Keystone-SDA: Harte Verhandlungen mit Tamedia

Der Verlag will Geld  sparen

Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA steht vor einem schwierigen Herbst. Tamedia will zwar «aktuell» nicht aus der Nachrichtenagentur aussteigen, dafür die Konditionen neu verhandeln. Das teilte er am Freitag gegenüber ZACKBUM.ch mit:

«Wir müssen uns Gedanken machen zur zukünftigen Ausgestaltung der Dienstleistung, die wir beziehen, und insbesondere der damit verbundenen Kosten.»

Am Mittwoch wurde erst bekannt, dass «20 Minuten» ganz aus Keystone-SDA aussteigt. Und letzte Woche erfuhr ZACKBUM.ch zudem, dass CH Media ab kommendem Jahr eine eigene Sportagentur gründet und sämtliche Verträge mit Keystone-SDA kündigt.

Der Aderlass an Kunden kommt nicht von ungefähr. Mehrere Gründe sind dafür verantwortlich, dass immer mehr Zeitungen auf die Nachrichtenagentur verzichten. Zum einen erleben Kurznachrichten einen Sinkflug. Die Textlänge in den Zeitungen steigt stetig an. Zum anderen sind auch die Zeiten vorbei, als Medienmitteilungen sprachlicher Müll waren. Immer mehr ex-Journalisten heuern «auf der anderen Seite» an. Die «Übersetzungsdienste» der SDA sind obsolet geworden.

Trotz der Absprünge und den erwarteten Ertragseinbussen darf die Agentur nächstes Jahr mit einer Finanzhilfe des Bundesrates von bis zu 4 Millionen Franken rechnen.  Ein Sprecher des Bundesamts für Kommunikation teilte Zackbum.ch mit, dass die Finanzhilfe unabhängig von der Zahl der Kunden sei: «Für die Leistungsvereinbarung und die Entschädigung spielt die Zahl der Bezüger keine Rolle.»

 

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