Blumers blümerante Beziehungen, Teil 4

Wieso blieb Tamedia bei dieser klaren Faktenlage pickelhart beim Njet zu einer Richtigstellung?

Hier geht’s zu Teil 1, hier zu Teil 2, hier zu Teil 3. Hier zu 14 Falschaussagen, hier zur Time Line.

Auf den ersten Blick erscheint es völlig unverständlich, wieso Tamedia nicht den Wunsch nach Richtigstellung akzeptierte. Als schon vor Erscheinen des Artikels klar wurde, dass der Ex-Mann der im Artikel gröblich verleumdeten Mutter cholerisch ist, ein Gewaltproblem hat und weder jemals Schuld bei sich sehen kann, noch Niederlagen akzeptieren. Als von der Betroffenen sachlich eine ganze Latte von 14 falschen Tatsachenaussagen mit Belegen nachgewiesen wurden.

Als die Mutter darauf hinwies, dass angesichts ihrer Stellung und der Bekanntmachung durch ihren Ex-Mann, um wen es sich bei diesem Ehepaar handle, nicht nur ein Reputationsschaden, sondern auch berufliche Nachteile entstehen könnten. Spätestens in diesem Moment hätten die Alarmsirenen aufheulen müssen. Dass Claudia Blumer den Kontakt abbrach, wohlan. Dass sich Arthur Rutishauser hinter seine Journalistin stellt? Okay.

Wer dreht wo und warum an welchem Rad?

Keine Verschwörungstheorie, nur eine Liste von Merkwürdigkeiten

Nun gibt es aber eine ganze Reihe von Merkwürdigkeiten. Auf persoenlich.com erscheint ein Bericht über diesen Fall, der auch die Einwände der Mutter korrekt wiedergibt. Darauf reagieren einige Kommentarschreiber eher unwirsch gegenüber Tamedia. Bis diese Kritiken von Verleger Matthias Ackeret gelöscht wurden. Auf Nachfrage räumte er ein, dass das wohl ein Fehler war, aber Arthur Rutishauser habe ihn persönlich darum gebeten.

Auch Ackeret reagierte nicht auf entsprechende Fragen.

Nachdem die Betroffene auf Granit beisst, versuchen Familienangehörige, auf anderen Wegen eine Korrektur dieses Verleumdungsartikels zu erreichen. Sie wenden sich sogar an den Big Boss von Tamedia, an Pietro Supino. Der antwortet zwar mailwendend, obwohl er sich gerade in den Ferien entspannte. Allerdings meint er genauso entspannt, dass er hier kein Problem und allfälligen rechtlichen Schritten gelassen entgegen sehe.

Ignaz Staub, der Ombudsmann von Tamedia, kommt in einer ellenlangen und verschwurbelten Antwort auf die Beschwerde zum Ergebnis, dass er persönlich natürlich die Vorkommnisse bedaure, aber  kein Fehlverhalten seitens Tamedia erkennen könne.

Er führt tatsächlich als Argument an, dass sich die Mutter als Quelle für einen Artikel in der «Schaffhauser AZ» doch auch aus der Anonymität begeben habe, weshalb ihre Vorwürfe gegen den Ex-Mann nun nicht gerade nachvollziehbar seien.

Aktion, Reaktion, solche Grundbegriffe scheinen Staub dabei völlig unerheblich zu sein.

Ein Bild von einem Ehemann

Aus vielen Indizien lässt sich ein Bild des Ex-Ehemanns herstellen. Er ist offenkundig aufbrausend, beratungsresistent und unbelehrbar. Mit all seinen Anzeigen und Strafanzeigen, die er bis zum Bundesgericht weiterführte, ist er ausnahmslos gescheitert.

Obwohl er, wie eine Mitbetroffene richtig sagt, «ausser dem Familienhund alle und alles anzeigte». Ohne jemals auch nur einen einzigen Erfolg vor Gericht zu erzielen. Diese Niederlagen sieht der Ex-Ehemann aber dadurch erklärt, dass es in Schaffhausen eine Verschwörung gegen ihn gebe, in die die ganze Schaffhauser «SP Sauband» verwickelt sei.

Es musste ihm mehrfach gerichtlich untersagt werden, die Kesb-Präsidentin öffentlich zu verleumden. Er sieht sich als Opfer dieser Machenschaften, völlig schuldlos an der Entfremdung von seinen Kindern, die ihm von der rachsüchtigen Mutter, unter Beihilfe von Staatsorganen, weggenommen worden seien. Alles, was nicht dieser Ansicht entspricht, blendet er aus, bis hin zu mit Strafbefehl erledigten Verurteilungen.

Auch seine Gewalttätigkeit gegenüber seiner Ex-Frau, sein Stalking, seine Gewalt gegen Beamte, das sei alles Teil einer Verschwörung gegen ihn.

Der Mann hat also ein gröberes Problem. Aber wieso nimmt ihn Blumer als Kronzeugen für einen Artikel, der das Thema «wie entfremden Frauen aus Rache gemeinsame Kinder vom geschiedenen Vater» beleuchten sollte?

Eine bislang unbewiesene, aber logische Hypothese

Bindella – und das Leben ist schön.

Wieso gibt sich Tamedia so eisenhart, bzw. schmallippig, wenn es um diesen Fall geht? Sicher, aussitzen, am ausgestreckten Arm verhungern lassen, irgendwann ist’s dann mal gut, kann man probieren. Allerdings laufen noch diverse Strafverfahren in diesem Fall, beerdigt ist er noch lange nicht.

Eine mögliche Erklärung für die Reaktion Supinos, von Rutishauser und auch von Blumer hat einen Namen. Rudi Bindella Senior. Er gehört unbestreitbar zu den bedeutenderen Inserenten von Tamedia; Restaurants, Weinhandlungen, usw. Natürlich laufen Anpreisungen von Lokalen zurzeit eher auf Sparflamme, aber das kann ja nicht ewig so bleiben.

Dann gibt es noch einen weiteren Berührungspunkt zwischen diesem Verleumdungsartikel von Blumer und Bindella Senior. Der wandelte vor einigen Jahren schon mal auf Freiersfüssen, liess sich von seiner langjährigen Gattin scheiden und ehelichte eine ein paar Jahre jüngere Dame.

Diese Ehe war aber nicht von ewiger Liebe geprägt, obwohl man sich gemeinsam fortpflanzte. Seit vielen Jahren befinden sich Bindella und seine inzwischen Ex-Gattin in einer noch nicht beendeten güterrechtlichen Auseinandersetzung. Auf Deutsch: wie viel Geld kriegt die Dame.

Angesichts seines Alters entschied das Bundesgericht ausnahmsweise, dass die Ehe geschieden wird, obwohl das Finanzielle noch nicht geregelt ist. Um wie viel Geld es da geht, beleuchtete ein Prozess um die laufenden Unterhaltszahlungen, die Bindella schon seit vielen Jahren abdrückt. Es handelt sich um 45’000 Franken. Pro Monat, wohlverstanden.

Zudem beklagt sich Bindella darüber, dass ihm seine Ex-Gattin die gemeinsame Tochter entfremdet habe, was ihn als liebenden Vater natürlich ungemein schmerze*. Womit der Bogen zum Blumer-Artikel geschlagen wäre.

Menschlich verständliche Reaktionen

In dieser Konstellation ist es verständlich, dass vielleicht Bindella Senior selbst, sicherlich aber seine Familie und in erster Linie seine Kinder strikt dagegen sind, dass Papa nochmal eine Ehe mit einer etwas jüngeren Frau eingeht. Während Blumer, menschlich verständlich, zum möglichst weit in der Zukunft liegenden, aber unvermeidlichen Moment lieber als trauernde Witwe am Grab stehen möchte, und nicht als trauernde Ex-Geliebte. Das sind natürlich alles reine Spekulationen. Im Moment.

Was hat das alles mit dem schon längst beigelegten, abgeurteilten und beendeten Streit um das Besuchsrecht in Schaffhausen zu tun? Eigentlich nichts. Ausser, dass Blumer eine abgrundtief schlechte Journalistin ist.

Hat bislang alles überlebt, diese Schande einer Reportage.

Sie wird nicht müde, selbst ein rotes Tuch der Frauenbewegung wie Esther Vilar dafür zu loben, dass die eben darauf bestanden habe, dass Frauen die Ehe nicht als lebenslängliche Versorgungsanstalt betrachten sollten. Sondern selbst etwas auf die Beine stellen. «Entlastung des Mannes von der Ernährerlast, gleiche Chancen für Frauen im Berufsleben», kommentierte Blumer am 31. März. Sie begrüsste auch – zum Befremden ihrer Geschlechtsgenossinnen – das jüngste Urteil des Bundesgerichts, das klarstellte, dass nach einer Scheidung die Ex-Gattin nicht mehr lebenslang durchgefüttert werden müsse. Das dürfte Balsam für die Ohren von Bindella Senior sein, denn auch für einen Multimillionär sind 45’000 Franken im Monat kein Pappenstiel.

Bislang ist es den beiden B. gelungen, diese unglaubliche Mediengeschichte in mehreren Akten mehr oder minder unter dem Deckel zu halten.

*Siehe die Punkte 26 – 27 des Schreibens von Tamedia.

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3 KOMMENTARE
  1. .Victor Brunner
    .Victor Brunner says:

    Artikel:
    «Bis diese Kritiken von Verleger Matthias Ackeret gelöscht wurden. Auf Nachfrage räumte er ein, dass das wohl ein Fehler war, aber Arthur Rutishauser habe ihn persönlich darum gebeten». Schade dass Ackeret den ich schätze dem Druck von Rutishauser, Chefredaktor der «unabhängigen Schweizer Tageszeitung» gebeugt hat.

    Aber Rutishauser beugt sich auch dem Druck von Guyer, NZZ Chefredaktor und zensiert intern. Schon vor dem Brief der Mimösli gab es einen Brief an an die Verantwortlichen von Tamedia wo Mitarbeiter ihren Unmut zu Papier brachten, wurde unter dem Deckel gehalten. Passend dazu dass die Vorkommnisse am Opernhaus Zürich, «Persönlich» und «SRF Kulturplatz» haben darüber berichtet, im TA nicht thematisiert wurden, obwohl die Mimösli auf jeden me too-Zug aufsprigen. Wahrscheinlich hat sich Rutishauser dem Zürcher Kultur- und Politfilz gebeugt und intern vertiefte Recherchen untersagt. Die Mimösli werden sich mit Murren gefügt haben. Gut bezahlter Job mit geringer Leistung wichtiger als anspruchsvoller Journalismus.

    Tamedia hat nicht nur ein Problem mit den Mimösli, sondern auch mit dem Dr. Chefredaktor.

    Was sich Blumer geleistet hat und von Supino und Rutishauser gedeckt wurde darf ohne wenn und aber als Lügenpresse und Fertigmacherjournalismus bezeichnet werden und disqualifiziert Tamedia als anspruchsvolles Medienunternehmen.

    Bezeichnend für den Medienfilz in Zürich, weder NZZ noch andere haben über den übergriffigen und geilen Direktor berichtet. Auch die im VR des Opernhauses sitzende Regierungsrätin hät sich bedeckt obwohl die SteuerzahlerInnen des Kantons das komatöse Haus mit jährlich 80 Mio untertützen müssen, pro Tag unglaublich Fr. 219’178.

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  2. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Typisch Matthias Ackeret. Er löscht wegen Pressionen des TA, engagierte Leserbriefe. Unverzeihlich.

    Unter dem Deckel halten kann man diese unrühmliche Geschichte kaum mehr. Bin gespannt, ob diese bizarre Zackbum-Serie von unseren Konzernmedien weiter verschwiegen werden kann. Bezeichnend in dieser Schweizer Allianz ist, dass sich Ringier, Tamedia und CH Media gegenseitig organisiert haben, sich nicht weh zu tun. Selbstzensur und Stillhalteabkommen als kartellähnliche Strategie. Gleichzeitig klaut man sich gegenseitig die Geschichten……..harmlose, unverfängliche Geschichten!

    Nicht wunderlich, dass sich diese feigen, selbstzufriedenen Medien nicht gegenseitig ins Knie schiessen. So braucht es halt das Portal Zackbum umso mehr.

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    • Benno Derungs
      Benno Derungs says:

      Der Verleger Matthias Ackeret sollte seine Kommentarfunktion umgehend abschaffen. Kaum jemand schreibt Kommentare dort, aus Gründen wie oben erwähnt.

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