Ex-Press XXXI

Blüten aus dem Mediensumpf.

 

Zürichsee Zeitung: Das geht entschieden zu weit!

Es braucht viel, bis ZACKBUM.ch baff ist und leer schlucken muss. Aber dank einer aufmerksamen Leserin ist das hier der Fall:

Wir können uns dem Titel-Quote nur aus voller Kehle anschliessen. Und hätten nie gedacht, dass Tamedia in seiner Reaktion auf den Protestbrief von 78 erregten Erst-Unterzeichnerinnen so weit gehen könnte. Wir sind fassungslos!

Warum? Was für eine Frage! Man beachte die Autorenzeile:

Frauenthema, Autorin, na und?

Dann werfen wir einen Blick in das Impressum von Tamedia, woher die Zürichsee Zeitung ja ausser dem Wellenschlag so ziemlich alles übernimmt:

So hiess der London-Korrespondent vor diesem Artikel.

Auch wir von ZACKBUM.ch sind überzeugte Kämpfer für die Sache der Frau. Feminismus, Gender-Lehrstühle, Kampf gegen die Männersprache, da sind wir dabei, wo können wir unterschreiben oder einen Pappkarton hinhalten? Redaktor Zeyer gesteht sogar, dass er schon mit dem Gedanken gespielt hat, Frauenthemen mit Renée zu unterzeichnen. Aber das wäre ihm dann doch wie eine postimperialistische Aneignung vorgekommen, wie ein Identitätsdiebstahl, den auch jeder begeht, der einen Sombrero anzieht, aber kein Mexikaner ist.

Aber: Dass sich neu bei Tamedia verdiente Mitarbeiter – ob freiwillig, müsste noch abgeklärt werden – einer Geschlechtsumwandlung unterziehen müssen, bevor sie über Frauenthemen schreiben dürfen, das geht wirklich zu weit. Sollte Alexandra Mühlauer mal über einen englischen Club schreiben wollen, bis heute noch Widerstandsnester der reinen, verstockten Männlichkeit, müsste sie dann wieder er, also Alexander werden? Und wie oft hält das ein Mensch aus?

Sieht so das neue Berufsbild des Tamedia-Mitarbeiter*in-s*** aus?

Was geschieht in Uri?

Das ist die bange Frage, der sich nicht nur die NZZ widmet: «Was am 10. April in Altdorf geschehen wird, ist offen.» Unsicherheit in der Zukunft, das mag die NZZ gar nicht. Denn was hätte denn passieren sollen? «Die Veranstaltung, die auf einem Bauernhof, also auf privatem Gelände, hätte stattfinden sollen, war als Stelldichein der wachsenden Anti-Corona-Bewegung in der Schweiz geplant.»

Stelldichein? Wie kann man eine neuerliche Zusammenrottung dieser finsteren Gesellen, die unbedingt das Virus verbreiten wollen, bzw. an seiner Existenz zweifeln, mit so einem harmlosen Begriff belegen? Glücklicherweise hat der Regierungsrat von Uri die Manifestation verboten. Mit den erwarteten 10’000 Teilnehmern oder mehr wären «die Einsatzkräfte überfordert» gewesen, jammerte der Urner Polizeikommandant. Denn es sei davon auszugehen, dass diese vaterlandslosen-, Pardon, verantwortungslosen Gesellen der Maskenpflicht nicht nachkommen würden.

«National bekannt ist unter den vorgesehenen Rednern vor allem der Satiriker Andreas Thiel, der zu den Corona-Skeptikern der ersten Stunde gehört», weiss die NZZ; schon wieder ein harter Schlag für den Kabarettisten, der wie alle seine Kollegen Auftrittsverbot hat.

Kein langes Federlesens macht der «Blick»

Viel skeptischer steht die Qualitätszeitung «Blick» diesen Demonstrationen gegenüber. Obwohl sich viele Teilnehmer in Liestal wie an der Fasnacht kostümiert hätten: «Doch lustig war der Protest-Umzug, bei dem auch viele Kinder mitliefen, nur selten. Denn zwischen Corona-Verharmloser, Impf-Gegner und Verschwörungs-Gläubige mischten sich auch immer wieder Plakate und Transparente mit antisemitischen Parolen.»

Wir fassen die objektive Berichterstattung aus dem Hause Ringier zusammen: anwesend waren Kinder, Corona-Verharmloser, Impf-Gegner, Verschwörungstheoretiker und antisemitische Idioten. Sonst keiner?

Was sagt der Sündenpfuhl an der Werdstrasse in Zürich?

Was sagt schliesslich das Blatt der rechten Lebensart, der Gutmenschen und der Frauenbelästiger? Na, wenn Konzernjournalist Philipp Loser in die Tasten haut, dann fällt fast das Tell-Denkmal in Altdorf vom Sockel und auch die Demokratie muss in Deckung gehen. Denn da wird der Frauenversteher ganz hart: «Demonstriert wird mit Abstand und Maske. Und ja, das gilt auch für Maskengegner wie in Liestal.» Und wenn die sich nicht daran halten? Einfache Sache, «dann gibt es das nächste Mal keine Bewilligung mehr. Und dann greift die Polizei durch. So macht man das in einem Rechtsstaat.»

Ach ja? Das mag vielleicht so sein, nur hat Loser keine Ahnung von rechtsstaatlichen Prinzipien. Denn die gelten für ihn – wie für viele angebliche Demokratieschützer – nur dann, wenn er sie gegen seine Gegner ins Feld führen darf. Handelt es sich um Brüder (und Schwestern) im Geist, dann wird Loser ganz, ganz sanft: «Sie sind so höflich, dass es manchmal kaum zu ertragen ist. Sie reden genderneutral und gewaltfrei. Sie begegnen anderen Meinungen mit Respekt und Anstand. Sie entscheiden basisdemokratisch. Und nach einer illegalen Besetzung, wie jener auf dem Bundesplatz, schrubben sie auf den Knien so lange, bis auch das letzte Restchen Farbe vom Boden verschwunden ist.»

So sieht Loser das mit der Illegalität und wie man das in einem Rechtsstaat macht in diesem Fall. Die wichtigste Eigenschaft eines Rechtsstaats ist: seine Regeln gelten für alle gleich. Und das entscheidet weder Loser noch sonst ein Einzelner. Was für ein unerträglich dummer Mensch.

Wenn Tells Sohn wie Loser gewesen wäre …

Bevor wir uns nun noch Gedanken über die Art der Beziehung zwischen Willi und seinem Sohn machen, ein Absackerchen gefällig? Gerne. Ich weise aber warnend darauf hin, dass mir das von einer normalerweise vertrauenswürdigen Quelle zugehalten wurde, die bei Tell schwört, dass das kein Fake sei:

Das dürfte zur Abwicklung der Kommunikationsstelle führen …

 

4 KOMMENTARE
  1. Simon Ronner
    Simon Ronner says:

    Von Alexander zu Alexandra und wieder zurück. Tamedia propagiert nicht bloss die schampar trendy Geschlechter-Fluidität, man lebt sie auch vor. Diese Leute lösen bei mir nur noch Mitleid aus. Die haben den letzten Rest an Verstand verloren.

    Philipp Loser ist, war schon immer, wird stets sein: Ein zutiefst verlogener Heuchler.

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  2. .Victor Brunner
    .Victor Brunner says:

    Warum nicht Salome zu Hilfe rufen und Alexandr*a Mühlauer? Ebenso witzig wie die Geschlechterverwirrung bei Tamedia ist das Hochstapler-Impressum «International» des TA. Geschäzt die Hälfte der aufgeführten JournalistenInnen sind auf der Payroll der «Süddeutschen Zeitung».

    Im Umkehrschluss, die Hälfte aller Artikel mit internationalen Themen bei TA und den RZ von Tamedia sind Brosamen der SZ aus München. Besser lässt sich das langsame Grounding von Tamedia nicht dokumentieren. Da ist verständlich dass das Unternehmen mit profillosen ChefredaktorenInnen über die Runden kommt. Mit JournalistenInnen die vorwiegend der eigenen Nabelschau, Befindlichkeit und Anspruchslosigkeit verpflichtet sind. Wesentliches, Politik und Gesellschaft wird ja aus der Hofbräuhaus Stadt geliefert.

    Beispiel für die Unfähigkeit von Tamedia heute in der SoZ, Seite 7, Minibericht von der gestrigen Delegiertenversammlung der SVP. Sogar der könnte in München geschrieben werden. YouTube ist ja global. Peinlich, solche Medienunternehmen wollen immer mehr Steuergelder. Das neue Finanzierungsmodell: Weniger Leistung, mehr Cash!

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  3. Marcella Kunz
    Marcella Kunz says:

    Loser, ex Tageswoche (hochkant gescheitertes linkes Projekt in Basel). Noch Fragen? Als dieser Linksaktivist beim Tagi auftauchte, war klar: Jetzt hat die Tagi-Führung endgültig die Kontrolle verloren.

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