Vom Zauberberg ins tiefe Tal der Niedertracht

Es sollte ein Zusammenspiel zwischen Sport und Kultur werden. Zwischen dem HC Davos und dem Buser World Music Forum. Es wurde ein Foulspiel.

Am 30. November 2019 war die Welt in Davos sehr in Ordnung. An einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten der Präsident des HC Davos, der Stadtpräsident und Peter Buser eine kulturelle Zusammenarbeit vor.

«Eine Partnerschaft, die den Sport und die Kultur zusammenbringt, die Synergien nützt und sich gegenseitig ergänzen soll.» Klassische Konzerte auf Weltniveau, am WEF und am Spengler Cup. PR für die Stiftung, in die der Mäzen und Musikliebhaber Buser später sein Vermögen einbringen will. Viel Geld für den HC Davos, insgesamt rund 12,5 Millionen über die nächsten 8 Jahre verteilt.

Es herrschte eine Stimmung, als ob eine Fortsetzung zu Thomas Manns Zauberberg in Planung sei. Die Hürden schienen klein und leicht überwindbar. Der VR-Präsident Gaudenz Domenig, Of Councel bei einer renommierten Anwaltskanzlei, hatte den Vertrag aufgesetzt. Der Stadtpräsident von Davos versprach, sich um den Bau eines Konzerthauses zu kümmern, das zu diesen Anlässen aufgestellt werden sollte. Und Buser war so begeistert, dass er gleich mal über drei Millionen Franken überwies.

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Fouls im Eishockey:

  • Beinstellen (tripping); Hoher Stock (high sticking); Haken (hooking), Angriff gegen das Knie (kneeing); Spielverzögerung (delay of game); unkorrekte Ausrüstung (z.B. spielen mit gebrochenem Stock).

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Von da an ging’s bergab. Schon wenige Tage später nahm das «Sportpanorama» von SRF diesen Paukenschlag einer Zusammenarbeit zum Anlass, um den Menschen Peter Buser zu porträtieren. Er gewährte Eintritt in eine seiner Wohnungen; sein Pied-à-Terre am Zürichberg. Es wurde gefilmt und gefilmt, schliesslich wurde Buser gebeten, doch an seinem Flügel etwas vorzutragen.

Das tat er, und eine seiner jungen Begleiterinnen setzte sich neben ihn auf den Boden; in dieser Ecke der Wohnung hat es keinen Platz für weitere Sitzgelegenheiten. Das war für die Reporterin von SRF endlich eine Szene, die sie ausschlachten wollte. Wer denn diese Dame sei, mischte sie sich nassforsch in Busers Privatleben ein, und warum sie denn auf dem Boden sitzen müsse.

Zwei Sätze, hingeworfen. Riesenauswirkungen

In offenkundiger Verkennung der aktuellen Lage in Sachen Sexismus, Korrektheit und Frauendiskriminierung, antwortete Buser auf eine für ihn offensichtlich eher dumme Frage mit Ironie. Das sei früher seine Sklavin gewesen, aber inzwischen sei sie zur untergebenen Frau aufgestiegen, dabei aber emanzipiert.

Für ihn eine vielleicht etwas provokative Antwort auf eine übergriffige Frage. Aber seit diesem Satz war alles andere vergessen. Sein Mäzenatentum, seine Liebe zur Musik, seine Grosszügigkeit in allen Richtungen, seine umfassende Bildung. Selbst der Respekt davor, dass jemand einfach mal so 12 Millionen Franken ausgeben möchte, um die Welt mit klassischen Konzerten zu bereichern.

Wie es sich im Boulevard-Journalismus gehört, dem auch SRF immer mehr frönt, rannte die TV-Equipe natürlich zum Präsidenten des HC Davos, spielte ihm die Szene brühwarm vor und stellte die inquisitorische Frage, was er denn dazu sage. «Wir wussten, dass er eine schillernde Figur ist», ruderte Domenig herum, «dass er extremer ist, als wir gedacht haben, das scheint der Fall zu sein.» Was ein Anwalt halt so sagt, wenn er überraschend in die Eier getreten wird.

So ein Mist, dachte Domenig sicherlich, über 12 Millionen Franken, dachte er. Über drei Millionen schon eingesteckt, dachte er.

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  • Stockschlag (slashing); Stockstich (spearing); Stockendstoss (butt-ending); Bandencheck (boarding), Cross-Check (auch Stock-Check); Check von hinten (checking from behind); Check gegen den Kopf (checking to the head).

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Wie von SRF erhofft und von Domenig befürchtet, erhob sich der übliche Proteststurm. Geht es um die kostenlose Verurteilung eines sinnvollen Projekts, ist die SP immer vorne dabei. Hier in Person des Nationalrats Jon Pult: «Blanker Sexismus. Darf keinen Platz haben», dekretiert er. Die Medien, die üblichen Schaumschläger sahen die Gelegenheit, noch Action in die eher ruhige Vorweihnachtszeit zu bringen.

Domenig trifft eine Entscheidung

Imageschaden, Reputationsschaden, Forderungen, moralische Entrüstung. Nur ein Sportjournalist hält dagegen. Buser habe keine Straftaten begangen, keine fragwürdigen Geschäfte wie Waffenhandel getätigt, keine Produkte verkauft, die beispielsweise mit Kinderarbeit hergestellt wurden, er rufe nicht zu Straftaten auf und verherrliche auch nicht Gewalt, Rassismus oder Sexismus. All das unterscheidet ihn von einigen Sponsoren, die nicht mit solch «billiger Empörung» abgestraft werden.

Domenig versuchte noch verzweifelt, sich auf die letzte Bastion zurückzuziehen, dass man ja schliesslich nicht mit Buser, sondern mit seiner Stiftung einen Vertrag geschlossen habe. Obwohl er einräumen musste, dass Buser faktisch die Stiftung ist und er die finanziellen Garantien übernimmt.

Noch verzwickerter wurde Domenigs Position, als sich Buser erkundigte, wann er endlich mit den versprochenen ersten Gegenleistungen rechnen könne, zum Beispiel so etwas Banales wie das Logo des Forums im Stadium anzubringen.

Inzwischen musste Domenig aber eine definitive Entscheidung getroffen haben. Denn er machte das, was jeder schlechte Anwalt tut. Er versteckte sich hinter Vorwänden. Dieses Logo könne noch nicht angebracht werden, weil der Verein noch nicht ordentlich ins Handelsregister eingetragen sei. Dass dieser Eintrag am Tag des Vertragsabschlusses beantragt wurde, dass er mit der üblichen bürokratischen Verzögern dann erfolgte, was soll’s.

«Wir können keine Werbung für eine Stiftung machen, die es nicht gibt», spaltete Doming noch ein Haar, dann versank er in tiefes Schweigen. Das noch tiefer wurde, als Buser forderte, mangels jeglicher vereinbarter Gegenleistung ihm seine Anzahlung zurückzugeben.

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  • Ellbogencheck (elbowing); zu viele Spieler auf dem Eis (too many men on ice); Unsportliches Verhalten (unsportsmanlike conduct; Übertriebene Härte (roughing), unerlaubter Körperangriff (charging ); Schiedsrichterkritik (misconduct); Halten (holding).

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Da stellte Domenig seine Ohren auf Durchzug; weder von einer Rückzahlung, noch von Nichterfüllung könne die Rede sein. Im Gegenteil, der Vertrag sei weiterhin gültig, und Buser schulde noch rund 8 Millionen Franken, die nun fällig seien.

Eine Million als money for nothing

Angesichts seines Alters (84) und ohne grosse Lust, in jahrelange Streitigkeiten zu versinken, machte Buser ein grosszügiges Angebot: er verzichte auf eine Million Franken, wenn die fehlenden 2,4 Millionen bis am 10. Mai 2021 überwiesen würden.

Immerhin, eine Million für nichts, für absolut nichts, ein mehr als generöses Angebot. Es sieht aber nicht so aus, als ob der HC Davos darauf eingehen wollte.

Gerne hätten wir hier die Stellungnahme von Domenig wiedergegeben. Er hatte Gelegenheit, zu zwei ausführlichen Fragenkatalogen Stellung zu nehmen. Die benützte er auch termingerecht und sehr ausführlich. Aus seinen Antworten zu den ersten Fragen ergaben sich Nachfragen, die er ebenfalls und noch ausführlicher beantwortete. Aber leider verstosse ich eigentlich schon gegen diese Anordnung, wenn ich zitiere:

«Ich erlaube Ihnen nicht, direkte oder indirekte Zitate aus meinen schriftlichen Stellungnahmen zu verwenden.»

Das ist bedauerlich, bei der Mühe, die er sich gegeben hat. Aber bei aller Mühwaltung: wohl nur ein abgebrühter Anwalt kann es für anständig, erlaubt, vereinbar mit Treu und Glauben halten, über 3 Millionen Franken einfach einzusacken – ohne einen Handschlag dafür getan zu haben. Und darauf hinzuweisen, dass die restlichen 8 Millionen weiterhin fällig seien.

Wir erlauben uns nicht, dieses Verhalten so zu qualifizieren, wie es redlich verdient wäre.

3 KOMMENTARE
  1. .Victor Brunner
    .Victor Brunner says:

    Geschichte von einem Mann der sich nicht mehr anpassen muss und will, seine Eier noch hat und von
    – seiner, wahrscheinlich bezahlten Gespielin die den Mann noch etwas Freude schenkt,
    – einer durchgeknallten, feministischen, frauenfeindlichen «Journalistin» und Denunziantin, die weder Humor noch Sarkasmus versteht,
    – einem Bündner Grind der zum Weichei mutiert ist und bei dem ein Wort nicht mehr ein Wort ist und sich die TV Gelder nicht entgehen lassen will.

    Die Story ist typisch für Wappler TV, nicht mehr Unterhaltung und Information ist angesagt sondern Mahnfinger-, Belehrungs-, und Anklagejournalismus. Ähnliches hatten wir letztes Jahr wo sich die Moderatorin von «1 zu 100» zur besten Zeit über Rassismus ausweinen durfte und die ganze Schweiz unter Generalverdachte stellte. Sich wehren als sie in einer Beiz angemacht wurde, mit den Leuten auseinandersetzen, da hat sie sich peinlich weggedrückt und nur im klimatisierten Studio gejammert.

    Dabei ist Frauenfeindlichkeit und Rassismus bei SRF normal, die «Journalistin» hat das eindrücklich bewiesen. Für sie war die PoC Frau nur ein Haufen ungebildeter Mensch auf dem Boden, nicht wert sie anzusprechen, fragen warum sie sich auf den Boden setze, was ihre Rolle sei und wie sie ihr Leben neben Buser sieht. Sie missachtet die Frau Menschen und behandelt sie als Abschaum! Wappler TV 2021.

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  2. Mathias Wyss
    Mathias Wyss says:

    Der Sport, insbesondere der Fussball, wird längst als Träger von links-grün-feministischen Kampagnen missbraucht. Besonders die Bundesliga, aber zunehmend auch die CH-Liga, wen erstaunts, tut sich hervor als LBTQXXXYYY- und antirassistisches Spielfeld. Captainbinde und Eckfahnen in Regenbogenfarben: beim SC Freiburg i. Br., einem durch und durch links-grünen Club. Der Hamburger Kiezklub ist fest in der linksalternativen Szene verankert. «Kein Fussball für Rechts»-Plakate verbreiten sich rasend schnell in Stadien. Rechts = alles, was nicht linksgrün ist. Man reklamiert den Sport für sich und schliesst Andersdenkende aus. Financiers müssen aufpassen, was sie sagen, sonst gibts Scheissstürme.

    Je mehr dunkelhäutige und andere Migranten in der Mannschaft, desto besser fühlen sich Anhänger und Bosse, die auch noch Durchschnittlichen ihre Millionen nachwerfen. Ganz krass ist es in Mainz. Ein weisser Deutscher fällt dort auf. Wobei diese heuchlerischen Kämpfer gegen Diskriminierung keine Zehntelsekunde lang überlegen, bevor sie ihren Gegenspielern das Fussgelenk zertrümmern.

    Bezeichnend ist auch, wie linke Journalistinnen mit populären Sportsendungen beschenkt werden. Man reibt sich die Augen, wenn die linke Politjournalistin Hayali plötzlich das ZDF-Sportpanorama moderiert. Aber eigentlich nicht erstaunlich.

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    • .Victor Brunner
      .Victor Brunner says:

      Frau Hayali war einmal eine wirklich gute Journalistin die aus ihrer Perspektive klug recherchierte und informierte. Dann bekam sie eine Sendung wo sie im 8-Minutentakt Leute «grillierte», heute ist sie Quotenfrau im ZDF mit den bekannten Täfeli wo sie einfach ohne Fehler ablesen und strahlen muss!

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