Reingeknallt und abgehudelt

Aber hallo Tagi, auch wir haben «schmutzige» Ortsnamen.

Am Sonntag sollte man ruhen und nachsichtig sein. Aber nicht, wenn einen die Kehrseite des Tages-Anzeigers so nervt. An und für sich ist die halbschlüpfrige Geschichte ja wie geschaffen für diese Mix-Seite, die auch eine Prise Humor haben darf. Der Titel: «Schluss mit lustig und obszön». Es geht im Text vom Samstag darum, dass das österreichische Dorf Fucking genug hat von blöden Witzen. Es heisst künftig Fugging. Dann stellt der Tagesanzeiger die Frage aller Fragen: «Was sagen die Bürgermeister aus den deutschen Gemeinden Petting und Poppendorf dazu?». Der Autor Oliver Klasen – natürlich von der «Süddeutschen» – will im Text besonders lustig herüberkommen. Darum garniert er seine Aussagen sogar mit einem «höhöhö» oder einem «hihihihöhöhö». Eigentlich ein Wunder, dass keine Ausrufezeichen vorkommen. Oliver Klasen hat zudem recherchiert. Die Bayern und die Österreicher seien gut bei Ortsbezeichnungen, die sich für Witze eignen. Ja eben, Fucking, Oberfucking, Petting, Poppendorf. Sogar ein Kissing gibt’s, wie er herausfand. Wohl nicht als erster.

Als Leser des Tagi fühle ich mich diskriminiert. Wieso schreibt der Autor nur über unsere Nachbarn? Es fehlt der grosse Klassiker aus der Schweiz: Bitsch im Kanton Wallis. Und wenn wir schon dabei sein: Ralf Meile (Watson) hat auf seiner Velotour, bei welcher er alle Schweizer Gemeinden befuhr, eine Liste mit speziellen Flurnamen erstellt.

Aber Achtung, Spoilerwarnung! Diese Liste kann Ihre Gefühle verletzen.

Chline Arsch, Grosse Arsch, Tüfelsfüdli, Fickrüti, Möösli, Chatzenstrich, Schwanz, Figgen, Busen, Fotzenacker.

Der «Züri-Tipp Nr. 48/49» im Pech

A propos «Reingeknallt und abgehudelt», wie es im Titel heisst. Ein bisschen Pech hatte diese Woche der «Züri-Tipp Nr. 48/49». Bei der Karte «Die Stadt unter Strom» vergass er den Kreis 2. Das schöne Wollishofen, Leimbach und die Enge. Einfach weg. Und auf der Doppelseite «Advent, Advent: 24 etwas andere Tipps» druckte er nur jeden zweiten Tag ab. Toll, wurden im Tages-Anzeiger vom nächsten Tag auf einer ganzen Seite alle 24 Adventsfensterli nachgeliefert. Doch warum diese Grosszügigkeit? Der böse Verdacht: Das kam sicher noch billiger, als einen weiteren Artikel von der «Süddeutschen» reinkopieren. Und nun trotz allem einen schönen ersten Adventssonntag. Nur noch vier Wochen bis zum Fest der Liebe.

 

1 reply
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Steinmann, bedanken Sie sich bei Frau Wittwer, der heimlichen Chefredaktorin des TA, für den Artikel aus München. Da ist wenigstens ein Ansatz von Humor und Versuch von Aufheiterung enthalten. Lesen Sie den Artikel von Nina Kobelt auf TAonline und SoZ: „Das ist kein Getränk, sodern eine Folter“. Da schreibt Kobelt über Glühwein:

    „Glühwein ist für mich kein Getränk, sondern eine rot eingefärbte Gülle, mit der man bestimmt gut Felder düngen könnte – oder Rebberge“. Da versucht die Autorin auch flott und süffisant, wie Klasen, zu schreiben und ist nur peinlich. Sie treibt sich in Bern bei Billigchalet rum wo der billige Glühwein in Pappbechern serviert wird und von minderer Qualität ist. Resultat: ein dümmlicher Artikel. Besser sie hätte vor dem schreiben ein Glühwein (Gülle) getrunken dann wäre der Artikel bsser oder nie geschrieben worden.

    Nachsicht hat Frau Kobelt verdient, sie ist mittlerweile 46, ein Alter in dem frau vieles in Frage stellt, auch versucht sich neu zu positionieren, witzig, kritisch, aufmerksam. Bei Frau Kobelt geht das in die Hose.

    Leider müssen wir uns an den heimlichen Leitsatz der Redaktion an der Werdstrasse gewöhnen:
    „Die Stimmung steigt, das Niveau sinkt!“.

    Noch ein Tipp, den besten Glühwein gibt es in Zürich in einem Hotel Retaurant direkt an der Limmat, draussen unter den Arkaden, in einer vorgewärmten Tasse. Bitte nicht Frau Kobelt erzählen sonst kommt die Miesmacherin noch aus der Pampa Bern, versaut uns die Stimmung und foltert uns mit ihrer Anwesenheit!

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