Überlebt Bajour 2021?

Ja, aber nicht 2023.

30 Personen befinden sich auf der Gehaltsliste von bajour.ch. Die Redaktion des Online-Magazins zählt sieben Nasen, die anderen sind Freie, Fotografen und Verzweifelte.

Das Medium widmet sich seit der Gründung vor einem  Jahr Themen wie «Nur Frauen haben eine Klitoris. Oder?», «Der Penis ist tot. Es lebt die Vulva», «Der grosse Schaugasmus».

Der Verein Medienzukunft Basel finanziert Bajour drei Jahre lang mit insgesamt drei Millionen Franken. Ab dem vierten Jahr sollte es selbsttragend sein.

Davon ist die Truppe noch weit entfernt. Gemäss «Businessplan» sollten bis Ende Jahr 2100 Member dabei sein.

393 Gönner

Eigentlich ein bescheidenes Ziel. Doch selbst hier wird es knapp. Ende Monat verzeichnete der Member-Barometer 1852 zahlende Personen. Davon sind 393 Gönner (160 Franken im Jahr) und 1459 Member (40 Franken im Jahr).

Die Einnahmen betragen also nach 11 Monaten bloss 120‘000 Franken. Und ob die Member und Gönner ihre Abos für so ein Produkt erneuern wollen, ist fraglich.

Zum Glück befinden sich in den Businessplänen 2020, 2021 und 2022 die Gratismillion vom Verein. 2023 wird dann schwieriger. Wir empfehlen schon jetzt zu einer Namensänderung (Byebye, blabla oder Hoch lebe die Vulva). Irgendeine Stiftung wird sicher Geld pumpen.

5 KOMMENTARE
  1. Laura Pitini
    Laura Pitini says:

    Ob «Republik» oder auch «Bajour», es wird interessant werden, wie sich diese Laboratorien zeitgenössischer Expressionskunst weiterentwickeln werden.

    Kann sagen, dass ich mich persönlich schämen würde, auf Dauer auf Almosengelder angewiesen zu sein. Entweder hat das Produkt nach einer absehbaren Durststrecke Erfolg, oder es muss aufhören zu existieren.

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    • Beth Sager
      Beth Sager says:

      Nähme mich wunder, ob diese Chefredaktion von Bajour eigenes Geld in ihrem Laboratorium investiert haben? Müssten sie eigentlich als Zeichen der Redlichkeit.

      Falls nicht, so dürfte dies Frau Mäzenin Oeri verlangen an der nächsten Krisensitzung. Sie muss sich bestimmt ziemlich vorgeführt vorkommen. Die vorgegebenen Ziele wurden ja bei weitem verfehlt.

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  2. Eveline Maier
    Eveline Maier says:

    Die Businesspläne von Hansi Voigt sind immer grosszügig bemessen. Der generösen Frau Beatrice Oeri müsste jetzt endlich ein Licht aufgehen.

    Mit fremdem Geld haushälterisch umzugehen, war noch nie eine Spezialität dieser Tagträumer-Luftschloss-Truppe.

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  3. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    Diese Klientele sind Spezialisten im ausfindig machen von ungenutzten Stiftungen. Hoffe, die grosszügige Mäzenin Beatrice Oeri wird endlich dieser Raubritterei ein Ende bereiten. Sie hat mit der «Tageswoche» schon viel Geld verloren. Das parasitäre Verhalten gewisser Personen, muss sehr tief in ihrer DNA schlummern.

    Frau Oeri ist besser aufgehoben im Erhalt wertvoller Architekturzeugen und im Heimatschutz. Sie hat meine grosse Hochachtung dafür.

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    • Gerold Ott
      Gerold Ott says:

      Alleine im Kanton Basel Stadt gibt es momentan 860 Stiftungen.

      In der Schweiz selber sind es um 13000 gemeinnützige Stiftungen. Der Sektor ist stark fragmentiert, mit vielen kleinen und teils inaktiven Stiftungen. Trotzdem fusionieren nur 0,1% der Stiftungen im Jahr, und es gibt nur wenige Kooperationen. 85% der Stiftungen haben ein Vermögen von unter 5 Mio. Fr., 80% keine bezahlten Mitarbeiter.

      Bajour, und seine gewiefte Suchtruppe wird bestimmt fündig, um einen passenden, neuen (oder zusätzlichen) Honigtopf zu finden.

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