Tagblatt der Stadt Zürich: Probleme mit Paid Post

Regierung legt beim Amtsblatt «Augenmerk» auf klare Abgrenzung.

Am 21. Oktober 2020 reichten die beiden Zürcher Gemeinderäte Rafaël Tschanz und Mélissa Dufournet (beide FDP) eine Schriftliche Anfrage beim Stadtrat ein. Auslöser war ein ZACKBUM-Artikel. Eine freie Mitarbeiterin verwebte im «Tagblatt der Stadt Zürich» ihre Arbeit als Influenzerin mit einer Kolumne. Sie schwärmte von einer App der ZVV. Auf ihrem Blog deklarierte sie die «bezahlte Partnerschaft», nicht aber im städtischen Amtsblatt.

Tschanz und Dufournet wollten vom Stadtrat erfahren, wer eigentlich die Einhaltung des Redaktionsstatuts des Tagblatts überprüft. Aus der letzten Woche veröffentlichten Antwort geht hervor, dass die Probleme anscheinend nicht neu sind:

Die städtischen Vertreterinnen haben in den letzten Jahren das Augenmerk insbesondere auch auf die klare Abgrenzung von Inseraten zum redaktionellen Teil und auf die deutliche Kennzeichnung von Inhalten, die dem Verlag abgegolten werden (Paid Post, Verlagsreportagen und dergleichen), gelegt.

Die Chefredaktorin Lucia M. Eppmann sieht gemäss Antwort des Stadtrats aber keine Probleme mit der beanstandeten Kolumne. Da die freischaffende Mitarbeiterin in ihrem Blog zusätzlich einen Link zur ZVV aufgeschaltet habe, sei der Blog ausführlicher als die Kolumne im Blatt. Darum hätte sie der Redaktion nicht einmal mitteilen müssen, dass sie mit dem gleichen Thema anderweitig Brötchen verdiene.

Manchmal hilft auch Nichtwissen. Eppmann: «Was ohne mein Wissen stattfindet, weiss ich leider nicht.» Wir empfehlen, diesen schönen Kalenderspruch vor ihrem Zimmer aufzuhängen. Und auch bei den Verkäufern.

5 KOMMENTARE
  1. Robert Holzer
    Robert Holzer says:

    Weiss Beni Frenkel für was die Abkürzung ZVV steht?
    „Sie schwärmte von einer App der ZVV.“ In meinem Verständnis heisst es des ZVV.
    Und weiter, „zusätzlich einen Link zur ZVV.“ Müsste es nicht zum ZVV heissen?
    Vielleicht fragt Herr Frenkel mal den Goethe in der Runde, pardon den Zeyer. Der soll sich nicht nur mit Sternchen in der Werdstrasse auskennen.
    ZVV Zürcher Verkehrsverbund, oder?
    Könnte aber auch Zürcher Vrauen Vachschule heissen. Lesen pildet.

    Antworten
  2. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Eppmann: «Was ohne mein Wissen stattfindet, weiss ich leider nicht.» Wissen muss frau erarbeiten. Auch für die Chefredaktorin wird die Welt immer anspruchsvoller!

    Antworten
  3. Peter B.
    Peter B. says:

    Das Tagblatt der Stadt Zürich hat noch ganz andere Probleme. In der Ausgabe von letzter Woche durfte ein „Abenteurer und Geschäftsmann“ die Corona-Massnahmen als Konzentrationslager bezeichnen. Still und heimlich wurde nun die betreffende Seite aus dem E-Paper gelöscht…

    Antworten
      • Sonja Strittmeier
        Sonja Strittmeier says:

        Lieber Herr Reto M. …. lesen hilft 😉 Die Anzahl Seiten ist unverändert, aber die Seite 13 vom 27. Januar ist durch eine weisse Seite und den Hinweis „Seite nicht mehr verfügbar“ ersetzt worden.

        Wieso soll man etwas belegen müssen, das man selber nachschauen kann? Nur weil Sie offenbar zu faul sind?

        Freundliche Grüsse,
        Sonja

        Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Möchten Sie an der Debatte teilnehmen?
Ihre Meinung interessiert. Beachten Sie die Kleiderordnung dabei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.