Die heilweisse Welt der Coopzeitung

Hat die Zeitung ein Problem mit Schwarzen?

Silvan Grütter ist im Chefredaktoren-Quartett der Schweiz nicht der Supertrumpf.  Aber in Sachen Auflage schlägt seine Coopzeitung alle anderen Mitspieler. Das Blatt hat nämlich eine gigantische Auflage von über 1,8 Millionen. Die Coopzeitung liegt aber nicht nur überall herum, sie mutiert manchmal auch zu einem Monster. Die Gratiszeitung wiegt mit den zusätzlichen Flatterbeilagen bis zu 600 Gramm.

Ich habe einmal bei der Medienstelle nachgefragt, ob meine Kalkulationen stimmen, dass nur schon die Heftklammern der knapp 100 Millionen Coopzeitungen pro Jahr ein Gewicht von 2 Tonnen ergeben. Die Medienleute antworteten mit:

Die Grössenordnung stimmt.

Entweder lag ich richtig oder die Fritzen waren zu faul, nachzurechnen. Wie auch immer, Silvan Grütter ist ein sympathischer Kerl, der auch schon überall war. Das Beste an der Zeitung sind natürlich die herrlichen Kochrezepte und die fantastischen Ausflugstipps. Mindestens so herrlichfantastisch sind aber die launigen Editorials von Grütter.

Die sind fast immer so erfrischend wie ein Betty Bossi Fairtrade Multifruchtsaft (in fast jeder Coop-Filiale für nur Fr. 3.80 erhältlich). Und gut ist, dass Grütter kein Rechtsradikaler oder Negerhasser ist. Der Chef aller Coop-Redaktoren schreibt zum Beispiel: «Meine Schweiz kennt keine Grenzen und keine Ausländer» (aus dem Editorial 5/2019)

Der lustige Moderator der legendären Realityshow «Expedition Robinson» kennt keine Ausländer? Ist das der Grund, warum er keine Ausländer auf das Cover der Coopzeitung setzt?

183 Chancen, 0 verwirklicht

Seit seinem Einstieg ( 15/2017) sind 183 unvergessliche Ausgaben der Coopzeitung erschienen. Helles Bier schafft es manchmal häufig auf Seite 1. Weisse Männer aber noch mehr (50 mal). Am liebsten hat Grütter aber weisse Frauen (87 mal). Schwarze sind in den 183 Ausgaben hingegen noch nie aufs Cover gehievt worden.

Grütter wollte die Fragen von Zackbum.ch nicht beantworten. Entweder lag ich wieder richtig oder der Herr Grütter war einfach zu faul, in seinem Epos nachzublättern. Würde ihm aber gut anstehen. Als Chefredaktor der grössten Zeitschrift nicht nur weisse fröhliche Schweizer auf Seite 1 abzubilden, sondern auch schwarze glückliche Schweizer.

1 Antwort
  1. Marcella Kunz
    Marcella Kunz sagte:

    Als ob es seine (Grüters) Schweiz wäre. Das hat er wohl bei Mutti M. abgekupfert: „… dann ist das nicht mehr mein Deutschland.“ So drücken sich Egomanen in Politik und Medien aus. Apropos: Man muss die Coop-Zeitung auch nicht erhalten, statt sie dem Instant-Recycling zuzuführen. So viel Freiheit haben wir noch.

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