Hilfe, mein Papagei onaniert VIII

Hier sammeln wir bescheuerte, nachplappernde und ewig die gleiche Leier wiederholende Duftmarken aus Schweizer Medien. Subjektiv, aber völlig unparteiisch. Heute: weniger Kontrolle, mehr Stuss.

 

Fragen hat der Tagi …

Ein Astronaut, ein Raumfahrtkenner. Mehr braucht es nicht, um einen Raketenabsturz zu erklären. Besonders gespannt ist der Laie auf die Beantwortung der Frage, was denn ein «missglückter Raketenabsturz» sein mag. Aber noch wichtiger: was ist dann ein geglückter Absturz?

 

Echter Nutzwert mit «Blick»

Die einzige Zeitung mit Regenrohr im Titel ging der Frage nach, wie gespart werden kann. Reporter und Wirtschaftsspezialist Marc Iseli recherchierte gnadenlos. Fand aber heraus, dass er nichts herausfand. Nun gäbe es drei Möglichkeiten. Die Story wird gespült, war nix. Iseli wird nochmal losgeschickt. Oder aber, Variante drei:

Problem gelöst. Passt der Artikel nicht zum Titel, muss einer von beiden weichen. Artikel umfangreich und schwierig, Titel leicht und einfach. Klare Sache.

Auch die NZZ …

Das Blatt der tiefen Nachdenke und der zurückhaltenden Sprache, das gerne ein Erdbeben als tektonische Verwerfung bezeichnen möchte, wird doch langsam lockerer im Gelenk. Und schreibt über die Verwendung des «N-Worts» in den USA: «Wer als Weisser «Nigger» sagt, ist erledigt.» In der schwarzen Hip-Hop-Szene werde das «explosivste Wort Amerikas» aber «geradezu obsessiv» verwendet. Was soll da der arme «Black lives matter»-Unterstützer in der Schweiz damit anfangen? Der hat «Nigger» gesagt, dieser Rassist, Unmensch, Hetzer. Oh, es handelt sich um einen schwarzen Hip-Hop-Performer? Ähm, dann ist es eine offensive Aneignung, um ein Schimpfwort zu entwaffnen. Oder so.

Rechtzeitig zum Muttertag macht sich die NZZ für diesen Begriff stark. Muss sie das? Aber sicher, denn wenn der Sprachreinigungswahnsinn endemisch wird, dann ist nichts mehr vor ihm sicher. Nicht mal Mama.

 

Sprachschule mit «20 Minuten»

Die gute Nachricht ist: Dieser Donnerstag war doch eher ereignisarm. Abgesehen davon, dass «exklusive Nacktfotos» geleakt wurden. Immerhin waren es diesmal keine Geschäftsgeheimnisse. Und die Bestohlene reagiert auch cool:

Zumindest ZACKBUM lernt ein neues Wort, das wir aber auch gleich wieder vergessen wollen.

Hier die neuste Fortsetzung bei «watson»

Nach all den Serien mit «-Porn» am Schluss, ist man hierfür natürlich dankbar:

So cute das auch sein mag (schnell Hand hoch: wer versteht den Begriff? Aha, und wie viele verstehen ihn, wenn wir uns den «watson»-Leser vorstellen? Aha), was ist hier schon wieder der Newswert? Der Nutzwert? Überhaupt ein Wert? Ach so, «watson» ist gratis, stimmt.

Nach «watson» kann nur noch die «Republik» kommen

Wir sind ja verständig und geben eins ums andere Mal zu, dass 50 Nasen und 6 Kisten im Jahr viel zu knapp dafür sind, jeden Tag wie versprochen drei Artikel rauszuhauen. Oder wenn, dann kann das natürlich nicht alles die Redaktion leisten. Glücklicherweise gibt es genügend Gastautoren, die gerne in die klaffenden Lücken springen.

Hier sehen wir ein idealtypisches Zusammentreffen für das Online-Magazin. Das rasend spannende Thema «Muttertag». Das einen jedes Jahr aufs Neue aus dem Hinterhalt anspringt. Ein Gastautor (rechts unten im Bild), der nostalgisch 50 Jahre zurückgeht (als das Frauenstimmrecht endlich eingeführt wurde!). Das nennt man dann «persönlicher Essay». Persönlich mag’s ja sein, aber Essay? Die Bemerkung «heiss heute», bezeichnet man wohl auch nicht als meteorologische Analyse.

Aber völlig unakzeptabel ist: Der Schreibende, also der/die/das Autor*In** ist ein Mann. Roland Jurczok ist sein Name, er soll «zu den Spoken-Word-Pionieren der Schweiz» gehören. Schon wieder ein literarischer Muskel, der ZACKBUM völlig entgangen ist. Bislang. Was wir aber weiterhin so halten wollen. Denn für das Lesen einer schnarchlangweiligen Beschreibung eines Besuchs bei Mama ist das Leben eigentlich zu kurz. Obwohl der Essay mit 13’561 Anschlägen geradezu ein Kurzsprint ist.

8 KOMMENTARE
  1. .Victor Brunner
    .Victor Brunner says:

    Auch heute wird im TA schreibend heftigst onaniert, von Beat Metzler. Er hat servil eine ganze Seite mit dem Titel «Man nennt sie Geschichtsleugner», den Anliegen der Cancel Culture Gruppe «Vo da» gewidmet. Die Gruppe regt sich fürchterlich auf über alles was mit Mohren, (kann auch von Mauren kommen) zu tun hat interessiert aber «Vo da» nicht, will alles weg haben was ihr nicht passt und die Geschichte einzelner Objekte der Stadt manipulieren. Nächstens klopft «Vo da» beim Bauernverband an da in der Schweinehaltung auch umgänglich von Mohren die Rede ist, oder möchte schwarze Autos in der Stadt verbieten.

    Dank Hartnäckigkeit von «Vo da» hatte Stadtpräsidentin Corine Teflon Mauch Einsehen, eine Projektgruppe gebildet die der Gruppe zu Kreuze gekrochen ist. Das gleiche hat Metzler gemacht. Unkritisch übernommen, Gegenpositionen mariginal abgebildet, wirkliche Diskussion wie darf «Cancel Culture» das gewachsene Gesicht der Stadt bestimmen oder wie überzeugend sind deren Argumente, Nichts! Nicht mehr die Auseinandersetzung und Diskussion ist angsagt sondern die Meinungsdiktatur und krankhafte Befindlichkeit von wenigen PoCs.

    Passend zur Cancel Culture des TA, Helene Arnet fordert «Der Muttertag gehört abeschafft», ein weiterer Artikel im TA Zyklus «Glorifizierzung des Banalen und wie beschäftigen wir mässig begabte SchreiberInnen». TA handelt heute den wichtigsten Wirtschaftskanton, 1,521 Mio Einwohner, des Landes ab mit einem Bericht zu einem Mord, zu Impfungen, einem liebevollen Artikel von Kevin Brühlmann über Brigadier Naf (gerade bei dem Mann sind ja viele Fragen offen), Geschichtsleugner und Muttertag ab. Ja dann noch etwas zu Regierungsrat Neukom und seiner Bilanz, schön geschrieben von Marius Huber, «Platzspitz zerzaust ein nasser Winterwind den hübschen Plan des Baudirektors», «Verwaltung habe in den letzten beiden Jahren unter seiner rasenden Ungeduld leiden müssen», «rattert Neukom in atemlosem Tempo die Produktpipeline der Baudirektion runter, wie der begeisterte Erbe eines gigantischen Mischkonzerns» TA könnte den Kanton Zürich auch unter Varia oder Pampa abbilden!

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    • Sam Thaier
      Sam Thaier says:

      Noch was……..vom heutigen Tagesanzeiger:

      Heute hat sich die Journalistin Janine Hosp nach 26 Jahren Tätigkeit beim Tages-Anzeiger verabschiedet. Sie wechselt als Projektleiterin in den Stab des Finanzdepartements der Stadt Zürich. Janine Hosp war in den Ressorts Zürich und Inland tätig.

      Auch Janine Hosp hat dieses Empörungs-Pamphlet vom 5. März 2021 als eine von 78 Frauen unterschrieben.

      Diese Verabschiedung war in ihrem letzten Artikel «Seine Augen waren auch die ihren» beigepackt.

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        • Beth Sager
          Beth Sager says:

          Ein Nesthäckchen ist sie zwar nicht, denn Hosp steht so schätzungsweise 10 bis 15 Jahre vor ihrer Pensionierung.

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          • .Victor Brunner
            .Victor Brunner says:

            Sie ist 51, verständlich dass sie da noch einen sicheren Hafen sucht. Daniel Leupi hat sich ihrer erbarmt. Ob sie als ehemalige Journalistin die Kompetenz für den Job hat ist eine andere Frage!

  2. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Offenbar dürfen bloss echt Schwarze den Begriff «Nigger™» oder «Nigga™» brauchen……..

    Das Musikstück «Rock N Roll Nigger» von Patti Smith wurde auf dem Album «Easter» im Jahre 1978 veröffentlicht. Das Stück wurde nie als Single veröffentlicht, obwohl es bei Konzerten der Patti Smith äusserst beliebt war. In Folge seiner direkten Sprache, wurde es in US-Radiostationen kaum gespielt. Nehme an, dass es im Schweizer SRF (zumindest jetzt) auch einem Bann auferlegt ist.

    Patti Smith interpretierte ihren «Nigger» als einen rebellischen und aber ehrenvollen Aussenseiter. Gut gesagt, finde ich.

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    • Gerold Ott
      Gerold Ott says:

      Danke für den Hinweis Rolf Karrer. Es gibt unglaubliche viele «Neger», die einem Scheissjob als Broterwerb nachgehen müssen. Patti Smith schrieb damals eine Hommage an all die geknechteten Draussenstehenden.

      Auf SRF3 müsste man somit dieses Stück erst recht ständig spielen.

      Schönes Wochenende all den gebeutelten Negern. Erholt euch gut; der Montag kommt (zu) schnell……..

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    • .Victor Brunner
      .Victor Brunner says:

      Eines der besten Stücke von John Lenno, Yoko Ono und der Plastic Ono Band: «Woman Is The Nigger Of The World», geschrieben und veröffentlicht 1972 Album «Some Time in New York City» als Denken auch bei Linken noch Standard war, heute ersetzt durch die faschistoide Cancel Culture der Gutmenschen wie die «Vo da»-Leute!

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