Minenfeld Israel

Linke winden sich, die Tempelwächter des Staates Israel verbellen jede Kritik an seinen Taten.

Alle israelfreundlichen Kreise, aus welchen Motiven auch immer, versuchen nicht ohne Erfolg, jede Kritik an Handlungen dieses Staates durch Denunziation zum Schweigen zu bringen.

Als die US-Politwissenschaftler John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt 2006 die Untersuchung veröffentlichten: «Die Israel-Lobby und die US-Aussenpolitik», wurden sie niedergeschrien und niedergemacht.

Denn ihr These lautete, dass die weitgehend vorbehaltlose Unterstützung Israels durch die USA den Interessen der Vereinigten Staaten zuwiderlaufe und letztendlich beiden Staaten schade.

Den Artikel hatte «Atlantic Monthly» 2002 in Auftrag gegeben – und verweigerte den Abdruck. Erst 2006 wurde er in der «London Review of Books» publiziert. Eine erweiterte Fassung als Buch.

Es ist ein streng wissenschaftlicher Text, der mit der üblichen Methodik der Politwissenschaften dieses Verhältnis umfangreich dokumentiert darstellt. Und zu dieser These kommt.

Die englische Ausgabe ist noch lieferbar, die im Campus-Verlag erschienene deutsche Version nicht mehr. Das muss nun nicht den langen Arm der Israel-Lobby in Deutschland belegen, und die These der Wissenschaftler ist eine diskutable Position.

Spielen auf der Denunziations-Klaviatur

Die aber fast überhaupt nicht diskutiert wurde, sondern die beiden Wissenschaftler wurden aufs übelste beschimpft, ihnen wurde die übliche Klaviatur von Antisemit bis Anti-Zionist vorgespielt.

Genau gleich verhalten sich aktuell viele Meinungsbildner auch in den Schweizer Medien. Es geht dabei gar nicht darum, Partei zu ergreifen oder sich für eine der beiden Seiten im wiederaufgeflammten Krieg zwischen Palästinensern und dem israelischen Staat zu entscheiden. Und nur die Greueltaten der jeweils anderen Seite zu beklagen.

Eigentlich wäre hier, wenn das überhaupt möglich ist, Analyse und Erklärung gefordert. Ziemlich alleine auf weiter Flur steht zurzeit die NZZaS. Sie weist völlig zu Recht darauf hin:

«Der Auslöser für die Gewalt war die drohende Wegweisung palästinensischer Familien in Ostjerusalem. Ihre Häuser stehen auf Land, das einst Juden gehört hatte, bevor Jordanien Ostjerusalem nach dem israelisch-arabischen Krieg 1948 besetzte. Israel erlaubt den Erben dieser Eigentümer, ihren Besitz zurückzufordern. Palästinensern wird jedoch umgekehrt dieses Recht für ihre früheren Häuser in Westjerusalem, aus denen sie vertrieben wurden, nicht gewährt.»

Das war der Auslöser, der entweder überhaupt nicht oder nur am Rande erwähnt wird.

Barbarei und  Greueltaten gegen berechtigte Gegenwehr

Das zeugt einfach vom üblichen unterirdischen Kenntnisniveau der meisten Journalisten. Wer sich aber darin erschöpft, «gerechtfertigte Gegenwehr» zu erklären und zu verteidigen, treibt einen weiteren Sargnagel in das Ansehen des Journalismus. Denn eigentlich sollte er auch hier leisten: beschreiben, was sich dort abspielt. Versuchen, diese Ereignisse verständlich zu machen, analysieren, einordnen.

Vielleicht auch darauf hinzuweisen, dass der Konflikt existiert, existierte, weiter existieren wird, wenn keine Lösung dafür gefunden wird. Welche Methoden welcher Seite abscheulich, welche gerechtfertigte Notwehr, welche barbarisch, welche zivilisiert sind, das einzuordnen traue ich mir nicht zu.

Andere Art, die Analyse von Adolf Muschg zu bestätigen

Aber das Urteil schon, dass hier in einer Art negativer Dialektik die Argumentation gegen die Verwendung des Wortes «Auschwitz» durch Adolf Muschg durchexerziert wird. Denn auch hier wird sofort klargestellt, wes Geistes Kind jemand sei, der nicht eindeutig für Israel Partei ergreift. Der negiere die historische Schuld, sei deshalb nicht nur als Palästinenserfreund und damit auch gleich Anhänger von blutrünstigen Terrorgruppen zu denunzieren, sondern in enger Umarmung mit Rechtradialen, Holocaust-Leugner und ähnlichem Abschaum.

Dabei ist auch diese Debatte wieder ein Beleg für die Richtigkeit der Analyse von Muschg. Ausgrenzung und Stigmatisierung Andersdenkender, völlige Unfähigkeit zur Selbstrefelexion, weil man unter dem Gewicht der eigenen moralischen Überlegenheit kaum mehr laufen kann. Das sind Denkmuster, die zumindest unter Totalitarismus-Verdacht stehen. Und die absolute Überzeugung der Richtigkeit der eigenen Positionen, der Befähigung, moralisch und ethisch alles abkanzeln zu dürfen und müssen, das diesem Weltbild in der Weltblase nicht passt, das ist nun tatsächlich die road to Auschwitz.

5 KOMMENTARE
  1. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Die jetzige Situation führt Europa brutal vor Augen, wie gefährlich die Einwanderung zehntausender Moslems geworden ist. Ausgerechnet in Deutschland brodelt auf den Strassen primitivster Hass und Gewalt gegen Israel und die Juden. Israelische Flaggen werden aus Angst eingezogen. Die linken „Antifaschisten“ schwurbeln einige Sprüche dazu. Im schwedischen Malmö wird Juden die Ausreise empfohlen. Eine elendigliche Situation achtzig Jahre nach dem Holocaust in Europa.

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  2. Tim Meier
    Tim Meier says:

    Der Einfluss dieser Lobby scheint beim hiesigen Mainstream gering. Ansonsten hätten SF und Andere die Raketenkanoniere im Gazastreifen nicht als «Aktivisten» hochgelobt.
    3000 Raketen wegen vermeintlichen Zwangsräumungen? Come on NZZaS, das geht besser. Insofern gemäss anderen Quellen seit 1948 ca. 1 Dutzend solcher Wegweisungen erfolgten. Die Frage ist doch: wie finanziert die Hamas ihre massive Aufrüstung? Fischerei, Iran oder westliche Hilfsgelder?
    Zu den Methoden ist zu erwähnen: Beschuss von Zivilisten sowie der Einsatz menschlicher Schutzschilder läuft unter Kriegsverbrechen. Schlussendlich wird in diesem Fall wie immer der Angegriffene «verurteilt» und der Aggressor als hilfloses Opfer dargestellt.
    Wer den Konflikt schon länger verfolgt, kommt unweigerlich zum Schluss, dass die «Palästinenser» keinen Frieden und keine Zweistaatenlösung wollen. Die wollen die Juden schlicht weg haben, from the river to the sea. Mehr «Einordnung» ist nicht nötig. Die Israelis werden ihr Land bis zur letzten Patrone und unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Mittel verteidigen.

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    • .Victor Brunner
      .Victor Brunner says:

      Sie verteidigen mit der Patrone nicht nur ihr Land, sondern annektieren palästinensisches Land bis zur letzten Patrone!

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      • Markus
        Markus says:

        Wieso führen die «Palästinenser» keinen Krieg gegen Jordanien? Kann mich nicht erinnern, dass jemals Jordanien ein Thema war, obwohl die ja auch palästinensisches Land «annektiert» haben. Geht es vielleicht doch einfach nur gegen die Juden?

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      • Alois Fischer
        Alois Fischer says:

        Und von diesem annektierten Land schiessen die Hamasbrüder tausende Raketen auf das Nachbarland und verstecken sich hinter den Zivilpersonen?
        Vielleicht wäre es gescheiter gewesen, den Gazastreifen zu behalten und einen sehr hohen Zaun an der Grenze zu errichten.
        Es gibt kein palästinensisches Land, das man annektieren kann, weil es Palästina nicht gibt.
        Es sind die Folgen einer überheblichen antijüdischen Kriegspolitik und einer krachenden Niederlage für die Kriegstreiber, welche noch zu keiner Zeit friedlich mit Israel zusammenleben wollten und konnten.
        Was die «Freunde Palästinas» aus der linksgewickelten schwärmerischen Ecke einer neuen Weltordnung seit 1968 als Desinformationskampagne pflegen und unter dem Deckmantel der Menschenrechte verkaufen ist die ideologische und finanzielle Unterstützung von bekennenden Terroristen und Judenhassern.

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