Republik: Rüge von der Revisionsstelle

«Internes Kontrollsystem entspricht nicht dem schweizerischen Gesetz»

So ganz sicher war sich die «Republik» nicht, als sie vor einigen Tagen ihre Jahresrechnung 2019/2020  vorstellte: «Haben Sie Verständnisfragen?» Bei einem erneuten betrieblichen Ergebnis von – 4,144 Millionen Franken hatten ein paar der geschätzten Verlegerinnen und Verleger sogar mehr als nur Verständnisfragen.

Ein Kritiker fragt: «Das Budget für die Löhne scheint mir sehr hoch im Vergleich zu den Artikeln.» Chefredaktor Christof Moser versucht zu beruhigen: «Ein Beitrag in der Republik kostet im Schnitt 2200 Franken.» Und ein Jungredaktor schreibt: «Unsere Löhne entsprechen dem Branchenstandard.»

120’000 Franken ist neuer Branchenstandard

Tun sie das? Gemäss Jahresrechnung belaufen sich die Löhne auf 3‘472‘853 Franken. Dazu kommen 462‘030 Franken Sozialversicherungsaufwand. Bei einer hälftigen Übernahme entspricht das bei 30,7 Vollzeitstellen 120‘647 Franken im Jahr. Branchenstandard?

Ein anderer Kritiker fragt: «Warum stellen sich die Mitglieder des Vorstands nicht der Einzelwahl?» Clara Vuillemin, Präsidentin des Vorstands, antwortet dem Fragenden in bestechender Logik: «Purer Pragmatismus. Der Vorstand in der aktuellen Zusammensetzung funktioniert erwiesenermassen gut.» So eine pampige Antwort ist nicht einmal Donald Trump in den Sinn gekommen.

Aber sieht das wenigstens die Revisionsstelle ähnlich? «Im Rahmen unserer Prüfung haben wir festgestellt», so das Urteil, «dass ein gemäss den Vorgaben des Vorstandes ausgestaltetes internes Kontrollsystem für die Aufstellung der Konzernrechnung in allen wesentlichen Belangen nicht schriftlich dokumentiert ist. Nach unserer Beurteilung entspricht das interne Kontrollsystem nicht dem schweizerischen Gesetz, weshalb wir die Existenz des internen Kontrollsystems für die Aufstellung der Konzernrechnung nicht bestätigen können.»

Natürlich, ZACKBUM.ch hat beim selbstbewussten Trüppchen erfolglos um eine Stellungnahme gebeten. Besorgniserregend ist nämlich auch eine «Hervorhebung eines Sachverhalts» durch den Revisor, «wonach eine wesentliche Unsicherheit an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung besteht.»

Ein Minus von über vier Millionen Franken, kein internes Kontrollsystem und die Befürchtung, dass die Republik das nächste Jahr hops geht – aber: «Der Vorstand funktioniert in der aktuellen Zusammensetzung erwiesenermassen gut.»

 

2 Kommentare
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:

    Verstehe den Artikel nicht. Für die Edelfedern vom Nuttenhighway gelten doch andere Gesetze. Sie sind doch so erhaben und unfehlbar, Jammerweltmeister mit den höchsten Löhnen für wenig Leistung, die grössten Debattierer mit der geringsten Substanz, was soll da ein profanes und funktionierendes, informatives Kontrollsystem

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  2. Mirella Zumsteg
    Mirella Zumsteg sagte:

    Wie lautet das Prüfungsurteil der Revisionsstelle? Entspricht die Jahresrechnung dem CH-Gesetz und den Statuten? Wird Genehmigung empfohlen? Eigentlich schwer vorstellbar.

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