offenbar dieselbe Sicht vertreten, so wäre es interessant, Ihre eigenen Gedanken hier zu lesen.

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  4. Hans Keller
    Hans Keller says:

    Ein Schelm ist, wer meinen könnte, dass Frauenquoten nur für finanziell lukrative Berufe gefordert werden……….
    Ja klar, das Quotengeschrei beschränkt sich auf Jobs mit viel Kohle, Ansehen, Glamour und Eleganz.

    So sehr diese feministischen Tamedia-Schreiberinnen auch täubeln: Niemand kann Menschen zwingen, Ausbildungen, Karrieren, Lebenswege einzuschlagen, die diese nicht von sich aus wollen. In Schweden versuchte es der Staat mit der Brechstange, doch die gewünschte Gesellschaftsänderung will sich einfach nicht einstellen. Begründet wird das jeweils damit, dass «die Gesellschaft» eben noch nicht soweit sei. Da müsse noch viel «in den Köpfen» passieren.

    Wer Menschen nach Geschlecht, Hautfarbe, Ethnie, sexueller Orientierung für eine Stelle auswählt, oder Unternehmen nach solchen Kriterien bewertet, der hat nichts begriffen.

    ……. oder dann halt hinterhältige Absichten.

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  5. Les Beeler
    Les Beeler says:

    Der Opferkomplex dieser neofeministischen Tamedia-Schneeflöckchen bringt mich zum Staunen. Nachdem Ihre Vorfahr(Innen) noch mit tatsächlichen Problem zu kämpfen hatten, leben wir heute in einer geradezu langweilig liberalen Welt. «Erfolg hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit KOMPETENZ». Sam Thaier sagt dies untenstehend goldrichtig.

    Apropos Lohnvergleich: Nicht die Löhne innerhalb des gleichen Berufs, sondern innerhalb einer Berufsgruppe sollten verglichen werden. Diese Berufsgruppen können sehr weit gefasst sein, eine Gruppe enthält z.B. Juristen, Seelsorger und Schriftsteller. Wieso sollten diese den gleichen Lohn aufweisen?

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  6. Kevin Salm
    Kevin Salm says:

    Frauen werden, seitdem ich lebe, nicht schlechter behandelt, oder haben weniger Lohn. Denkt mal an unsere SRG- Staatsbetriebe und Lehrerinnen. Es braucht auch keine Frauenförderungskonzepte, oder Gleichstellungsbeauftragte. Die Frauen sind voll gleichgestellt. Jeder Frau steht es frei Raketeningenieurin zu werden, ebenso wie jeder Mann Hebamme werden kann …. wenn sie es denn wollen und auch in der Lage sind, die notwendigen Skills zu erlernen.

    Und die Geschichten mit der angeblichen sexuellen Anmache, ist auch viel zu oft ein Märchen. Wer gibt den Millionen für Schönheitsoperationen, Brust oder Po Vergrösserungen, Kosmetika, Wonderbra, und sonst was aus, oder laufen halbnackt in der Gegend herum. Etwa wir Männer?

    Wenn die Frauen wirklich etwas leisten wollen in der Wirtschaft, dann müssten sie vielleicht hier ansetzen: 66% aller Dissertationen werden von Männern geschrieben. 84% aller Patente werden von Männern angemeldet. Und 91% aller Firmen von Männern gegründet. Und jetzt darf man gerne kommen und mir beweisen, dass es Frauen verboten ist, zu doktorieren, Erfindungen zu  machen und Firmen zu gründen.

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    • Lukas Peterhans
      Lukas Peterhans says:

      Genialer Text Kevin Salm – und so wahr. Diese Lebenshilfe wird bei Exponentinnen wie Salome Müller und Aleksandra Hiltmann bestimmt etwas Orientierung im Fadenkorb schaffen.

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    • Gerold Ott
      Gerold Ott says:

      Frauen machen niemals vor, Frauen machen immer nach. Frauen gründen keine Firmen, Konzerne oder Institute, Frauen schimpfen und nörgeln sich in Führungspositionen. Wir sind doch mittlerweile bei maximaler Gleichberechtigung. Warum nutzen Frauen diese nicht und erschaffen selbständig eigene neue Dinge?! Es nervt langsam!

      Und was machen die meisten dieser jungen Frauen aus ihrem grossen Potenzial? Sie studieren Kunst-, Sozial- und Geisteswissenschaften, die in schlechter bezahlte Berufe münden, und beklagen sich später als Gender- Lobbyistinnen, dass sie benachteiligt sind, und fordern noch mehr Frauenförderung.

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  7. Beth Sager
    Beth Sager says:

    Bekanntmachung für Tamedia-Frauen:

    Es gibt auch keine Lohngleichheit unter Männern. Nicht alle bekommen den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit!

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  8. Albert Laager
    Albert Laager says:

    Der Lacher zum Wochenende:

    Warum gründen eigentlich so wenige Frauen eigene Unternehmungen?

    Ganz einfache Antwort dazu: Für sowas gibt’s keine Quote………

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  9. Eveline Maier
    Eveline Maier says:

    Diese wohlstandsverwahrlosten Tamedia-Frauen ein grosses Ärgernis. Ihre Empörungsschiene ist symptomatisch für das Jammern auf allerhöchstem Niveau. Nutzlose Maulheldinnen. Gerade diese Tamedia-Frauen bestätigen, dass nicht wenige von ihnen ihre journalistische Karriere geschenkt bekommen haben, während sich die männlichen Kollegen ihre Laufbahn zumeist mit Anstrengungen und Entbehrungen erarbeiten mussten. Hört doch bitte auf von Gleichstellung zu sprechen, wenn ihr bloss Besserstellung der Frau meint. Gleichstellung ist keine Einbahnstrasse.

    Übrigens: Haben sich diese dauerempörten Frauen je für ihre Schwestern, beispielsweise in Afghanistan und Pakistan stark gemacht?

    Verfolge seit je den Ritual dieses Frauenstreik am 14. Juni. Nie einen Pieps über diese verfolgten Frauen dort, obwohl dies ein absolutes Schwerpunktthema sein müsste Jahr für Jahr. Meine Heldinnen sind eben nicht diese verweichlichten Frauen im Stile von Tamedia und anderswo, sondern diese diskriminierten Frauen in erwähnten Ländern, die für die wirklich elementarsten Dinge im Leben kämpfen müssen.

    Der immense Mut der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai wurde auf keiner (feministischen) Plattform je gross thematisiert. Yousafzai und zwei andere Schulmädchen wurden am 9. Oktober 2012 von einem Pakistani Taliban wegen ihrem Aktivismus schwer verwundet. Anfangs Mai 2021 wurden in einem Stadtteil von Kabul gegen 70 Schulmädchen von Bomben der fanatischen Taliban zerfetzt. Kaum eine Resonanz in feminististischen Medien. Auch die Tamedia-Frauen haben hier ganz typisch nicht eingegriffen mit einem speziellen Bestreben und Arbeitsaufwand.

    Feministinnen sind es nicht gewohnt, dass jemand mal eine andere Sichtweise einbringt. (Esther Vilar)

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    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Wäre Malala Yousafzai in Afghanistan wegen gehen in High heels verfolgt worden, das in anderen Medien thematisiert, jemand aus der Nesthäckengruppe hätte sofort einen flammenden, feministischen «Artikel» gegen die Unterdrückung der Frau in Afghanistan geschrieben.

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  10. Mario Sacco
    Mario Sacco says:

    Dieser Tamedia-Apparat zerfleischt sich ja selber. Arbeitsgruppen-«Dynamik» und lähmende Sitzungen bis zum Abwinken.

    Kann man diesem höchst seltsamen Laden einen Lustfaktor abgewinnen?

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  11. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Von Claudia Schmid die deutsche Sprache nicht kann war diese Woche ein Artikel zu lesen: «Diese Wähen sind bis ins Detail kuratiert». Wähen kuratieren? Deutsche Sprache vielseitig, aber auch anspruchsvoll, CS, total bescheuert. Schlecht kuratiert hat einmal mehr Marco Boselli und andere bei Tamedia und nur «halbe Sachen» geliefert!

    «diversity and inclusion» ist bei Tamedia angesagt, Ziel 40% Frauenanteil, 60% Männeranteil, und wo sind die «non binären»? Warum nicht definierte Anteile Landei*er / Stadtei*er, white / PoC, Hetero / Bi / Homo, verheiratet/nicht verheiratet? Trotzdem die männliche Vorherrschaft im TA ist gesichert. Im Bedarfsfall könnten sich Mitarbeiter als «non binär» outen und würden dann anteilsmässig zu je 50% als männlich und 50% weiblich gewichtet! Chance für die 2 Männer die im oberen Kader abserviert werden müssem, sich als «non binär» outen dann ist mindestens einer gerettet!

    Das Erschreckende an der ganzen Übung, journalistische Kompetenz ist nirgends Thema, war auch nie Thema im Brief der 78 Nesthäckchen. Dabei interessiert es doch die LeserInnen nicht wieviele Frauen und Männer schreiben, es interessiert wie sie schreiben, wie verlässlich und wie kompetent? Der Nesthäckchenaufstand interessiert die wenigsten und Tamedia hält ja auch gezielt alles zu dem Thema unter dem Deckel, dafür wird weiterhin die wöchentliche Schrottkolumne von Isabel Hemmel und Paulina Szczesniak publiziert, der unerreichte Tiefgang im TA, Hemmel hat sich überlegt im neuen Kunsthaus einschliessen zu lassen, nicht nötig, «Schreiben» aufgeben genügt.

    Dass es anders geht hat Alexandra Kedves diese Woche bewiesen, ein gescheites Interview mit mit einem gescheiten und differenzierenden Yves Kugelmannn, Chef des Magazins «Tachles», «Herr Kugelmann, sind die Synagogen in der Schweiz sicher?»

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    • Sam Thaier
      Sam Thaier says:

      Ja klar, so schaufelt sich die Tamedia ihr eigenes Grab. Kompetenz muss sich nun dieser läppischen Firmendoktrin unterordnen. Dieses groteske «Gspürsch mi» – setting bringt den Todesstoss. Heute spricht man nun theatralisch: «Die Sichtbarmachung von Frauen sei noch nicht weit genug»

      Kein Wunder arbeiten so viele Frauen bei der Wohlfühloase SRF. Wie Lis Borner, Chefredaktorin Audio, gegenüber den CH-Media-Zeitungen kürzlich sagte, gehöre es zum journalistischen Selbstverständnis von SRF, «alle Stimmen der Gesellschaft adäquat zu Wort kommen zu lassen». Würden bei einem bestimmten Themengebiet zwei gleichwertige Fachpersonen zur Verfügung stehen, seien die Redaktionen dazu angehalten, die Expertin zu befragen. Entsprechende Expertinnen zu finden, erfordere jedoch zusätzlichen redaktionellen Aufwand.

      Es sind also vor allem (oft nicht vorhandene) Expertinnen dringend gesucht im Jargon dieser fanatischen Lis Borner. Folgedessen sind Männer verklausuliert gesagt, gar nicht erwünscht bei dieser Chefredaktorin. Schöne Zeiten.

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      • Gerold Ott
        Gerold Ott says:

        Diese Lis Borner machte eine typische Karriere im Staatsbetrieb SRG. Seit 1983 dort tätig. Kann passieren, dass sie vor ihrer Pensionierung nochmals ihre bizarre, feministische Seite voll ausleben möchte.

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  12. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Frauenanteil in Zürcher Bildungsinstitutionen in der Lehrerschaft. Quelle: Bildungsplanung/Bildungsstatistik (BiD), die Schulen im Kanton Zürich, 2017/2018

    Kindergarten: 97.8% Frauenanteil
    Primarschule: 85.7% Frauenanteil
    Sekundarschule: 57.5% Frauenanteil
    Gymnasien Neusprachlich: 69% Frauenanteil
    Gymnasien Math.-Naturwiss.: 34% Frauenanteil
    Tertiärstufe (Universität und FH): 34.6% Frauenanteil
    Mittelschulen (Fachmittelschule): 79% Frauenanteil
    Mittelschulen (Informatikmittelschule): 8% Frauenanteil
    Berufsschule (Sektor Industrie/Handwerk ): 12% Frauenanteil
    Berufsschule (Sektor Büroberufe ): 58% Frauenanteil
    Berufsschule (Heilbehandlung ): 86% Frauenanteil

    Der Tagesanzeiger blendet die wahren Probleme aus in seinem selbstgerechten Journalismus. Gerade in der Pädagogik, lässt der geringe Anteil von männlichen Primarlehrern und der geringe Anteil von weiblichen Lehrkräften in der Informatik, Naturwissenschaften und der Mathematik aufhorchen.

    Christine Lüders sollte sich vorerst nützlich tun im Kanton Zürich im Bereich Pädagogik. Das Tamedia-«Problem» ist nämlich ein bizarres Ablenkungsmanöver. Echte Probleme sind anderswo.

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    • Benno Derungs
      Benno Derungs says:

      Ein interessanter Ansatz Herr Karrer. Der Gender-Thematik müsste speziell in der Pädagogik Gehör finden – und nicht bei der Tamedia, in seiner fanatischen Ausprägung.

      Die Buben sind als das betrogene Geschlecht im Schulbetrieb identifiziert. Der Vorwurf ist ganz klar, dass die Schule die Stärken der Mädchen konsequent fördert. Die systematische Benachteiligung der Buben ist mittlerweilen augenfällig. Buben sind die Opfer dieses feministischen Geschlechterkampfes geworden, der die Erwachsenen meint – und die Kinder trifft. Faktum ist: Zu viele Schüler haben keine Chance, sich an männliche Rollenbilder zu orientieren.

      Antworten
    • Sam Thaier
      Sam Thaier says:

      Die unattraktivsten Berufe gibt es immer noch im Baugewerbe: schmutzig, anstrengend, gesundheitsschädigend, unterbezahlt – und zu über 90% mit Männern besetzt.

      Warum wohl verdient ein Maurer mehr als eine Kita-Angestellte? Warum findet ein Maschinenbaustudent nach dem Studium wohl schneller Arbeit als eine Psychologiestudentin?

      Erfolg hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern mit Kompetenz. 

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  13. Simon Ronner
    Simon Ronner says:

    Zum Glück muss man mit den Männern beim Tagi kein Mitleid haben. Schliesslich haben die diese Entwicklung initiiert (Res Strehle), bzw. sie wird durch die publizistische Agenda tagtäglich forciert.

    Gut dressierten, braven Feministen macht es nichts aus, den Job zu verlieren oder ihn gar nicht erst zu erhalten im Wissen, dass anstelle von ihnen eine Frau bevorzugt wurde.

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  14. Laura Pitini
    Laura Pitini says:

    Marco Boselli, Co-Geschäftsführer von Tamedia gab die Losung heraus, für was das Verlagshaus zukünftig eintreten wird. Er umschreibt dies mit den drei Begriffen «Vielfalt, Fairness und Respekt».

    Möchte diese drei Begriffe gerne ergänzt haben mit dem Begriff «Kompetenz». Eigentlich logisch Herr Boselli?

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    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Von journalistischer Kompetenz hat Boselli wenig Ahnung, er ist für die Floskeln und billigen Sprüche «Synergien nutzen», «schlagkräftige Redaktion aufbauen» zuständig!.

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  15. Sam Thaier
    Sam Thaier says:

    Das top-down-Prinzip funktioniert bei der TX Group überhaupt nicht. Somit miserabel schlechte Vorbilder, die sich selber disqualifiziert haben mit ihren tollen Plänen. Der jetzige TX Group-Verwaltungsrat besteht laut MarketScreener aus folgenden Mitgliedern: Pietro Supino, Konstantin Richter, Martin Kall, Pierre Lamunière, Andreas Schulthess, Sverre Christian Munck und Pascale Bruderer.

    Die Quote in diesem Gremium ist somit 14% weiblich. Frage in die Runde: Hat sich Frau Pascale Bruderer je geäussert über diese weibliche Empörungsbewirtschaftung beim Tagesanzeiger?

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  16. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Angesichts Ihrer dauererregten Belegschaft sollten sich die Tagi-Chefs überlegen, nicht nur den Auslandteil so wie heute bei der Süddeutschen Zeitung einzukaufen. Sondern künftig auch den gesamten Rest der Texte von externen Schreiberlingen zu beziehen oder schlicht Agenturmeldungen nachzudrucken. Damit können im gemütlichen Schneidersitz tägliche Vollversammlungen über Fragen der Quoten-Gerechtigkeit, des Ausbaus von Gendersternchen sowie des allgemeinen Elends auf der Welt abgehalten werden. Genau wie 1980 bei der Zürcher Bewegung, wo immerhin noch differierende Meinungen geäussert werden konnten.

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Die 68 jährige Belästigungsexpertin Christine Lüders dürfte vielleicht gar in der TA- Redaktion Einsitz nehmen unter der Umschreibung: «Redaktorin für besondere Aufgaben».

      Lüders leitete ab 2010 die deutsche Bundesbehörde zum Schutz vor Diskriminierung von Personen aufgrund ethnischer Herkunft, Religion/Weltanschauung, sexueller Identität/Geschlecht, Lebensalter und Behinderung.

      Wie wir somit sehen, tritt Lüders nicht nur für die Interessen von Frauen auf. Sie möchte auch die berufliche Förderung von Behinderten und die Interessen von alten RedaktorInnen wahrnehmen. Dubiose Frühpensionierungen dürfte es somit im Hause Tamedia nicht mehr geben.

      Frau Lüders, merken sie sich schon einmal die Leitformel von TA: «Wir bleiben dran»

      Antworten
    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Gute Idee, das schreiben überlässt man denen die es können, die restlichen machen «Sit-ins», Workshops «Spürst Du mich, verstehst Du mich», «Geht es Dir gut, mir geht es nicht gut», «Feel vibrations». Die neue Welt an der Werdstrasse, kuratiert und unterstützt von der SZ in München.

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