Watson? Je ne le connais pas

Wieder ein Fall für Doktor Ackeret.

Matthias Ackeret hat schon viele Bücher und Kolumnen geschrieben. Editorials sind aber nicht so sein Ding. Die Einleitung zu den Mediadaten 2020 und 2021 ist nämlich identisch. Inklusive dieses Satzes: «Persoenlich.com feiert im nächsten Jahr übrigens seinen zwanzigsten Geburtstag.» Man kennt das auch von Frauen, die dreimal ihren 40. feiern.

Zweimal kommt natürlich auch dieser Satz vor: «Als Verleger freut es mich, dass wir von den grossen Medienhäusern unabhängig sind.» Wir wollen dem unabhängigen Fachmagazin die Freude nicht vergällen, weisen aber auf die Zusammenarbeit zwischen Persönlich und Watson hin. Ein Heft, kuratiert von Ackeret, soll nämlich die französische Ausgabe von Watson begleiten.

Ackeret zeigt sich in seinem eigenen Artikel «vom Produkt begeistert». Wo finden wir eine Analogie zu dieser Selbstbeweihräucherung? Natürlich in der Bibel: «Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.»

Noch nicht so gut ist die Bekanntheit von Watson. Zumindest im französischen Teil der Schweiz. Gemäss Marktforschungsunternehmen LINK Institut kennt kein welsches Schwein Watson. Und nur 15 Prozent können mit «Watson» etwas anfangen, wenn sie «gestützt» werden. Zum Beispiel mit einer Ohrfeige.

ZACKBUM fragte natürlich den Chefredaktor von Watson, Maurice Thiriet: «Wie Ihr wollen das machen plus populaire?» Thiriet: «Ich bin weder Chefredaktor von watson.ch/fr, noch bin ich Marketingverantwortlicher noch CEO der Fixxpunkt AG, welche watson.ch/fr verlegt.» Cochon gehabt.

4 KOMMENTARE
  1. Andi
    Andi says:

    Ihre verteidigenden Worte in Ehren. Es stimmt, die grosse Arbeit der Herren verdient Respekt.

    Ich sage nur: Wenn man hämisch daherkommt, erträgt es in meiner Beurteilung gar keine Fehler. Die Häme verliert sonst an Kraft.

    Antworten
  2. Andi
    Andi says:

    Erstens:
    Nichts gegen hämische Schreibe, aber Basis hierfür sollte sein, dass Zackbum mit tadelloser Grammatik glänzt. Frenkel schreibt: «Die Einleitung zu den Mediadaten 2020 und 2021 sind nämlich identisch». War spricht gegen ‹ist identisch›? Oder gegen ‹Die Einleitungen›? Schad
    Bitte mehr Sorgfalt. Zumal es immer mal wieder Frenkels Texte betrifft. Ist er ein kleiner Schlufi, oder lässt ihm das Zackbum-Korrektorat, so es denn existiert, solches bewusst durchgehen?

    Zweitens:
    Das Watson-Jubelheft von Dr. Ackeret. In der Tat, peinlich. Schämen sich der Herausgeber und die Porträtierten nicht? Und der Herr Thiriert, foutiert er sich wirklich um sein Produkt in der Romandie? Unglaublich.

    Danke für den Hinweis. Wird korrigiert.

    Antworten
    • Ruthli vom Rütli
      Ruthli vom Rütli says:

      Ich plädiere für Fehlertoleranz. Diese drei Herren schreiben tagtäglich um Gotteslohn für eine wachsende Lesergemeinde. Das verdient schon mal höchsten Respekt und grosse Dankbarkeit. Da müsste ein Korrektor doch ebenfalls gratis arbeiten. Freiwillige vor!

      Antworten
      • Martin Schwizer
        Martin Schwizer says:

        Sehe ich auch so. Die Beiträge sind allesamt von hoher Deutscher Sprachkunst und Vielfalt. Da mag es auch mal einen Fehler leiden. Schönes Deutsch nicht?

        Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Möchten Sie an der Debatte teilnehmen?
Ihre Meinung interessiert. Beachten Sie die Kleiderordnung dabei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.