Aargauer Konkurrenz für Keystone-SDA

Immer mehr ehemalige Kunden wechseln die Seite.

Die gute Nachricht: Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat im Geschäftsjahr 2019 einen Bilanzgewinn von 1,6 Millionen Franken erwirtschaftet. 1,25 Millionen Franken flossen in die freiwillige Gewinnreserve.

Die schlechte Nachricht: Ohne Bundesgelder wäre das nicht möglich gewesen. «Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)», schreibt das Bakom auf Anfrage, «unterstützt die ungedeckten Kosten der in der Leistungsvereinbarung genannten Angebote der Keystone-SDA mit einer Finanzhilfe von maximal 2 Millionen Franken pro Kalenderjahr.»

Die maximale Finanzhilfe wurde 2019 maximal ausgenutzt, nämlich 2 Millionen Franken. Im nächsten Jahr wird die Finanzhilfe sogar auf maximal vier Millionen Franken ausgedehnt. Förderungsberechtigt sind dabei die 12 Regionalbüros für den nationalen Dienst (Basisdienste).

Dass es auch ohne Bundesgelder geht, zeigt das Schweizer Medienunternehmen CH Media. Das hat dieses Jahr eine eigene Nachrichtenagentur gegründet und plant für 2021 einen zusätzlichen Sportdienst. Vom Bund erhält es dafür kein Geld.

CH Media beliefert mit der eigenen Agentur in erster Linie ihre eigenen Zeitungen. In letzter Zeit versorgt es aber auch erfolgreich ehemalige Keystone-SDA-Kunden: der «Rheintaler», der «Bote der Urschweiz» und das «Zofinger Tagblatt», wie ein Mediensprecher von CH Media bekanntgab. Die Gründe sind offensichtlich: Die Leistung von CH Media sind günstiger als die von Keystone-SDA.

Wenn der Aderlass so weiter geht, muss Keystone-SDA bald mit sechs Millionen Franken unterstützt werden. Maximal vielleicht acht.

Packungsbeilage: Der Autor hat einmal bei Keystone-SDA gearbeitet

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