Aufgefallen III (Marc Brupbacher)

Eigentlich ist Brupbacher «Leiter Interaktiv-Team» bei Tamedia. Aber seine Berufung ist Epidemiologe, Virologe und Chefberater der Regierungen.

Wir haben uns bereits ernsthafte Sorgen um den Geisteszustand von Brupbacher gemacht und die auch mit ihm geteilt. Aber leider hat er alle Ratschläge in den Wind geschlagen. Er führt auch an den Festtagen einen unermüdlichen Kampf gegen Versager und Verniedlicher, vor allem ganz oben. Beratungsresistent, wie es bei Fanatikern üblich ist.

Er fordert schon mal ultimativ, dass die Uni Luzern einen «Dreck» von ihrer Webseite nehmen soll. Der «Dreck» besteht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung von zwei erfahrenen Dozenten. Aber zu ihrem Pech kamen sie nicht zu Schlussfolgerungen, die Oberexperte Brupbacher akzeptieren konnte. Seine Frage, ob denn «alle durchgeknallt sind in diesem verrückten Land», hat er inzwischen für sich beantwortet: Ja. Mit einer Ausnahme.

Über den Regierenden hat er den Stab gebrochen

Der Wüterich gibt dem Gesundheitsminister keine Chance mehr: «Mit Alain Berset bin ich durch. Kollegialitätsprinzip hin oder her, es gibt keinen Grund, Fakenews zu verbreiten.»  Statt einen Kurs in Rechtschreibung zu besuchen, wuttwittert er so vor sich hin.

Aber auch mit dem Zürcher Regierungsrat ist Brupbacher überhaupt nicht zufrieden. «Das Gesundheitspersonal muss über die Festtage schuften. Der Regierungsrat wird in der warmen Stube sitzen.» Statt dass, wie sonst üblich, das Gesundheitspersonal in der warmen Stube sitzt und der Regierungsrat schuftet.

Aber so ist das halt, wenn «der RR sich bis heute weigert, adäquate Massnahmen zu ergreifen». Das ist wirklich ein Skandal, wo Brupbacher doch unermüdlich gute Ratschläge gibt. Und die Schuldigen gnadenlos beim Namen nennt: «Eine der Hauptverantwortlichen ist Regierungspräsidentin Silvia Steiner.»

Unterwegs zu 20’000 Toten

Da muss Brupbacher schon auf seine Kernkompetenz zurückgreifen, das digitale Storytelling. Seine Übersetzung dafür ist offensichtlich: Märchenstunde. So beklagt er, dass die Schweiz 7000 Corona-Tote zähle. Schon im März habe einer der Skandalschreier 20’000 bis 35’000 Tote prognostiziert. Das stimmt, der Wettbewerb ging sogar bis zu 100’000 Toten. Und? Na: «Nun sind wir – mit starken Massnahmen – nicht weit weg vom Kurs auf 20’000. Von wegen Panikmacher.»

Wir sind nicht weit weg vom Kurs auf? Unsere Besorgnis verstärkt sich; ob es ohne den Einsatz von Medikamenten gelingt, Brupbacher wieder vorsichtig an die Realität heranzuführen?

Er findet immerhin noch Zeit, sich für den 2. Platz im Ranking «Recherche» des «Schweizer Journalist» zu bedanken; statt das schamvoll zu verschweigen. Wir fassen also nochmal kurz zusammen.

Alle durchgeknallt. Ausser ihm natürlich

Mit BR Berset ist er inzwischen fertig; mit dem gesamten Regierungsrat Zürichs auch. Ist ja auch kein Wunder, da alle ausser ihm «durchgeknallt» sind. Wir fragten schon beim letzten Mal fürsorglich beim Oberchefredaktor Arthur Rutishauser an, ob er nicht dafür sorgen will, dass ein leitender Mitarbeiter von ihm den sowieso schon lädierten Ruf der Journalisten nicht noch weiter beschädigt.

Mit unanständiger Sprache, haftungsfreien Forderungen und verantwortungslosen Kritiken. Offensichtlich basierend auf einer zunehmenden Fanatisierung, die täglich mehr gegen Vernunft und Realitätskontakt immun macht. Aber leider geruhte Rutishauser nicht, sich darum zu kümmern oder zu antworten.

Natürlich ignorierte Brupbacher selber auch die an ihn gerichteten Fragen. Ist immer das Gleiche: austeilen ja, dazu stehen nein. Es ist zu befürchten, dass er auch seine eigene Frage falsch gestellt hat. Sie müsste lauten: «Ist zumindest einer durchgeknallt in diesem Land?» Darauf gäbe es eine realistische und richtige Antwort.

10 replies
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Brupbacher ist beim TA fürs Geschichte erzählen, Story telling, zuständig. Da muss er sich etwas zurückhalten dafür kotzt er sich auf Social Media aus wo ihn niemand kontrolliert und zurückbindet. Berset kann’s gelassen nehmen, Brupbacher ist ein Niemand der Jemand sein will. Typischer Vertreter der Werdstrasse, nach aussen kläffen, innen den Schwanz einziehen. Sogar mein abgefahrener Sommerpneu hat noch mehr Profil als Brupbacher, auch ohne Bart.

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  2. Rolf Hubacher
    Rolf Hubacher says:

    Brubpacher und sein Panik-Zirkel können einem wirklich leid tun. Die haben sich in eine Negativspirale hineingesteigert, aus der sie nicht mehr rauskommen. Dass Corona kaum 10% der CH-Todesfälle ausmacht, und nicht die jüngsten (die meisten über 80), dringt zu diesen Leuten nicht mehr durch. Konstruktive Vorschläge oder Ideen kamen aus diesem Doomsday-Club sowieso keine. Tragisch.

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  3. Dominic Miller
    Dominic Miller says:

    Tamedia / TX hat doch bestimmt eine Social Media Policy, welche das Verhalten der Mitarbeitenden auf Twitter und Co. verbindlich und verpflichtend regelt? Vielleicht muesste sich das die HR Abteilung mal anschauen und allenfalls eine Verwarnung aussprechen und diese auch im Personaldossier von ihm speichern…

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  4. Martin Schwizer
    Martin Schwizer says:

    Weiter so. Das Blatt an der Werdstrasse betreibt zusammen mit dem Blick die wüsteste Coronapropaganda. Ach ja, Herr Zeyer, der grosse Qualitätsjournalismus der Leitmedien mit richtigen Rechercheuren ist längst tot gespart. In die Lücke springen völlig verblendete, ideologisch verbrämte Nahkämpfer, welche die Spalten mit Sondermüll füllen. Aber das wissen Sie längst.

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    • Ruthli vom Rütli
      Ruthli vom Rütli says:

      Das Sparen ist bloss ein Alibi. Sie wollen nicht hinterfragen, weil
      – es zu anstrengend ist,
      – sie im links-grünen Mainstream mitschwimmen,
      – sie sich unbeliebt machen bei Kollegen, Wissenschaftlerinnen und Regierungssprechern und
      – damit ihre Karriere gefährden.

      Dann gibts noch die kleine Gruppe, die von ganz oben ausgebremst wird.

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      • Beth Sager
        Beth Sager says:

        Heute gelesen, dass bei Tamedia der Textroboter „Tobi“ bereits eigene Artikel geschrieben hat.

        Zukünftig werden wohl alle Unbedarftheiten in der Zeitung auf den „Tobi“ abgewälzt.

        Schöne (journalistische) Zeiten?

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      • Martin Schwizer
        Martin Schwizer says:

        Sie haben recht, das noch gleich obendraufgepackt oder einfach dazu. Es ist himmelschreiend, die vierte Gewalt ist tot und niemand juckts. Oder diese Niemande merken einfach nichts, weil oberhalb des Halses nichts mehr kommt.

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      • Robert Holzer
        Robert Holzer says:

        Liebe Ruthli vom Rütli,
        bitte berücksichtigen sie künftig alle Mitgemeint*innen sternförmig.
        Also Kollegen*innen, Wissenschaftler*innen und Regierungssprecher*innen.
        Gerade im Zusammenhang mit Tagesanzeiger*innen ist der Tschender- Sprech zwingend. Normal geht an der Werdstrasse gar nicht.

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  5. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Der Wuttwitterer Marc Brupacher sollte seine Tobsucht besser im Griff haben.

    Der Tagesanzeiger müsste auch seine Interviewpartner sorgfältiger auswählen. Dazu sollten die Interviewer beim TA dem Thema gewachsen sein……..Heutiger Artikel in „Inside Paradeplatz“ verbunden mit einem Kompliment an René Zeyer von Zackbum. Er getraute sich als Erster, diese leichtsinnig gemachten Äusserungen dieser Wissenschafter im TA zu hinterfragen. Nimmt mich wunder, ob der Tagesanzeiger seinen Lehren daraus zieht? Eine Replik wäre nun das Mindeste zur Bewältigung dieser Peinlichkeit. Ein grosses Bravo an René Zeyer für seine Standhaftigkeit.

    https://insideparadeplatz.ch/2020/12/29/pfusch-mit-r-wert-macht-schweiz-zu-geisterland/

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