Hilfe, mein Papagei onaniert III

Hier sammeln wir bescheuerte, nachplappernde und ewig die gleiche Leier wiederholende Duftmarken aus Schweizer Medien. Subjektiv, aber völlig unparteiisch.

Diesmal heben wir eine neue Kategorie aus der Taufe: Der Depp des Monats. Der erste Preisträger ist – Pascal Hollenstein. Die publizistische Leiter nach unten im Hause CH Media hat seinen Kampf für die Ehre von Jolanda Spiess-Hegglin zurzeit eingestellt. Auch sonst fällt ihm eigentlich nichts Bemerkenswertes ein. Ausser, Himmel hilf, er muss leider seinen Senf zur anstehenden Abstimmung abgeben.

Wir müssen’s, um Zweifel auszuschliessen, im Original zeigen:

Wir wollen auch Hollenstein nichts vorschreiben, aber …

Wem das etwas wirr vorkommt: Es ist wirr. Hollenstein bestreit hier etwas, was gar niemand behauptet oder fordert. Es ist schlichtweg eine Binsenweisheit, dass sich der Staat nicht in innere Glaubensangelegenheiten einzumischen hat. Richtig, verlangt keiner, Hollenstein zum Beispiel darf gerne und ungestraft glauben, dass er ein meinungsstarker Publizist sei.

Andere dürfen an die Bibel, den Koran, die Thora, die Schriften des Nostradamus und jeden anderen Quatsch glauben. Ist so, bleibt so, steht nicht zur Debatte, nicht zur Abstimmung. Was dann? Nun, da nimmt Hollenstein die ganz grosse Tröte hervor: «Rückfall ins Mittelalter», wenn’s passiert, wäre zu hoffen, dass es «ein einmaliger Betriebsunfall der Demokratie» sei. Den man aber besser gar nicht geschehen lasse:

Besser, er schriebe gar nicht.

Abgesehen davon, dass es um den Kampf gegen mittelalterliche Vorstellungen von der Frau als Objekt, Untertan, nur dem Ehemann verfügbares Stück Fleisch geht: Wenn sich – wie von Hollenstein befürchtet – die Mehrheit der Schweizer Stimmbürger im Rahmen ihrer demokratischen Rechte für eine legal und korrekt zustande gekommene Initiative entscheiden sollte, dann wäre das «ein bedeutungsloser Betriebsunfall»? Etwas, das sich «besser gar nicht ereignen» sollte? Weil es nicht der Ansicht von Hollenstein entspräche? Was für ein Undemokrat, was für ein Dummschwätzer.

Der Depp des Monats. Wobei er für seinen Nachfolger die Latte ganz schön hoch legt.

Die strenge Trennung von Content und Werbung

Sie wird aller Orten immer strenger. Beim «Blick»:

Wobei man sagen muss: immer noch besser als solcher Content:

Bei CH Media pflegt man gerne die bunte Mischung, ob quer oder hoch:

Bei Tamedia:

Bei der NZZ:

Bei «blue news» die sich immer noch hinter «Bluewin news» verstecken:

Bei «watson»:

Diese bunte Mischung von «Totes Kind im Keller» über «Lustige Tierbilder» bis «Gut gegen Food Waste» kriegt nur das Kachelmagazin hin.

Aber auch «20Minuten» ist für abwechslungsreiche Zusammenstellungen:

 

Sicher, steht doch deutlich «Inserat» drüber, oder «präsentiert von» drunter, da kann sich niemand vertun.

 

 

 

3 KOMMENTARE
  1. Annette Meier-Müller
    Annette Meier-Müller says:

    Wie sieht es eigentlich bei Zackbum aus mit der strengen Trennung von Fakten und Meinung? (Journalistenkodex, Richtlinie 2.3) Für mich sind alles Meinungsbeiträge.

    Antworten
    • René Zeyer
      René Zeyer says:

      Anm. der Redaktion:Ganz einfach sieht’s damit aus. Meinungen, Analysen beruhen auf Fakten. Ausschliesslich. Die Fakten sind recherchiert, überprüft und korrekt. Sollte das ausnahmsweise nicht der Fall sein, wird transparent korrigiert. Wer mit einer Kritik konfrontiert wird, hat immer Gelegenheit, vor Publikation dazu Stellung zu nehmen. Zudem bieten wir immer an, dass jeder (und jede) gerne eine Replik schreiben kann, die wir unverändert veröffentlichen, solange sie sich innerhalb der weitgefassten Grenzen von Recht und Anstand bewegt.
      Solange wir kein anderes Organ in der Schweizer Medienszene kennen, dass das auch so handhabt, sehen wir weder Probleme mit Richtlinien, noch mit sonstwas.

      Antworten
  2. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    BLICKonline onaniert weiter::

    Fabian Vogt hat einen Artikel gebastelt:
    Titel:
    Einfach nur zum Kopfschütteln
    Die absurdesten neuen Corona-Regeln des Bundes
    Untertitel: Die Sache mit der Personengrösse
    Text: Draussen dürfen bis zu 15 Freunde zusammenkommen. Man kann dann gemeinsam auf engstem Raum zusammensitzen…
    Für einen BLICK Journalisten etwas schwierig zwischen der Grösse von Personen und Gruppen zu unterscheiden.

    Weltbewegendes vom serbelnden «Schweizer Journalist» RIP:

    Neu 2 Co-Chefredaktorinnen, Samantha Zaugg und Charlotte Theile.
    Titel auch neu: ««Schweizer Journalist:in». So haben die 2 Frauen schon mal Duftspuren gesetzt für die Weiterfahrt in den Ruin. Salome Müller vom TA wird es nicht gefallen, ihre Version «Schweizer Journalist*in» wurde nicht berücksichtigt.

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